Sternenlicht und Zweifel
Sep. 12th, 2025 06:02 amTeam: Drache
Challenge: Sommer – unter freiem Himmel schlafen (für mich)
Fandom: Original: Reunion
Anmerkung: Teil 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7
Die Felsnische schützte sie ein wenig vor dem Wind, der über die Lagune strich. Die salzige Luft hing schwer über dem Meer, und das stetige Rauschen der Wellen wirkte wie ein gleichmäßiger Herzschlag, der die Nacht durchdrang. Über ihnen spannte sich ein Himmel voller Sterne, so klar, dass es beinahe unwirklich schien. Falc breitete die Decke aus, und das Rascheln des Stoffes klang fast zu laut in dieser Stille. Elaine lächelte müde, als sie sich darauf niederließ, ihre Beine angewinkelt, das Gesicht noch einmal in die Brise drehend.
Falc setzte sich neben sie, streckte ein Bein aus, winkelte das andere an und verschränkte die Arme hinter seinem Kopf. Für einen Moment sprachen sie nicht, sondern lauschten beide einfach nur dem Meer, jeder in seinen eigenen Gedanken gefangen. Erst als Elaine den Blick hob und sich das Sternenmeer betrachtete, löste Falc die Stille.
„Siehst du da oben?“ Seine Stimme war ruhig, fast sanft, während er mit einem Finger eine unsichtbare Linie in den Himmel zog. „Das ist Orion. Man erkennt ihn an den drei Sternen, die fast in einer Reihe stehen.“
Elaine folgte seinem Finger, kniff die Augen ein wenig zusammen und nickte. „Ich glaube, ich sehe es. Als Kind habe ich mich immer gefragt, ob da oben jemand ist, der zurückschaut.“
Falc musste leise lachen. „Vielleicht ja. Und vielleicht sind wir für sie nur kleine Lichter in der Dunkelheit, so wie sie für uns.“
Ein zufriedenes Schweigen legte sich über sie. Elaine gähnte leise, drehte den Kopf zu ihm und ließ ihre Lider ein wenig sinken. Der Wind strich über ihre Haare, und sie zog die Decke enger um sich. Falc bemerkte es, und ohne groß nachzudenken schob er die Decke so, dass auch ihre Schultern besser bedeckt waren.
„Danke“, murmelte sie, schon halb im Dämmern.
Falc nickte, obwohl sie es wahrscheinlich gar nicht mehr wahrnahm. Sein Blick wanderte über die Wellen hinaus in die Ferne, doch sein Herz blieb bei der Frau, die an seiner Seite saß. Er spürte dieses Ziehen, das er nicht einordnen konnte. Es war keine klassische Anziehung, wie er sie bei Rose empfand. Mit Rose war es Leidenschaft, Wärme, etwas, das ihn sofort in den Bann zog. Bei Elaine dagegen war es subtiler, leiser, doch nicht weniger stark.
Er konnte nicht genau sagen, ob es Bewunderung war, ob er einfach von ihrer Ruhe fasziniert war, oder ob es eine tiefere Sehnsucht in ihm berührte. Elaine hatte etwas, das ihn an Orte denken ließ, an die er sonst nie dachte: an klare Nächte, an die Möglichkeit von Frieden, an das Gefühl, einfach nur zu sein.
Er wollte diesen Gedanken abtun, doch als er spürte, wie ihr Kopf langsam, beinahe unmerklich, gegen seine Schulter sank, erstarrte er innerlich. Einen Herzschlag lang überlegte er, ob er sich bewegen sollte, ob es unangebracht war. Doch dann gewann ein anderer Impuls die Oberhand. Vorsichtig, fast zögernd, legte er seinen Arm um sie.
Elaine atmete ruhig, ihr Körper entspannte sich sofort noch mehr, als hätte sie genau auf diese Geste gewartet. Falc spürte ihre Wärme an seiner Seite, hörte ihren gleichmäßigen Atem, und plötzlich wirkte das Meer noch leiser, die Sterne noch heller. Er wagte nicht, sich zu rühren.
