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Team: Drache
Challenge: Krimi/Thriller/Horror – Cold Case (fürs Team)
Fandom: Original

Neunundzwanzigster Juli Zweitausendfünfundzwanzig. An diesem Morgen erschütterte die Bewohner der Stadt Warwick eine grausame Nachricht. Etwas unvorstellbares war geschehen. Ein Jogger fand den leblosen Körper einer jungen Frau im Wald, unweit vom Wegesrand, in den frühen Morgenstunden.

In Warwick, einer Stadt im US-Bundesstaat Rhode Island glaubte man sicher zu sein. Immerhin war es eine der sichersten Städte des Landes und wurde dafür sogar ausgezeichnet. Ihre Kriminalitätsrate lag unter dem nationalen Durchschnitt.
Detektiv Joseph Moore Junior war in die Fußstapfen seines Vaters getreten beim Police Department in Warwick. Trotz der über achtzigtausend Einwohner, welche die Stadt verzeichnete, kannte ihn jeder. Der tadellose Ruf seines Vaters hatte ihm einen angesehenen Weg geebnet. Gelegentlich bekam er, aufgrund seiner vorzüglichen Arbeit, Aufgaben zugeteilt, die normalerweise nicht in seine Zuständigkeit fielen, wie an diesem Morgen.
„Ja, Moore hier,“ grummelte er seinem Smartphone entgegen, nachdem ihn der Anrufer unsanft geweckt hatte.
„Ich komme gleich.“ Es dauerte keine zehn Minuten, bis sich der junge Detektiv aus dem Bett erhoben und angezogen hatte. Den Morgenkaffee ließ er aus, versäumte es jedoch nicht seine tadellosen Zähne zu putzen, um weiterhin bei den Bürgern mit seinem strahlenden Lächeln punkten zu können. Jede gute Resonanz der Bevölkerung, brachte ihn seinem Ziel Chief zu werden einen Schritt näher.
Die Polizeistreife, welche als erste vor Ort war nach dem Anruf des Joggers, hatte Detektiv Moore Jr. Ins Boot geholt. Der Leiter der Major Crimes Investigation Unit hatte derzeit Urlaub und seine Vertretung war krank. Eine Chance für den jungen Detektiv sich zu beweisen.
„Was habt ihr für mich,“ fragte er die beiden Streifenpolizisten, nachdem er aus seinem Wagen gestiegen und sich unter der Polizeiabsperrung durchgebückt hatte, um den Tatort zu betreten.
Während der eine Streifenpolizist jedes noch so kleine Detail, wie ein heruntergefallenes Blatt auf dem leblosen Körper fotografierte, erstattete der andere Bericht.
Die beiden waren alteingesessene Streifenpolizisten, ohne Ansporn eines Karriereaufstiegs. Sie wollten lediglich ihre Arbeit verrichten und nach Hause zu ihren Familien, doch verrichteten sie gewissenhafte Arbeit.
„Eine junge Frau. Schätzungsweise um die zwanzig. Sie hatte keine Personalien bei.“
Er blickte zu dem Jogger, welcher auf einem Baumstumpf saß, und von einem Sanitäter betreut wurde, neben dessen Kastenwagen Detektiv Moore seinen eigenen abgestellt hatte.
„Er hat sie gefunden. War wohl seine erste, außerdem…,“ etwas zögerlich blickte er nun zu der unbekannten jungen Frau rüber.
„Sie ist vollkommen entkleidet. Ihr Körper ist übersäht mit diversen Verletzungen. Der Pathologe ist schon informiert, er wird dazu mehr sagen können, aber…,“ erneut zögerte er.
„Nun sagen sie schon,“ forderte Detektiv Moore den verunsicherten Streifenpolizisten.
„In ihrer linken Brust ist ein Loch. Blutig. Nicht von einer Schusswaffe, soviel kann selbst ich sagen. Ich glaube, dass ihr jemand das Herz entfernt hat.“
„Das Herz?“ Ungläubig schaute Detektiv Moore seinen Kollegen an.
Ein Mord in Warwick war ja schon eine skurrile Sache, doch dann sollte der Leiche auch noch das Herz entnommen worden sein? Hoffentlich post mortem.
Detektiv Moore selbst ging zu dem leblosen Körper der jungen Frau und betrachtete diesen. Ihre Augen waren weit geöffnet. Verängstigt. Der Mund ebenfalls und blutverschmiert.
Dieser Anblick bereitete selbst dem Detektiv Probleme, kein Wunder, dass der Jogger dermaßen am Ende war, dass er Betreuung benötigte.
„Danke fürs Erste,“ sagte Detektiv Moore und ging zu dem Jogger, um ihn zu befragen, zum Auffinden der jungen Frau.

Am Abend, als Moore mit seiner Verlobten auf dem Sofa saß und einen Film schaute, kam es ihm, wie ein Geistesblitz, in den Sinn.
„Was ist los Schatz,“ fragte sie ihn, doch bekam keine Antwort.
Er eilte in sein Arbeitszimmer, an den Computer, um etwas im Internet zu suchen.
Mordfall Warwick Rhode Island. Diese vier Worte hämmerte er in die Tastatur.
Nein. Seine dunkle Ahnung, welche ihn überkam, war leider bittere Wahrheit.
Heute, vor genau fünfundzwanzig Jahren, wurde ebenfalls der leblose Körper einer Frau gefunden. In eben diesem Wald, in welchem er sich heute die Leiche beschaut hatte.
„Nein, das kann nicht wahr sein.“
Ein Zeitungsbericht wurde ihm angezeigt, welchen er öffnete. Der Frau wurde ebenso das Herz entnommen, wie seiner Leiche.
Ein Serienkiller oder ein Nachahmungstäter? Unklar, aber er musste ihn stellen. Schnellstmöglich.
Die Ermittlungen vor fünfundzwanzig Jahren wurden auf Eis gelegt, aufgrund von mangelnden Beweisen. Die DNA-Analyse war noch nicht auf dem heutigen Stand und so konnten die Proben nicht adäquat verwertet werden. Leider dachte man damals nicht darüber nach, dass sich die Technik verbesserte, sodass weitere Proben entnommen und aufbewahrt wurden.
„Scheiße,“ stieß er verärgert aus und haute mit seiner Faust auf den Tisch.
Nicht, dass nun noch mehr Druck auf ihm lastete, sondern sie hatten einen Cold Case.
Ein ungeklärter Mordfall, der genau fünfundzwanzig Jahre ruhte. Bestimmt kein Zufall.
Nun war es eine Cold Case Unit Investigation.

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