Orte - im Garten - für mich
Sep. 7th, 2025 06:41 pmTeam: Kobold
Challenge: Orte - im Garten - für mich
Fandom: Kater (2016)
Charaktere: Andreas und Stefan
Wörter: 1130
Stefan schließt die Ofentür nachdem er das Feuer geschürt und ein neues Scheit nachgelegt hat, an dem die Flammen jetzt lecken. Jetzt im Winter ist das Brennholz, das Einzige, was ihnen der Garten gibt. Viel Buche in diesem Jahr, die lange brennt und ihr Haus mit ihrem feinen Geruch füllt. Behaglich ist die Wärme, die vom Ofen ausgeht und das leise, unregelmäßige Knistern mischt sich mit den Klängen der Platte, die sie vorhin aufgelegt haben. Andreas rutscht etwas zur Seite, bis sich Stefan wieder bequem neben ihn auf das weiche Schaffell legen kann und er seinen Kopf auf Stefans nacktem Oberschenkel bettet. Zarte Finger streifen seine Haut, liebkosend, aber ohne Ziel und Andreas schließt die Augen, genießt, dass er nicht mehr vor Stefans Hand zurückschreckt. Minutenlang geht es so, bis das Katzentörchen klappert und die weiße Kathi die winterliche Kälte mithineinbringt.
„Geh Kathi, bist du kalt!“, jammert Andreas, als ihm die Katze auf die Brust springt und sich sofort zusammenrollt. Der klare Geruch der Kälte hängt in ihrem Fell, in dem die Schneeflocken schmelzen. Gänsehaut rinnt ihm über die Brust. Sie muss lange im Garten gewesen sein, fast unsichtbar im Schnee mit ihrem hellen Fell. Sicher waren deswegen die Dohlen so aufgebracht.
Aber jetzt schnurrt sie zufrieden, räkelt sich, als sich Stefans und seine Hände in ihr Fell schieben und ihr Wärme in den Körper kraulen.
„Gut, dass jetzt drin bist“, raunt Stefan mit gesenkter Stimme, krault sie unter dem Kinn und streicht dann Andreas sanft durch die Haare. „Und dich kriegen wir auch schon wieder warm.“ Ein lockender Ton liegt in den Worten und Andreas greift nach seiner Hand und ihre Ringe schlagen hell aneinander, als er sie an seiner Wange hält, seine Handfläche küsst.
Das feuchte Laub, das auf der rechteckigen Schieferplatte liegt, riecht kalt und modrig, als er es mit der Hand beiseiteschiebt. Es ist schwer und klumpig, halb verrottet schon vom langen Winter. Der Stein darunter glänzt schwarz. Und darunter liegt seit zehn Jahren der Moses, die Knochen sicher schon bleich. Ein paar Atemzüge bleibt er vor dem Grab hocken, eine Hand flach auf dem Stein, der erst kalt ist, dann langsam warm wird, gewärmt von derselben Sonne, die ihm in den Nacken scheint.
Andreas lockert auch das Laub um die Platte herum, damit es nicht auffällt, dass er sie freigelegt hat, denn Stefan weiß immer noch nicht, dass er den Moses damals hier begraben hat. Unter dem Haselstrauch. Er stemmt sich hoch, wischt sich die erdige Hand an der Hose ab und geht zum Haus zurück, auf dessen Terrasse Stefan schon mit einem Kaffee auf ihn wartet.
„Und? Geht die Pumpe?“
Er bejaht, nimmt Stefan eine Tasse aus er Hand und setzt sich zu ihm auf die Bank an der geschützten Hausseite, dort, wo selbst die blasse Frühlingssonne schon wärmt. Sie trinken schweigend, halten die Gesichter in die Sonne und Stefan lehnt sich mit einem Seufzen an ihn.
