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Team: Kobold
Challenge: Smut/Kink — Unresolved Sexual Tension
Fandom: Tatort Saarbrücken
Charaktere: Esther Baumann, Pia Heinrich
Rating: Teen
Anmerkung: Esther und Pia sollen eigentlich eine Verdächtige überwachen, aber machen stattdessen Party — alles dienstlich und zur Tarnung, natürlich. Oder?
Das hier war irgendwie eine schwere Geburt und hat etwas länger , weil ich zwar zeitweise schnell geschrieben habe, aber nicht zum Punkt kam. Deswegen ist es auch überhaupt nicht korrekturgelesen. Und wie viel ST drin steckt, bin ich auch nicht sicher, aber U auf jeden Fall. Na gut.  
Wörter: ~1850
Zeit: ~15o min



Es war längst dunkel geworden. Aus dem Haus auf der anderen Straßenseite drang Musik und es war auch durch die geschlossenen Fenster leise Musik zu hören. Ein großes Zimmer zur Straße war mit buntem Licht beleuchtet, in dem sich eine dichte Masse Körper zur Musik bewegte.


"Meinst du nicht, wir sollten mal reingehen? Vielleicht ist die längst auf ihrer eigenen Hausparty, während wir hier draußen sinnlos rumsitzen."


Pia musste sich selbst eingestehen, dass sie diesen Vorschlag primär aus Langeweile machte. Aber immerhin hatte Esther neben ihr auch bereits drei Mal gegähnt. Wenn sie hier beide im Auto einschliefen, würden sie ein Kommen oder Gehen von Nora Brettschneider bestimmt nicht mitbekommen. Pia fügte in möglichst überzeugendem Ton hinzu:


"Und vielleicht ist es nützlich, wenn wir uns in der Wohnung ein bisschen umsehen. Wenn wir uns als Partygäste ausgeben, können wir das doch problemlos."


Esther drehte sich zu ihr, einen missbilligenden Ausdruck auf dem Gesicht.


"Du willst in dieses Haus, ohne, dass wir uns ausweisen?"


"Komm schon, Esther... Es ist Freitagabend, unser Dienst ist eigentlich längst vorbei, das sieht nach einer großen Party mit tausend Leuten aus. Ich sage ja nicht, dass wir drinnen anfangen sollen, nach Spuren zu suchen. Aber was ist, wenn sie eh schon wieder zu Hause ist, ohne, dass wir das mitbekommen haben? Dann können wir hier lange sitzen. Uns die ganze Nacht um die Ohren schlagen für eine Observation, bei der wir überhaupt nicht wissen, ob die Person in ihrer Wohnung ist, ist doch extra sinnlos."


Esther kaute auf ihrer Unterlippe. Obwohl es ihr offensichtlich widerstrebte, konnte Pia sehen, dass sie die Idee durchaus verlockend fand.


"Na schön.", gab sie schließlich nach. "Wir gehen als Partygäste rein, finden unauffällig raus, ob Frau Brettschneider heute Abend schon wieder da war oder sogar da ist. Aber wenn wir sie sehen, gehen wir sofort und geben die Observation an die Kollegen ab."


"Damit die sie dann wieder verlieren...",


grummelte Pia, aber widersprach nicht weiter. Ein wenig mit Esther feiern, so tun, als wären sie privat unterwegs, um dann doch schlafen gehen zu können, wenn sie herausgefunden hatten, wo sich die Zielperson befand, klang doch nach einem ziemlich perfekten Freitagabend.


Darüber, ob und in welcher Form Esther am Wochenende ausging, wusste Pia für ihren Geschmack immer noch viel zu wenig — klar, mit dem Team waren sie inzwischen ein paar Mal gemeinsam Abendessen gegangen, aber was ihre sonstigen Freizeitbeschäftigungen anging, hielt sich Esther sehr bedeckt. Pia selbst hatte hingegen aktuell keine, sondern schob stattdessen endlose Nachtschichten, in denen sie sich in ihre Fälle hineinsteigerte, reflektierte sie mit einem kleinen Stich in der Magengegend.


Esther stieg zügig aus und überquerte mit entschlossenem Schritt die Straße, sodass Pia ihr hinterher eilen musste. Sie verschloss noch hektisch den Dienstwagen, während Esther ihr schon ungeduldig die Haustür aufhielt.


Die Party war sehr gut besucht und augenscheinlich nicht vollständig auf die Wohnung ihrer Zielperson begrenzt. Als Pia und Esther den ersten Stock erreichten, kam gerade eine Gruppe aus einem oberen Stockwerk die Treppe hinab und auch die gegenüberliegende Wohnungstür stand offen. Gut, wenn man derartig ausladend feiern wollte, bezog man wohl besser das ganze Haus mit ein. Jedenfalls fielen so zwei weitere Gäste überhaupt nicht auf.


