(no subject)
Mar. 15th, 2007 09:53 pmFandom: Banana Fish
Charaktere: Sing, Bitch
Timeline: Das spielt irgendwann bevor die Bitch sich die Zeit nimmt und ihre ganze Familie ausrottet ... ^^*
Für: Nyx. Du bist ein Goldstück. Entschuldige bitte die generelle Crappiness dieses ... Dings. .__. Ich werde der Geilheit dieser Charaktere nicht einmal annähernd gerecht und das tut mir leid. (Spaß hatte ich trotzdem. ^^)
Unzeremoniell lässt Jin sich auf die Couch plumpsen.
Der Diener, der ihn würdevoll in den Salon geleitet hat, zuckt hinter ihm beinah spastisch mit den Händen, so als würde er sich schon viel zu lange zusammenreißen, um Jin nicht den Hals umzudrehen. Jin kennt das schon. Die Typen regen sich immer viel zu sehr über alles auf.
„Junger Master …“ Ein dezentes Räuspern folgt. „Ihr … Besucher ist da.“
Jin lehnt den Kopf zurück auf der Couchlehne und wirft ihm einen spöttischen Blick zu.
„Tatsache. Das ist dem ‚jungen Master’ sicher nicht entgangen.“
Es ist nicht so als ob er die Diener, oder speziell diesen Diener, nicht leiden kann. Er kann sich bloß nie ganz entscheiden, ob er das ganze Getue in diesem Haus (pardon, Palast) nur nervig oder irrsinnig komisch finden soll.
Yue-Len, der vor dem Spiegel in der anderen Ecke des Zimmers steht, dreht sich um und wedelt geistesabwesend mit einer Hand. „Danke, Wang. Sie können gehen.“
Er trägt einen Morgenmantel aus fliederfarbener Seide und seine Haare hängen ihm lose bis auf den Rücken. Er sieht aus, als sei er grade erst aufgestanden und frisch aus der Badewanne entstiegen. Manchmal findet Jin die Dekadenz dieser Leute echt unglaublich.
„Wie sie wünschen, Sir.“
Jin schiebt die Hände in die Hosentaschen und streckt die Beine vor sich aus. Seine zerrissenen Jeans sind ein scharfer Kontrast auf der pastellfarbenen Seide. Er wartet bis der Diener sich lautlos aus dem Zimmer bewegt hat und die Tür ins Schloss gefallen ist, bevor er weiter spricht. Jin ist immer vorsichtig. Er kann schon gar nicht mehr anders.
„So, ich bin da. Was soll das Ganze?“
Yue-Len angelt nach einer Bürste.
„Tee?“ fragt er höflich und ohne sich umzudrehen.
„Häh?“ Jin wirft ihm einen irritierten Blick zu. „Ne danke.“
„Er wurde heute Morgen extra aus Hongkong eingeflogen.“
„Ja geil, ey.“
„Du bist nicht leicht zu beeindrucken, oder?“ Yue-Len klingt amüsiert. Er hat begonnen die Haare in gleichmäßige, verschlungene Zöpfe zu flechten.
„Seh ich aus als hätte ich Zeit für Tee?“
Jin ist ungeduldig. Er hat keine Zeit für Tee. Er hat nicht mal Zeit hier zu sitzen und die Beine hochzulegen. Boss von Chinatown zu sein, bedeutet eine Menge Arbeit und dass man immer an zwanzig Orten gleichzeitig sein muss. Im Gegensatz zu Yue-Len, der nur mit den Fingern schnippen muss, wenn er jemand einschüchtern oder die Kniescheiben brechen möchte, muss Jin das alles selber machen. Zumindest ab und zu mal. Als Exempel und so.
„Deine Ungezogenheit ist wirklich ganz und gar erfrischend …“
Darauf antwortet Jin schon gar nicht mehr. Er rollt nur mit den Augen und versucht nicht zu grinsen. Manchmal vergisst Yue-Len, dass er nur schlappe zwei Jahre älter ist und versucht völlig vergeblich ihm Manieren beizubringen.
Genau genommen braucht Jin keine Manieren. Er ist der Boss.
Leider nicht der von Yue-Len.
Was schade ist, denn niemand, den er kennt, kann so ätzend und ungezogen sein, wenn er es darauf anlegt.
Die Seide flattert als Yue-Len sich in einer eleganten Bewegung zu ihm umdreht. Was auch immer er sagen möchte, erstirbt auf seinen Lippen, als er einen genauern Blick auf Jins desolates Äußeres erhascht.
„Du blutest …“ haucht er entsetzt und stürzt eilig auf ihn zu.
