Twinkle twinkle
Sep. 30th, 2025 10:36 amTeam: Drache
Challenge: Sinneseindrücke – Reizüberflutung (für mich)
Fandom: Original: Reunion
Anmerkung: folgt
Die Straßen waren voller Leben, und Elaine fühlte sich, als würde jeder einzelne Eindruck gleichzeitig auf sie einprasseln.
Die Geräusche kamen zuerst. Rufe der Händler, das Klappern von Metallteilen, die in Holzkisten geschoben wurden, das Zischen von Dampf, der aus Ventilen quoll. Pferdelose Kutschen, deren Motoren ratterten, quietschten beim Anhalten. Stimmen mischten sich zu einem Wirrwarr, so vielstimmig, dass sie kein einzelnes Wort mehr verstehen konnte.
Dann die Gerüche. Gebratenes Fleisch, süßlicher Teig, Öl und Ruß, dazwischen der scharfe Geruch von Maschinen, heißem Metall und verbranntem Holz. Ein fremdes, wildes Gemisch, das ihre Nase betäubte. Sie sog reflexartig mehr Luft ein, doch es half nicht – jeder Atemzug schien nur neue Schichten von Düften aufeinanderzulegen.
Ihre Augen wussten nicht, wohin zuerst. Leuchtschilder flackerten in grellem Gelb und Blau, drehten sich in unruhigen Bewegungen. Zahnräder, die in der Fassade eines Gebäudes eingebaut waren, drehten sich langsam, als wollten sie den Himmel selbst antreiben. Menschen strömten aus allen Richtungen, mit Taschen, Paketen, dampfenden Bechern in der Hand. Farben blitzten, ein Kleid in tiefem Violett, ein Hut mit riesigen Zahnrädern, das Kupferrot eines frisch polierten Geländers.
Elaine blinzelte heftig. Ihre Augen versuchten, einen Punkt zu finden, etwas Ruhiges, etwas, das stehen blieb. Aber alles bewegte sich, alles veränderte sich, zog ihre Aufmerksamkeit weiter.
Sie hörte ihr eigenes Herz lauter schlagen, dumpf und hastig, übertönt von dem Lärm und doch deutlich. Ihre Fingerspitzen kribbelten, und sie hielt sich unbewusst an der Kante ihres Mantels fest, als würde er sie vor dem Strudel bewahren, der sie zu verschlingen drohte.
„Elaine?“ Eine Stimme drang durch, aber nur schwach. Sie drehte den Kopf, die Bewegung schwer wie durch Wasser.
Neben ihr war Rose, die ungeduldig mit den Augen rollte. Aliyah sah sie dagegen aufmerksam an, als hätte sie bemerkt, wie blass Elaine geworden war. Doch Elaine konnte nicht antworten, nicht sofort. Die Worte blieben irgendwo in ihrer Kehle hängen, verloren zwischen den Geräuschen und Bildern.
Ein Händler schob sich dicht an ihr vorbei, der Stoff seines Mantels streifte ihre Schulter, rau und kratzig, dann sofort der nächste Geruch, süßer Sirup. Eine Glocke klingelte, jemand lachte laut, ein Motor heulte auf. Alles gleichzeitig.
Elaine presste die Lippen zusammen, zwang sich, weiterzugehen. Jeder Schritt durch den vibrierenden, brodelnden Strom fühlte sich an, als würde sie tiefer in die Überflutung hineinlaufen. Und doch konnte sie nicht stehenbleiben. Nicht hier, nicht jetzt.
Ihre Hände zitterten leicht. Sie dachte an die Stille auf dem Berg, an das Rauschen des Windes dort oben. Und für einen kurzen Moment sehnte sie sich so sehr nach dieser Ruhe, dass es ihr die Kehle zuschnürte.
Challenge: Sinneseindrücke – Reizüberflutung (für mich)
Fandom: Original: Reunion
Anmerkung: folgt
Die Straßen waren voller Leben, und Elaine fühlte sich, als würde jeder einzelne Eindruck gleichzeitig auf sie einprasseln.
Die Geräusche kamen zuerst. Rufe der Händler, das Klappern von Metallteilen, die in Holzkisten geschoben wurden, das Zischen von Dampf, der aus Ventilen quoll. Pferdelose Kutschen, deren Motoren ratterten, quietschten beim Anhalten. Stimmen mischten sich zu einem Wirrwarr, so vielstimmig, dass sie kein einzelnes Wort mehr verstehen konnte.
Dann die Gerüche. Gebratenes Fleisch, süßlicher Teig, Öl und Ruß, dazwischen der scharfe Geruch von Maschinen, heißem Metall und verbranntem Holz. Ein fremdes, wildes Gemisch, das ihre Nase betäubte. Sie sog reflexartig mehr Luft ein, doch es half nicht – jeder Atemzug schien nur neue Schichten von Düften aufeinanderzulegen.
Ihre Augen wussten nicht, wohin zuerst. Leuchtschilder flackerten in grellem Gelb und Blau, drehten sich in unruhigen Bewegungen. Zahnräder, die in der Fassade eines Gebäudes eingebaut waren, drehten sich langsam, als wollten sie den Himmel selbst antreiben. Menschen strömten aus allen Richtungen, mit Taschen, Paketen, dampfenden Bechern in der Hand. Farben blitzten, ein Kleid in tiefem Violett, ein Hut mit riesigen Zahnrädern, das Kupferrot eines frisch polierten Geländers.
Elaine blinzelte heftig. Ihre Augen versuchten, einen Punkt zu finden, etwas Ruhiges, etwas, das stehen blieb. Aber alles bewegte sich, alles veränderte sich, zog ihre Aufmerksamkeit weiter.
Sie hörte ihr eigenes Herz lauter schlagen, dumpf und hastig, übertönt von dem Lärm und doch deutlich. Ihre Fingerspitzen kribbelten, und sie hielt sich unbewusst an der Kante ihres Mantels fest, als würde er sie vor dem Strudel bewahren, der sie zu verschlingen drohte.
„Elaine?“ Eine Stimme drang durch, aber nur schwach. Sie drehte den Kopf, die Bewegung schwer wie durch Wasser.
Neben ihr war Rose, die ungeduldig mit den Augen rollte. Aliyah sah sie dagegen aufmerksam an, als hätte sie bemerkt, wie blass Elaine geworden war. Doch Elaine konnte nicht antworten, nicht sofort. Die Worte blieben irgendwo in ihrer Kehle hängen, verloren zwischen den Geräuschen und Bildern.
Ein Händler schob sich dicht an ihr vorbei, der Stoff seines Mantels streifte ihre Schulter, rau und kratzig, dann sofort der nächste Geruch, süßer Sirup. Eine Glocke klingelte, jemand lachte laut, ein Motor heulte auf. Alles gleichzeitig.
Elaine presste die Lippen zusammen, zwang sich, weiterzugehen. Jeder Schritt durch den vibrierenden, brodelnden Strom fühlte sich an, als würde sie tiefer in die Überflutung hineinlaufen. Und doch konnte sie nicht stehenbleiben. Nicht hier, nicht jetzt.
Ihre Hände zitterten leicht. Sie dachte an die Stille auf dem Berg, an das Rauschen des Windes dort oben. Und für einen kurzen Moment sehnte sie sich so sehr nach dieser Ruhe, dass es ihr die Kehle zuschnürte.