Angst — Der letzte Tag
Sep. 27th, 2025 12:25 pmTeam: Kobold
Challenge: Angst — Der letzte Tag
Titel: Full Moon (Teil 1)
Fandom: Blind Ermittelt
Charaktere: Alex & Niko
Warning:
„Schneller!“, Niko zog ihn unsanft am Arm.
„Ich versuchs ja“, keuchte Alex, während Niko weiter an ihm zog, jetzt ging es um eine Ecke. Alex stolperte über den regennassen Boden. Niko fluchte.
Du bist schneller, ohne mich. Er brachte es nicht fertig, Niko das zu sagen. Er wollte hier nicht alleine bleiben, und darauf warten, von Bergs Handlanger erwischt zu werden.
„Auto. Nicht. Mehr. Weit“, keuchte Niko neben ihm. Dann knallte ein Schuss. Niko ließ ihn los, und fiel.
„Niko!“, Alex ließ sich fallen, tastete nach Niko. Der Geruch von Blut mischte sich unter den Regen. „Niko!“, ein leises Stöhnen. Dann noch ein Schuss, und Alex hörte nur noch den Regen, bis ihn jemand packte.
„Mit dir hat er noch etwas vor.“
Alex versuchte sich loszureißen, zerrte und schlug um sich. Er musste hierbleiben, musste bei Niko bleiben. Auch wenn Niko ...
„Nein!“, er schrie, als ihn der Gedanke durchzuckte. „Nein!“, er schlug weiter, ohne Strategie, einfach nur aus purer Verzweiflung, bis ihn ein heftiger Schlag gegen seinen Kopf taumeln ließ.
„Hör zu“, der Lauf der Waffe bohrte sich in seinen Magen, „Berg will dich lebendig. In welchem Zustand ist ihm egal. Du kannst es dir jetzt also leicht machen“, die Waffe wurde noch fester gedrückt, „oder schwer. Mir ist das egal.“
Alex erstarrte. Ihn durchzuckte die Realisation, dass er Angst hatte. Angst vor dem, was er mit ihm anstellen würde. Angst vor den Schmerzen. Er erstarrte, und sank in sich zusammen. Dann ließ er sich widerstandslos weiterzerren. Zurück dahin, von wo Niko und er fast entkommen sind.
Niko.
Vielleicht. Nein. Niko war tot. Berg war ein Profi. Das wusste Alex schon lange. Und er hatte sicher keinen Anfänger losgeschickt, der einen Zeugen zurückließ. Niko war tot. Seinetwegen. Berg wollte sich an Alex rächen. Niko war nur wegen ihm in diese Sache mit hineingezogen worden. Diesmal ist es wirklich deine Schuld. Er würde sich jetzt doch am liebsten auf ihn - auf Nikos Mörder - stürzen. Den Überraschungsmoment ausnutzen. Nicht, weil er glaubte, noch fliehen zu können, sondern, weil er hoffte, ihn dazu zu provozieren, Alex doch zu erschießen. Dann wäre es wenigstens gleich vorbei. Er machte sich keine Illusionen, dass er diese Nacht überleben würde. Er wollte sie gar nicht überleben. Nicht ohne Niko. Aber er wusste auch, dass Berg erst seine Rache genießen wollte. Nur hatte er jetzt schon keine Kraft mehr. Er konnte sich nur mit Mühe aufrecht halten. Er würde es nicht schaffen, ihn zu überraschen. Nur zum Lachen zu bringen.
Und jetzt waren sie sowieso angekommen. Sie hatten angehalten. Eine Tür wurde geöffnet, und Alex verlor die Balance, als er brutal nach vorne geschubst wurde.
„Wo ist der Wachhund?“ Bergs Stimme war kalt wie Eis. „Sehr gut“. Er hatte nichts gesagt, aber Alex konnte sich die höhnische Geste vorstellen, die er gemacht hatte. „Dann kannst du uns jetzt alleine lassen.“
Die Tür fiel wieder zu.