Die Krankenstation
Sep. 28th, 2025 11:59 amTeam: Drache
Challenge: Schreibaufgabe – mehr als 1.000 Wörter (fürs Team)
Fandom: Original: Reunion
Anmerkung: folgt
Falc atmete flach, als er sich durch den engen Lüftungsschacht zwängte. Metall quietschte leise unter seinem Gewicht, jeder Stoß gegen die Wände hallte dumpf wider. Die stickige Luft brannte in seiner Kehle und Schweiß sammelte sich an seinen Schläfen. Ein In-Ear-Stecker in seinem Ohr knackte leise.
„Alles klar bei dir?“ Rews Stimme, mit einem leichten Unterton von Spott, kam durch den Funk.
„Bis jetzt. Die Lüftungsschächte sind enger, als du versprochen hast.“ Falc drückte sich mit den Ellenbogen voran, spürte, wie seine Handschuhe an der rauen Innenwand scheuerten.
Rew kicherte. „Tja, vielleicht hättest du weniger essen sollen. Aber hey – keine Sorge, das Ziel ist gleich vor dir. Krankenstation, Ausgangspunkt zwei Meter weiter.“
Falc knirschte die Zähne, biss aber seine Antwort zurück. Rew liebte es, ihn zu necken, und jede Erwiderung machte es nur schlimmer. Stattdessen konzentrierte er sich auf die Karte, die er im Kopf auswendig gelernt hatte. Drei Gitter, eine Abzweigung, dann ein schmaler Schacht, der direkt in die Krankenstation führte.
Der Schacht vibrierte leicht, als irgendwo im Gebäude Maschinen anliefen. Falc hielt kurz inne, lauschte, dann kroch weiter. Endlich erreichte er das Gitter. Ein leiser Ruck, ein vorsichtiges Ziehen mit dem Multitool – das Metall gab nach. Geräuschlos legte er es beiseite und schob sich hindurch. Mit einem lautlosen Sprung landete er auf dem Boden der Krankenstation.
Der Raum war schwach beleuchtet, der Geruch nach Desinfektionsmittel und Medikamenten lag in der Luft. Metallene Schränke reihten sich an den Wänden, ein langer Tisch mit Verbandsmaterial stand in der Mitte. Falc richtete sich auf, wischte sich den Schweiß von der Stirn und zog die Maske wieder richtig über den Mund. Hier musste er schnell sein – Informationen beschaffen, den Chip sichern, dann zurück.
Doch die Tür öffnete sich mit einem kaum hörbaren Klicken. Falc reagierte sofort, huschte hinter einen Schrank, das Messer in der Hand.
Elaine trat ein. Ihr türkises Haar war zu einem lockeren Zopf gebunden, ihre Augen wirkten müde, aber konzentriert. Sie trug noch den weißen Kittel über der Uniform, die Ärmel leicht hochgekrempelt. In der Hand hielt sie eine Mappe voller Berichte. Sie wirkte vollkommen in Gedanken, als sie zum Tisch ging und die Unterlagen ablegte.
Falc wollte reglos bleiben, doch sein Fuß stieß gegen eine Metallstange am Boden. Ein leises Klirren. Elaine erstarrte, drehte den Kopf. Ihre Augen weiteten sich, als sie die Bewegung sah. „Wer ist da?“
Er wusste, dass er entdeckt war. Mit einem schnellen Schritt trat er aus dem Schatten, packte sie von hinten und legte ihr die Hand auf den Mund. „Leise,“ zischte er. Ihr Körper spannte sich unter seiner Berührung, und für einen Augenblick trafen sich ihre Augen – voller Schreck, aber auch einer Spur Trotz.
Noch ehe sie reagieren konnte, klopfte es an der Tür.
„Doktor Elaine?“ Die Stimme war tief, von einem Tonfall getragen, der sich zwischen jovialer Freundlichkeit und fordernder Strenge bewegte. „Sind Sie noch wach?“
Elaine erstarrte völlig. Falc spürte ihren Herzschlag unter seiner Hand rasen.
Die Tür öffnete sich ohne ihre Antwort. Hauptmann Edgar Greaves trat ein. Er war groß, breitschultrig, mit sauber geschnittenem Haar und einem Ausdruck, der zu sehr Selbstsicherheit verströmte. Seine Uniform saß makellos, die Abzeichen glänzten im schwachen Licht.
