Team: Kobold
Challenge: Smut/Kink — Enemies with benefits
Fandom: Tatort Ludwigshafen
Charaktere: Lena Odenthal, Johanna Stern
Rating: Mature
Anmerkung: Different First Meeting AU, spielt während und vor Blackout. Weder Lena noch Johanna sind hier in einer besonders guten Verfassung und dementsprechend ist das vielleicht auch alles nicht super gesund, aber 100% consensual. Da das Schreiben praktisch die vollen 120 Minuten eingenommen hat, diesen Mal wirklich praktisch uneditiert. Der Titel stammt aus dem Song "Ma meilleure enémie" von Stromae.
Wörter: ~1320
Zeit: ~120 min
(Tag 2 des Falls)
Lena ärgerte sich über sich selbst. Warum ließ sie sich von der jüngeren Kollegin, diesem unerfahrenen Gemüse, ständig so aus der Reserve locken? Insbesondere, da die das gar nicht mit Absicht zu tun schien. Sie war von ihren Fähigkeiten als Fallanalytikerin offensichtlich zutiefst überzeugt und bildete sich einiges auf ihre Stelle beim LKA ein.
Wenn Lena im Moment in der Lage gewesen wäre, die Situation nüchtern zu betrachten, hätte sie eingestehen müssen, dass das auch durchaus berechtigt war: Trotz aller Ungeschicklichkeit und Fettnäpfchen bei der Arbeit außerhalb des Büros hätte Lena dann anerkennen müssen, dass Johanna durchaus etwas verstand von ihrem Beruf. Da Lena aber weiter unter Schlaflosigkeit litt und phasenweise Schwierigkeiten hatte, überhaupt einen klaren Gedanken zu fassen, lies sich das leicht ignorieren. In ihrem aktuellen Gemütszustand wirkte ihre Wut auf Johanna Stern immerhin der bleiernen Schwere des Schlafmangels entgegen.
Gerade in diesem Moment konnte Lena stolz darauf sein, dass sie die Beherrschung nicht vollständig verloren hatte.
"Frau Odenthal, verzeihen Sie mir, wenn ich Ihre Intuition in Ihrem aktuellen Zustand nicht für zuverlässig halte", hatte Johanna schnippisch gesagt, und das vor Frau Keller und Becker.
Lena war einfach gegangen; ein Akt der Zurückhaltung, für den sie sich jetzt selbst gratulierte, während sie fahrig ihren Automatenkaffee an sich nahm. Sie brauchte dringend frische Luft. Ein paar Befragungen durchführen, das würde jetzt das Richtige sein.
Ein paar Stunden später waren außer ihr alle gegangen. Lena brütete weiter über dem Fall. Wenn sie ehrlich mit sich war, musste sie zugeben, dass sie das durchaus gern hatte: Abends allein im Büro, wenn alle anderen schon weg waren. Da kamen ihr oft die besten Einfälle.
Die Bürotür klappte auf und Johanna Stern trat ein.
"Sie sind noch da?", fragte Lena müde. Seit Lenas Abgang am frühen Nachmittag hatten sie sich nicht mehr gesehen.
Johanna sah nervös aus, versuchte aber, dass hinter ihrer üblichen leicht schnippischen Mine zu verstecken.
"Es tut mir Leid. Ich hätte das vorhin nicht so sagen sollen."
Das war wohl so etwas wie ein Friedensangebot, aber anstatt Lena zu besänftigen, hatte es den gegenteiligen Effekt. Lena spürte erneut Wut in sich aufsteigen.
"Hören Sie, es ist mir so was von egal, was Sie über meinen sogenannten 'Zustand' denken. Ich will einfach, dass Sie Ihre Arbeit machen. Ihre Kommentare können Sie sich sparen, klar?"
Sobald Lena den verletzten Gesichtsausdruck der jüngeren Kollegin sah, tat ihr der aggressive Tonfall leid, aber sie konnte jetzt keinen Rückzieher machen.
"Und was sollte dieser Auftritt gestern in der Bar, hm? Ich bin erwiesenermaßen nicht die einzige hier, die abends allein in Bars rumsitzt und Gesellschaft sucht. Wolltest du mir unsere vorherige Bekanntschaft mal im Dienst auf die Nase binden oder was?"
Lena wechselte bewusst zum du, in der Hoffnung, die so beherrschte Johanna auch mal aus der Reserve zu locken. Die sah einen Moment ertappt aus, dann nahm ihr Gesicht den trotzig-herausfordernden Gesichtsausdruck an, den Lena bei ihrem Kennenlernen so attraktiv gefunden hatte. Und auch immer noch unheimlich attraktiv fand, wenn sie ehrlich mit sich war. Das war ja Teil des Problems.
"Und wenn?! Ich habe dein Gesicht gesehen, als ich beim Tatort reingekommen bin. Du bist seitdem keine Sekunde auch nur mal freundlich gewesen. Natürlich habe ich nicht erwartet, dass du mir hier die Füße küsst! Aber mich so zu behandeln, nur weil wir zwei Mal miteinander geschlafen haben und du damit nicht professionell umgehen kannst, ist ja wohl das Allerletzte! Ich hab mir diese Vertretung nicht ausgesucht."
Die letzten paar Sätze klangen ernstlich aufgebracht.
"Dass das keine tiefe Seelenverwandtschaft zwischen uns ist, war ja von Anfang an klar, aber ich dachte wirklich, wir verstehen uns irgendwie. Einfach mal für ein paar Stunden den Kopf ausschalten und nur fühlen, das ging mit dir so gut. Hätte es nicht dabei bleiben können?"
