Freitag der 13.
Feb. 15th, 2026 11:54 amChallenge: Freitag der 13. - aber jemand hat unverhältnismäßig viel Glück
Fandom: Original
Wörter: 522
"Warum bist du denn schon zu Hause?", wundert sich Emre, als Albrecht zwei Stunden früher als erwartet von der Uni nach Hause kommt, die Tür aufsperrt und die Villa betritt.
"Ich hab die Prüfung verschoben", sagt Albrecht, während er seine Tasche abstellt und aus dem Mantel schlüpft. "Heute ist Freitag der 13."
"… und?"
"Es gibt kaum eine Bevölkerungsgruppe, die so abergläubisch ist wie Studenten."
Davon hat Emre noch nie etwas gehört. Also fragt er nach: "Und das weißt du woher …?"
"Empirische Beobachtung."
"Also anekdotische Evidenz", entgegnet Emre trocken.
Albrecht wischt die Bemerkung mit einer Handbewegung weg und beginnt damit, seine Schuhe auszuziehen. "Egal. Auf jeden Fall wollte ich nachher nicht hören, dass ach so viele nur wegen des Datums schlechter abgeschnitten haben."
Emre nickt stumm.
"Möchtest du die gewonnene Zeit mit mir verbringen, Tatlı?"
Emre runzelt die Stirn und beobachtet, wie Albrecht auch den zweiten Schuh auszieht. Zeit gemeinsam verbringen? Als würde er sonst fluchtartig das Haus verlassen, wenn Albrecht heimkommt. Oder sich im Arbeitszimmer einsperren. Was will Albrecht damit also wirklich sagen?
Als von Emre immer noch keine Antwort gekommen ist, nachdem Albrecht seine Schuhe fein säuberlich neben Emres gestellt hat, geht er auf Emre zu, nimmt seine Hände und blickt zu ihm hoch. "Wir könnten schön essen gehen. Irgendwo in der Innenstadt. Oder ins Kino? Oder ist dir ein Theaterbesuch lieber, Işığım?"
Ah. Daher weht der Wind.
Morgen ist Valentinstag. Emre ist der ganze Kitsch und Konsumzwang zu wider. Aber er weiß auch, dass Albrecht ihm am liebsten die ganze Welt zu Füßen legen würde. Jedes Jahr sieht er, wie Albrecht am 14. Februar dagegen ankämpft, um Emres Wunsch zu respektieren.
Allerdings ist heute, Freitag der 13. Warum also nicht …?
"Was auch immer du möchtest, Aşkım", sagt Emre leise. Er sieht das glückliche Leuchten in Albrechts Augen, als er sich zu ihm beugt und ihn küsst.
~~~
Als hätte Albrecht seine Antwort schon vorausgeahnt, wartet auf sie in einem der Lokale, die sie häufiger besuchen, ein gedeckter Tisch — ganz hinten in einer abgeschiedenen Ecke. Zwei schlanke Kerzen und eine filigrane Vase mit einer einzelnen roten Rose stehen in der Mitte.
Bald umhüllt sie der süßliche Duft von rotem Traubensaft — der gute aus Trauben, die an Stuttgarts Hängen gereift sind.
Und als sie gegessen haben, sich gegenseitig mit der Nachspeise gefüttert haben, überreicht Albrecht Emre eine kleine Box.
Wie jedes Jahr.
Emre muss nicht nachschauen, um zu wissen, dass darin geröstete Kichererbsen sind. Die, die mit buntem Zuckerguss überzogen sind. Albrecht schenkt sie ihm jedes Jahr, seit sie sich kennen.
Aber viel wichtiger als die Kichererbsen, die er sich jederzeit selbst im Supermarkt kaufen könnte, ist das gefaltete Blatt Papier, das oben auf liegt. Wie immer ist es schwer — schon fast ein Karton. Emre liest die Zeilen, die in Albrechts sauberer Handschrift darauf geschrieben stehen. Er fühlt, wie sein Herz voll wird, wie er von innen heraus zu strahlen beginnt. Und er fragt sich, ob seine Liebe für diesen Mann jemals mehr sein wird, als sein Herz fassen kann.
Tutmak istediğim el senin elin.
Duymak istediğim kalb senin kalbin.
Öpmek istediğim dudaklar senin dudakların.
Ve bedenime temas etmesini istedigim beden senin bedenin.
Für alle, die kein Türkisch können, hier die Übersetzung von Albrechts Nachricht:
Es ist deine Hand, die ich halten möchte.
Dein Herz, das ich hören möchte.
Deine Lippen, die ich küssen möchte.