„Da sind Sie ja,“ sagte er und trat näher. „Ich dachte, ich finde Sie vielleicht noch bei der Arbeit. Immer fleißig, nicht wahr?“ Seine Stimme schmeichelte, doch der Unterton ließ keinen Zweifel: Er sah sie nicht nur als Ärztin, sondern als Frau, die er für sich beanspruchen wollte.
Falc blieb reglos im Schatten und zog seine Hand von Elaines Mund, ehe sie versuchte, sich zu winden. Besser er hatte die Hände frei, um sich zu wehren, wenn sie ihn verriet.
Greaves trat näher, lehnte sich an den Tisch. „Ich habe Ihre Berichte gelesen. Präzise wie immer. Ohne Sie wäre die Station ein Chaos. Wissen Sie … wir sollten einmal gemeinsam essen gehen. Nur Sie und ich. Sie brauchen auch mal Ablenkung.“
Elaine rang nach Fassung, wollte etwas erwidern, doch wie lehnte man den Hauptmann zurück. „Ich … danke, aber ich habe viel zu tun, Hauptmann.“
Greaves lachte leise. „Arbeit, Arbeit. Sie können sich nicht ewig hinter Papieren verstecken. Ein Abend mit mir würde Ihnen guttun. Ein bisschen Gesellschaft, hm?“ Er kam näher, zu nah, und ehe Elaine zurückweichen konnte, stand sie mit dem Rücken an der Wand. Er stellte sich direkt vor sie, sein Schatten fiel auf ihr Gesicht.
Das war zu viel.
Falc bewegte sich lautlos, wie ein Raubtier. In einem einzigen, schnellen Schritt packte er Greaves am Kragen und riss ihn von Elaine weg. Der Hauptmann schnappte überrascht nach Luft, konnte aber keinen Ton mehr von sich geben, ehe Falcs Faust sein Kinn traf. Mit einem dumpfen Schlag brach er zusammen, bewusstlos.
Elaine keuchte, presste eine Hand auf ihre Brust. Falc drehte sich zu ihr um, packte ihre Hand. „Keine Zeit,“ flüsterte er scharf. „Komm.“
Sie zögerte, doch irgendetwas in seiner Stimme ließ sie folgen. Gemeinsam rannten sie durch die Gänge, die Alarmsirenen heulten plötzlich auf – Greaves musste schon entdeckt worden sein.
„Hier lang!“ Elaine riss sich los, lief voraus. „Der Wäscheschacht, er führt nach unten!“
Falc folgte ihr, das Messer bereit. Als sie die schwere Klappe erreichten, zögerte sie. „Dort runter? Das ist gefährlich, man weiß nie—“
„Keine Diskussion.“ Mit einem kräftigen Stoß schubste er sie hinein. Elaine schrie erschrocken, rutschte in die Tiefe, landete dann unsanft, aber unverletzt in einem Berg aus schmutziger Wäsche.
Falc sprang direkt hinterher, rollte sich ab. Der Geruch von Schweiß und Waschmittel schlug ihnen entgegen. Elaine funkelte ihn an. „Du bist verrückt!“
„Vielleicht. Aber du lebst.“
Die Sirenen heulten lauter. Schritte donnerten durch die Korridore über ihnen. Soldaten. Sie hatten keine Zeit.
Falc packte sie erneut, hielt das Messer nun so, dass es deutlich sichtbar an ihrem Hals lag. Elaine keuchte, starrte ihn entsetzt an.
Die Soldaten fanden sie in der Halle, Waffen im Anschlag. „Lass sie frei!“ rief einer.
Falc zog Elaine näher an sich, seine Stimme kalt und hart. „Öffnet die Tore. Sofort. Oder sie blutet.“
Die Soldaten zögerten, doch keiner wagte es, zu schießen. Elaine war zu wertvoll. Ein Befehl wurde durchgegeben, die Tore öffneten sich mit einem kreischenden Geräusch.
Falc zog sie mit sich hinaus, Schritt für Schritt, bis sie im Freien waren. Kalte Nachtluft schlug ihnen entgegen, der Wind war rau, aber klar. Am Horizont ragte das dunkle Silhouettenbild seines Flugschiffs auf.
„Ich verspreche dir,“ murmelte er leise, so dass nur sie es hören konnte, „sobald wir sicher sind, lasse ich dich frei.“
Elaine sah ihn an, die Augen weit, voller Angst und Zweifel – und dennoch lag darin auch ein kleiner Funken von etwas anderem. Vielleicht Dankbarkeit, vielleicht Hoffnung.
Gemeinsam rannten sie weiter, der Schatten des Flugschiffs wurde größer, die Sirenen verklangen in der Ferne.
