8. Türchen
Dec. 8th, 2008 12:07 amTitel: Es gehören doch nur zwei dazu...
Autor: Tsutsumi
Fandom: YGO!
Charaktere: Joey, Tristan, indirekt Kaiba
Challenges: #1 Liebe ist... #3 „Ich wünschte, du hättest das nicht getan.“
Warnungen: Keine Handlung. Aber das kennt man ja von mir. xD
Rating: PG
Disclaimer: Die drei gehören nicht mir und ich verdiene kein Geld hiermit.
Kommentar: Ich mach mich ja gerade etwas rar in der Comm, weil ich in Japan bin und mich lieber mit japanischen Worten herumschlage als mit deutschen. XD Dennoch wollte ich mich mit den beiden mal wieder auseinandersetzen.
„Du kannst jetzt aufhören damit.“
Joey schreckte hoch, als Tristan ihm inmitten eines ziemlichen tiefen Gedankenganges das Nudelholz aus der Hand nahm. Wobei „nehmen“ wahrscheinlich das falsche Wort war. Tristan riss es ihm eher aus der Hand.
„Wir machen hier keinen Blätterteig, also bitte!“
Joey blinzelte, um den verschwommenen Blick seiner unkonzentrierten Pupillen wieder zu schärfen. Der Schokoladenkeksteig zu seinen Händen war so dünn ausgerollt, dass man die Tischplatte darunter erkennen konnte.
„Upsa...Sorry.“
Joey fuhr sich mit dem Handrücken über die Nase und schaute ein bisschen peinlich berührt zu wie sein bester Freund den Teig mit den Fingernägeln vom Tisch kratzte und zu einer braunen, ziemlich unappetitlichen klumpigen Paste formte. Tristan hatte Mehl an der Nasenspitze und an den Wangen. Es sah beinahe aus wie Kriegsbemalung.
„Reiß dich mal am Riemen, Alter... Sonst stehen wir hier noch länger in der Gegend herum.“
Nun gut, sie hatten die Aufgabe bekommen, für das schulische Weihnachtsfest Kekse zu backen. Schwer war es nicht, es nahm nur ein wenig Zeit weg.
Dennoch konnte Joey sich nicht helfen; Tristan wirkte heute unglaublich pampig. Das passte wirklich überhaupt nicht zu ihm.
Joey wollte gerade tiefgehender darüber nachdenken, als seine Gedanken von selbst in die falsche Richtung abbogen und zurückkehrten an den Ort, an dem sie eben gewesen waren und sich vergnügt hatten.
„Weiß gar nicht, was du meinst... Macht doch Spaß. Oder nicht?“, hörte er sich sagen, doch sein Kopf hing zwischen wattigen Wolken.
„Würde Spaß machen, wenn ich es nicht alleine machen würde.“, murmelte Tristan, Joey konnte seinen Blick spüren.
„Was denn?“
Im nächsten Moment knallte Tristan den Keksteig auf den Tisch, so dass das Mehl nur so nach allen Seiten auseinanderstob. Es hing für einen Moment in allen Molekülen der Luft- zumindest fühlte es sich so an- und brachte Joey zum Husten.
Durch den weißen Dunst schaute Tristan ihn an;
„Ich wünschte, du hättest das nicht getan...“
Er versuchte, wirklich ernsthaft zu sein, aber das Mehl in seinem Gesicht und seinen vergelten Haaren arbeitete gegen diesen Eindruck.
Joey konnte sich nicht helfen, er musste lachen.
„Was denn nicht getan?“
„Na deinen Mistelzweig-Kaiba-Auftritt! Seitdem bist du zu überhaupt nichts mehr zu gebrauchen!“
Sein Freund ging dazu über, den Teig mit dem Nudelholz zu bearbeiten. In einer sehr aggressiven Art und Weise.
Joey zog den rechten Mundwinkel ohne es zu wollen hoch und lächelte schief in sich hinein. Diesmal passte er nicht auf was er tat und strich sich die Haare mit Mehl voll bei dem Versuch, sich verlegen am Hinterkopf zu kratzen.
Allein bei der Erinnerung wurde ihm warm ums Herz. Glühend heiß.
Kaibas Lippen hatten nach Teas viel zu süßen Plätzchen geschmeckt. Waren klasseninterne Weihnachtsfeiern nicht etwas Wunderbares?
„Als ob der Arsch mich beeinflussen würde!“, murmelte er.
„Hab ihm nur mal gezeigt, was eine Harke ist.“
„Du hast ihm was ganz anderes gezeigt.“, moserte Tristan und strich den Teig glatt.
„Da, Herzchenform, extra für dich!“
Im Radio dudelte „Last Christmas“ los. Zum Glück spielten sie die Version von den Beatles. Die Küche war erfüllt von Zimt- und Schokoladengeruch und dieser Wärme, die nur in Keksküchen herrschen konnte und die Wangen dazu brachte, wie von selbst zu glühen.
„Mach dich nicht über mich lustig!“
Joey hackte mit der Form im Teig herum und spürte das Flattern und Kribbeln in der Bauchgegend. Einfach nur so. Was auch immer passieren würde, im Moment war es ihm egal. Er brauchte nicht einmal Kaiba um sich wohl zu fühlen. Genau genommen brauchte er den ja gar nicht. Die Erinnerung reichte für das erste ja aus.
„Liebe ist...“, sagte Tristan übertrieben feierlich und schmierte das Blech mit Butter ein,
„...wenn man niemandem mehr zuhört und dämlich in der Gegend herumgrinst.“
Dann wandte er sich ab und wusch sich die Hände mit viel zuviel Geschirrspülmittel.
Joey stapelte die ausgestochenen Herzchenkekse auf das Blech.
„Eifersucht ist...“, kicherte er stichelnd, „...wenn man sich darüber total aufregt!“
Etwas Besseres war ihm nicht eingefallen und was sonst hätte er sagen sollen? Angriff war die beste Verteidigung.
Sie hockten nebeneinander vor dem Herd und starrten in das Innere der Röhre, wo schwitzend die Kekse lagen, aufgingen, hochstiegen und dunkler wurden.
Von innen drang die Wärme zu ihnen und hüllte sie ein in flauschig-weiches Weihnachtslicht, Weihnachtsgeruch, Weihnachtsumnachtung.
Und Tristans Hand, die Joey an seiner Wange spürte. Tristans Daumen, der unbeholfen über die Nase rieb, mit einer Intensität, die man aus purer Verzweiflung an den Tag legt.
„Du hast da überall Mehl.“
Für einen Augenblick sah er wirklich traurig aus.
Seine Finger rochen nach Geschirrspülmittel Marke „Alpenduft“.
no subject
Date: 2008-12-09 11:39 pm (UTC)no subject
Date: 2008-12-12 02:58 pm (UTC)und eben doch nur zwei...
sehr schön ^^