„Wenn das Wetter hält, können wir nächste Woche hinten umgraben. Du hast frei, oder?“
„Du machst doch die Dienstpläne“, erinnert ihn Stefan mit sanftem Spott in der Stimme. „Ja können wir, dann sind wir dieses Jahr früh dran mit den Kartoffeln.“
„Ich mach uns Gnocchi, mit Salbei und getrockneten Pilzen von letztem Jahr.“
Stefan brummt leise. „Und zum Spargel. Wenn die Ernte gut ist, können wir einladen.“
„Das machen wir.“
Der Sommerabend ist warm und hell, der Rasen trocken unter seinen nackten Fußsohlen, als er den Garten auf der Suche nach Stefan durchquert. Er reckt sich, blickt über die Gäste hinweg und an den beleuchteten Lampions vorbei, die wie Monde in den Bäumen und Sträuchern hängen. Mit zwei vollen Gläsern schlängelt er sich durch die gewachsene Kinderschar hindurch, die in wildes Spiel vertieft sind und den wild gewachsenen Garten zu ihrem Dschungel gemacht haben.
Er findet Stefan ein wenig Abseits, im Gespräch mit dem neuen Fagottisten, der Vladis Platz im Orchester eingenommen hat und der ähnlich scheu auf die jahrelangen Freundschaften blickt.
„Hier bist du“, unterbricht Andreas das Gespräch und gibt Stefan eines der Gläser in die Hand. Der Neue entschuldigt sich und lässt sie alleine, nur Stefans Blick geht ihm hinterher. „Und? Wie macht er sich?“
Stefan blickt zu ihm, reibt sich den Bart, zuckt mit den Schultern. „Hast schon recht, dass er ein bisschen wie Vladi ist. Aber lieb ist er.“
„Ah lieb.“ Andreas zuckt mit den Augenbrauen, kann sich den Unterton nicht verkneifen.
„Nicht so“, wiegelt Stefan ab und sein Blick geht noch einmal über die Gäste, aber der Neue ist verschwunden. „Glaub ich.“
„Kannst du ja herausfinden. Vladi hat dir doch auch immer gefallen.“
Stefan trinkt, zuckt mit einem Grinsen mit den Schultern. „Ich bin dem doch eh viel zu alt.“
Andreas lacht leise. „Was soll ich dann sagen?“
„Du hast immerhin noch Haare“, lamentiert er gutmütig und fährt Andreas über den Kopf, zieht ihn mit einer Hand im Nacken zu sich. „Aber gefallen tut er mir schon. Mal schauen, wie lang er bleibt.“
Andreas lehnt sich zu Stefan, schiebt ihm eine Hand unter das weite, leichte Hemd, ertastet den Schwung seines Rückens und sie finden sich zu einem langen, langsamen Kuss.
Der Holzboden ist warm unter seinen Füßen, dort wo schon das Sonnenlicht durch die Fenster fällt. Am Morgen hat noch feuchter Nebel in den Baumkronen gehangen und hat die Spinnennetze mit glitzernden Tropfen überzogen, aber jetzt ist der Himmel wie blankgeputzt. Trotz der Sonne ist es kühl im Garten, noch tragen die Bäume ihr Laub und werfen in der jetzt tiefer stehenden Sonne lange Schatten auf den Garten und das Haus. Andreas reibt sich die Hände und holt Eimer und Pflückhilfe aus dem Schuppen.
Keiner von ihnen steigt mehr in den Zwetschkenbaum. Dort, wo sie mit der Pflückhilfe nicht hinreichen, überlassen sie das reife Obst den Vögeln. Aus der Ernte wird Stefan später ein herzhaftes Gericht mit viel Knoblauch machen, auf das er sich seit den ersten reifen Früchten freut. Den großen Rest machen sie zu Röster und zu Kuchen, den Stefan morgen mit in die Probe nimmt.
Er füllt drei große Eimer und seine Wangen glühen rot von der herbstlichen Frische und der körperlichen Betätigung. Stefan legt ihm warme Hände ans Gesicht, küsst ihn, kaum, dass er im Haus ist.
„Wofür ist das denn?“, fragt er verdutzt, als sie sich trennen, aber nah beisammen bleiben.
„Für’s Ernten.“ Stefan küsst ihn erneut, stille Dankbarkeit in jeder Bewegung seiner Hände, die ihren Weg unter seinen Janker suchen. „Die können auch warten“, beschließt er mit einem Blick auf die gefüllten Eimer. „Du riechst“, Stefans Nase drückt gegen seinen Hals, „und schmeckst“, seine Lippen ebenda, „eh besser.“
„Welch hohes Lob“, lacht Andreas und zieht Stefan das Hemd über den Kopf, drängt sich gegen ihn, umfängt seinen Körper mit den Armen, Stefan atmet ihm heiß gegen die Haut. Und dafür kann alles warten.
