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Team: Kobold

Challenge: Angst- Eingeholt von der Vergangenheit (für mich)

Fandom: Blind ermittelt

Charaktere: Alex, Niko

Sprache: Deutsch

Wörter: 547

Kommentar: Spielt am Ende von „Tod im Kaffeehaus“ und bezieht sich auf den Fall

Alex konnte an Nikos Stimme und seinen langsamen Schritten Richtung Tür erkennen, dass er noch immer verletzt war, dass es zwischen ihnen noch nicht wieder war, wie vorher, bevor er Niko solche Lügen an den Kopf geworfen hatte, wie dass sie keine Freunde seien. Seine Verletzungen aus der Vergangenheit und seine Reaktionen darauf bedrohten nun seine Zukunft, drohten, dass er Niko verlor. Vielleicht war es schon zu spät, aber er musste zumindest versuchen, sich zu erklären. „Niko!“, rief er. „Bitte warte!“

Für einen Moment war es still, so still, dass Alex fast schon glaubte, dass Niko bereits gegangen war, aber dann hörte er seine Schritte wieder näherkommen. „Brauchst du doch noch was?“

„Ich muss... ich möchte dir erklären, warum ich mich so benommen habe. Würdest du mir zuhören?“

Niko schwieg erst einmal, dann trat er näher. „Okay, dann sag mal.“

„Martin war... er war nicht nur ein Freund. Wir... wir hatten...“ Alex drohte die Stimme zu versagen. Noch nie hatte er mit jemand darüber gesprochen. „Wir waren zusammen. Heimlich.“ Schnell fügte er hinzu: „Das war vor Kara, vor Anna. Ich habe Kara geliebt. Martin glaub ich auch Anna.“

„Ich weiß, dass du sie geliebt hast.“, versicherte ihm Niko. „Das ist nicht unbedingt ein entweder-oder, du bist halt auch bi.“

Alex nickte leicht, erleichtert, dass Niko Bisexualität kannte und nicht anzweifelte. „Es war uns zu riskant damals, uns zu outen. Gerade auf der Arbeit.“ Was er da immer mal wieder an Kommentaren gehört hatte... Er schluckte. „Das war auch einer der Gründe, dass Martin die Polizei verlassen hat.“ Er schloss die Augen, erinnerte sich an ihre Gespräche darüber, ihre Streite. „Er hat mich gefragt, mit ihm zu kommen. Dass wir Partner in jedem Sinn sein könnten.“ Wieder sah er Martins verletzten Gesichtsausdruck vor sich, aber er sich geweigert hatte. Geweigert mit ihm zu kommen oder zu ihm zu stehen. Hatte Niko ähnlich geschaut, als er ihre Freundschaft geleugnet hatte? „Ich hab abgelehnt. Ich war nicht bereit, mich zu outen. Oder zu riskieren, dass unsere Freunde es merken könnten.“ Er atmete tief durch, versuchte die Tränen zurückzudrängen. „Martin hat sich dann von mir getrennt. Und kurz darauf Anna kennengelernt.“ Es hatte weh getan, als er davon erfahren hatte. „Wir hatten danach nur lose Kontakt. Und dann war Anna plötzlich tot und er der Hauptverdächtige.“ Er schluckte schwer, konnte sich noch immer an den Moment erinnern, als er die Identität des Todesopfers erfahren hatte. „Ich konnte den Fall nicht bearbeiten. Ich hätte nicht objektiv sein können. Und wenn rausgekommen wäre, dass wir mal was miteinander hatten... Es hätte seine Verteidigung gefährdet.“ Seine Stimme zitterte. „Also hab ich meinen Kollegen vertraut und ihnen den Fall überlassen.“ Und Bollinger hatte sie alle verraten. „Und dann hat Martin plötzlich gestanden.“ Er war wie vor den Kopf gestoßen gewesen, hatte sich wieder und wieder gefragt, wie er sich so in Martin hatte täuschen können. „Du hast gefragt, ob ich nicht Zweifel gehabt hätte. Natürlich hatte ich die. Aber ich wusste nicht, ob sie berechtigt waren, oder ob ich es nur nicht wahrhaben wollte. Und wenn sie berechtigt waren, dann war es meine Schuld, dass er verurteilt wurde, weil ich befangen war und jemand Fehler gemacht hat. Oder uns betrogen hatte.“

So oder so, er musste von jemand getäuscht worden sein, dem er vertraut hatte.

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