[personal profile] tpmica posting in [community profile] 120_minuten

Team: Drache
Challenge: Krimi/Thriller/Horror – „Was haben Sie gestern Abend zwischen zehn und zwölf gemacht?“ (fürs Team)
Fandom: Original
Anmerkungen: Teil 1

Das Neonlicht flackerte einmal, dann summte es gleichmäßig weiter. Der kleine Raum roch nach kaltem Kaffee und Metall. Die Luft schwer von Anspannung.
Detektiv Joseph Moore Junior, die Ärmel seines Jackets hochgekrempelt, legte einen schmalen Aktenordner auf den Tisch. Er setzte sich dem Mann gegenüber, der nervös seine Finger ineinander verschränkte.
Moore ließ sich Zeit. Er öffnete den Ordner, strich über die ersten Seiten, als würde sich vergewissern, dass alles korrekt war. Dann hob er den Blick. Seine grauen Augen fixierten den Verdächtigen.
„Also,“ begann er mit ruhiger, aber fester Stimme. „Eine Frau wurde gestern im Wald gefunden. Jogger haben die Leiche entdeckt. Das Herz war entfernt worden.“
Der Verdächtige schluckte hörbar, sein Blick huschte zur Tür, dann zurück auf den Tisch.
Moore beugte sich ein Stück nach vorne, sprach nun etwas tiefer.
„Was haben Sie gestern Abend zwischen zehn und zwölf gemacht?“
Die Frage hing wie ein Gewicht in der Luft.
Der Mann rutschte auf seinem Stuhl hin und her.
„Ich… ich war zu Hause. Hab Fernsehen geschaut.“
Moore schrieb eine kurze Notiz, ohne den Verdächtigen aus den Augen zu lassen.
„Allein?“
„Ja.“
„Sehen Sie,“ fuhr der Detektiv fort, während er mit dem Finger auf ein vergilbtes Foto tippte, das er aus dem Ordner gezogen hatte.
„Das hier war vor fünfundzwanzig Jahren. Gleiche Stadt. Gleiche Vorgehensweise. Eine Frau, ebenfalls mit entnommenem Herzen. Der Täter wurde nie gefasst.“
Er legte das Foto langsam in die Mitte des Tisches, drehte es so, dass der Verdächtige es direkt sehen konnte.
„Wissen Sie, was das bedeutet?“
Schweißperlen bildeten sich auf der Stirn des Mannes.
„Das… das hat doch nichts mit mir zu tun.“
Moore lehnte sich zurück, verschränkte die Arme und schwieg. Er ließ die Spannung wirken, die Erinnerung an einen alten, nie gelösten Fall, der plötzlich lebendig geworden war.
„Wir werden sehen,“ murmelte er schließlich. „Entweder Sie helfen uns oder die Vergangenheit kommt zurück, um Antworten zu erzwingen.“
Der Verdächtige rieb sich über die Stirn, als könne er den Druck von Moores Worten einfach wegwischen. Doch die Augen des Detektivs blieben unnachgiebig auf ihn gerichtet.
„Sie verstehen sicher, warum wir da so genau hinschauen müssen,“ sagte Moore, nun etwas leiser, fast vertraulich.
„Vor fünfundzwanzig Jahren hat man dieselben Worte gehört. Ich war zu Hause, allein, hab ferngesehen. Aber niemand konnte es beweisen. Und das Opfer war ebenso eine junge Frau, allein im Wald.“
Der Mann zog scharf die Luft ein.
„Ich… ich kenne diese Frau nicht. Ich habe nichts damit zu tun.“
Moore beugte sich vor, stützte die Ellbogen auf den Tisch
„Dann helfen Sie mir. Wenn Sie wirklich zu Hause waren, wer kann das bestätigen? Ein Nachbar? Ein Telefonat? Irgendeine Spur?“
Der Verdächtige starrte auf seine Hände, die sich verkrampft ineinander klammerten.
„Nein. Ich war allein.“
Moore ließ eine kleine Pause, bevor er fortfuhr.
„Allein ist immer schlecht. Wissen Sie, was wir im Wald gefunden haben? Neben der Leiche. Spuren, Schuhabdrücke. Noch unsauber, aber bald wissen wir mehr. Und dann gibt es noch ie Sache mit den Handschuhen, die wir gefunden haben.“
Ein Zucken ging durch das Gesicht des Mannes.
Moore bemerkte es sofort.
„Interessant Sie reagieren. Warum?“

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