Das Schiff im Sand
Sep. 10th, 2025 10:59 amTeam: Drache
Challenge: Sommer - Überall Sand (für mich)
Fandom: Original: Reunion
„Wir verlieren an Höhe,“ schrie Rew aufgeregt ins Funkgerät.
„Ich tu ja schon, was ich kann,“ kam es ebenso hastig von Zeron zurück.
Das Flugschiff Aurelia ächzte, als die gewaltigen Propeller ins Stottern gerieten. Ein schwarzer Qualm zog aus den Ventilen, und der Geruch verbrannten Öls mischte sich mit heißem Dampf. Rew drückte verzweifelt an den Hebeln, korrigierte den Kurs, doch die Nase des Schiffes sank gnadenlos abwärts.
„Falc!“ rief er. „Wir gehen runter!“
Der Kapitän stürmte in die Steuerkabine, die langen Stiefel schepperten auf dem Eisenboden. Falc, groß gewachsen, mit braunem Haar und Augen, die schon Stürme überstanden hatten, legte Rew eine schwere Hand auf die Schulter. „Bring uns so sanft runter, wie es nur geht. Zeron, schotte die Kessel ab!“
Doch Zeron meldete sich nur mit einem gequälten: „Ventil drei ist blockiert, ich krieg es nicht auf! Haltet euch fest!“
Dann ging alles sehr schnell. Ein Kreischen von Metall, ein Ruck durch das ganze Schiff, und die Aurelia brach durch die Wolkendecke. Vor ihnen breitete sich endlos eine ockerfarbene Wüste aus. Keine Oase, keine Klippen, nur Wogen aus Sand, als wäre das Meer erstarrt.
„Stoßdämpfer ausfahren!“ bellte Falc. Rew riss den Hebel. Mit einem Donnern schossen die Federbeine aus den Seiten des Schiffes. Augenblicke später schlug der Rumpf in den Dünen auf. Der Aufprall schleuderte sie nach vorn, Glas zersprang, und ein Hagel aus Schrauben und Staub fegte durch die Kabine. Dann: Stille. Nur das leise Knacken heißer Rohre.
Rew rang nach Atem. „Wir … leben noch?“
„So scheint es,“ murmelte Falc, klopfte sich den Sand vom Mantel und sah hinaus durch die geborstene Scheibe. Der Wind trug feine Körner hinein, die sich schon jetzt in den Ritzen sammelten.
Sie verließen das Schiff. Zeron stolperte hustend aus dem Maschinenraum, Gesicht und Hände geschwärzt vom Ruß. „Der Hauptkondensator ist hinüber,“ stöhnte er, „wir werden hier nicht einfach wieder starten.“
Falc trat auf eine Düne und ließ den Blick schweifen. „Nichts als Sand,“ sagte er düster. Wohin er auch sah, es gab keine Landmarke, kein Zeichen von Zivilisation. Nur der heiße Atem der Wüste.
Rew folgte ihm, die Hand über den Augen gegen die Sonne. „Wie lange halten unsere Wasservorräte?“
„Zwei Tage, wenn wir sparsam sind,“ antwortete Falc. „Vielleicht drei.“
Ein schweigendes Einverständnis ging zwischen ihnen um. Die Aurelia war ihr Zuhause, ihr Stolz, aber hier, inmitten dieser Wüste, war sie nur ein gestrandetes Wrack.
„Wir könnten versuchen, die Kessel zu flicken,“ schlug Zeron vor, „wenn ich Ersatzteile finde…“
Falc schüttelte den Kopf. „Ersatzteile im Sandmeer? Nein. Wir müssen eine Richtung wählen und auf Hilfe hoffen.“
Der Wind erhob sich, ließ die Dünen wie wandernde Berge wirken. Das Pfeifen drang in jede Naht, in jede Tasche, als wollte die Wüste sie sofort verschlingen.
Rew spürte, wie die Hitze ihm den Schweiß aus jeder Pore trieb. Und doch lag unter all dem ein unbestimmtes Gefühl: als ob sie beobachtet würden. „Kapitän,“ begann er vorsichtig, „hast du das Gefühl … dass der Sand sich bewegt?“
Falc sah ihn scharf an, wollte gerade widersprechen – da senkte sich die Sonne, und in den langen Schattenlinien glaubte auch er eine Welle zu erkennen, die sich nicht mit dem Wind erklärte.
„Wir schlagen ein Lager auf, dicht am Schiff. Und wir halten Wache. Diese Wüste ist nicht so leer, wie sie scheint.“
Rew nickte, doch der Kloß in seinem Hals blieb. Überall Sand. Aber vielleicht war er nicht das Einzige, das dort draußen lauerte.
