14. Türchen
Dec. 14th, 2008 12:11 amChallenge: Engel bluten nicht
Titel: Lost angel
Autor: azzale
Fandom: Blink 182
Charakter: Mark Hoppus Tom DeLonge
Die Augen geschlossen und einen so friedlichen Ausdruck auf dem Gesicht.
Die Lippen rot und weich, wie zu einem Lächeln geschwungen.
Als würde er gleich aufstehen und ich anlachen. Oder ihn küssen.
Obwohl seine Hau blass war, hob Mark sich von dem Weiß um ihn herum ab.
Vorsichtig fuhr Tom ihm durch die Haare. Berührte ein letztes Mal Marks Lippen mit den seinen.
Aber Mark war kein Engel.
Denn Engel bluten nicht. Auch nicht wenn sie einen Autounfall hatten.
Und Engel sterben nicht und lassen damit die Menschen, die sie lieben allein zurück.
Challenge: "Manchmal wünschte ich, ich würde dich hassen."
Titel: Little Death
Autor: azzale
Fandom: Blink 182
Charakter: Mark Hoppus, Tom Delonge
„Hasst du mich jetzt?“, fragte Tom mit so großen, kindlichen Augen, dass Mark fast angefangen hätte zu lachen. Als wenn er ihn jemals hassen könnte. „Bereust du jetzt jemals etwas mit angefangen zu haben?“
Schwer atmete der Ältere aus. „Nein.“ Träge schüttelte er den Kopf. „Aber manchmal wünschte ich, ich könnte dich hassen. Dann wäre das alles hier niemals passiert.“
Sie saßen zusammen auf der Bettkante des großen Ehebetts, nur mit Boxershorts bekleidet. Anfangs wollte Mark Skye noch nachlaufen, aber nachdem sie verstört zuerst die Tür zu ihrem gemeinsamen Schlafzimmer und kurz darauf die Haustür zugeschlagen hatte, war ihm klar gewesen das es keinen Sinn hätte.
Daran was sie gesehen hatte, konnte er nichts mehr ändern, es gab keine Entschuldigung dafür. Außerdem würde sie sich alles zusammenreimen können; die Nächte die in denen sie angeblich beim Aufnehmen nur die Zeit vergessen hatten und die ständigen Videospielmarathons.
Er könnte ihr nicht verübeln, wenn sie sich scheiden lassen würde, er könnte sogar verstehen, auch wenn er hoffte das es niemals dazu kommen würde, wenn sie ihm Jack wegnehmen würde.
Oder wenn sie zur Presse ging, auch wenn er sich nicht vorstellen konnte, dass sie das tat.
Allerdings wusste er nicht, wie sehr es einen Menschen verändern konnte, jahrelang hintergangen und belogen zu werden.
Sie würde es sicherlich Jen erzählen. Was wenn sie jetzt schon auf dem Weg zu ihr war? Die Beiden könnten jetzt schon nebeneinander sitzen während Skye ihrer Freundin alles über die schmutzige Affäre ihrer Männer erzählte. Wie sie die Beiden in ihrem eigenen Ehebett beim Sex erwischt hatte, nur weil das Fußballtraining ihres Sohnes unerwartet ausgefallen war.
Jen würde Tom verlassen. Sie würden Beide alles verlieren.
Neben ihm raufte Tom sich die Haare vermutlich hatte er ähnliche Gedanken.
„Warum musste sie nur früher nachhause kommen?“, sagte er.
„Irgendwann wäre es sowieso rausgekommen, wir hätten das nicht für immer so geheim halten können.“
„Heißt das, du meinst wir hätten es lieber schon beendet haben sollen?“
Mark seufzte. „Natürlich nicht. Ich wollte nur sagen, dass wir uns nicht bis ans Ende unseres Lebens vor unseren Familien könnten.“
„Also ... du, du willst mit mir zusammenbleiben? So richtig, bis ans Ende unseres Lebens? Für immer?“ Das war typisch für Tom. In Momenten, in denen alles kaputt ging, lenkte er seine Aufmerksam lieber auf die wenigen positiven Dinge.
Mark nickte. Nahm Toms Gesicht in seine Hände. Sah ihm tief in die Augen. Küsste ihn. Nickte wieder. „Für immer.“
Tom lächelte ihm strahlend entgegen. „Ich liebe dich“, sagte er. Marks Herz schlug schneller als er das hörte. „Ich liebe dich auch. Aber trotzdem sollten wir uns jetzt auf unser Problem konzentrieren.“
„Denkst du sie sagt es Jen?“, fragte er ängstlich. Schwer nickte Mark.
„Sie wird sich scheiden lassen wollen.“, sagte er. Seine Stimme klang kraftlos. „Sie wird Ava mitnehmen. Meine kleine Prinzessin.“
„Ich werde Jack nie wieder sehen, wenn es nach Skye geht.“
Bevor einer von ihnen wusste was geschah, hielten sie sich plötzlich gegenseitig in den Armen. Obwohl Tom der Größere von ihnen war, wiegte Mark ihn wie ein kleines Kind hin und her.
