Ein biss Magie <3
Aug. 28th, 2025 12:09 pmTeam: Drache
Challenge: Sci-Fi & Fantasy – ein schiefgegangener Zauberspruch (fürs Team)
Fandom: Nocturne Whispers
„Ein bisschen hiervon und noch ein bisschen davon,“ trällerte Kayla vor sich hin, während sie fröhlich ein paar Pulver aus diversen kleinen Gläsern mit Korkverschluss, in eine Schüssel Teig rieselte.
Zumindest sahen die Substanzen aus wie Pulver. Backnatron, Zucker, Salz. Alles ähnliche Konsistenzen, doch keine Identisch. Was es letztlich wirklich war, wusste nur derjenige, der sie hineingefüllt hatte. Definitiv nicht Kayla.Seit sie diesen kleinen Laden in einer Gasse entdeckt hatte, Endora’s Hain, war sie fasziniert von Amuletten, neuen Büchern und wundersamen Tinkturen.
Bei ihrem letzten Aufenthalt, hatte Endora ihr ein Buch verkauft. Dort stand wohl ein Rezept drin, mit dem Kayla es schaffen würde, dass sich jemand in sie verliebte.
Da konnte sie nicht nein sagen und zahlte dafür, mehr als es wert war und kaufte auch direkt die benötigten Zutaten bei ihr ein.
So würde es nie etwas mit ihrer Bäckerei, wenn Kayla weiterhin so unbedacht ihr Geld in der Welt verteilte.
Nach einer Backzeit von zwanzig Minuten, konnte sie die nackten Muffins aus dem Backofen nehmen, damit diese abkühlten. Um die Verzierung kümmerte sie sich direkt, da sie die Backzeit bereits genutzt hatte, um die Küche wieder nutzbar zu machen.
Alle sechs bekamen ein rosafarbenes Topping. Damit der Geschmack nicht in eine komische Richtung ging und der Luststecken – räusper, Liebstöckel – nicht herauszuschmecken war, wurden der Creme Zucker und Erdbeeren beigemischt. Natürlich durfte die Erdbeere als Garnitur nicht fehlen.
Über Nacht durften die kleinen Kunstwerke im Kühlschrank ruhen und waren am Morgen zum Glück noch unangetastet. Da hatte der Mitbewohner wohl eine anstrengende Nacht hinter sich oder gelernt manche ihrer Kreationen mit Vorsicht zu genießen.
Zur Arbeit nahm sie allerdings nur zwei mit. Mehr gab ihre Auswahl an Tupperdosen nicht her, um sie sicher zu transportieren und nicht für jeden Kollegen einen dabei zu haben. Natürlich brauchte Kayla auch einen Vorkoster, bevor sie Farkas einen hoffnungsvoll übergeben würde. Dieses Mal persönlich. Der schrulligen Ärztin konnte sie nicht ganz trauen, der Futterneid bei den Croissaints war schon zu groß. Also kein Risiko eingehen!
Auch ihr Vorgesetzter fiel bei der Frage raus und so machte sie sich auf den Weg in die unteren Stockwerke. Zu ihrem Glück nahm ein Mann, der sich eher wie ein Student als ein Angestellter dieses Gebäudes kleidete, mit nach unten.
„Wohin möchtest du,“ fragte er sie und warf einen Blick auf die Dose in ihrer Hand. Durch das transparente Plastik konnte man die kleinen Schmuckstücke sehen.
„In die Spurensicherung,“ antwortete sie ihm knapp, doch strahlend wie eh und je.
„Du bist neu hier, oder? Ich bringe dich hin. Zane,“ sagte er, woraufhin er ihren Namen erfuhr. „Kayla.“
Auf der Etage angekommen geleitete er sie zur Spurensicherung, doch statt einen Francis zu finden, an den sie den Cupcake verfüttern wollte, saßen dort zwei ihr fremde Personen.
„Ehm hallo, ich suche Francis. Ist er schon da,“ erkundigte sie sich nach dem Kollegen.
„Leider noch nicht,“ entgegnete die Frau. Ihre langen dunklen Haare waren über eine Schulter nach vorne gelegt und umschmeichelten ihren sonnengeküssten Teint. „Ich bin Stacey. Stacey Brown.“
„Kayla Hoffmann, sehr erfreut. Ich arbeite im Sekretariat.“
„Ahhhh das bist also du. Endlich habe ich ein Gesicht zu dem Namen,“ freute sie sich. „Hey Anni, stell dich auch vor.“
Grummelig und definitiv nicht glücklich über diese Ansprache erhob sich der Mann von dem Schreibtischstuhl und kam auf sie zu.
