Team: Kobold
Challenge: Krimi/Thriller - "Was haben Sie zwischen zehn und zwölf gemacht?" - Für mich
Fandom: Blind ermittelt, Mord in Wien
Charaktere: Alexander Haller, Carl-Albrecht Nassau
Wörter: 1020
A/N: Spielt in diesem Universum. Es wird auch mal ermittelt.
„Haller mein Name, das ist mein Kollege Nassau“, stellt Alex sie vor, als die das Verhörzimmer betreten. Er tastet mit dem Stock nach dem Stuhl, macht nur eine kurze Handbewegung, als er bemerkt, dass Carl ihm helfen will, aber nicht hier, nicht vor potentiellen Verdächtigen. Er wartet bis Carl sich neben ihm gesetzt und Kamera und Aufnahmegerät gestartet hat. „Gut, ich nehme an, dass Sie die Kollegen erkennungsdienstlich behandelt haben?“
„Ja“, erwidert der Mann, die Stimme selbst bei nur diesem einen Wort fest und getragen.
„Dann nur im Schnelldurchlauf.“ Er gibt Carl ein weiteres Handzeichen und er reagiert schnell, blättert in einer Mappe und liest dann die Personenangaben des Mannes vor. „Alles korrekt soweit, Herr Reyer?“
„Ja, alles korrekt“, gibt Reyer zurück und Stoff reibt übereinander, als er sich bewegt und Alex vermutet, dass er die Arme vor der Brust verschränkt. Klassische Schutzhaltung, die auch Carl nicht entgehen sollte.
„Dann können wir ja beginnen. Wir befragen Sie in der Mordsache zum Nachteil des Gustav Brandstätter gestern Nacht. Sie können von Ihrem Aussageverweigerungsrecht gebrauch machen, aber derzeit befragen wir Sie nur als Zeugen, nicht als Verdächtigten oder Beschuldigten. Erzählen Sie uns doch etwas über das Verhältnis, in dem Sie und Herr Brandstätter standen.“ Alex lehnt sich auf seinem Stuhl zurück, hört, wie Carl Papiere ordnet und ein Kugelschreiber klickt.
Reyer atmet tief. „Wir waren halt Kollegen. Wir waren zusammen am Max Reinhardt und der Gustl, also der Herr Brandstetter war scho a guater Freund. Der hat ja direkt eine Karriere hingelegt…“ Reyer pfeift anerkennend durch die Zähne und Alex kann weder Neid noch Eifersucht in seiner Stimme ausmachen. „Na ja und dieses Jahr wurden wir dann beide in Salzburg engagiert. Keine Ahnung, ob er da die Finger drin hatte.“
„Wie meinen Sie das?“, hakt Carl nach, bevor Alex die Frage stellen kann.
„Na, ich hab zwar an Engagement an der Burg, aber so wie beim Gustl laufts bei mir nicht. I war scho überrascht, als i den Anruf kriegt hab. Und dann direkt den Gesell.“
„Verstehe. Hat der Herr Brandstätter häufiger Kollegen Hilfe versprochen?“ Ein mögliches Motiv. Ein unerfülltes Versprechen. Vorwürfe, die daraus resultieren.
„Na, wenn hat er nichts gsagt darüber. Also er hat schon auf die Leut geschaut, aber direkt seine Hilfe anbieten? Na, so war der nicht.“
„Ihre Beziehung war also rein freundschaftlicher Natur?“
Reyer stößt lachend die Luft aus. „Glaubens mir: Nicht alle Schauspieler sind schwul und promiskuitiv. Beim Gustl hat sich bei mir nichts geregt.“
Alex hört, wie Carl etwas notiert, wartet kurz ab, ehe er die nächste Frage stellt: „Warum haben Sie sich gestern noch mit ihm getroffen? Es erscheint uns unüblich am Vorabend der Premiere nicht in Salzburg zu sein.“
„Er hat mich angrufen und wollte die Probe besprechen. Wie wir den Verrat spielen. Und da ich eh grad in Wien-“ Reyer bricht ab, klingt ertappt und Alex habt eine interessierte Augenbraue.
