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Team: Kobold
Challenge: Fantasy — Wer-Wesen (fürs Team)
Titel: Full Moon Teil 2 (Teil 1)
Fandom: Blind Ermittelt
Charaktere: Alex & Niko



„Was glaubst du, wie lange ich auf diesen Moment gewartet habe?“


Alex hatte nicht geglaubt, dass Berg tatsächlich eine Antwort erwartete, aber ein harter Tritt in den Magen belehrte ihn eines Besseren.


„Seit ich dich verhaftet habe, weil du zu dumm warst, deine Spuren zu verwischen?“ Diesmal erwartete er den Tritt, aber das machte ihn nicht weniger schmerzhaft.


„Große Klappe für jemanden, dessen Wachhund gerade in der Gosse verreckt ist.“ Er lachte, als er den Schmerz in Alex Gesicht sah. „Was willst du jetzt machen? Mich ganz böse anschauen?“ Er lachte wieder. Dann krachte etwas, und Berg schrie erschrocken auf.


Alex spürte einen Luftzug. Die Tür. Jemand musste sie eingetreten haben.


„Was zum Teufel?“, Bergs Stimme zitterte auf einmal, und aus der Richtung der Tür kam ein lautes Geräusch, das überhaupt nicht menschlich klang. Ein Brummen? Ein Knurren? Dazu stieg Alex ein überwältigender Geruch nach Tier in die Nase. Berg flüsterte jetzt nur noch. „Das kann doch nicht ...“ langsam entfernten sich seine Schritte. Gleichzeitig kam das Etwas näher. Keine menschlichen Schritte. Der Geruch überlagerte jetzt alles andere. „Verschwinde!“ Berg schrie jetzt wieder, und war vollkommen panisch. Das Tier knurrte, und Alex wurde bewusst, dass es direkt vor ihm stehen musste. Instinktiv drückte er sich näher an die Wand.


Berg schrie noch einmal, und dann knallte wieder ein Schuss. Und er musste getroffen haben, denn Berg lachte triumphierend. Bis es wieder knurrte, und dabei wenig beeindruckt klang. Bergs Lachen wurde hysterisch, und er schoss wieder. Die nächste Kugel traf die Wand neben Alex, die danach wieder das Tier. Dann ging alles viel zu schnell, und Alex dröhnten die Ohren, von den in kurzen Abständen abgefeuerten Schüssen. Bis zum vertrauten Klicken der leer gefeuerten Waffe. „Das kann doch nicht sein“ waren die letzten klaren Worte, die Alex von Berg hörte. Dann schrie er nur noch. Er schrie, als das Tier sich mit großen Sprüngen auf ihn zubewegte. Er schrie, als es ihn umwarf. Er schrie, als es noch einmal sehr laut knurrte. Dann hörte Alex ein reißen und brechen, das ihm das Blut in den Adern gefrieren ließ. Berg schrie nicht mehr, und der Geruch nach Tier mischte sich mit dem nach Blut.


Alex wartete. Nichts passierte.


„Jetzt mach schon“, lachte er hysterisch. Er hatte gedacht, dass Berg ihn heute töten würde, aber jetzt würde er wohl von irgendeinem wilden Tier gerissen werden. Ein Löwe? Natürlich. Ein freilaufender Löwe in Wien. Er lachte wieder. Wenigstens würde es schneller gehen, als das, was Berg mit ihm vorgehabt hatte. Auch wenn - er dachte an die Schreie - es auch nicht schmerzfrei sein würde.


„Los!“ Es näherte sich ihm langsam. Jetzt stand es so nahe vor ihm, dass er keinen Geruch wahrnahm als Tier und Blut. Aber es machte keine Anstalten, ihn anzugreifen.


„Schon satt?“ Die Antwort war etwas, das fast wie ein Jaulen klang. Und dann rannte es.


Weg.


Weg von Alex. Durch die Tür, und dann war es verschwunden. Alex lauschte angestrengt. Das war doch nicht möglich. Holte es jetzt sein Rudel? Aber das nächste, was er hörte, waren menschliche Schritte. Und jemand, der seinen Namen rief. Nicht irgendjemand.


„Laura!“ Beim ersten Versuch brachte er nur ein Flüstern heraus, erst beim zweiten Mal schaffte er es laut genug zu rufen, dass die Schritte verstummten.


„Ruhig!“


Er rief noch einmal.


„Die Richtung.“ Die Schritte kamen näher. „Was? Oh mein Gott.“ Ausnahmsweise war er froh, nicht sehen zu können, was das Tier genau mit Berg angerichtet hatte. „Alex.“ Laura kniete jetzt vor ihm und umarmte ihn.


Er war in Sicherheit. Alex war in Sicherheit.


„Niko“, die Erinnerung traf ihn wieder mit voller Wucht. Er schluchzte.


„Was ist ...“


„Er hat ihn erschossen.“ Jetzt, wo die Tränen angefangen hatten zu fließen, konnte er sie nicht mehr zurückhalten. Laura drückte ihn fester an sich. Sprachlos.


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