24. Türchen - Frohe Weihnachten!
Dec. 24th, 2008 12:04 amTitel: Advent, Advent, ein Gräblein brennt
Challenge: Brennende Kerzen
Autor:
Fandom: Supernatural
Rating: PG
Characters: Dean, Sam
A/N und Disclaimer: Nix mir, nur die Idee und wenn man das betrachtet,
ist das beileibe nicht viel ^ ^“
„Sam, ducken!“
Ohne nachzudenken befolgte Sam Deans Befehl. Ein Schuss durchbrach die
Luft, der Geist hinter ihm wurde förmlich zerrissen, gab einen
unangenehm hohen Schrei von sich. Als ihn ein kalter Schauer überlief,
fragte Sam sich kurz, ob er sich wohl nie ganz daran gewöhnen würde.
„Alles okay?“ Dean hielt ihm die Hand entgegen und Sam griff nach ihr,
ließ sich hochziehen. Er war noch ganz, wenn man von einem Klingeln in
den Ohren und einigen Kratzern absah.
„Die kommt wieder“, knurrte Dean und warf einen Blick über die
Schulter. Er wirbelte herum, als ein Knarren vom anderen Ende des
Raumes erklang und schlug mit der freien Hand schützend den Kragen
seiner Jacke hoch.
„Es ist nicht dein Hals, auf den der Geist aus ist“, bemerkte Sam aus
dem Mundwinkel, entsicherte dabei seine Waffe.
„Das weiß ich!“ Dean war nicht in Stimmung zu reden. Sam konnte es ihm
nachempfinden. Es war weder die richtige Zeit, noch der richtige Ort.
Außerdem machte der Gedanke an einen Geist, der danach dürstete, ihnen
die Zunge bildlich aus dem Mund zu reißen, das Sprechen nur
unwesentlich verlockender.
„Du weißt, was du zu tun hast, Sam. Das Grab ist hinter dem Haus.“ Sam
nickte, wandte sich um und stürmte aus dem Raum. Dean würde schon
dafür sorgen, dass der Geist ihm nicht folgte. Ein weitere Schuss
bestätigte seine Vermutung. „Du besitzt auch keinen Anstand, was?“,
hörte er Dean hinter sich fluchen. „Weihnachtlichen Frieden, zur Hölle!"
Während Sam hinter dem Haus das Grab aushob, hörte er Dean und den
Geist miteinander ringen. „Sammy“, drang irgendwann Deans erstickt
klingende Stimme zu ihm vor. „Ich will dich nur wissen lassen“, ein
weiterer Schuss, gefolgt von einem dumpfen Aufprall und Klirren
(höchstwahrscheinlich Dean, der im Kampf den verdorrten, toten
Weihnachtsbaum umgeworfen hatte - zum Glück würde niemand ihn
vermissen), „dass ich an meiner Stimme hänge ...!“
Sam leerte den Benzinkanister über dem bereits gesalzenen Grab aus,
dann entzündete er ein Streichholz. Deans Röcheln im Hintergrund wich
einem Husten, als das Grab vor Sam in Flammen aufging. Er starrte so
lange in die Flammen, bis er Schritte hinter sich hörte. Dean klopfte
sich den Staub von der Kleidung und trat neben Sam.
„Hartnäckiges Biest“, knurrte er. Er legte eine Hand an seinen Hals,
schnalzte mit der Zunge, die er offensichtlich noch besaß. Dann spürte
Sam mit einem Mal etwas Weiches, kratziges auf seinem Kopf, das
bestialisch stank.
„Hab ich unter dem Weihnachtsbaum gefunden. Dachte, es steht dir.“ Er
konnte Deans Feixen regelrecht spüren, er musste ihn dafür nicht
ansehen. „Und das tut es, Sammy.“ Er wollte lieber nicht wissen, was
genau Dean ihm da aufgesetzt hatte.
„Na wenn das nicht weihnachtlich ist“, kommentierte Dean die Situation
hob die Hände, um sie sich für wenige Momente an dem Feuer vor ihnen
zu wärmen.
Und wie, dachte Sam und hätte gelacht, wenn er nicht die Sorge gehabt
hätte, dass das Ding auf seinem Kopf in sich zusammenfallen würde, so
alt wie es war.
Woanders saß man vor einem Kamin und betrachtete den Weihnachtsbaum,
die brennenden Kerzen und die noch leeren Weihnachtssocken. Dean und
er hatten einen rachsüchtigen Weihnachtsgeist, ein brennendes Grab und
eine stinkende, vermoderte Weihnachtsmütze.
„Frohe Weinachten, Dean.“ Und um ehrlich zu sein, fiel es Sam in
diesem Moment entgegen seinen Erwartungen leicht, damit die Wahrheit
zu sagen.
Titel: „Merry Christmas“ - I could care less
Challenge: Vergiss mich nicht
Autor:
Fandom: Yu-Gi-Oh!
Rating: PG (2x ein böses Wort)
Characters: Kaiba, Wheeler
A/N und Disclaimer: Nix meins und Weihnachten steht hier unter
Beobachtung und Analyse.
Weihnachten mit Seto Kaiba ist so romantisch, wie ein Besuch beim
Finanzamt. Nur das dort die spärliche Dekoration (ja sogar der
Kaffeeautomat) mehr Weihnachtsstimmung verbreitet als Kaibas ganzes
Imperium zusammen.
Er verzichtet auf Weihnachtsschmuck. Er verzichtet. In seiner ganzen
Firma gibt es nirgendwo auch nur den kleinsten Streifen Lametta,
Mistelzweige sind ein unausgesprochenes Tabu und Weihnachtsmusik ...
nun ja, keiner seiner Angestellten ist dumm genug, herausfinden zu
wollen, wie Kaiba auf Last Christmas reagiert.
