Team: Greif
Challenge: Romantik/Intimität — Du bist wie ein Bruder für mich (für mich)
Fandom: Tatort Münster
Charaktere: Karl-Friedrich Boerne, Frank Thiel
Warnung: keine
Wörter: 498
Zeit: 15mins
„Boerne, das geht so nicht weiter. Sie bringen sich regelmäßig in Gefahr und mich in Teufels Küche. Sie können nicht immer Ihren Impulsen nachgeben und auf eigene Faust irgendwelche dummen Dinge tun.“ Thiel war diesmal wirklich besorgt. Boerne hatte eine ordentliche Platzwunde am Hinterkopf, die Schnittwunden an den Unterarmen waren nicht tief, aber dafür reichlich. Er hatte sich so gut es ging gegen die Messerattacke der Frau gewehrt, bis ihn jemand mit einer Holzlatte außer Gefecht gesetzt hat.
„Das hätte auch ganz anders ausgehen können und ich bin einfach nicht immer rechtzeitig da, um Sie zu retten.“ „Jaja, lassen Sie’s mal gut sein, Herr Thiel, nech. Ich komme schon allein klar.“ Boerne konnte Thiels Blick auf zwei Arten deuten: Entweder war er wirklich absolut bestürzt und geschockt über seinen Zustand oder er würde ihm gleich selbst an die Gurgel gehen.
Boerne versuchte sich aufzurichten, doch sein Körper schmerzte bereits von dem harten Aufprall auf den Boden. Sein Kopf dröhnte und das ständige Fiepen in seinem linken Ohr versprach nichts Gutes. Seine Unterarme waren bandagiert, sie hatten ihm das Hemd bis zu den Oberarmen aufgeschnitten. Aber das war aufgrund der Blutflecke sowieso hinüber.
Boerne ließ den Kopf hängen und seufzte laut. Thiel hatte recht, diesmal war er wirklich naiv gewesen und allein zu der kleinen Bäckerei gefahren, um noch weitere Informationen einzuholen. Dass die Verdächtige ihn direkt angreifen würde, damit hatte er nicht gerechnet. Er sah, dass Thiel einen Schritt auf ihn zuging und ihn sanft an der Schulter berührte.
„Boerne, jetzt hören Sie… jetzt hör mir mal zu. Ich ertrage es nicht, Dich in Gefahr zu wissen. Ich kann Dich manchmal nicht beschützen und ich möchte auch nicht, dass Du Dich und mich überhaupt in diese Situation bringst. Versteh doch, Du bist mir wichtig und ich bin nicht immer rechtzeitig da. Ich will mir nicht ausmalen, was Dir zustoßen kann, wenn…“ Thiel unterbrach sich selbst. Boerne kniff die Augen leicht zusammen, er war überfordert mit dieser Situation. Sein Schädel brummte sowieso schon und bekam Thiel jetzt auch noch feuchte Augen?
„Thiel, ich…“ „Boerne, man, Du bist einfach wie ein Bruder für mich. Wir kennen uns schon so lange und wir gehen gemeinsam durch Dick und Dünn. Du nervst mich manchmal zu Tode und hin und wieder würde ich Dir auch gerne eine Holzlatte drüberziehen. So stelle ich mir das auch mit einem kleinen, nervigen Bruder vor, hab ja selbst keine Geschwister. Aber ich will Dich nicht verlieren, ok? Hast Du das jetzt verstanden?“
Boerne spürte, wie sich eine wohlige Wärme in ihm ausbreitet. Dass ihn jemand als Bekannten oder Kollegen ansah, war ihm geläufig. Als Freund bezeichneten ihn nur wenige, als besten Freund schon gar niemand. Aber dass ihn jemand als Teil der Familie ansah, als zugehörig und ihn als Bruder bezeichnete, das war ihm gänzlich neu. Er lächelte Thiel an, der sein Lächeln erwiderte.
„So, genug der Gefühlsduselei. Keine Alleingänge mehr, haben wir uns verstanden, Herr Professor?!“ Boerne griff nach Thiels Hand, drückte sie kurz und nickte.