Challenge: Schreibaufgabe – mehr als 1.000 Wörter (fürs Team)
Fandom: Original: Reunion
Anmerkung: folgt
Falc atmete flach, als er sich durch den engen Lüftungsschacht zwängte. Metall quietschte leise unter seinem Gewicht, jeder Stoß gegen die Wände hallte dumpf wider. Die stickige Luft brannte in seiner Kehle und Schweiß sammelte sich an seinen Schläfen. Ein In-Ear-Stecker in seinem Ohr knackte leise.
„Alles klar bei dir?“ Rews Stimme, mit einem leichten Unterton von Spott, kam durch den Funk.
„Bis jetzt. Die Lüftungsschächte sind enger, als du versprochen hast.“ Falc drückte sich mit den Ellenbogen voran, spürte, wie seine Handschuhe an der rauen Innenwand scheuerten.
Rew kicherte. „Tja, vielleicht hättest du weniger essen sollen. Aber hey – keine Sorge, das Ziel ist gleich vor dir. Krankenstation, Ausgangspunkt zwei Meter weiter.“
Falc knirschte die Zähne, biss aber seine Antwort zurück. Rew liebte es, ihn zu necken, und jede Erwiderung machte es nur schlimmer. Stattdessen konzentrierte er sich auf die Karte, die er im Kopf auswendig gelernt hatte. Drei Gitter, eine Abzweigung, dann ein schmaler Schacht, der direkt in die Krankenstation führte.
Der Schacht vibrierte leicht, als irgendwo im Gebäude Maschinen anliefen. Falc hielt kurz inne, lauschte, dann kroch weiter. Endlich erreichte er das Gitter. Ein leiser Ruck, ein vorsichtiges Ziehen mit dem Multitool – das Metall gab nach. Geräuschlos legte er es beiseite und schob sich hindurch. Mit einem lautlosen Sprung landete er auf dem Boden der Krankenstation.
Der Raum war schwach beleuchtet, der Geruch nach Desinfektionsmittel und Medikamenten lag in der Luft. Metallene Schränke reihten sich an den Wänden, ein langer Tisch mit Verbandsmaterial stand in der Mitte. Falc richtete sich auf, wischte sich den Schweiß von der Stirn und zog die Maske wieder richtig über den Mund. Hier musste er schnell sein – Informationen beschaffen, den Chip sichern, dann zurück.
Doch die Tür öffnete sich mit einem kaum hörbaren Klicken. Falc reagierte sofort, huschte hinter einen Schrank, das Messer in der Hand.
Elaine trat ein. Ihr türkises Haar war zu einem lockeren Zopf gebunden, ihre Augen wirkten müde, aber konzentriert. Sie trug noch den weißen Kittel über der Uniform, die Ärmel leicht hochgekrempelt. In der Hand hielt sie eine Mappe voller Berichte. Sie wirkte vollkommen in Gedanken, als sie zum Tisch ging und die Unterlagen ablegte.
Falc wollte reglos bleiben, doch sein Fuß stieß gegen eine Metallstange am Boden. Ein leises Klirren. Elaine erstarrte, drehte den Kopf. Ihre Augen weiteten sich, als sie die Bewegung sah. „Wer ist da?“
Er wusste, dass er entdeckt war. Mit einem schnellen Schritt trat er aus dem Schatten, packte sie von hinten und legte ihr die Hand auf den Mund. „Leise,“ zischte er. Ihr Körper spannte sich unter seiner Berührung, und für einen Augenblick trafen sich ihre Augen – voller Schreck, aber auch einer Spur Trotz.
Noch ehe sie reagieren konnte, klopfte es an der Tür.
„Doktor Elaine?“ Die Stimme war tief, von einem Tonfall getragen, der sich zwischen jovialer Freundlichkeit und fordernder Strenge bewegte. „Sind Sie noch wach?“
Elaine erstarrte völlig. Falc spürte ihren Herzschlag unter seiner Hand rasen.
Die Tür öffnete sich ohne ihre Antwort. Hauptmann Edgar Greaves trat ein. Er war groß, breitschultrig, mit sauber geschnittenem Haar und einem Ausdruck, der zu sehr Selbstsicherheit verströmte. Seine Uniform saß makellos, die Abzeichen glänzten im schwachen Licht.
