Romanik/Intimität - Hände - für mich
Aug. 31st, 2025 10:16 pmTeam: Kobold
Challenge: Romanik/Intimität - Hände - für mich
Fandom: Ku'damm
Charaktere: Wolfgang und Hans
Wörter: 750
Wolfgang weiß, dass es falsch ist, sich auf eine solche Art zu berühren. Besonders als Ehemann, besonders als werdender Vater. Er weiß auch, dass es falsch ist, dass es ihn über die Maße freut, dass Eva bis auf einen Kuss zur Nacht nichts mehr von ihm verlangt, jetzt, wo sie schwanger ist. Er weiß auch, dass es falsch ist, sich vorzustellen, dass es die Hände eines anderen sind, die ihn berühren.
Die gröber sind, als seine eigenen, wenn er sich in die Hand nimmt, die nicht zart und scheu sein Fleisch streicheln, sondern zupacken und sich das nehmen, was sie wollen. Danach umschlingt er sich selbst mit den Armen, bis es ihm die Luft zum Atmen nimmt und er nicht weiß, ob die Tränen von der Scham, vom Ekel oder vom Verrat herrühren, die seinen Körper ebenso beben lassen, wie eben noch seine Berührungen.
Das Gummi schnalzt gegen seine Haut, der Schmerz, der folgt ist scharf und kurz, zuckt durch ihn, wie es zuvor seine Begierde beim Anblick des Bildes getan hat. Reprogrammierung. Schmerz statt Erregung, wann immer sein Blick auf eines der Bilder von Fassbender fällt. Dennoch wirkt der präzise Impuls wie der Auslöser einer Kamera und brennt ihm die Details der Fotografien auf die Netzhaut, wann immer er den Auslöser betätigt. Besonders ein Fragment bleibt ihm überdeutlich in Erinnerung: Die Hand eines Mannes weit gespreizt auf der flachen glatten Brust eines anderen Mannes. Direkt über dem Herzen.
So nah, wie sie beieinander gehen, da ist es nicht weiter verwunderlich, dass sich ihre Hände irgendwann streifen. Ihre Schultern tun es ja schon und Wolfgang spürt Hans‘ Körper nur allzu deutlich neben seinem. Seine Wärme, seine Bewegung, seine Nähe. Ruhig und beständig, so als wäre es ganz normal, dass zwei Männer so nah beieinander gehen.
Sie haben die Jacketts ausgezogen. Wolfgang trägt seines über den Unterarm gelegt, Hans hat seinen Finger in den Anhänger gehakt und trägt es locker über die Schulter geschwungen. Er hat sogar die Hemdsärmel aufgekrempelt, den obersten Knopf gelockert. Wolfgang ist diese nach außen getragene Entspannung im Umgang mit anderen fremd.
So passiert es, dass ihre Hände aneinander streifen. Handkante an Handkante und die Wärme, die von Hans ausgeht, verschlägt Wolfgang beinahe die Sprache, so unerwartet ist sie. Hans muss etwas gesagt haben, denn er sieht ihn aufmerksam an, wartet auf eine Antwort, aber Wolfgang fehlen die Worte und er schüttelt hastig den Kopf, bittet um Wiederholung der Frage. Hans‘ Lippen umspielt ein Schmunzeln.
Sie verfallen in einen lockeren Gleichschritt und ganz beiläufig rutscht Hans‘ Hand in seine und er greift zu. Handfläche an Handfläche jetzt und die Bilder, die sein unbelehrbares Gehirn produziert sind so maßlos und frivol, dass es ihn beinahe erschrickt. Kein Gummiband oder Elektroschock der Welt käme jetzt noch gegen sein Verlangen an.
„Schlaf mit mir. Richtig“, bittet er also, die Stimme so fest, dass es ihn selbst überrascht, aber es ist sein Herz, das spricht. Trotzdem muss er stehenbleiben dafür, weil ihm die Knie weich werden und Hans, schon einen halben Schritt voraus, dreht den Kopf über die Schulter, lächelt keck und nickt zu dem Schild vor ihnen, das Berlin in West und Ost teilt.
„Hier oder drüben?“
Später weiß er nicht, in welchem Teil Berlins sie zusammenfinden.
Hans öffnet ihm das Hemd und er tut es ihm gleich, streift über seine Brust über seine Flanken, seinen Rücken hinauf. Er fährt diesen Körper, seinem so gleich, ab mit den Händen und mit den Augen, kann gar nicht genug davon bekommen, betrinkt sich daran und endlich wird sein Durst gestillt.
Hans‘ Hände liegen auf seinem Körper, streicheln ihn, sanft, aber mit Intention und Kenntnis und es ist die erste Berührung seiner Haut, die sich nicht falsch anfühlt. So kann es also sein, denkt Wolfgang und beinahe kommen ihm die Tränen.
Sie legen ihre Jacketts unter sich, sinken in das hohe Gras und Hans ist über ihm, umfasst sein Gesicht, streichelt seine Wangenknochen mit den Daumen. „Du bist so schön, Wolfgang“, flüstert er und Wolfgang schlägt die Lider nieder. So spricht man doch nicht zu einem Mann und trotzdem gibt es keine Worte, die er lieber hören möchte. „Alles an dir.“
Natürlich müssen Hans die Narben an seinen Handgelenken aufgefallen sein, aber er sagt nichts, als er nach seiner Hand greift und sich die Stelle besieht. Wortlos senkt Hans den Kopf und legt seine Lippen auf die eklige, wulstige Haut, die er unter langen Ärmeln zu verbergen versucht. Hans jedoch gelingt mit dem Kuss, was er selbst nicht schafft: Er erteilt ihm Absolution.