„Sie waren also nicht nur wegen Herrn Brandstätter in Wien?“
Reyer antwortet nicht, rutscht nur auf seinem Stuhl herum.
„Herr Reyer, bitte“, fordert ihn Carl auf.
Reyer seufzt ergeben. „Also gut. I wollt noch was besorgen für nach der Premiere.“ Er macht ein schniefendes Geräusch und Alex nickt bestätigend. Vorerst kann er diesen Fakt übergehen, darum können sich die Kollegen vom Rauschgift kümmern.
„Ah, ganz zufällig müssen sie beide etwas in Wien erledigen, was absolut nicht in Salzburg zu erledigen ist. Sie müssen Drogen kaufen und der Herr Brandstätter muss was?“
„Weiß ich nicht!“, ruft Reyer aus, deutlich verzweifelt. „Ehrlich. Gustl war manchmal seltsam. Der hatte dann irgendeine fixe Idee und die musste er dann umsetzen. Er hat nur gsagt, dass er noch jemanden trifft.“
„Er hat Ihnen nicht freundlicherweise verraten mit wem er sich treffen wollte?“, fragt Carl.
„Naa. Ich musst dann ja auch weg!“
Alex nickt, gibt dem Mann einen Moment Ruhe, denn seine Verzweiflung über den Tod seines Freundes klingt echt.
„Hatte der Herr Brandstätter eine Beziehung? Jemand, mit dem er sich häufiger getroffen hat?“
„Nichts Festes. Dafür hatte er keine Zeit hat er immer gesagt. Ein paar Mal war in Salzburg so ein Burschi dabei, aber dem Gustl folgt ja immer seine Entourage, da schau i scho gar nimmer richtig hin, da müssens die anderen fragen.“
„Werden wir, Herr Reyer.“ Wieder hört Alex Carls Kugelschreiber über das Papier kratzen und für einen Moment ist es das einzige Geräusch im Raum. Es ist gut, Reyer das Gefühl zu geben vielleicht schon kurz vorm Ende der Befragung zu stehen, ihm ein bisschen Entspannung zukommen zu lassen, die sie ausnutzen können.
„Dann haben wir nur noch eine letzte Frage“, beginnt Alex und Reyer zuckt, die Stuhlbeine kratzen über den Boden. „Wo waren Sie gestern Abend zwischen 22 und Null Uhr? Ihr Handy war in der Funkzelle eingeloggt, in der auch der Tatort liegt.“
„I hab doch gsagt, dass i no was erledigen musst. Und da nehm i sicher nicht mein Handy mit.“ Reyer klingt gereizt.
„Dann bräuchten wir bitte den Namen und die Anschrift Ihres Dealers. Der wird uns ja sicher ein Alibi liefern.“
„Den… den Alois liefer ich euch nicht ans Messer! Des is a ganz Lieber! Den nicht! Das hat er nicht verdient!“, wiegelt Reyer hektisch ab.
„Womit der Alois sein Geld verdient, interessiert uns nicht“, sagt Carl mit seelenruhiger Stimme. „Uns interessiert Ihr Alibi und das sollte auch in Ihrem Interesse sein. Oder sind Sie Ihrem Freund nicht nur auf der Bühne in den Rücken gefallen?“
Alex verzieht die Lippen zu einem kurzen Grinsen, fokussiert sich dann aber wieder auf Reyer, zieht die Brille vom Gesicht. Er kennt die Wirkung – auch das Kratzen von Carls Kugelschreiber verstummt mit einem Mal. Auch interessant, damit wird er sich sicher später noch einmal befassen.
„Herr Reyer, haben Sie uns noch irgendwas zu sagen? Sie wollen doch auch, dass der Mord an Ihrem Freund aufgeklärt wird.“
„Als i gegangen bin. Da is jemand ins Haus gekommen.“
„Ach“, macht Alex und wiegt den Kopf. „Und weiter? Können Sie die Person beschreiben?“
„Der hat irgendwie fahrig gewirkt. Als hätt der gewartet, dass i geh, aber ich war ja auch in Eile. A junger Kerl war das.“ Reyer schweigt einen Augenblick, atmet dann hörbar ein. „Gustls Gspusi.“
Challenge: Krimi/Thriller - "Was haben Sie zwischen zehn und zwölf gemacht?" - Für mich
Fandom: Blind ermittelt, Mord in Wien
Charaktere: Alexander Haller, Carl-Albrecht Nassau
Wörter: 1020
A/N: Spielt in diesem Universum. Es wird auch mal ermittelt.