Sie schoben sich langsam durch den Hausflur in den bunt beleuchteten Raum zur Straße, der wohl normalerweise als Wohnzimmer fungierte. Hier drinnen war die Musik laut; trotz des Gedränges war so etwas wie eine Tanzfläche auszumachen. Am anderen Ende hatten die Gastgeber eine Bar eingerichtet, hinter der ein Mann und eine Frau, die Pia beide auf Mitte dreißig schätzte, Getränke mixten.


"'Tschuldigung!"


Pia zuckte zusammen und zog Esther zur Seite. Sie waren beide in der Tür stehen geblieben und hatten den Raum erfolglos nach Nora Brettschneider abgesucht, während es hinter ihnen weitere Leute zur Tanzfläche zog.


Esther packte nun ihrerseits Pia am Unterarm und zog sie in Richtung der Bar. Während Esther sich in die Schlange für die Getränke einreihte, wandte Pia ihr den Rücken zu und ließ ihren Blick wieder durch den Raum wandern.


"Hey, darf ich dir einen Cocktail und einen Tanz anbieten?", hörte Pia jemanden hinter sich rufen. Sie drehte sich wieder um. Ein blonder Mann mit Bart, der Ende dreißig sein mochte, hatte Esther angesprochen und sah sie nun mit freundlichem Lächeln und einem vergnügten Glitzern in den Augen an. Er hielt zwei Gläser mit tropisch aussehenden Cocktails in der Hand, von denen er Esther eins hinhielt.


Die lächelte zurück, aber anstatt nach dem angebotenen Cocktailglas griff sie nach Pias Hand zog Pia dichter zu sich heran.


"Danke, aber ich bin mit meiner Freundin hier."


Um das zu unterstreichen, schlang sie Pia den rechten Arm um die Hüfte. Pia fühlte ihr Herz überrascht hektisch hüpfen, aber versuchte sich nichts anmerken zu lassen, während Esthers plötzliche Nähe ein aufgeregtes Kribbeln in ihrem Magen auslöste. Fast unbewusst legte sie ihrerseits den linken Arm um Esthers Schulter.


Der Typ lächelte nun auch Pia an. "Achso, super! Dann mögt ihr euch vielleicht einfach nur den Cocktail teilen, damit euch das Warten nicht so lang wird? Hier."


Er reichte ein Glas an Pia, die es reflexartig entgegen nahm, zog einen zweiten Strohhalm hervor und steckte ihn hinein.


"Ich bin übrigens der Peter. Das hier ist meine Geburtstagsfeier. Über wen hier im Haus seid ihr denn hergekommen?"


Esther antwortete sofort selbstverständlich: "Nora! Du weißt nicht zufällig, ob die hier ist?"


Peter schüttelte den Kopf. "Die ist noch nicht aufgetaucht, aber nachher kommt sie bestimmt. Macht's euch einfach gemütlich! Wenn euch das Tanzen und die Musik zu viel wird; da nebenan ist noch ein Zimmer zum Ausruhen und da hinten geht's raus zum Balkon."


Er zeigte zur Rückseite des Hauses. Pia und Esther bedankten sich und sahen Peter dabei zu, wie er den zweiten Cocktail an einen jungen Mann hinter ihnen in der Schlange abgab. Esther löste sich aus Pias spontaner Umarmung, aber zu Pias Überraschung ließ sie sie nicht ganz los. Ihre rechte Hand blieb lose auf Pias Hüfte liegen, während sie sich zueinander drehten und den Cocktail betrachteten. Pia hätte sich leicht leicht weg bewegen und die Berührung abschütteln können, aber in diesem Moment lag ihr nichts ferner.


Stattdessen trat sie noch etwas näher an Esther heran und beugte sich vor, damit sie sich besser hören konnten. "Meinst du, da ist irgendwas drin?"


Esther überlegte kurz. Dann schüttelte sie den Kopf.


"Glaub ich nicht. Ich glaube, der wollte einfach nur ein netter Gastgeber sein. Und vielleicht ein bisschen flirten."


Sie grinste und schaute nach oben, direkt in Pias Augen. Der direkte Blickkontakt löste in Pia ein Gefühl wie von einem elektrischen Schock aus.


"Du wolltest doch ein bisschen feiern, oder nicht? Also los, feiern wir!"


Pia beobachtete, wie sie ihre Lippen um einen der Strohhalme schloss und trank, ihre Augen immer noch auf Pias. Pia wurde warm. Sie versicherte sich selbst, dass Esther sicher überhaupt keine Hintergedanken hatte; es ging nur darum, auf der Party eine glaubwürdige Tarnung abzugeben, bis sie ihre Zielperson ins Haus kommen sahen. Dass sie Pia dabei aber auch so ansehen musste! Für einen Moment erlaubte Pia sich die Vorstellung, sie und Esther wären einfach so zusammen auf einer Party. Wie weit Esther wohl gehen würde für ihre Tarnung? In einem Anfall von Übermut beschloss Pia, es herauszufinden.