Challenge: Romanik/Intimität - Hände - für mich
Fandom: Ku'damm
Charaktere: Wolfgang und Hans
Wörter: 750
Wolfgang weiß, dass es falsch ist, sich auf eine solche Art zu berühren. Besonders als Ehemann, besonders als werdender Vater. Er weiß auch, dass es falsch ist, dass es ihn über die Maße freut, dass Eva bis auf einen Kuss zur Nacht nichts mehr von ihm verlangt, jetzt, wo sie schwanger ist. Er weiß auch, dass es falsch ist, sich vorzustellen, dass es die Hände eines anderen sind, die ihn berühren.
Die gröber sind, als seine eigenen, wenn er sich in die Hand nimmt, die nicht zart und scheu sein Fleisch streicheln, sondern zupacken und sich das nehmen, was sie wollen. Danach umschlingt er sich selbst mit den Armen, bis es ihm die Luft zum Atmen nimmt und er nicht weiß, ob die Tränen von der Scham, vom Ekel oder vom Verrat herrühren, die seinen Körper ebenso beben lassen, wie eben noch seine Berührungen.
Das Gummi schnalzt gegen seine Haut, der Schmerz, der folgt ist scharf und kurz, zuckt durch ihn, wie es zuvor seine Begierde beim Anblick des Bildes getan hat. Reprogrammierung. Schmerz statt Erregung, wann immer sein Blick auf eines der Bilder von Fassbender fällt. Dennoch wirkt der präzise Impuls wie der Auslöser einer Kamera und brennt ihm die Details der Fotografien auf die Netzhaut, wann immer er den Auslöser betätigt. Besonders ein Fragment bleibt ihm überdeutlich in Erinnerung: Die Hand eines Mannes weit gespreizt auf der flachen glatten Brust eines anderen Mannes. Direkt über dem Herzen.
So nah, wie sie beieinander gehen, da ist es nicht weiter verwunderlich, dass sich ihre Hände irgendwann streifen. Ihre Schultern tun es ja schon und Wolfgang spürt Hans‘ Körper nur allzu deutlich neben seinem. Seine Wärme, seine Bewegung, seine Nähe. Ruhig und beständig, so als wäre es ganz normal, dass zwei Männer so nah beieinander gehen.
Sie haben die Jacketts ausgezogen. Wolfgang trägt seines über den Unterarm gelegt, Hans hat seinen Finger in den Anhänger gehakt und trägt es locker über die Schulter geschwungen. Er hat sogar die Hemdsärmel aufgekrempelt, den obersten Knopf gelockert. Wolfgang ist diese nach außen getragene Entspannung im Umgang mit anderen fremd.
So passiert es, dass ihre Hände aneinander streifen. Handkante an Handkante und die Wärme, die von Hans ausgeht, verschlägt Wolfgang beinahe die Sprache, so unerwartet ist sie. Hans muss etwas gesagt haben, denn er sieht ihn aufmerksam an, wartet auf eine Antwort, aber Wolfgang fehlen die Worte und er schüttelt hastig den Kopf, bittet um Wiederholung der Frage. Hans‘ Lippen umspielt ein Schmunzeln.
Sie verfallen in einen lockeren Gleichschritt und ganz beiläufig rutscht Hans‘ Hand in seine und er greift zu. Handfläche an Handfläche jetzt und die Bilder, die sein unbelehrbares Gehirn produziert sind so maßlos und frivol, dass es ihn beinahe erschrickt. Kein Gummiband oder Elektroschock der Welt käme jetzt noch gegen sein Verlangen an.
„Schlaf mit mir. Richtig“, bittet er also, die Stimme so fest, dass es ihn selbst überrascht, aber es ist sein Herz, das spricht. Trotzdem muss er stehenbleiben dafür, weil ihm die Knie weich werden und Hans, schon einen halben Schritt voraus, dreht den Kopf über die Schulter, lächelt keck und nickt zu dem Schild vor ihnen, das Berlin in West und Ost teilt.
„Hier oder drüben?“
Später weiß er nicht, in welchem Teil Berlins sie zusammenfinden.
Hans öffnet ihm das Hemd und er tut es ihm gleich, streift über seine Brust über seine Flanken, seinen Rücken hinauf. Er fährt diesen Körper, seinem so gleich, ab mit den Händen und mit den Augen, kann gar nicht genug davon bekommen, betrinkt sich daran und endlich wird sein Durst gestillt.
Hans‘ Hände liegen auf seinem Körper, streicheln ihn, sanft, aber mit Intention und Kenntnis und es ist die erste Berührung seiner Haut, die sich nicht falsch anfühlt. So kann es also sein, denkt Wolfgang und beinahe kommen ihm die Tränen.
Sie legen ihre Jacketts unter sich, sinken in das hohe Gras und Hans ist über ihm, umfasst sein Gesicht, streichelt seine Wangenknochen mit den Daumen. „Du bist so schön, Wolfgang“, flüstert er und Wolfgang schlägt die Lider nieder. So spricht man doch nicht zu einem Mann und trotzdem gibt es keine Worte, die er lieber hören möchte. „Alles an dir.“
Natürlich müssen Hans die Narben an seinen Handgelenken aufgefallen sein, aber er sagt nichts, als er nach seiner Hand greift und sich die Stelle besieht. Wortlos senkt Hans den Kopf und legt seine Lippen auf die eklige, wulstige Haut, die er unter langen Ärmeln zu verbergen versucht. Hans jedoch gelingt mit dem Kuss, was er selbst nicht schafft: Er erteilt ihm Absolution.