„Grayson, sehr erfreut.“ Charmanter betont, als sein Erscheinungsbild vermuten ließ. Zwar hatte er sich dem Kleidungsstil eher angepasst, wie der Mann aus dem Aufzug, doch konnten diese Kleidungsstücke aus Omas Mottenkiste sein, wie sie aussahen. Nicht aus dieser Saison und auch nicht aus der letzten.
Dem Mann, Mister Grayson, nickte sie nur entgegen. Brown und Grayson waren Namen, die sie bereits in Emails gelesen hatte, aber sie nicht weiter tangierten. Bis jetzt.
Gerade wollte sie die beiden bitten ihr bescheid zu sagen, wenn sie Francis antrafen, doch Stacey ergriff zuerst das Wort.
„Die sehen ja richtig lecker aus. Hast du die gebacken? Ah…,“ ein kurzer Moment des Schweigens, welcher Stacey neuen Schwung brachte. „Du hast die also für Francis gebacken, ich verstehe.“
Es dauerte einen weiteren Moment eh Kayla verstand in welche Richtung Stacey Gedanken wanderten.
„Nein so ist das nicht. Ich wollte nur, dass jemand probiert. Ich habe ein neues Rezept probiert und… von Francis habe ich mir eine ehrliche Kritik erhofft.“
„Zu schade, ich weiß nicht, wann er heute kommt. Kann aber auch sein, dass er den ganzen Tag außerhalb ist. Sollen wir die Cupcakes für dich probieren?“ Stacey fragte nicht uneigennützig, sie hatte Hunger.
„Würdet ihr das tun?“ Überrascht und begeistert zugleich freiwillige gefunden zu haben, öffnete sie die Dose.
„Ananym probiert gerne. Ich bin leider gegen Gluten allergisch,“ log sie, als der eigenartige Geruch von herzhaften Kräutern zwischen dem Süßen an ihre empfindliche Werwolfnase drang.
„Ich tue was? Du weißt genau, dass ich nichts esse,“ begann der Vampir. Doch als er sich der unwissenden Menschlichkeit im Raum bewusst wurde ergänzte er: „Zumindest keine Süßigkeiten.“
„Na komm schon,“ ermutigte Stacey ihn. „Das ist keine Süßigkeit, sondern ein Gebäck.“
Kaylas Hoffnungsvolle Augen erledigten den Rest der Überzeugungsarbeit, so hatte Grayson auch schneller seine Ruhe – dachte er.
Er nahm einen Cupcake und biss hinein. Mit vorgehaltener Hand konnte sie so seine Zähne nicht sehen.
„Mhmm ist wirklich sehr lecker,“ gab er sein Urteil ab, nachdem der Mund geleert war.
„Und fühlen Sie sich gut?“ Eine überaus merkwürdige Frage nachdem jemand einen kleinen Kuchen gegessen hatte. Fragend blickte Stacey erst Kayla und dann Ananym an.
„Ja. War da Gift drin, oder was?“ Grummelig legte Ananym den restlichen Cupcake auf einen Teller mit Plätzchen, welcher hinter ihm auf dem Tisch stand.
„Wirklich gut,“ versicherte ihr noch einmal, damit sie die beiden endlich wieder allein ließ. Sie hatten noch etwas zu besprechen das nicht für Menschenohren gedacht war.
Etwas enttäuscht, dass keine Wirkung eintrat, schüttelte Kayla den Kopf. „Kein Gift, nur eine neue Rezeptur.“
Gerade wollte sie den beiden den Rücken zuwenden und gehen, da fing Stacey an, herzhaft zu lachen.
„Ich glaubs nicht,“ prustete sie ihrem Kollegen entgegen, welcher unfreiwillig zum Versuchskaninchen wurde.
„Was gibt es da zu lachen,“ schimpfte der Mann, doch auch Kayla lachte herzhaft los.
Leider war ihr Zauber missglückt, doch färbten sich die Haare des mürrischen Mannes nach und nach rosa. Irgendetwas hatte sie an dem Zauber falsch gemacht, doch statt der rosaroten Brille gab es rosarote Haare.