Und dein Körper, den ich ganz nah an meinem spüren möchte!
Fandom: Original
Wörter: 522
"Warum bist du denn schon zu Hause?", wundert sich Emre, als Albrecht zwei Stunden früher als erwartet von der Uni nach Hause kommt, die Tür aufsperrt und die Villa betritt.
"Ich hab die Prüfung verschoben", sagt Albrecht, während er seine Tasche abstellt und aus dem Mantel schlüpft. "Heute ist Freitag der 13."
"… und?"
"Es gibt kaum eine Bevölkerungsgruppe, die so abergläubisch ist wie Studenten."
Davon hat Emre noch nie etwas gehört. Also fragt er nach: "Und das weißt du woher …?"
"Empirische Beobachtung."
"Also anekdotische Evidenz", entgegnet Emre trocken.
Albrecht wischt die Bemerkung mit einer Handbewegung weg und beginnt damit, seine Schuhe auszuziehen. "Egal. Auf jeden Fall wollte ich nachher nicht hören, dass ach so viele nur wegen des Datums schlechter abgeschnitten haben."
Emre nickt stumm.
"Möchtest du die gewonnene Zeit mit mir verbringen, Tatlı?"
Emre runzelt die Stirn und beobachtet, wie Albrecht auch den zweiten Schuh auszieht. Zeit gemeinsam verbringen? Als würde er sonst fluchtartig das Haus verlassen, wenn Albrecht heimkommt. Oder sich im Arbeitszimmer einsperren. Was will Albrecht damit also wirklich sagen?
Als von Emre immer noch keine Antwort gekommen ist, nachdem Albrecht seine Schuhe fein säuberlich neben Emres gestellt hat, geht er auf Emre zu, nimmt seine Hände und blickt zu ihm hoch. "Wir könnten schön essen gehen. Irgendwo in der Innenstadt. Oder ins Kino? Oder ist dir ein Theaterbesuch lieber, Işığım?"
Ah. Daher weht der Wind.
Morgen ist Valentinstag. Emre ist der ganze Kitsch und Konsumzwang zu wider. Aber er weiß auch, dass Albrecht ihm am liebsten die ganze Welt zu Füßen legen würde. Jedes Jahr sieht er, wie Albrecht am 14. Februar dagegen ankämpft, um Emres Wunsch zu respektieren.
Allerdings ist heute, Freitag der 13. Warum also nicht …?
"Was auch immer du möchtest, Aşkım", sagt Emre leise. Er sieht das glückliche Leuchten in Albrechts Augen, als er sich zu ihm beugt und ihn küsst.
~~~
Als hätte Albrecht seine Antwort schon vorausgeahnt, wartet auf sie in einem der Lokale, die sie häufiger besuchen, ein gedeckter Tisch — ganz hinten in einer abgeschiedenen Ecke. Zwei schlanke Kerzen und eine filigrane Vase mit einer einzelnen roten Rose stehen in der Mitte.
Bald umhüllt sie der süßliche Duft von rotem Traubensaft — der gute aus Trauben, die an Stuttgarts Hängen gereift sind.
Und als sie gegessen haben, sich gegenseitig mit der Nachspeise gefüttert haben, überreicht Albrecht Emre eine kleine Box.
Wie jedes Jahr.
Emre muss nicht nachschauen, um zu wissen, dass darin geröstete Kichererbsen sind. Die, die mit buntem Zuckerguss überzogen sind. Albrecht schenkt sie ihm jedes Jahr, seit sie sich kennen.
Aber viel wichtiger als die Kichererbsen, die er sich jederzeit selbst im Supermarkt kaufen könnte, ist das gefaltete Blatt Papier, das oben auf liegt. Wie immer ist es schwer — schon fast ein Karton. Emre liest die Zeilen, die in Albrechts sauberer Handschrift darauf geschrieben stehen. Er fühlt, wie sein Herz voll wird, wie er von innen heraus zu strahlen beginnt. Und er fragt sich, ob seine Liebe für diesen Mann jemals mehr sein wird, als sein Herz fassen kann.
Tutmak istediğim el senin elin.
Duymak istediğim kalb senin kalbin.
Öpmek istediğim dudaklar senin dudakların.
Ve bedenime temas etmesini istedigim beden senin bedenin.
Für alle, die kein Türkisch können, hier die Übersetzung von Albrechts Nachricht:
Es ist deine Hand, die ich halten möchte.
Dein Herz, das ich hören möchte.
Deine Lippen, die ich küssen möchte.
Und dein Körper, den ich ganz nah an meinem spüren möchte!