Dieser unverblümt ehrliche Ausbruch nahm Lena gründlich den Wind aus den Segeln. Sie trat unwillkürlich ein paar Schritte auf Johanna zu.
"Ja, du hast Recht. Das war gut. Ich wollte das nicht nachträglich ruinieren. Ich wünschte einfach, Koppers Vertretung wäre irgendwer anderes gewesen."
Wie gemein der letzte Satz klang, wurde Lena erst bewusst, nachdem sie es gesagt hatte. Johannas Augen blitzten wütend.
"Glaub mir, ich auch! Und noch mehr, je länger das hier läuft. Es wäre offensichtlich besser fürs uns beide, wenn wir unsere Interaktion auf Bars und Schlafzimmer beschränkt hätten."
So unangebracht das in dieser Situation war, die Art und Weise, wie Johanna "Schlafzimmer" sagte und dabei fast sehnsüchtig aussah, ließ Lena warm werden. Hör auf, Lena, jetzt bist du nicht nur die Ältere, sondern irgendwie auch noch die Vorgesetzte.
Johanna schien allerdings irgendetwas in ihrem Gesicht lesen zu können. Sie kniff die Augen zusammen und trat ihrerseits näher zu Lena; so nah dran, dass Lena zu ihr aufschauen musste.
"Also, ich könnte wenigstens ein paar Minuten ohne Gedanken im Kopf gerade ganz gut gebrauchen. Oder hat dir meine Arbeitspersönlichkeit komplett die Lust darauf verdorben?"
Jetzt war ihr Tonfall wieder herausfordernd, offensichtlich darauf ausgelegt, Lena aus der Reserve zu locken. Gleichzeitig lag eine gewisse Hitze in ihrem Blick.
"Hier?", flüsterte Lena ungläubig.
Johanna zuckte mit einer Schulter. "Ich dachte, es hilft vielleicht dem Arbeitsklima. Aber wenn du dich nicht traust... Hätte gar nicht gedacht, dass die knallharte Kommissarin Lena Odenthal da plötzlich Hemmungen hat."
Das war so unverschämt, dass Lena kurz die Spucke wegblieb. Gleichzeitig stellte sie fest, fassungslos und entgeistert von sich selbst, dass sie Johanna Stern noch nie attraktiver gefunden hatte als jetzt, direkt vor ihr stehend mit ihrem kleinen triumphierenden Lächeln im Gesicht.
Angesichts des wütenden Austausches, den sie gerade hinter sich hatten, war der Kuss sanft und vorsichtig. Lena wusste nicht, wer von ihnen letztendlich den verbliebenen Abstand zwischen ihnen überbrückt, wer zuerst nach der anderen gegriffen hatte. Aber das war auch nicht wichtig.
Lena schob Johanna rückwärts gegen ihren Schreibtisch, hob sie kurz an und setzte sie darauf, was der ein kurzes überraschtes Kichern entlockte. Lena musste auch grinsen, etwas ungläubig darüber, wie schnell die Situation sich umgedreht hatte. Aber wo Johanna Recht hatte... Dem Arbeitsklima schaden konnte es ja kaum.
"Pass auf, was ich mich traue."
Während sie sich weiter küssten, fuhr sie langsam mit den Händen Johannas Oberschenkel hoch, ihren Rock anhebend. Sie hakte beide Zeigefinger unter den Saum von Johannas Leggings, hielt inne und unterbrach den Kuss.
"Darf ich?"
Johanna nahm ihre Hände von Lenas Hinterkopf, wo sie die Finger in Lenas dicken Locken verknotet hatte, und half Lena, ihre Leggings und Unterwäsche bis zu den Knien herunterzuziehen. Sie küssten sich weiter, jetzt mit offenen Mündern. Johanna atmete scharf ein, als sie sich mit bloßen Oberschenkeln wieder auf die kühle Tischplatte setzte, und dann wieder, als Lena langsam mit den Fingern ihre Klitoris umkreiste und in sie eindrang. Sie seufzte gegen Lenas Lippen.
Lena löste sich von ihr, legte die Hände auf Johannas Knie und ließ sich auf ihre eigenen sinken. Der Boden war unangenehm hart und ihre Gelenke diese Behandlung nicht mehr gewöhnt, aber dafür lief Johanna erfreulich rosa an, und folgte Lena bereitwillig, als die sie zwecks besserer Erreichbarkeit näher an die Tischkante zog und ihre Oberschenkel weiter auseinanderdrückte. Lena lief das Wasser im Mund zusammen.
Johannes leisem Stöhnen und inartikuliertem Gemurmel nach zu urteilen, hatte sie von da an dann tatsächlich genauso wenig Gedanken mehr im Kopf wie Lena selbst.
Während Lena sich mit schmerzenden Knien und einem Stöhnen der anderen Art wieder auf die Beine zog, richtete Johanna ihre Leggings und ihren Rock. Lena wischte sich über den Mund.
"So, Feierabend. Ich glaube, bei dem Fall erreichen wir heute Abend nichts mehr."
Johanna nickte. Sie war jetzt wieder kühl und distanziert, die ausgelassene und dreiste Seite, die Lena jetzt ein paar Mal zu sehen bekommen hatte, wieder sorgfältig versteckt.
"Ja. Ich würd' dann auch fahren. Äh, auf bessere Zusammenarbeit, Frau Odenthal."
Lena ließ sich gegen ihre Schreibtischkante sinken, genau dort, wo Johanna eben noch gesessen hatte. Wann war Kopper endlich zurück? Wenn das so weiterging, würde sie hier noch wahnsinnig werden.