In seinem Inneren kämpften zwei Stimmen. Die eine mahnte ihn: Du hast Rose. Sie vertraut dir. Das hier ist falsch. Die andere flüsterte: Es ist nur Nähe. Nur ein Moment, den du nicht zerbrechen solltest.
Er blickte auf Elaine hinab. Ihr Gesicht wirkte friedlich, beinahe kindlich im Schlaf, frei von Sorgen. Sie vertraute ihm in diesem Augenblick völlig, und er spürte, wie sich sein Herz unruhig regte. Er wollte diesen Moment festhalten, so widersprüchlich er auch war.
„Warum fühlst du dich so richtig an?“, dachte er, während er den Kopf leicht zurücklegte und die Augen auf das Firmament richtete.
Die Sterne über ihm zogen ihre ewigen Bahnen, gleichgültig gegenüber menschlichen Gefühlen. Falc sprach leise weiter, mehr zu sich selbst als zu ihr, während er weitere Sternbilder zeigte, wohlwissend, dass Elaine schon längst eingeschlafen war. Doch seine Stimme war sanft, beinahe wie ein Schlaflied, das er nur für sie sprach.
Die Zeit verlor sich. Minuten oder vielleicht Stunden vergingen, ohne dass er es bemerkte. Sein Arm wurde schwer, aber er wagte es nicht, ihn wegzuziehen. Stattdessen ließ er sich immer tiefer in die Ruhe fallen, in das gleichmäßige Rauschen der Brandung und in das Gewicht an seiner Schulter.
Seine Lider wurden schwer. Ein letztes Mal flackerte das Bild von Rose in seinem Kopf auf, ihr Lächeln, ihre Stimme. Ein bitteres Schuldgefühl stach ihn, doch er verdrängte es für diesen Augenblick. Vielleicht würde er morgen dafür bezahlen müssen, mit Gedanken, mit Entscheidungen. Aber jetzt, in dieser Nacht, ließ er es geschehen.
Langsam schloss auch Falc die Augen. Die Sterne wachten weiter, das Meer sang, und die Dunkelheit hüllte die beiden ein wie eine schützende Decke. Und in dieser Stille blieb nur das Gefühl, dass die Welt für einen Augenblick aufgehört hatte, sich zu drehen.
Challenge: Sommer – unter freiem Himmel schlafen (für mich)
Fandom: Original: Reunion
Anmerkung: Teil 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7
Die Felsnische schützte sie ein wenig vor dem Wind, der über die Lagune strich. Die salzige Luft hing schwer über dem Meer, und das stetige Rauschen der Wellen wirkte wie ein gleichmäßiger Herzschlag, der die Nacht durchdrang. Über ihnen spannte sich ein Himmel voller Sterne, so klar, dass es beinahe unwirklich schien. Falc breitete die Decke aus, und das Rascheln des Stoffes klang fast zu laut in dieser Stille. Elaine lächelte müde, als sie sich darauf niederließ, ihre Beine angewinkelt, das Gesicht noch einmal in die Brise drehend.
Falc setzte sich neben sie, streckte ein Bein aus, winkelte das andere an und verschränkte die Arme hinter seinem Kopf. Für einen Moment sprachen sie nicht, sondern lauschten beide einfach nur dem Meer, jeder in seinen eigenen Gedanken gefangen. Erst als Elaine den Blick hob und sich das Sternenmeer betrachtete, löste Falc die Stille.
„Siehst du da oben?“ Seine Stimme war ruhig, fast sanft, während er mit einem Finger eine unsichtbare Linie in den Himmel zog. „Das ist Orion. Man erkennt ihn an den drei Sternen, die fast in einer Reihe stehen.“
Elaine folgte seinem Finger, kniff die Augen ein wenig zusammen und nickte. „Ich glaube, ich sehe es. Als Kind habe ich mich immer gefragt, ob da oben jemand ist, der zurückschaut.“
Falc musste leise lachen. „Vielleicht ja. Und vielleicht sind wir für sie nur kleine Lichter in der Dunkelheit, so wie sie für uns.“
Ein zufriedenes Schweigen legte sich über sie. Elaine gähnte leise, drehte den Kopf zu ihm und ließ ihre Lider ein wenig sinken. Der Wind strich über ihre Haare, und sie zog die Decke enger um sich. Falc bemerkte es, und ohne groß nachzudenken schob er die Decke so, dass auch ihre Schultern besser bedeckt waren.