„Haller mein Name, das ist mein Kollege Nassau“, stellt Alex sie vor, als die das Verhörzimmer betreten. Er tastet mit dem Stock nach dem Stuhl, macht nur eine kurze Handbewegung, als er bemerkt, dass Carl ihm helfen will, aber nicht hier, nicht vor potentiellen Verdächtigen. Er wartet bis Carl sich neben ihm gesetzt und Kamera und Aufnahmegerät gestartet hat. „Gut, ich nehme an, dass Sie die Kollegen erkennungsdienstlich behandelt haben?“
„Ja“, erwidert der Mann, die Stimme selbst bei nur diesem einen Wort fest und getragen.
„Dann nur im Schnelldurchlauf.“ Er gibt Carl ein weiteres Handzeichen und er reagiert schnell, blättert in einer Mappe und liest dann die Personenangaben des Mannes vor. „Alles korrekt soweit, Herr Reyer?“
„Ja, alles korrekt“, gibt Reyer zurück und Stoff reibt übereinander, als er sich bewegt und Alex vermutet, dass er die Arme vor der Brust verschränkt. Klassische Schutzhaltung, die auch Carl nicht entgehen sollte.
„Dann können wir ja beginnen. Wir befragen Sie in der Mordsache zum Nachteil des Gustav Brandstätter gestern Nacht. Sie können von Ihrem Aussageverweigerungsrecht gebrauch machen, aber derzeit befragen wir Sie nur als Zeugen, nicht als Verdächtigten oder Beschuldigten. Erzählen Sie uns doch etwas über das Verhältnis, in dem Sie und Herr Brandstätter standen.“ Alex lehnt sich auf seinem Stuhl zurück, hört, wie Carl Papiere ordnet und ein Kugelschreiber klickt.
Reyer atmet tief. „Wir waren halt Kollegen. Wir waren zusammen am Max Reinhardt und der Gustl, also der Herr Brandstetter war scho a guater Freund. Der hat ja direkt eine Karriere hingelegt…“ Reyer pfeift anerkennend durch die Zähne und Alex kann weder Neid noch Eifersucht in seiner Stimme ausmachen. „Na ja und dieses Jahr wurden wir dann beide in Salzburg engagiert. Keine Ahnung, ob er da die Finger drin hatte.“
„Wie meinen Sie das?“, hakt Carl nach, bevor Alex die Frage stellen kann.
„Na, ich hab zwar an Engagement an der Burg, aber so wie beim Gustl laufts bei mir nicht. I war scho überrascht, als i den Anruf kriegt hab. Und dann direkt den Gesell.“
„Verstehe. Hat der Herr Brandstätter häufiger Kollegen Hilfe versprochen?“ Ein mögliches Motiv. Ein unerfülltes Versprechen. Vorwürfe, die daraus resultieren.
„Na, wenn hat er nichts gsagt darüber. Also er hat schon auf die Leut geschaut, aber direkt seine Hilfe anbieten? Na, so war der nicht.“
„Ihre Beziehung war also rein freundschaftlicher Natur?“
Reyer stößt lachend die Luft aus. „Glaubens mir: Nicht alle Schauspieler sind schwul und promiskuitiv. Beim Gustl hat sich bei mir nichts geregt.“
Alex hört, wie Carl etwas notiert, wartet kurz ab, ehe er die nächste Frage stellt: „Warum haben Sie sich gestern noch mit ihm getroffen? Es erscheint uns unüblich am Vorabend der Premiere nicht in Salzburg zu sein.“
„Er hat mich angrufen und wollte die Probe besprechen. Wie wir den Verrat spielen. Und da ich eh grad in Wien-“ Reyer bricht ab, klingt ertappt und Alex habt eine interessierte Augenbraue.
