[personal profile] tpmica posting in [community profile] 120_minuten
Team: Drache
Challenge: Hurt/Comfort – Verbandwechsel (fürs Team)
Fandom: Original: Reunion
Anmerkung: folgte

Elaine öffnete die Augen. Ein sanftes Wippen unter ihr ließ sie kurz das Gleichgewicht verlieren. Sie blinzelte, nahm die vertrauten Geräusche des Flugschiffs wahr: das leise Brummen der Maschinen, das entfernte Klirren von Metall, und das Rattern eines Lüfters. Das Licht war gedämpft, weich, die Fenster zeigten nur die Wolken am Nachthimmel.
Neben ihr saß Rew, die Beine locker übergeschlagen, den Kopf leicht schief gelegt, als beobachte er sie neugierig. „Ah, du atmest noch,“ sagte er und setzte ein schiefes Grinsen auf. „Ich hatte schon Angst, du hättest beschlossen, dass Fallen von Klippen überbewertet wird.“
Elaine schielte an ihm vorbei, suchte nach Falc. „Wo ist er?“ Die Sorge schnürte ihre Brust zusammen. „Ist ihm etwas passiert?“
Rew winkte ab, versuchte so witzig wie möglich zu klingen, obwohl die Spannung spürbar war. „Keine Sorge. Unser großgewachsener Beschützer liegt in seinem Zimmer im Bett.
Elaine atmete tief durch, aber das mulmige Gefühl blieb. „Und … wie sieht es aus? Hat er sich verletzt?“
Rew nickte langsam, schmunzelte leicht. „Ein paar Kratzer, nix Wildes. Du bist Ärztin, oder?“
Elaine nickte. „Ja, Chirurgin in einer Militärbasis. Ich … ich kann mir seine Wunden ansehen, wenn du willst.“
„Na endlich!“, meinte Rew theatralisch. „Dann lass uns mal schauen, ob wir den großen, furchtlosen Kapitän wieder zusammenflicken können.“
Gemeinsam gingen sie durch das Schiff in sein Zimmer. Elaine bemerkte sofort die Atmosphäre: Rose saß auf dem Bett, Arme verschränkt, Augen blitzten vor Wut. Sie richtete sich auf, als sie Elaine erblickte. „Du gehst nicht zu ihm. Verschwinde. Sofort.“
Elaine schluckte. Die Worte trafen sie, der Blick der jungen Frau brannte auf ihrer Haut. Sie spürte die Kälte in der Luft, die Anspannung. „Ich … ich muss nur seine Wunden sehen,“ sagte sie vorsichtig.
Rew trat zwischen sie. „Hey, beruhige dich, Rose. Sie ist Ärztin. Sie will nur helfen.“
Rose funkelte Elaine noch einmal an, doch ihr Gesichtsausdruck wurde etwas weniger feindselig, obwohl sie die Stirn weiterhin in Falten legte. Elaine konnte spüren, wie ihr Herz schneller schlug. Sie fühlte sich verletzlich, beobachtet und zugleich verantwortlich. Es war ihre Schuld, dass er Verletzungen davon getragen hätte. Ein Fluchtversuch weniger und ihnen wäre allgemein einiges erspart worden. Auch, wenn Rose somit ein Recht darauf hatte, eine Abneigung ihr gegenüber deutlich zu zeigen, quälte es sie. Elaine wollte nur helfen und dennoch wurde sie für einen fatalen Fehler bestraft, scheinbar ohne Chance auf Wiedergutmachung.
Falc murrte aus dem Bett, die Stimme rau: „Nicht so laut, beide. Ich weiß, dass sie Ärztin ist. Sie kann sich die Wunden anschauen. Lasst mich in Ruhe, ich will keine Diskussion.“
Neben seinem Bett stand Verbandsmaterial, ordentlich aufgereiht. Elaine nickte stumm, atmete tief durch und machte sich an die Arbeit. Falc richtete sich auf, um ihr den Zugang zu seinen Wunden am Rücken zu ermöglichen. Mit Handschuhen und Kompressen, getränkt in Desinfektion, reinigte sie seine Wunden. Rose saß noch immer da, starrte sie an, die Augen hart wie Granit. Elaine spürte den Druck, das Silent Judgement, aber zugleich die Sicherheit, dass sie nun endlich ungestört ihre Arbeit tun konnte.
Rew verabschiedete sich leise mit einem verschmitzten Lächeln: „Wir gehen mal, damit du in Ruhe zaubern kannst. Mach ihn wieder ganz.“ Wortlos forderte Rew Rose auf ihn zu begleiten. Elaine nickte, fühlte sofort die Ruhe, die sich über sie legte, als er die Tür hinter sich schloss.
Endlich. Ruhe. Endlich konnte sie sich auf die Verletzungen konzentrieren, auf die warmen, festen Hände, das sorgfältige Arbeiten, ohne Ablenkung, ohne Gefahr.
„Du machst das gut,“ warf Falc ein, um ihr neuen Mut zuzusprechen. „Rose ist nicht immer so. Sie hat sich nur große Sorgen gemacht. Bitte entschuldige ihr Verhalten.“
„Schon gut, es ist ja auch meine Schuld,“ antwortete Elaine. Falc wandte ihr seinen Kopf zu und lächelte sie an. „Es war meine Entscheidung zu springen. Also mach dir keinen Kopf. Außerdem solltest du dich auf die Wunden konzentrieren, das machst du nämlich wirklich gut.“

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