Sekundenlang ist Jin verblüfft von so viel spontaner Gefühlsäußerung. So lange, bis er die nächsten Worte vernimmt. „Auf meine Couch …!“
„Du hast doch darauf bestanden, dass ich sofort komme!“ verteidigt er sich, beinah aus Reflex. „Denkste, da ziehe ich mich noch extra um? Hände weg! Du hast mir immer noch nicht verklickert, wieso ich überhaupt hier bin!“
Es ist nicht einmal viel Blut. Und das auf seinem T-Shirt ist zum größten Teil nicht einmal von ihm.
Im Nachhinein ist es ihm selber peinlich, wie schnell er hier gewesen ist, als er die Nachricht erhalten hat. Das darf er echt keinem weiter sagen. Es ist ja nicht unbedingt so als würde ihm was daran liegen, diese überkandidelte, reiche Zicke zu sehen …
Wieso klingt der auch, als sei es ein Notfall? Der will doch nicht etwa nur mit ihm Tee trinken, oder doch …?
Indigniert blickt Yue-Len auf ihn hinab.
„Das sieht ja schrecklich aus. Was hast du getrieben?“ verlangt er zu wissen, so als sei Jin ein Hund und ihm tatsächlich irgendeine Rechenschaft schuldig.
Oh nein, Baby. So nicht.
„Meine Sache.“ Abwehrend verschränkt er die Arme.
„Aber meine Couch!“
Er ist wirklich unglaublich. Jin schnaubt halb belustig und halb beleidigt.
„Ein paar Jungs haben Stress gemacht Downtown … ich musste was klar stellen.“ Er fährt mit dem Handrücken über seinen Mund und stellt beiläufig fest, dass seine blutende Lippe erneut aufgeplatzt ist.
Yue-Len blinzelt. „Wie schrecklich rüde und niveaulos.“
Mit gerunzelter Stirn lässt er sich neben Jin nieder und angelt gleichzeitig mit der freien Hand nach einer sorgfältig gefalteten Serviette.
Jin betrachtet ihn missmutig. „Ohne Blut läuft das nun mal nicht. Blut ist dabei nun mal …“
„… ist was? Obligatorisch?“
Hauchdünnes Serviettenpapier in zartrosa wird gegen sein Kinn gedrückt.
„Hat ja nicht jeder einen Giftschrank in der Küche“, gibt Jin zurück. Er ist sowieso nicht der Typ für so was Subtiles wie Gift. Das kommt auf der Strasse auch nicht so gut. Halt mal kurz still, damit ich das Arsen auspacken kann … vielen Dank, sehr verbunden. Nicht bewegen, bis es anfängt zu wirken. Danke, danke.
Die Situation ist so absurd, dass er lachen möchte. Aber so geht es ihm eigentlich immer, wenn er hier herumhängt, obwohl er eigentlich keine Zeit dafür und nicht mal einen Grund hat. Yue-Len, der ihn ungnädig betrachtet, sitzt so dicht neben ihm, dass es eigentlich unangenehm sein müsste. Er duftet nach teuren Badeölen und frischer Seife, teuer, sauber und unerreichbar.
Und er hat immer noch nicht gesagt, was Jin hier eigentlich soll.
Er möchte grade die Hand heben und ungeduldig den Flatterstoff der Serviette von seinem Kinn wegwedeln, als er plötzlich mitten in der Bewegung inne hält.
Yue-Len hat sich eben so abrupt bewegt, dass der Morgenmantel über einer Schulter verrutscht ist und ein großzügiges Stück weiße, porzellanfeine Haut frei gibt. Direkt um die Halsbeuge herum, kann Jin dunkle Flecke sehen … sie sind hervorstechend wie Male. Fies und beinah purpurfarben. Jin muss nicht einmal genau hinsehen, um die Zahnabdrücke zu sehen.
Er schluckt die Worte hinunter, die auf seiner Zunge liegen.
Und plötzlich versteht er, wieso er hier ist. Irgendwie. Auch wenn es immer noch keinen Sinn macht.
Jin ist heute Morgen um sieben aufgestanden.
Er hat eine Runde in seinem Revier gemacht, einen Wagen geknackt, ist vor den Bullen geflohen und hat danach drei Typen fertig gemacht, die gedacht haben, nur weil er vierzehn ist, ist er ein Idiot.
Yue-Len … Yue-Len ist vermutlich nackt in einem fremden Bett aufgewacht. Seidenlaken. Vielleicht ein Hotel. Vielleicht das Ritz.
Neben ihm lag eine Leiche, die offiziell einen Herzinfarkt hatte und die inoffiziell gestorben ist, weil die Lee-Familie das so haben wollte. Danach hat er gebadet. Lavendelöl. Und er hat Jin herzitiert.
Einfach so. In einem Ton als sei es ein Notfall.
