[personal profile] tpmica posting in [community profile] 120_minuten
Team: Drache
Challenge: Smut/Kink – UST (fürs Team)
Fandom: Original: Reunion
Anmerkung: folgt

Ein feiner Nebel hing über den dunklen Blättern, brach das reflektierte Licht und ließ es wie schwebende Glühwürmchen tanzen. Die Fackeln an den Mauern ergänzten dieses Spektakel, warfen warmes Gold über feuchtes Grün und glitzernde Tropfen.
Elaine kniete sich nieder, die Knie versanken leicht im weichen Moos, und sie strich mit den Fingern über eine Blüte, die im Licht beinahe durchsichtig wirkte – als sei sie aus geschmolzenem Glas geformt. Das Blütenblatt fühlte sich kühl und glatt an, wie polierter Stein, und doch lebendig.
Sie spürte seine Anwesenheit, noch bevor er etwas sagte. Schwer, wachsam, wie ein Schatten, der sich an die eigene Haut heftet.
„Du solltest nicht allein hier sein,“ murmelte Falc schließlich. Seine Stimme klang rau, als würde er nicht nur gegen Worte, sondern gegen seine eigenen Gedanken anreden.
Elaine hob den Kopf. Sein Blick ruhte bereits auf ihr – ernst, dunkel, aber länger, als er sollte. Das Sonnenlicht, das sich an den Spiegeln brach, spiegelte sich in seinen Augen, ließ sie noch tiefer wirken. Ihr Atem beschleunigte sich, während ihr Herz pochte, als hätte der Garten selbst begonnen, in ihrem Brustkorb zu schlagen.
„Und warum nicht?“ Ihre Stimme zitterte kaum, doch sie zwang sich zur Ruhe. „Fürchtest du, die Blumen könnten mir gefährlich werden?“
Ein kaum wahrnehmbares Zucken huschte über seine Lippen, ein Anflug von Spott, der sofort erstarb. Er trat einen Schritt näher, das Licht fing sich an den Konturen seiner Gestalt, und die Wärme seines Körpers überbrückte die Kühle der von Nebel durchtränkten Nachtluft.
Sekunden dehnten sich. Das Knacken eines Astes irgendwo im Hof klang wie ein störender Zwischenruf, der die Welt kurz zurückholte. Elaine senkte hastig den Blick, legte ihre Finger erneut an die Blüte, als sei sie das Einzige, was in diesem Moment Bedeutung hatte.
„Vielleicht,“ antwortete Falc leise, fast tonlos, „fürchte ich etwas anderes.“
Die Spiegel warfen das Licht genau in diesem Moment über sein Gesicht, zeichneten Schärfe in seine Züge und ließen keinen Zweifel daran, dass er mehr meinte, als er aussprach. Elaine spürte, wie ihr Gesicht heiß wurde. Ihr Herzschlag war nun so laut, dass sie sich fragte, ob er ihn hören konnte.
Doch ehe sie etwas erwidern konnte, wandte er sich ab. Sein Profil war scharf gegen das goldene Fackellicht gezeichnet, eine Silhouette zwischen Licht und Schatten.
Das Ungesagte blieb wie ein elektrisches Flimmern in der Luft zurück, als Teil des Gartens selbst – ungreifbar, aber nicht zu übersehen.
Elaine blieb noch immer vor der Blüte kniend, doch sie konnte nicht verhindern, dass ihr Blick immer wieder zu ihm glitt. Falc stand nur einen Schritt entfernt, sein Schatten fiel über sie, als wollte er sie mit seiner Präsenz vollständig umschließen.
„Du solltest vorsichtig sein,“ sagte er nach einer langen, geladenen Stille. Seine Stimme war tiefer geworden, ernster. „Blood hat… eine Vorliebe dafür, sich Dinge zu nehmen, die er begehrt. Und ich habe gesehen, wie er dich angesehen hat.“
Elaine richtete sich langsam auf. Ihre Hände glitten über das feuchte Moos, bis sie stand und ihm direkt gegenüberstand. Das Licht aus den Spiegeln flutete über ihre Haut, ließ sie fast zerbrechlich wirken. „Und wenn er das tut?“, fragte sie leise. „Wirst du mich dann beschützen?“
Etwas in seinen Zügen verhärtete sich, doch in seinen Augen flackerte etwas anderes – etwas, das er nicht zeigen wollte. Er trat näher, so nah, dass sie den feinen Duft von Leder und Eisen wahrnahm, den er mit sich trug, gemischt mit einem Hauch Wildnis, der nicht zu dieser Villa passte.
„Ich… sollte dich beschützen,“ murmelte er, fast gegen seinen Willen. „Aber ich weiß nicht, ob ich stark genug bin, wenn es um ihn geht.“
Elaine hob das Kinn. „Geht es wirklich um ihn oder traust du dir selber nicht?“ Ihr Herz raste, doch sie zwang sich, standzuhalten. „Du bist stark genug. Ich hab dich gesehen.“
Er lachte leise, ein dunkles, kaum hörbares Geräusch, das mehr Verzweiflung als Humor trug. „Du weißt nicht, was er alles tun würde.“ Seine Hand hob sich, als wolle er ihr Gesicht berühren, zögerte jedoch in der Luft. Die Finger schwebten nur Zentimeter von ihrer Haut entfernt.
Elaine spürte die Hitze, die von ihm ausging, spürte, wie jeder Atemzug die Luft zwischen ihnen dichter machte. Ihre Lippen waren plötzlich trocken, sie leckte unwillkürlich darüber – und sah, wie sein Blick diesem winzigen Detail folgte.
„Vielleicht,“ flüsterte sie, „sollte ich mich dann nicht vor Blood fürchten… sondern vor dir.“
Falcs Augen blitzten auf, ein Funke, roh und gefährlich, bevor er den Kopf leicht neigte. Sein Gesicht war jetzt so nah, dass sie den Schatten seiner Wimpern sehen konnte, den Atem auf ihrer Haut spürte.
Für einen Moment gab es nichts außer dem Summen der Glühwürmchenlichter, dem Plätschern des Brunnens, und der elektrischen Spannung, die wie ein Bogen zwischen ihren Körpern gespannt war.
Seine Lippen streiften fast die ihren – ein Hauch, kaum ein Atemzug. Elaine hielt unwillkürlich den Atem an, bereit, hineinzufallen.
Doch im selben Augenblick knackte irgendwo ein Spiegel im Gestell, das Geräusch scharf wie ein Schuss. Falc erstarrte, seine Augen schlossen sich kurz, als müsste er einen Kampf mit sich selbst austragen.
Dann zog er sich einen halben Schritt zurück, gerade weit genug, dass der Bann nicht brach, sondern in der Luft hängen blieb wie ein unausgesprochener Schwur.
„Du solltest wirklich vorsichtiger sein,“ murmelte er heiser, bevor er sich abwandte – und sie mit klopfendem Herzen und zitternden Händen im funkelnden Garten zurückließ.

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