Challenge: Orte - im Garten - für mich
Fandom: Kater (2016)
Charaktere: Andreas und Stefan
Wörter: 1130
Stefan schließt die Ofentür nachdem er das Feuer geschürt und ein neues Scheit nachgelegt hat, an dem die Flammen jetzt lecken. Jetzt im Winter ist das Brennholz, das Einzige, was ihnen der Garten gibt. Viel Buche in diesem Jahr, die lange brennt und ihr Haus mit ihrem feinen Geruch füllt. Behaglich ist die Wärme, die vom Ofen ausgeht und das leise, unregelmäßige Knistern mischt sich mit den Klängen der Platte, die sie vorhin aufgelegt haben. Andreas rutscht etwas zur Seite, bis sich Stefan wieder bequem neben ihn auf das weiche Schaffell legen kann und er seinen Kopf auf Stefans nacktem Oberschenkel bettet. Zarte Finger streifen seine Haut, liebkosend, aber ohne Ziel und Andreas schließt die Augen, genießt, dass er nicht mehr vor Stefans Hand zurückschreckt. Minutenlang geht es so, bis das Katzentörchen klappert und die weiße Kathi die winterliche Kälte mithineinbringt.
„Geh Kathi, bist du kalt!“, jammert Andreas, als ihm die Katze auf die Brust springt und sich sofort zusammenrollt. Der klare Geruch der Kälte hängt in ihrem Fell, in dem die Schneeflocken schmelzen. Gänsehaut rinnt ihm über die Brust. Sie muss lange im Garten gewesen sein, fast unsichtbar im Schnee mit ihrem hellen Fell. Sicher waren deswegen die Dohlen so aufgebracht.
Aber jetzt schnurrt sie zufrieden, räkelt sich, als sich Stefans und seine Hände in ihr Fell schieben und ihr Wärme in den Körper kraulen.
„Gut, dass jetzt drin bist“, raunt Stefan mit gesenkter Stimme, krault sie unter dem Kinn und streicht dann Andreas sanft durch die Haare. „Und dich kriegen wir auch schon wieder warm.“ Ein lockender Ton liegt in den Worten und Andreas greift nach seiner Hand und ihre Ringe schlagen hell aneinander, als er sie an seiner Wange hält, seine Handfläche küsst.
Das feuchte Laub, das auf der rechteckigen Schieferplatte liegt, riecht kalt und modrig, als er es mit der Hand beiseiteschiebt. Es ist schwer und klumpig, halb verrottet schon vom langen Winter. Der Stein darunter glänzt schwarz. Und darunter liegt seit zehn Jahren der Moses, die Knochen sicher schon bleich. Ein paar Atemzüge bleibt er vor dem Grab hocken, eine Hand flach auf dem Stein, der erst kalt ist, dann langsam warm wird, gewärmt von derselben Sonne, die ihm in den Nacken scheint.
Andreas lockert auch das Laub um die Platte herum, damit es nicht auffällt, dass er sie freigelegt hat, denn Stefan weiß immer noch nicht, dass er den Moses damals hier begraben hat. Unter dem Haselstrauch. Er stemmt sich hoch, wischt sich die erdige Hand an der Hose ab und geht zum Haus zurück, auf dessen Terrasse Stefan schon mit einem Kaffee auf ihn wartet.
„Und? Geht die Pumpe?“
Er bejaht, nimmt Stefan eine Tasse aus er Hand und setzt sich zu ihm auf die Bank an der geschützten Hausseite, dort, wo selbst die blasse Frühlingssonne schon wärmt. Sie trinken schweigend, halten die Gesichter in die Sonne und Stefan lehnt sich mit einem Seufzen an ihn.
„Wenn das Wetter hält, können wir nächste Woche hinten umgraben. Du hast frei, oder?“
„Du machst doch die Dienstpläne“, erinnert ihn Stefan mit sanftem Spott in der Stimme. „Ja können wir, dann sind wir dieses Jahr früh dran mit den Kartoffeln.“
„Ich mach uns Gnocchi, mit Salbei und getrockneten Pilzen von letztem Jahr.“
Stefan brummt leise. „Und zum Spargel. Wenn die Ernte gut ist, können wir einladen.“
„Das machen wir.“
Der Sommerabend ist warm und hell, der Rasen trocken unter seinen nackten Fußsohlen, als er den Garten auf der Suche nach Stefan durchquert. Er reckt sich, blickt über die Gäste hinweg und an den beleuchteten Lampions vorbei, die wie Monde in den Bäumen und Sträuchern hängen. Mit zwei vollen Gläsern schlängelt er sich durch die gewachsene Kinderschar hindurch, die in wildes Spiel vertieft sind und den wild gewachsenen Garten zu ihrem Dschungel gemacht haben.