Wenn Jin Wut nicht für reine Energieverschwendung halten würde, würde er sich in diesem Augenblick die Zeit nehmen und die Lee-Familie verabscheuen. Aber er tut es nicht. Jin tut nur manchmal sinnlose Dinge.
Blut ist obligatorisch in seiner Welt.
Aber manchmal … manchmal ertappt er sich dabei, zu denken, dass es das kleinere Übel ist.
„Okay“, sagt er schließlich.
„Bitte was?“ Yue-Len hebt die schmalen Augenbrauen und lässt die Serviette sinken. Er sieht grade sehr jung aus und sehr verwundbar, und nicht wie ein professioneller Killer, der Jin mit geschlossenen Augen schneller und eleganter töten könnte als dieser „Fuck“ sagen könnte.
Jin deutet auf den Tisch. „Tee. Ich nehm ne Tasse.“
Wenn Yue-Len überrascht ist, lässt er es sich nicht anmerken.
„Zucker?“
Wenn Jin nicht vierzehn wäre und nicht ein schmutziger, kleiner Straßenbengel, der grade auf Yue-lens Couch blutet … dann könnten die Dinge vielleicht irgendwie anders aussehen. Aber so wie es im Augenblick ist, ist das alles was er für ihn tun kann.
Er nickt. „Zwei Stück.“
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Date: 2007-03-15 09:46 pm (UTC)Rei... nimm mich. Ich gehöre dir. Wenn du mir regelmäßig was zu den beiden schreibst,
OMK .... wah .... Boah ... nein .... wie geil .... gott .... ich bin grad so total unfähig ein Kommi zu schreiben, aber, fcuk, es hat mir echt gefallen und ich lieeb die beiden, auch wenn du sie nicht magst, wie du sie darstellst, aber - woah, omk, yes, Baby, yeah, give it to me one more time! X_x
Danke, Danke, vielen Dank~
Nyx
no subject
Date: 2007-03-15 10:45 pm (UTC)(Zum Glück kommt morgen Nyxie mit den Banana Fish Mangas ... *hust*)
Nein, das ist wirklich ... echt total meine Nummer. Ein unnahbarer Mobsterprinz und dieser wirklich sehr witzige, lässige Straßengangster ... toll, einfach toll. Und toll beschrieben.
Yuen Lee wirkt tatsächlich so unerreichbar und unwirklich mit diesem Seidenrascheln und Haaremachen und dem Bad, bis dann kurz vor Ende mit dieser nur angedeuteten Szene, die sich vorher abgespielt hat, diese Überlegenheit irgendwie zerstört wird. Das hat was sehr trauriges und es ist irgendwie cool, daß man nicht wirklich da rankommt, wo es wehtut bei ihm, weil das nicht möglich ist.
Bei Jin ist es eigentlich so ähnlich ... man kann überhaupt keine Schwächen an ihm sehen, weil er das alles, was er macht, auf so herrlich witzige, kaltblütige Art beschreibt (Das Arsen ... *lol*). Und trotzdem weiß man, dass der 14 ist und daß das alles irgendwie schrecklich ist, aber so ist das halt. óò Da stecken sie beide drin, und es ist wirklich überdeutlich, warum sie nicht so richtig miteinander reden können, sondern nur Teetrinken.
Meine Lieblingsantwort war übrigens glaub ich dieses "Ja geil, ey." auf die Sache mit dem Tee. *rofl* Ich meine, ja, was soll man da noch sagen? XD
Schrecklich böse und echt sehr sexy. *schnurr*
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Date: 2007-03-22 10:15 pm (UTC)Gosh, Yue und Jin sind ja spätestens seit der vorletzten Szene in v18 das absolute King&Queen-of-NYUnderworld-OTP. Und total canon. Und sehr tragisch.
Trotz dieser ganzen Eiji-muss-sterben-Sache, die Yue da am Laufen hat, will ich ihn seit 3 Bänden nur noch knuddeln. Er ist so viciously emo...
Na jedenfalls kommt das hier wirklich toll rüber *-* Yue, die einsame, traurige, tödliche Giftbitch und Jin, der winzige Haudrauf. Er ist ürbigens wirklich ein toller Leader. Obwohl so klein ^^°
Ähm... ich laber. Tolle FF jedenfalls.
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Date: 2008-03-29 10:31 pm (UTC)wieder ein gegensatzpaar, dass doch irgendwie zusammengehört *seufz* und irre toll geschrieben (an genialität gewöhnt man sich eben nicht) *____*
blut als kleineres übel... so geht's natürlich auch. (die challenge hätte auch auf unser dorffest gepasst O_O da is blut auch obligat)
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Date: 2008-03-30 10:30 am (UTC)Absolut lesenswert.