„Danke“, murmelte sie, schon halb im Dämmern.
Falc nickte, obwohl sie es wahrscheinlich gar nicht mehr wahrnahm. Sein Blick wanderte über die Wellen hinaus in die Ferne, doch sein Herz blieb bei der Frau, die an seiner Seite saß. Er spürte dieses Ziehen, das er nicht einordnen konnte. Es war keine klassische Anziehung, wie er sie bei Rose empfand. Mit Rose war es Leidenschaft, Wärme, etwas, das ihn sofort in den Bann zog. Bei Elaine dagegen war es subtiler, leiser, doch nicht weniger stark.
Er konnte nicht genau sagen, ob es Bewunderung war, ob er einfach von ihrer Ruhe fasziniert war, oder ob es eine tiefere Sehnsucht in ihm berührte. Elaine hatte etwas, das ihn an Orte denken ließ, an die er sonst nie dachte: an klare Nächte, an die Möglichkeit von Frieden, an das Gefühl, einfach nur zu sein.
Er wollte diesen Gedanken abtun, doch als er spürte, wie ihr Kopf langsam, beinahe unmerklich, gegen seine Schulter sank, erstarrte er innerlich. Einen Herzschlag lang überlegte er, ob er sich bewegen sollte, ob es unangebracht war. Doch dann gewann ein anderer Impuls die Oberhand. Vorsichtig, fast zögernd, legte er seinen Arm um sie.
Elaine atmete ruhig, ihr Körper entspannte sich sofort noch mehr, als hätte sie genau auf diese Geste gewartet. Falc spürte ihre Wärme an seiner Seite, hörte ihren gleichmäßigen Atem, und plötzlich wirkte das Meer noch leiser, die Sterne noch heller. Er wagte nicht, sich zu rühren.
In seinem Inneren kämpften zwei Stimmen. Die eine mahnte ihn: Du hast Rose. Sie vertraut dir. Das hier ist falsch. Die andere flüsterte: Es ist nur Nähe. Nur ein Moment, den du nicht zerbrechen solltest.
Er blickte auf Elaine hinab. Ihr Gesicht wirkte friedlich, beinahe kindlich im Schlaf, frei von Sorgen. Sie vertraute ihm in diesem Augenblick völlig, und er spürte, wie sich sein Herz unruhig regte. Er wollte diesen Moment festhalten, so widersprüchlich er auch war.
„Warum fühlst du dich so richtig an?“, dachte er, während er den Kopf leicht zurücklegte und die Augen auf das Firmament richtete.
Die Sterne über ihm zogen ihre ewigen Bahnen, gleichgültig gegenüber menschlichen Gefühlen. Falc sprach leise weiter, mehr zu sich selbst als zu ihr, während er weitere Sternbilder zeigte, wohlwissend, dass Elaine schon längst eingeschlafen war. Doch seine Stimme war sanft, beinahe wie ein Schlaflied, das er nur für sie sprach.
Die Zeit verlor sich. Minuten oder vielleicht Stunden vergingen, ohne dass er es bemerkte. Sein Arm wurde schwer, aber er wagte es nicht, ihn wegzuziehen. Stattdessen ließ er sich immer tiefer in die Ruhe fallen, in das gleichmäßige Rauschen der Brandung und in das Gewicht an seiner Schulter.
Seine Lider wurden schwer. Ein letztes Mal flackerte das Bild von Rose in seinem Kopf auf, ihr Lächeln, ihre Stimme. Ein bitteres Schuldgefühl stach ihn, doch er verdrängte es für diesen Augenblick. Vielleicht würde er morgen dafür bezahlen müssen, mit Gedanken, mit Entscheidungen. Aber jetzt, in dieser Nacht, ließ er es geschehen.
Langsam schloss auch Falc die Augen. Die Sterne wachten weiter, das Meer sang, und die Dunkelheit hüllte die beiden ein wie eine schützende Decke. Und in dieser Stille blieb nur das Gefühl, dass die Welt für einen Augenblick aufgehört hatte, sich zu drehen.