[personal profile] tpmica posting in [community profile] 120_minuten
Team: Drache
Challenge: Angst – der letzte Tag (für mich)
Fandom: Original: Reunion
Anmerkung: folgte

Rose ging zurück zum Flugschiff. Jeder Atemzug fühlte sich schwer an, als läge eine unsichtbare Hand auf ihrer Kehle und drückte sie zu. Sie hatte den Soldaten bescheid gesagt, in einem Anflug von Hass und Eifersucht, von diesem nagenden Gefühl, dass Elaine ihr alles wegnahm. Doch jetzt, wo der Staub sich legte, kroch nur noch eine lähmende Angst durch ihre Adern.
Ihre Hände zitterten, als sie das Schiff erreichte. Kaltes Metall unter den Fingern, aber kein Halt für das, was in ihr tobte. Gedanken überschlugen sich. Was, wenn sie es herausfinden? Was, wenn Aliyah etwas sagt? Was, wenn Falc es schon weiß?
Der Gedanke, dass dies ihr letzter Tag gewesen sein könnte, als Teil der Crew, als Falcs Freundin, nagte so tief, dass sie Mühe hatte, Luft zu holen. Ihr Herz raste, pochte schmerzhaft n der Brust, während sie das Deck betrat.
Da sah sie ihn.
Falc stand nicht weit entfernt, Elaine an seiner Seite. Das Mädchen wirkte noch immer blass, gezeichnet von dem Schrecken der letzten Stunde, doch Falcs Hand lag schützend an ihrem Rücken, seine Haltung straff, wachsam, als könne er mit bloßem Blick die Welt in Schach halten.
Und dann tragen Rose seine Augen.
Ein Blick, kalt, finster. Voller unausgesprochener Drohungen. Nicht einmal Worte waren nötig. Dieser Ausdruck schnitt wie ein Messer durch Rose Brustkorb. Es war, als ob all ihre Schuld, ihr Verrat, ihre Niedertracht in diesem Augenblick sichtbar geworden wäre, wie eine hässliche Fratze, die sie nicht mehr verbergen konnte.
Ihre Kehle schnürte sich zu. Die Angst schnappte nach ihr, wie ein Tier, dass sie in Stücke reissen wollte.
Er weiß es… er muss es wissen…
Ihre Knie fühlten sich weich an, als würden sie jeden Moment nachgeben. Die vertraute Sicherheit des Flugschiffes war mit einem Mal fort. Sie war nirgendwo mehr sicher. Nicht vor falcs Blick. Nicht vor den Konsequenzen.
Sich wich einen Schritt zurück, ohne es zu wollen. Ihre Hände verkrampften sich in ihrem Rock, der Stoff feucht von Schweiß. Sie wagte kaum Elaine anzusehen, dieses unschuldige Mädchen, das sie so instinktiv loswerden wollte. Stattdessen brannte Falcs Blick wie Feuer in ihre Haut.
„Alles in Ordnung,“ fragte jemand hinter ihr, beiläufig, fast sorglos. Doch Rose hörte es kaum. Ihr Kopf war erfüllt vom Hämmern der Angst. Sie stellte sich vor, wie Falcs Hände sie packen würden, wie seine Stimme donnernd ihre Schuld aussprach. In ihrer Vorstellung gab es keinen Ausweg, nur den Sturz in eine Leere, so endlos wie ihr eigenes Zittern.
Rose zwang ein schwaches Lächeln auf ihre Lippen, ein erbärmlicher Versuch, die Maske wieder anzulegen. Doch sie fühlte es selbst. Es war brüchig, durchscheinend und hinter den Rissen kroch die nackte Angst hervor.
Heute könnte mein letzter Tag hier sein, dachte sie, während Falcs finstere Augen noch immer an ihr hafteten. Und in ihrem Herzen wusste sie, vielleicht war es nur verschoben. Vielleicht wartete der letzte Tag schon im Schatten, direkt hinter ihr.

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