Sie beugte sich nach unten, um aus dem zweiten Strohhalm zu trinken, was ihre Köpfe zentimeternah zusammen brachte. Der Cocktail schmeckte fruchtig, leicht sauer und herb nach Orange. Wenn überhaupt Alkohol drin war, konnte es nicht viel sein.


War Esther jetzt auch etwas rot geworden, ihre Pupillen weiter als zuvor? Bei der schummrigen bunten Party-Beleuchtung war das schwer auszumachen. Pia sog noch einmal kräftig an ihrem Strohhalm, dann nahm sie Esther das Glas, indem jetzt fast nur noch Eiswürfel schwommen, aus der Hand und hielt ihre Hand.


"Komm, wir gehen tanzen!"


Sie stellte das Glas auf einen Tisch zu einem Dutzend anderen und zog Esther ins Gedränge der Tanzfläche.


Für ein paar Minuten tanzten sie ausgelassen mit etwas Abstand nebeneinander. Esther warf ihre Arme in die Luft, schloss die Augen und wiegte ihre Hüften im Takt der Musik. Die Diskokugel unter der Decke zeichnete Muster auf die Haut ihrer Arme. Ein Schweißtropfen rann ihr den Hals hinunter in den Ausschnitt ihres eng anliegenden T-Shirts. Pia genoss es, die normalerweise so kontrollierte bis emotional distanzierte Esther so zu sehen und sie einfach eine Weile zu beobachten aber gleichzeitig bereute sie es, ihren Körperkontakt aufgegeben zu haben.


Neben ihnen tanzte ein Paar dicht beieinander. Die größere der beiden legte von hinten ihre Arme um die Hüften ihrer Partnerin und presste sich an sie. Vor ihrem inneren Auge erschien ein Bild von ihr und Esther in genau dieser Position. Als sie sehnsüchtig wieder zu Esther schaute, fing die ihren Blick auf. Sie lächelte Pia gelöst an, die plötzlich das Gefühl hatte, Esther müsste ihre Gedanken von ihrem Gesicht ablesen können. Esther zwinkerte ihr zu und tanzte näher an Pia heran. War das immer noch nur Tarnung?


Der nächste Song war etwas langsamer. Pia nahm ihren Mut zusammen, fing Esthers linke Hand in ihrer rechten auf und legte Esther die linke auf die Hüfte. Esther kam bereitwillig noch näher heran. Pia atmete ihren frischen Geruch ein und widerstand gerade so der plötzlichen Versuchung, ihr einen Kuss auf die Stirn zu drücken. Stattdessen fühlte sie Esthers rechte Hand auf ihrem unteren Rücken, die Pias Körper gegen ihren drückte. Pia ließ ihre Hand vorsichtig weiter nach Hinten wandern, spürte Esthers Muskeln unter der Jeans. Sie zuckte etwas zusammen, als Esthers Finger sich unter den Saum ihres Tops schoben und bloße Haut berührten. Der Hautkontakt löste in ihrem ganzen Körper kribbeln aus. Wie im Traum lehnte sie ihre ihre Stirn an Esthers, versank in ihren offenen braunen Augen. Ihre Nasen streiften einander als Esther ihren Kopf leicht nach oben neigte. Pias Lippen waren gerade im Begriff, sich auf Esthers zu legen, als es hinter ihr laut krachte und klirrte.


Sie fuhren auseinander; Pia drehte sich um. Zwei besonders ausgelassene Partygäste schienen in den Tisch mit den leeren Gläsern geprallt zu sein und standen nun mit einem bedröppelten Gesichtsausdruck zwischen Glasscherben. Zum Glück schien niemand verletzt.


"Die Kehrschaufel und der Staubsauger sind im Flur!", rief jemand über den Partylärm, dann wurde die Musik abgeschaltet. Jemand drückte auf den Lichtschalter neben der Tür. Gegen das plötzliche helle Deckenlicht blinzelnd erkannte Pia, dass es sich um Nora Brettschneider handelte, der gerade jemand aus dem Flur einen Kehrbesen anreichte.


"Schau, sie ist zurückgekommen.", raunte Pia Esther zu, die nickte.


"Komm, verschwinden wir."


Erst, als sie zurück auf der Straße standen und die frische Nachtluft einsogen, stellte Pia fest, dass sie immer noch Esthers Hand hielt. Da Esther nicht losließ, gingen sie Hand in Hand bis zum Auto, vor dem Pia etwas unschlüssig stehen blieb. Ihr Herz pochte immer noch aufgeregt. Sie sah zu Esther, aber die zog gerade ihr Handy aus der Tasche.


"Ich ruf dann mal die Kollegen an, damit die übernehmen."


Esther löste ihre Hand aus Pias, trat einen Schritt zur Seite und wählte eine Nummer. Aber sie warf Pia noch einen Blick zu, in dem Pia glaubte, ihr eigene Sehnsucht widergespiegelt zu sehen.

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