„Sie waren also nicht nur wegen Herrn Brandstätter in Wien?“
Reyer antwortet nicht, rutscht nur auf seinem Stuhl herum.
„Herr Reyer, bitte“, fordert ihn Carl auf.
Reyer seufzt ergeben. „Also gut. I wollt noch was besorgen für nach der Premiere.“ Er macht ein schniefendes Geräusch und Alex nickt bestätigend. Vorerst kann er diesen Fakt übergehen, darum können sich die Kollegen vom Rauschgift kümmern.
„Ah, ganz zufällig müssen sie beide etwas in Wien erledigen, was absolut nicht in Salzburg zu erledigen ist. Sie müssen Drogen kaufen und der Herr Brandstätter muss was?“
„Weiß ich nicht!“, ruft Reyer aus, deutlich verzweifelt. „Ehrlich. Gustl war manchmal seltsam. Der hatte dann irgendeine fixe Idee und die musste er dann umsetzen. Er hat nur gsagt, dass er noch jemanden trifft.“
„Er hat Ihnen nicht freundlicherweise verraten mit wem er sich treffen wollte?“, fragt Carl.
„Naa. Ich musst dann ja auch weg!“
Alex nickt, gibt dem Mann einen Moment Ruhe, denn seine Verzweiflung über den Tod seines Freundes klingt echt.
„Hatte der Herr Brandstätter eine Beziehung? Jemand, mit dem er sich häufiger getroffen hat?“
„Nichts Festes. Dafür hatte er keine Zeit hat er immer gesagt. Ein paar Mal war in Salzburg so ein Burschi dabei, aber dem Gustl folgt ja immer seine Entourage, da schau i scho gar nimmer richtig hin, da müssens die anderen fragen.“
„Werden wir, Herr Reyer.“ Wieder hört Alex Carls Kugelschreiber über das Papier kratzen und für einen Moment ist es das einzige Geräusch im Raum. Es ist gut, Reyer das Gefühl zu geben vielleicht schon kurz vorm Ende der Befragung zu stehen, ihm ein bisschen Entspannung zukommen zu lassen, die sie ausnutzen können.
„Dann haben wir nur noch eine letzte Frage“, beginnt Alex und Reyer zuckt, die Stuhlbeine kratzen über den Boden. „Wo waren Sie gestern Abend zwischen 22 und Null Uhr? Ihr Handy war in der Funkzelle eingeloggt, in der auch der Tatort liegt.“
„I hab doch gsagt, dass i no was erledigen musst. Und da nehm i sicher nicht mein Handy mit.“ Reyer klingt gereizt.
„Dann bräuchten wir bitte den Namen und die Anschrift Ihres Dealers. Der wird uns ja sicher ein Alibi liefern.“
„Den… den Alois liefer ich euch nicht ans Messer! Des is a ganz Lieber! Den nicht! Das hat er nicht verdient!“, wiegelt Reyer hektisch ab.
„Womit der Alois sein Geld verdient, interessiert uns nicht“, sagt Carl mit seelenruhiger Stimme. „Uns interessiert Ihr Alibi und das sollte auch in Ihrem Interesse sein. Oder sind Sie Ihrem Freund nicht nur auf der Bühne in den Rücken gefallen?“
Alex verzieht die Lippen zu einem kurzen Grinsen, fokussiert sich dann aber wieder auf Reyer, zieht die Brille vom Gesicht. Er kennt die Wirkung – auch das Kratzen von Carls Kugelschreiber verstummt mit einem Mal. Auch interessant, damit wird er sich sicher später noch einmal befassen.
„Herr Reyer, haben Sie uns noch irgendwas zu sagen? Sie wollen doch auch, dass der Mord an Ihrem Freund aufgeklärt wird.“
„Als i gegangen bin. Da is jemand ins Haus gekommen.“
„Ach“, macht Alex und wiegt den Kopf. „Und weiter? Können Sie die Person beschreiben?“
„Der hat irgendwie fahrig gewirkt. Als hätt der gewartet, dass i geh, aber ich war ja auch in Eile. A junger Kerl war das.“ Reyer schweigt einen Augenblick, atmet dann hörbar ein. „Gustls Gspusi.“