„Da sind Sie ja,“ sagte er und trat näher. „Ich dachte, ich finde Sie vielleicht noch bei der Arbeit. Immer fleißig, nicht wahr?“ Seine Stimme schmeichelte, doch der Unterton ließ keinen Zweifel: Er sah sie nicht nur als Ärztin, sondern als Frau, die er für sich beanspruchen wollte.
Falc blieb reglos im Schatten und zog seine Hand von Elaines Mund, ehe sie versuchte, sich zu winden. Besser er hatte die Hände frei, um sich zu wehren, wenn sie ihn verriet.
Greaves trat näher, lehnte sich an den Tisch. „Ich habe Ihre Berichte gelesen. Präzise wie immer. Ohne Sie wäre die Station ein Chaos. Wissen Sie … wir sollten einmal gemeinsam essen gehen. Nur Sie und ich. Sie brauchen auch mal Ablenkung.“
Elaine rang nach Fassung, wollte etwas erwidern, doch wie lehnte man den Hauptmann zurück. „Ich … danke, aber ich habe viel zu tun, Hauptmann.“
Greaves lachte leise. „Arbeit, Arbeit. Sie können sich nicht ewig hinter Papieren verstecken. Ein Abend mit mir würde Ihnen guttun. Ein bisschen Gesellschaft, hm?“ Er kam näher, zu nah, und ehe Elaine zurückweichen konnte, stand sie mit dem Rücken an der Wand. Er stellte sich direkt vor sie, sein Schatten fiel auf ihr Gesicht.
Das war zu viel.
Falc bewegte sich lautlos, wie ein Raubtier. In einem einzigen, schnellen Schritt packte er Greaves am Kragen und riss ihn von Elaine weg. Der Hauptmann schnappte überrascht nach Luft, konnte aber keinen Ton mehr von sich geben, ehe Falcs Faust sein Kinn traf. Mit einem dumpfen Schlag brach er zusammen, bewusstlos.
Elaine keuchte, presste eine Hand auf ihre Brust. Falc drehte sich zu ihr um, packte ihre Hand. „Keine Zeit,“ flüsterte er scharf. „Komm.“
Sie zögerte, doch irgendetwas in seiner Stimme ließ sie folgen. Gemeinsam rannten sie durch die Gänge, die Alarmsirenen heulten plötzlich auf – Greaves musste schon entdeckt worden sein.
„Hier lang!“ Elaine riss sich los, lief voraus. „Der Wäscheschacht, er führt nach unten!“
Falc folgte ihr, das Messer bereit. Als sie die schwere Klappe erreichten, zögerte sie. „Dort runter? Das ist gefährlich, man weiß nie—“
„Keine Diskussion.“ Mit einem kräftigen Stoß schubste er sie hinein. Elaine schrie erschrocken, rutschte in die Tiefe, landete dann unsanft, aber unverletzt in einem Berg aus schmutziger Wäsche.
Falc sprang direkt hinterher, rollte sich ab. Der Geruch von Schweiß und Waschmittel schlug ihnen entgegen. Elaine funkelte ihn an. „Du bist verrückt!“
„Vielleicht. Aber du lebst.“
Die Sirenen heulten lauter. Schritte donnerten durch die Korridore über ihnen. Soldaten. Sie hatten keine Zeit.
Falc packte sie erneut, hielt das Messer nun so, dass es deutlich sichtbar an ihrem Hals lag. Elaine keuchte, starrte ihn entsetzt an.
Die Soldaten fanden sie in der Halle, Waffen im Anschlag. „Lass sie frei!“ rief einer.
Falc zog Elaine näher an sich, seine Stimme kalt und hart. „Öffnet die Tore. Sofort. Oder sie blutet.“
Die Soldaten zögerten, doch keiner wagte es, zu schießen. Elaine war zu wertvoll. Ein Befehl wurde durchgegeben, die Tore öffneten sich mit einem kreischenden Geräusch.
Falc zog sie mit sich hinaus, Schritt für Schritt, bis sie im Freien waren. Kalte Nachtluft schlug ihnen entgegen, der Wind war rau, aber klar. Am Horizont ragte das dunkle Silhouettenbild seines Flugschiffs auf.
„Ich verspreche dir,“ murmelte er leise, so dass nur sie es hören konnte, „sobald wir sicher sind, lasse ich dich frei.“
Elaine sah ihn an, die Augen weit, voller Angst und Zweifel – und dennoch lag darin auch ein kleiner Funken von etwas anderem. Vielleicht Dankbarkeit, vielleicht Hoffnung.
Gemeinsam rannten sie weiter, der Schatten des Flugschiffs wurde größer, die Sirenen verklangen in der Ferne.