Krimi/Thriller - Täter POV - Für mich
Sep. 1st, 2025 06:36 pmTeam: Kobold
Challenge: Krimi/Thriller - Täter POV - Für mich
Fandom: Blind ermittelt, Mord in Wien
Charaktere: Gustl und Gustls Gspusi
Wörter: 730
A/N: Spielt in diesem Universum.
Nervös tigert er vor dem Haus auf und ab, wirft einen Blick auf seine Uhr und wieder hoch zur Wohnung. Er ist immer noch da. Er hat schon sein Auto gefunden, das eine Straße weiter steht und es hat ihn in den Fingern gejuckt, wenigstens den Spiegel abzubrechen oder den Schlüssel durch den Lack zu ziehen, aber nein, hat er sich in Erinnerung gerufen, es geht nicht um ihn. Es geht nur um Gusti. Geht es doch immer. Immer nur um ihn, um ihn, um ihn.
Endlich öffnet sich die Tür und er schiebt sich an ihm vorbei und er nutzt den Moment, schlüpft in das Treppenhaus und nimmt die Stufen nach oben. Auf dem vorletzten Treppenabsatz verharrt er, bis sich sein Atem beruhigt und das Licht im Stiegenhaus erlischt.
Dann klopft er.
„Hast was vergessen, Flo – Leo!“, kommt es Gusti über die Lippen, als er ihn vor der Tür stehen sieht. Das Licht aus der Wohnung strahlt ihn an wie ein Scheinwerfer. Gusti reibt sich über das Gesicht, bleibt breitbeinig im Türrahmen stehen. „Ich hab dir doch gesagt, dass es aus ist. Geh bitte.“
„Besorgt er es dir jetzt?“, zischt er, kann sich doch nicht zügeln. „So wie auf der Bühne? Da schaut er dich auch immer an, als würde er sich direkt dort nehmen lassen, wenn du nur fragst!“
„Leo, sei ruhig! Ich hab keine Ahnung, was du dir da zusammen spinnst!“
„Ach, ich spinne? Du lechzt doch nach Aufmerksamkeit!“
Das Licht im Stiegenhaus wird plötzlich eingeschaltet.
„Geh, streitets leiser! Es gibt Leut, die müssn hackln!“, ruft jemand und zieht die Wohnungstür wieder ins Schloss.
Gusti sieht ihn eindringlich an. „Verschwinde, Leo!“
„Nicht bevor du mir sagst, was da zwischen euch läuft!“ Er macht einen Schritt auf seinen Gusti zu, aber der bleibt stoisch im Türrahmen stehen. „Und lass mich rein bevor deine Nachbarn die Kieberer rufen.“
„Die rufen sie auch nicht, wenn du jetzt gehst. Es ist aus, Leo.“
Er lacht schnaubend. „Nein, ist es nicht. Lass mich rein.“ Er schiebt sich in die Wohnung, vorbei an Gustis Körper und zieht tief den vertrauten Geruch in die Lungen. „Schau an, benutzt immer noch das Parfum, was ich dir geschenkt hab“, stellt er fest, als sie in der Wohnung stehen.
„Kannst es gern wiederhaben.“
„Ich will dich wiederhaben. An dir riechts eh am besten.“ Er beugt sich nah zu Gusti, drückt seine Nase gegen seine Schläfe, nur um gleich darauf weggeschoben zu werden.
„Wie oft soll ich dir das noch sagen? Ich habe keine Beziehungen. Und ich will auch keine. Nicht mit dir, nicht mit dem Flori, mit niemandem. Ich hab’s dir von Anfang an gesagt: Sex und roter Teppich, mehr nicht.“
„Belüg dich nicht!“, spuckt er ihm vor die Füße, stützt sich auf eine Hand neben Gustis Kopf an der Wand ab. Das ist es doch, worauf Gusti steht: Dass er, der jüngere, ihn um einen ganzen Kopf überragt und im Bett nichts mehr von seiner großspurigen Art zu spüren ist. „Du und ich! Wir sind füreinander bestimmt! Nicht dieser Florian! Niemand!“
„Leo.“ Oh, wie er seinen Namen aus Gustis Mund vermisst hat. Vielleicht eine Spur zu genervt, natürlich ist er vor der Premiere gestresst, aber das wird sich geben. „Was willst du? Geld? Einen Vertrag? Kontakte? Ich besorg dir alles, wenn du mich endlich in Ruhe lässt.“
„Ich will dich! Versteh du das doch!“ Er greift in Gustis Hemd, zieht ihn zu sich. Was für ein Sturkopf!
„Lass mich los! Du tust mir weh!“
„Und du tust mir weh, wenn du mich verleugnest!“
„Ich dich verleugnen?“ Gusti lacht höhnisch und der Stich geht ihm in Herz wie ein Messer. „Du bist doch derjenige, der in seiner Lügenwelt lebt!“
Er atmet tief durch. Lügen muss er sich nicht vorwerfen lassen. Nicht von Gusti, der die Wahrheit einfach nicht erkennt. „Ich würde dich nie belügen. Ich liebe dich, Gusti. Wie sonst keiner.“ Er hebt die Hände vor die Brust, sucht Gustis Blick. Aber der ist kalt und ausdruckslos.
„Aber ich liebe dich nicht.“
Er weiß nicht, was als nächstes passiert. Er blinzelt und dann liegt Gusti mit einem Mal am Boden und Blut breitet sich unter seinem Kopf auf, wie ein Heiligenschein. Er blickt auf seine erhobenen, zitternden Hände, knallt neben Gusti auf die Knie, greift nach seinen Schultern, schüttelt ihn, fleht, aber Gusti regt sich nicht.
