Sinneseindrücke - nasser Hund - für mich
Aug. 28th, 2025 08:47 pmTeam: Kobold
Challenge: Sinneseindrücke - Nasser Hund - für mich
Fandom: Blind Ermittelt
Charaktere: Alex & Niko
Anmerkung: Inspiriert von
failte_aoife 's Fill zum selben Prompt, aber mit einer Kelle mehr h/c.
Alex wird davon wach, dass sich sein Bett bewegt. Nein, nicht sein Bett bewegt sich, sondern etwas in seinem Bett bewegt sich, stellt er fest, als die Realität an Schärfe gewinnt. Er zuckt hoch, tastet auf die eigentlich leere Betthälfte, auch nach so vielen Jahren hat er sich nicht angewöhnen können, in der Mitte zu schlafen, und seine Hand landet in feuchtem Fell. Zuckt zurück. Jetzt riecht er es auch, überdeutlich: nasser Hund.
„Niko?“, fragt er in die Dunkelheit, erntet nur ein unwilliges Brummen, kurz vorm Knurren und langsam zieht er die Hand zurück. Wieder brummt es. „Okay, okay“, flüstert er gutmütig und tastet nach Nikos Nacken, vergräbt, wenn auch widerwillig, die Finger in Nikos Fell. Niko seufzt entspannt.
Mechanisch bewegt Alex seine Finger, krault Niko, bis der mit tiefen Atemzügen leise schnarcht, während er grübelt. Ja, er weiß, dass Niko manchmal in dieser Form besser zur Ruhe kommt, als als Mensch. Aber das macht er meistens nur, wenn er alleine in seiner Wohnung ist und nur selten im Beisein anderer. Und noch seltener kommt Niko mitten in der Nacht zu ihm, verwandelt sich und kriecht in sein Bett. Irgendetwas muss vorgefallen sein, da ist sich Alex sicher. Etwas, das so katastrophal ist, dass er nicht mal Zeit gefunden hat, sich abzutrocknen. Nur was ist in Nikos gegenwärtigem Zustand nicht aus ihm herauszukriegen. Jetzt kann er ihn nur eine freundliche Hand bieten und hoffen, dass Niko am Morgen noch da ist.
Am Morgen, als er erneut erwacht, ist der Geruch nach nassem Hund schwächer geworden, aber er hängt noch in der Bettwäsche, die er wahrscheinlich ohnehin waschen muss. Allerdings riecht es auch nach Kaffee und das bedeutet zwei Dinge: Niko ist noch da und, wichtiger, Niko ist Mensch. (Er verwirft die statistisch geringe Wahrscheinlichkeit, dass Hunde neuerdings Siebträgermaschinen bedienen können.) Also schält er sich aus dem Bett, wirft sich den Tai-Chi-Anzug über, sucht und findet Niko an der Kücheninsel. Eine Tasse Kaffee wird gegen seine Finger geschoben und schweigend trinken sie, bis Niko beginnt zu sprechen.
„Ich wäre gestern fast spielen gegangen“, beginnt er, zögert, wie immer, wenn dieses Thema auftaucht. „Das war auf einmal da der Gedanke. Ich war nur an der Trafik und plötzlich steh ich vor dem Wettbüro und hab mein Portemonnaie in der Hand.“ Nikos Stimme klingt gepresst und Alex spürt die darunterliegende Wut, spürt sie auch in Nikos gespannten Schultern, als er seine Hand darauf ablegt.
„Ich war so kurz davor, Alex!“ Er ist sich sicher, dass Niko es mit den Fingern anzeigt, so wie sich sein Arm bewegt. „So kurz! Ohne Nachzudenken!“ Beruhigend fährt er über Nikos Rücken. „Ich hätt fast wieder alles weggeworfen. Einfach so für ein paar verdammte Euro!“
„Aber du hast es nicht“, erinnert Alex ihn. „Du bist hergekommen.“
„Ja, weil ich mich auf offener Straße verwandelt habe und hergerannt bin. Durch den Regen! Ach, scheiße Alex. Sorry. Ich räum nachher auf. Und wische. Das – ich musste da einfach weg. Sonst hätt ich-“ Alex spürt Nikos Verzweiflung in seinem Schulterzucken, in seinem zitternden Atem. „Ich bin so ein Idiot, Mann!“
Alex weiß, dass Nikos Aussage zu entkräftigen, ihm zwar auf der Zunge liegt, Niko ihm aber nicht zuhören wird. So ist es schon seit Beginn, wann immer Nikos spielsucht einen unangekündigten Auftritt in seinem Leben hat. Alex weiß, dass Niko sich unter Kontrolle hat, da vertraut er ihm, so wie er ihm sein Leben anvertraut hat, aber Momente wie dieser, treffen ihn genauso wie Niko selbst.
Besonders, weil er sich machtlos fühlt. Weil er nichts machen kann, dass es Niko besser geht, ihm dieses Leid zu nehmen, außer eben: da zu sein. Niko zuzuhören, seine Selbstvorwürfe, die Zweifel, die Ratlosigkeit. Es fühlt sich nach zu wenig an, verglichen mit dem, was Niko für ihn tut.