Er findet Stefan ein wenig Abseits, im Gespräch mit dem neuen Fagottisten, der Vladis Platz im Orchester eingenommen hat und der ähnlich scheu auf die jahrelangen Freundschaften blickt.
„Hier bist du“, unterbricht Andreas das Gespräch und gibt Stefan eines der Gläser in die Hand. Der Neue entschuldigt sich und lässt sie alleine, nur Stefans Blick geht ihm hinterher. „Und? Wie macht er sich?“
Stefan blickt zu ihm, reibt sich den Bart, zuckt mit den Schultern. „Hast schon recht, dass er ein bisschen wie Vladi ist. Aber lieb ist er.“
„Ah lieb.“ Andreas zuckt mit den Augenbrauen, kann sich den Unterton nicht verkneifen.
„Nicht so“, wiegelt Stefan ab und sein Blick geht noch einmal über die Gäste, aber der Neue ist verschwunden. „Glaub ich.“
„Kannst du ja herausfinden. Vladi hat dir doch auch immer gefallen.“
Stefan trinkt, zuckt mit einem Grinsen mit den Schultern. „Ich bin dem doch eh viel zu alt.“
Andreas lacht leise. „Was soll ich dann sagen?“
„Du hast immerhin noch Haare“, lamentiert er gutmütig und fährt Andreas über den Kopf, zieht ihn mit einer Hand im Nacken zu sich. „Aber gefallen tut er mir schon. Mal schauen, wie lang er bleibt.“
Andreas lehnt sich zu Stefan, schiebt ihm eine Hand unter das weite, leichte Hemd, ertastet den Schwung seines Rückens und sie finden sich zu einem langen, langsamen Kuss.
Der Holzboden ist warm unter seinen Füßen, dort wo schon das Sonnenlicht durch die Fenster fällt. Am Morgen hat noch feuchter Nebel in den Baumkronen gehangen und hat die Spinnennetze mit glitzernden Tropfen überzogen, aber jetzt ist der Himmel wie blankgeputzt. Trotz der Sonne ist es kühl im Garten, noch tragen die Bäume ihr Laub und werfen in der jetzt tiefer stehenden Sonne lange Schatten auf den Garten und das Haus. Andreas reibt sich die Hände und holt Eimer und Pflückhilfe aus dem Schuppen.
Keiner von ihnen steigt mehr in den Zwetschkenbaum. Dort, wo sie mit der Pflückhilfe nicht hinreichen, überlassen sie das reife Obst den Vögeln. Aus der Ernte wird Stefan später ein herzhaftes Gericht mit viel Knoblauch machen, auf das er sich seit den ersten reifen Früchten freut. Den großen Rest machen sie zu Röster und zu Kuchen, den Stefan morgen mit in die Probe nimmt.
Er füllt drei große Eimer und seine Wangen glühen rot von der herbstlichen Frische und der körperlichen Betätigung. Stefan legt ihm warme Hände ans Gesicht, küsst ihn, kaum, dass er im Haus ist.
„Wofür ist das denn?“, fragt er verdutzt, als sie sich trennen, aber nah beisammen bleiben.
„Für’s Ernten.“ Stefan küsst ihn erneut, stille Dankbarkeit in jeder Bewegung seiner Hände, die ihren Weg unter seinen Janker suchen. „Die können auch warten“, beschließt er mit einem Blick auf die gefüllten Eimer. „Du riechst“, Stefans Nase drückt gegen seinen Hals, „und schmeckst“, seine Lippen ebenda, „eh besser.“
„Welch hohes Lob“, lacht Andreas und zieht Stefan das Hemd über den Kopf, drängt sich gegen ihn, umfängt seinen Körper mit den Armen, Stefan atmet ihm heiß gegen die Haut. Und dafür kann alles warten.