Challenge: Sommer - Überall Sand (für mich)
Fandom: Original: Reunion
„Wir verlieren an Höhe,“ schrie Rew aufgeregt ins Funkgerät.
„Ich tu ja schon, was ich kann,“ kam es ebenso hastig von Zeron zurück.
Das Flugschiff Aurelia ächzte, als die gewaltigen Propeller ins Stottern gerieten. Ein schwarzer Qualm zog aus den Ventilen, und der Geruch verbrannten Öls mischte sich mit heißem Dampf. Rew drückte verzweifelt an den Hebeln, korrigierte den Kurs, doch die Nase des Schiffes sank gnadenlos abwärts.
„Falc!“ rief er. „Wir gehen runter!“
Der Kapitän stürmte in die Steuerkabine, die langen Stiefel schepperten auf dem Eisenboden. Falc, groß gewachsen, mit braunem Haar und Augen, die schon Stürme überstanden hatten, legte Rew eine schwere Hand auf die Schulter. „Bring uns so sanft runter, wie es nur geht. Zeron, schotte die Kessel ab!“
Doch Zeron meldete sich nur mit einem gequälten: „Ventil drei ist blockiert, ich krieg es nicht auf! Haltet euch fest!“
Dann ging alles sehr schnell. Ein Kreischen von Metall, ein Ruck durch das ganze Schiff, und die Aurelia brach durch die Wolkendecke. Vor ihnen breitete sich endlos eine ockerfarbene Wüste aus. Keine Oase, keine Klippen, nur Wogen aus Sand, als wäre das Meer erstarrt.
„Stoßdämpfer ausfahren!“ bellte Falc. Rew riss den Hebel. Mit einem Donnern schossen die Federbeine aus den Seiten des Schiffes. Augenblicke später schlug der Rumpf in den Dünen auf. Der Aufprall schleuderte sie nach vorn, Glas zersprang, und ein Hagel aus Schrauben und Staub fegte durch die Kabine. Dann: Stille. Nur das leise Knacken heißer Rohre.
Rew rang nach Atem. „Wir … leben noch?“
„So scheint es,“ murmelte Falc, klopfte sich den Sand vom Mantel und sah hinaus durch die geborstene Scheibe. Der Wind trug feine Körner hinein, die sich schon jetzt in den Ritzen sammelten.
Sie verließen das Schiff. Zeron stolperte hustend aus dem Maschinenraum, Gesicht und Hände geschwärzt vom Ruß. „Der Hauptkondensator ist hinüber,“ stöhnte er, „wir werden hier nicht einfach wieder starten.“
Falc trat auf eine Düne und ließ den Blick schweifen. „Nichts als Sand,“ sagte er düster. Wohin er auch sah, es gab keine Landmarke, kein Zeichen von Zivilisation. Nur der heiße Atem der Wüste.
Rew folgte ihm, die Hand über den Augen gegen die Sonne. „Wie lange halten unsere Wasservorräte?“
„Zwei Tage, wenn wir sparsam sind,“ antwortete Falc. „Vielleicht drei.“
Ein schweigendes Einverständnis ging zwischen ihnen um. Die Aurelia war ihr Zuhause, ihr Stolz, aber hier, inmitten dieser Wüste, war sie nur ein gestrandetes Wrack.
„Wir könnten versuchen, die Kessel zu flicken,“ schlug Zeron vor, „wenn ich Ersatzteile finde…“
Falc schüttelte den Kopf. „Ersatzteile im Sandmeer? Nein. Wir müssen eine Richtung wählen und auf Hilfe hoffen.“
Der Wind erhob sich, ließ die Dünen wie wandernde Berge wirken. Das Pfeifen drang in jede Naht, in jede Tasche, als wollte die Wüste sie sofort verschlingen.
Rew spürte, wie die Hitze ihm den Schweiß aus jeder Pore trieb. Und doch lag unter all dem ein unbestimmtes Gefühl: als ob sie beobachtet würden. „Kapitän,“ begann er vorsichtig, „hast du das Gefühl … dass der Sand sich bewegt?“
Falc sah ihn scharf an, wollte gerade widersprechen – da senkte sich die Sonne, und in den langen Schattenlinien glaubte auch er eine Welle zu erkennen, die sich nicht mit dem Wind erklärte.
„Wir schlagen ein Lager auf, dicht am Schiff. Und wir halten Wache. Diese Wüste ist nicht so leer, wie sie scheint.“
Rew nickte, doch der Kloß in seinem Hals blieb. Überall Sand. Aber vielleicht war er nicht das Einzige, das dort draußen lauerte.