Aber er kann ihn schweigend in seine Arme ziehen (auch wenn der Geruch nach nassem Hund noch in seinen Haaren hängt) und ihm ein Freund sein.
Challenge: Sinneseindrücke - Nasser Hund - für mich
Fandom: Blind Ermittelt
Charaktere: Alex & Niko
Anmerkung: Inspiriert von
Alex wird davon wach, dass sich sein Bett bewegt. Nein, nicht sein Bett bewegt sich, sondern etwas in seinem Bett bewegt sich, stellt er fest, als die Realität an Schärfe gewinnt. Er zuckt hoch, tastet auf die eigentlich leere Betthälfte, auch nach so vielen Jahren hat er sich nicht angewöhnen können, in der Mitte zu schlafen, und seine Hand landet in feuchtem Fell. Zuckt zurück. Jetzt riecht er es auch, überdeutlich: nasser Hund.
„Niko?“, fragt er in die Dunkelheit, erntet nur ein unwilliges Brummen, kurz vorm Knurren und langsam zieht er die Hand zurück. Wieder brummt es. „Okay, okay“, flüstert er gutmütig und tastet nach Nikos Nacken, vergräbt, wenn auch widerwillig, die Finger in Nikos Fell. Niko seufzt entspannt.
Mechanisch bewegt Alex seine Finger, krault Niko, bis der mit tiefen Atemzügen leise schnarcht, während er grübelt. Ja, er weiß, dass Niko manchmal in dieser Form besser zur Ruhe kommt, als als Mensch. Aber das macht er meistens nur, wenn er alleine in seiner Wohnung ist und nur selten im Beisein anderer. Und noch seltener kommt Niko mitten in der Nacht zu ihm, verwandelt sich und kriecht in sein Bett. Irgendetwas muss vorgefallen sein, da ist sich Alex sicher. Etwas, das so katastrophal ist, dass er nicht mal Zeit gefunden hat, sich abzutrocknen. Nur was ist in Nikos gegenwärtigem Zustand nicht aus ihm herauszukriegen. Jetzt kann er ihn nur eine freundliche Hand bieten und hoffen, dass Niko am Morgen noch da ist.
Am Morgen, als er erneut erwacht, ist der Geruch nach nassem Hund schwächer geworden, aber er hängt noch in der Bettwäsche, die er wahrscheinlich ohnehin waschen muss. Allerdings riecht es auch nach Kaffee und das bedeutet zwei Dinge: Niko ist noch da und, wichtiger, Niko ist Mensch. (Er verwirft die statistisch geringe Wahrscheinlichkeit, dass Hunde neuerdings Siebträgermaschinen bedienen können.) Also schält er sich aus dem Bett, wirft sich den Tai-Chi-Anzug über, sucht und findet Niko an der Kücheninsel. Eine Tasse Kaffee wird gegen seine Finger geschoben und schweigend trinken sie, bis Niko beginnt zu sprechen.
„Ich wäre gestern fast spielen gegangen“, beginnt er, zögert, wie immer, wenn dieses Thema auftaucht. „Das war auf einmal da der Gedanke. Ich war nur an der Trafik und plötzlich steh ich vor dem Wettbüro und hab mein Portemonnaie in der Hand.“ Nikos Stimme klingt gepresst und Alex spürt die darunterliegende Wut, spürt sie auch in Nikos gespannten Schultern, als er seine Hand darauf ablegt.
„Ich war so kurz davor, Alex!“ Er ist sich sicher, dass Niko es mit den Fingern anzeigt, so wie sich sein Arm bewegt. „So kurz! Ohne Nachzudenken!“ Beruhigend fährt er über Nikos Rücken. „Ich hätt fast wieder alles weggeworfen. Einfach so für ein paar verdammte Euro!“
„Aber du hast es nicht“, erinnert Alex ihn. „Du bist hergekommen.“
„Ja, weil ich mich auf offener Straße verwandelt habe und hergerannt bin. Durch den Regen! Ach, scheiße Alex. Sorry. Ich räum nachher auf. Und wische. Das – ich musste da einfach weg. Sonst hätt ich-“ Alex spürt Nikos Verzweiflung in seinem Schulterzucken, in seinem zitternden Atem. „Ich bin so ein Idiot, Mann!“
Alex weiß, dass Nikos Aussage zu entkräftigen, ihm zwar auf der Zunge liegt, Niko ihm aber nicht zuhören wird. So ist es schon seit Beginn, wann immer Nikos spielsucht einen unangekündigten Auftritt in seinem Leben hat. Alex weiß, dass Niko sich unter Kontrolle hat, da vertraut er ihm, so wie er ihm sein Leben anvertraut hat, aber Momente wie dieser, treffen ihn genauso wie Niko selbst.
Besonders, weil er sich machtlos fühlt. Weil er nichts machen kann, dass es Niko besser geht, ihm dieses Leid zu nehmen, außer eben: da zu sein. Niko zuzuhören, seine Selbstvorwürfe, die Zweifel, die Ratlosigkeit. Es fühlt sich nach zu wenig an, verglichen mit dem, was Niko für ihn tut.
Aber er kann ihn schweigend in seine Arme ziehen (auch wenn der Geruch nach nassem Hund noch in seinen Haaren hängt) und ihm ein Freund sein.