Keiner von beiden wusste wie lange sie sich nicht von der Stelle bewegt hatten, es konnten ein Minute oder mehrere Stunden gewesen sein, bis ihre Stille unterbrochen wurde. Mark fühlte sich kurz benommen, als das Handy in seiner Hose klingelte. Er wollte es ignorieren, aber es hörte einfach nicht auf. Er schob Tom sanft von sich und holte es aus seiner Hose, die immer noch auf der anderen Seite des Raums am Boden lag.
Er hatte schon fast auf die Ignorierenstaste gedrückt, als er die Nummer sah. ’Tom Home’. Nervös ging er ran.
„Ich ... Wir ...“, sagte er sofort nachdem er das Handy aufgeklappt hatte, aber eigentlich hatte er nichts zu sagen. Er wollte erklären warum es passiert war, wollte sagen das es ihnen leid tat und das es nicht das war wonach es aussah. Das es ein einmaliger Ausrutscher ohne Bedeutung war. Aber nichts davon brachte er über die Lippen. Er konnte seiner Frau nicht sagen das er seinen besten Freund liebte und alles andere wäre einfach nur eine Lüge. Er bereute es nicht und wären sie nicht erwischt worden, würden sie es wieder tun.
„Wir wollten euch damit nicht verletzen.“, sagte er schließlich.
„Sag Tom er kann seine Sachen morgen Vormittag holen.“ Zu seiner Überraschung sprach er mit Jen. „Und Skye lässt dir ausrichten du sollst aus dem Haus verschwinden.“ Es knacke und er hörte nur noch den Freizeichenton.
„Und?“, fragte Tom hoffnungsvoll.
„Wir sind obdachlos. Du sollst deinen Kram morgen Vormittag abholen. Skye will mich aus dem Haus raushaben.“
„Und was machen wir jetzt?“, fragte er enttäuscht und kraftlos. „Vielleicht hilft es wenn ich mit ihnen rede. Vielleicht lassen sie sich beruhigen.“
„Und was willst du ihnen sagen?“
„Das ...“ Tom hatte genauso wenig eine Idee wie Mark. „Und wo wollen wir jetzt hin?“
„In ein Hotel?“, fragte Mark. Dann klingelte erneut sein Handy.
„Travis.“ Stellte er nach einem Blick auf das Display fest.
„Geh ran“, sagte Tom als Mark sich nicht rührte.
„Hallo?“
„Hi. Wie geht’s?“
„Gut. Aber ich muss schnell Jack ins Bett bringen. Kann ich dich in zwanzig Minuten noch mal anrufen?“
„Shanna hat es mir erzählt. Sie weiß es von Jen.“
„Also hat Jen sofort nachdem Skye es ihr erzählt hat ihr ganzes Telefonbuch durchtelefoniert?“
„Wie lange?“, fragte Travis ohne auf Mark einzugehen.
„Was meinst du mit ‚wie lange’?“
„Na ja, wie lange habt ihr schon ... also seid ihr schon...“
Mark lachte bitter. „Du willst wissen wie lange Tom und ich schon zusammen sind?“
„Ja.“, sagte er, ziemlich erleichtert die Frage nicht selbst gestellt haben zu müssen.
„Seit wir im Studio waren und ‚Take of your pants and Jacket’ aufgenommen haben.“
„Aber das sind ... vier Jahre!“, sagte er schockiert. „Aber ihr ward beide verheiratet, ihr habt Kinder. Wie ...?“
„Du kannst dir nicht aussuchen wen du liebst.“ Tom strahlte, als Mark das sagte.
Eine Weile war es still am Telefon, sodass Mark schon fragen wollte ob Travis noch dran war, aber dieser ihm aber zuvorkam. „Ihr braucht einen Platz zum Schlafen, oder?“
„Ja.“, antwortete Mark und seufzte schwer. „Weißt du vielleicht wo-“
„Ich könnt bei mir wohnen. Ich hab genug Platz und ... dafür sind Freunde doch da.“
„Danke.“
Er warf das Handy aufs Bett und Tom seine Hose zu. „Hier. Wir gehen zu Travis.“
Wortlos zogen sie sich an und Mark warf einige seiner Klamotten in eine Tasche.
„Mark?“, fragte Tom zögerlich als sie zur Tür gingen.
„Hmm.“
„Was wenn sie das wirklich tun? Was wenn sie sich wirklich scheiden lassen und wir Ava und Jack nie wieder sehen? Was wenn sie zur Presse gehen? Was wenn wir jetzt alles verlieren?“
„Wir schaffen das. Irgendwie. Aber zusammen. Immerhin verlieren wir doch nicht alles.; wir haben immer noch uns.“ Tom nickte ihm leicht zu und nahm seine Hand.
Zusammen liefen sie zu seinem Auto und Mark blickte voller Wehmut zurück auf sein altes Zuhause, allerdings glaubte er seinen eigenen Worten.
An diesem Tag war etwas verloren gegangen. Ihre Ehen waren zerbrochen und ihre Kinder würden nicht bei ihren beiden Elternteilen aufwachsen.
Aber an diesem Tag war auch etwas neues entstanden. Endlich mussten Tom und Mark keine Lüge mehr leben und konnten wenigstens etwas zu ihrer Liebe stehen. Sie fanden heraus das sie Freunde hatten, denen egal war wen sie liebten und die sie trotzdem akzeptierten.
Und immerhin sind es doch diese unerwarteten Höhen und Tiefen die dem Leben einen Sinn geben.