Nur einen letzten Kuss, den nimmt er sich.
Challenge: Krimi/Thriller - Täter POV - Für mich
Fandom: Blind ermittelt, Mord in Wien
Charaktere: Gustl und Gustls Gspusi
Wörter: 730
A/N: Spielt in diesem Universum.
Nervös tigert er vor dem Haus auf und ab, wirft einen Blick auf seine Uhr und wieder hoch zur Wohnung. Er ist immer noch da. Er hat schon sein Auto gefunden, das eine Straße weiter steht und es hat ihn in den Fingern gejuckt, wenigstens den Spiegel abzubrechen oder den Schlüssel durch den Lack zu ziehen, aber nein, hat er sich in Erinnerung gerufen, es geht nicht um ihn. Es geht nur um Gusti. Geht es doch immer. Immer nur um ihn, um ihn, um ihn.
Endlich öffnet sich die Tür und er schiebt sich an ihm vorbei und er nutzt den Moment, schlüpft in das Treppenhaus und nimmt die Stufen nach oben. Auf dem vorletzten Treppenabsatz verharrt er, bis sich sein Atem beruhigt und das Licht im Stiegenhaus erlischt.
Dann klopft er.
„Hast was vergessen, Flo – Leo!“, kommt es Gusti über die Lippen, als er ihn vor der Tür stehen sieht. Das Licht aus der Wohnung strahlt ihn an wie ein Scheinwerfer. Gusti reibt sich über das Gesicht, bleibt breitbeinig im Türrahmen stehen. „Ich hab dir doch gesagt, dass es aus ist. Geh bitte.“
„Besorgt er es dir jetzt?“, zischt er, kann sich doch nicht zügeln. „So wie auf der Bühne? Da schaut er dich auch immer an, als würde er sich direkt dort nehmen lassen, wenn du nur fragst!“
„Leo, sei ruhig! Ich hab keine Ahnung, was du dir da zusammen spinnst!“
„Ach, ich spinne? Du lechzt doch nach Aufmerksamkeit!“
Das Licht im Stiegenhaus wird plötzlich eingeschaltet.
„Geh, streitets leiser! Es gibt Leut, die müssn hackln!“, ruft jemand und zieht die Wohnungstür wieder ins Schloss.
Gusti sieht ihn eindringlich an. „Verschwinde, Leo!“
„Nicht bevor du mir sagst, was da zwischen euch läuft!“ Er macht einen Schritt auf seinen Gusti zu, aber der bleibt stoisch im Türrahmen stehen. „Und lass mich rein bevor deine Nachbarn die Kieberer rufen.“
„Die rufen sie auch nicht, wenn du jetzt gehst. Es ist aus, Leo.“
Er lacht schnaubend. „Nein, ist es nicht. Lass mich rein.“ Er schiebt sich in die Wohnung, vorbei an Gustis Körper und zieht tief den vertrauten Geruch in die Lungen. „Schau an, benutzt immer noch das Parfum, was ich dir geschenkt hab“, stellt er fest, als sie in der Wohnung stehen.
„Kannst es gern wiederhaben.“
„Ich will dich wiederhaben. An dir riechts eh am besten.“ Er beugt sich nah zu Gusti, drückt seine Nase gegen seine Schläfe, nur um gleich darauf weggeschoben zu werden.
„Wie oft soll ich dir das noch sagen? Ich habe keine Beziehungen. Und ich will auch keine. Nicht mit dir, nicht mit dem Flori, mit niemandem. Ich hab’s dir von Anfang an gesagt: Sex und roter Teppich, mehr nicht.“
„Belüg dich nicht!“, spuckt er ihm vor die Füße, stützt sich auf eine Hand neben Gustis Kopf an der Wand ab. Das ist es doch, worauf Gusti steht: Dass er, der jüngere, ihn um einen ganzen Kopf überragt und im Bett nichts mehr von seiner großspurigen Art zu spüren ist. „Du und ich! Wir sind füreinander bestimmt! Nicht dieser Florian! Niemand!“
„Leo.“ Oh, wie er seinen Namen aus Gustis Mund vermisst hat. Vielleicht eine Spur zu genervt, natürlich ist er vor der Premiere gestresst, aber das wird sich geben. „Was willst du? Geld? Einen Vertrag? Kontakte? Ich besorg dir alles, wenn du mich endlich in Ruhe lässt.“
„Ich will dich! Versteh du das doch!“ Er greift in Gustis Hemd, zieht ihn zu sich. Was für ein Sturkopf!
„Lass mich los! Du tust mir weh!“
„Und du tust mir weh, wenn du mich verleugnest!“
„Ich dich verleugnen?“ Gusti lacht höhnisch und der Stich geht ihm in Herz wie ein Messer. „Du bist doch derjenige, der in seiner Lügenwelt lebt!“
Er atmet tief durch. Lügen muss er sich nicht vorwerfen lassen. Nicht von Gusti, der die Wahrheit einfach nicht erkennt. „Ich würde dich nie belügen. Ich liebe dich, Gusti. Wie sonst keiner.“ Er hebt die Hände vor die Brust, sucht Gustis Blick. Aber der ist kalt und ausdruckslos.
„Aber ich liebe dich nicht.“
Er weiß nicht, was als nächstes passiert. Er blinzelt und dann liegt Gusti mit einem Mal am Boden und Blut breitet sich unter seinem Kopf auf, wie ein Heiligenschein. Er blickt auf seine erhobenen, zitternden Hände, knallt neben Gusti auf die Knie, greift nach seinen Schultern, schüttelt ihn, fleht, aber Gusti regt sich nicht.
Nur einen letzten Kuss, den nimmt er sich.