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[identity profile] nyx-chan.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten

Titel: Sektlaunen
Autor: [livejournal.com profile] chija 
Challenges: # 2 „Ihr streitet wie ein altes Ehepaar...“
Fandom: Original / Sie und die Andere
Charaktere: Sie und die Andere
Wörter: 600
A/N: Seltsame Drabblestruktur von 100, 100, 100, 200, 100 und insgesamt... seltsam.

„Und Sie kommen wie immer alleine?“, fragte der Chef ausnahmsweise mal ohne ironischen Unterton und Sie starrte ihn einfach nur an, weil er es endlich, endlich kapiert hatte, in dem ersten Jahr, in dem er es nicht hätte kapieren sollen.
„Äh... ich weiß es noch nicht genau?“
Er zog eine Augenbraue hoch und Sie wollte sich dafür schlagen, dass sie das gerade wirklich gesagt hatte und ihn für diesen Blick, diesen „Na endlich“-Blick, verdammt, er war ihr Chef, das ging ihn alles überhaupt nicht an und überhaupt waren Betriebsweihnachtsfeiern die schrecklichste (und unnötigste) Erfindung seit der Einführung der Betriebe und-

„Kommst du mit zur Weihnachtsfeier von der Redaktion? Bei diesem Italiener in der Stadt, du weißt schon.“
Die Andere schaute nicht vom Fernseher weg, war ja auch viel spannender, wie Paris Hilton gerade gemeuchelt und zur Wachsfigur verarbeitet wurde. „Sehr witzig.“
„Ich mein das ernst.“
„... nee.“
„Doch“, weil Sie das einfach nicht als Antwort auf ihre Frage gelten lassen wollte, wobei, eigentlich hatte sie schon damit gerechnet.
Die Andere guckte weiter auf den Fernseher, und guckte, und guckte, und dann seufzte sie und ließ sich nach hinten fallen und warf Ihr dann spontan ein Kissen an den Kopf.
„Okay.“

Die Andere in ein Kleid oder so zu stecken wäre sicherlich zu viel des Guten gewesen, aber der schwarze Hosenanzug mit der dunkelroten Bluse waren ein verdammt guter Kompromiss, halt endlich deine Hände bei dir, ja später, du siehst so verdammt gut aus in dem Jackett und außerdem – hey, nimm deine Finger aus meinem Kleid!
Sie wären auch fast nicht zu spät gekommen, hätte Sie nicht im letzten Moment noch entschieden, doch die anderen Schuhe anzuziehen, die Stiefeletten, die Peeptoes wirken zu dem Rock doch ein bisschen arg – mädchenhaft? Kindisch? – nuttig wollte ich eigentlich sagen, aber danke für das Kompliment.

„Schön, dass Sie gekommen sind“, sagte der Chef, und dann sah er die Andere und ihm fiel die Kinnlade herunter. Sie zuckte die Schultern und lächelte entschuldigend, Sie haben gefragt, ob ich jemanden mitbringe.
„Äh... ich.... natürlich.“
Sie hatte ihren Chef noch nie sprachlos erlebt.

Die Kollegen nahmen es irgendwie gelassen, als hätten sie nichts anderes erwartet, was Ihr doch ein bisschen zu denken gab, aber dann wurde der Abend länger und dann merkte es keiner mehr... fast keiner.

„Es reicht mit dem Sekt.“
„Aber...“
„Das ist meine Weihnachtsfeier und ich habe hier einen Ruf zu verlieren.“
„Ja ja. Schon gut.“
„Ihr seid echt ein süßes Pärchen.“
Sprach Volker. Aus der Anzeigenabteilung. Mit roter Nase und fehlendem Gefühl für angemessene Lautstärke wegen definitiv zu viel Glühwein.

Na dankeschön. Und Gabi von der Klatschspalte hatte das jetzt garantiert gehört und damit war Sie so was von erledigt, eigentlich war das alles von Anfang an eine Scheißidee gewesen, warum hatte sie die Andere überhaupt gefragt?
Verfluchte Vorweihnachtsharmoniewölkchenstimmung. Verfluchte Weihnachtsfeier. Verfluchter Chef, verfluchte Andere, verfluchter Abend.

Ihr fiel nicht auf, dass die Andere mit Volker sprach, und mit Gabi, und dass sie garantiert dabei ein oder zwei Mal das Wort „Salzsäure“ fallen ließ.

Ihr fiel nur auf, dass sie am nächsten morgen einen verdammten Kater hatte, warum hast du mich nicht abgehalten, was habe ich eigentlich alles erzählt?
„Och“, sagte die Andere und räumte Flaschen (Flaschen?!) von der Spüle, „eigentlich gar nicht mehr viel, nachdem wir rausgegangen sind.“
„Wir waren draußen?... Oh, verdammt.“
„Mach dir nichts draus. Dein Chef ist übrigens echt nett.“
„... wenn er nicht gerade einen auf sklaventreibenden Haifisch macht, vielleicht.“
„Ach komm.“
Die Andere grinste und drehte sich um und legte Ihr eine Hand auf die Hüfte. „Ich fand’s nen netten Abend.
Übrigens ist nächste Woche Weihnachtsfeier vom Labor.“
 

Date: 2008-12-21 04:09 pm (UTC)
der_jemand: (Piracy)
From: [personal profile] der_jemand
*______*
Du hast es geschrieben!
Und ich finde es gar nicht seltsam sondern nur schön. =)
So soll das sein.
Ich mag das mit der - aus Ermangelung eines besseren Begriffs - indirekten Rede immernoch. Das hat was, das passt zu ihnen, ich will sie immernoch beide.
Und es ist schööön.^^


Und was Silvester angeht: Ich versuche gleich nochmal die Gastgeberin anzurufen. ;)

Date: 2008-12-21 04:50 pm (UTC)
From: [identity profile] chija.livejournal.com
Freut mich sehr, dass es dir gefällt. Du musst sie nicht beide wollen, sie hören dir schon, auf gewisse Weise *g*

*_________* That just made my day

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