Kaiba schreibt auch in der Vorweihnachtszeit Kündigungen. Er ist
eiskalt, endet aber wenigstens nicht mit der Floskel Mit freundlichen
Grüßen. Das wäre nicht nur absolut unverschämt, sondern auch
unheimlich. Er schreckt auch nicht davor zurück, den Weihnachtsurlaub
zu kürzen. Wenn die Umsätze der KC nicht den Stand erreichen, den er
erwartet, dann kaboom! - mal eben drei Tage weniger Urlaub in diesem
Jahr. Viele seiner Angestellten dürften an dieser Art der
Firmenleitung bereits verzweifelt sein.
Kaiba kauft auch keine Geschenke. Er lässt sie kaufen. Von Roland,
versteht sich. Kaiba ist pragmatisch, Roland darf sich dabei gleich
sein eigenes Geschenk aussuchen.
Kaiba lebt also über Weihnachten nicht nur in seiner eigenen Welt, er
schafft sich ein eigenes, steriles Universum. Ohne Hektik, Vorfreude,
Nächstenliebe - ohne Weihnachten.
Die Räume der hauseigenen Villa werden zwar auf Mokubas Geheiß
geschmückt, doch Kaibas Privaträume bleiben von Weihnachten unberührt.
Es ist genauso wie mit seiner Firma. Keine Weihnachtsmusik, kein
Weihnachtsschmuck, nicht einmal Weihnachtsgeruch wagt sich bis in
diese Räume vor. Kaiba würde Weihnachten ignorieren, wenn Mokuba nicht
das Gegengewicht zu diesem Boikott darstellen und ihn mit aller
weihnachtlichen Fürsorge und Liebe dazu zwingen würde.
Mit Blick auf all die aufgeführten Fakten und Tatsachen komme ich zu
dem Schluss, dass Seto Kaiba ein versnobter Weihnachtsverweigerer ist,
der keine Ahnung davon hat, was er verpasst, geschweige denn, wie man
andernfalls überhaupt richtig feiern würde. Case Closed.
Ich weiß, dass er zu Ende gelesen hat, da seine Augen sich nicht mehr
über das Papier bewegen. Sie hängen an den letzten Worten. Er wirkt,
als wüsste er nicht sofort, was er sagen soll. Sein Mund ist ein
schmaler Strich inmitten seines Gesichts, ein Muskel seiner Wange
zuckt kurz. Dann sieht er mich an.
„Und das hast du wortwörtlich so abgegeben?“ Natürlich war das, was
Kaiba da in Händen hielt nicht alles. Es war bloß ein Auszug, aber er
war mein Liebster.
Ich erwidere den Blick und klopfe mir triumphierend auf die stolz
geschwellte Brust. „Aber sicher doch. Du hättest seinen Blick sehen
sollen, als er das Thema gelesen hat. Ich dachte, ganz ehrlich gesagt,
er würde jeden Moment die Fassung verlieren.“
Für einen Augenblick sehe ich kleine Falten auf Kaibas Stirn. „Du hast
Boykott falsch geschrieben.“
Ich knurre. „Das ist doch egal!“ Wen kümmert meine Rechtschreibung?!
Der Inhalt bringt’s! Ich will ihn eigentlich nicht fragen, doch
letzten Endes habe ich es ihm doch nur aus diesem Grund gegeben. „Und?
Was sagst du?“
Sein Blick liegt stechend auf mir, ich sehe jedoch, dass seine
Mundwinkel verräterisch zucken. „Wheeler“, er macht eine
bedeutungsschwere Pause, die mich wohl einschüchtern soll, „auch wenn
ich zugeben muss, dass dein hier bewiesener Wortschatz meine Erwartung
in gewissem Sinne übertrifft, zeugt der Inhalt doch von -“
„Einmaliger Menschenkenntnis und der Fähigkeit, es auf den Punkt zu
bringen“, stelle ich klar, bevor er den Text verreißen kann.
Er setzt bereits an, um mir zu widersprechen, resigniert dann jedoch
und verdreht stattdessen die Augen. „Natürlich Wheeler. Red dir das
nur weiter ein.“
Sekundenlang starren wir uns an, dann beginne ich bescheuert zu
grinsen. Kaiba hat mir nicht widersprochen. Er hat mir nicht
widersprochen. Ein klarer Sieg auf ganzer Linie.
Ich schlinge die Arme um ihn und ziehe ihn zu mir. Er gibt einen
genervten Laut von sich, den ich ignoriere. „Gib es zu, Kaiba, jeder
weiß es: Du bist ein Weihnachtsmuffel.“
Er schnaubt. „Das ist sicher nicht einmal eine zulässige, geschweige
denn richtige Bezeichnung.“
„Mir doch egal.“
„Wheeler, du bist penetrant nervig.“ Immer besteht er auf das letzte
Wort ...
Weihnachten mit Kaiba ist anstrengend und unromantisch. Er ist
beleidigend, provozierend und so gut wie immer der reinste Arsch. Doch
dieses Jahr - dieses Weihnachten - habe ich unabänderlich dafür
gesorgt, dass er mich so schnell nicht vergessen wird, damit ich so
lange wie möglich nicht aus dem komplizierten Leben dieses Arsches
verbannt werden kann.
Zum Glück war ich noch nie der Typ für Romantik.
Don't come home for Christmas
You're the last thing I wanna see
Underneath the tree
Merry Christmas, I could care less
(Fall Out Boy - Yule Shoot Your Eye Out)