[identity profile] kessel-ksl.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Team: Kobold
Challenge: Smut/Kink - UST - für mich
Fandom: Blind ermittelt, Mord in Wien
Charaktere: Carl-Albrecht Nassau, Wolfgang Gansmeir
Wörter: 669


„Gut Herr Nassau, dann gratuliere ich Ihnen recht herzlich zum Kauf und bedanke mich für Ihr Vertrauen.“ Carl zieht schwungvoll den Strich durch das t und schraubt die Kappe auf seinen Füllfederhalter und verstaut ihn in der Innentasche seines Jacketts, ergreift dann Gansmeirs dargebotene Hand.

„Die Freude ist ganz meinerseits. Ich komme gerne auf Sie zurück.“ Er legt auch noch seine andere Hand an Gansmeirs, lässt sich Zeit mit dem Händedruck und dem Augenkontakt, denn wenn seine Intuition nicht täuscht, könnte sich mit Gansmeir noch die Möglichkeit einer anders gearteten Beziehung entwickeln.

„Würden Sie noch mit mir anstoßen? So einen Verkauf tätige ich nun auch nicht alle Tage.“ Gansmeir lacht jovial und zieht eine Sektflasche und zwei Gläser hervor. „Leider nicht gekühlt, Sie verzeihen.“

Carl winkt ab, wirft einen Blick auf das Etikett. „Ich werde es wohl überleben.“

Gansmeir entkorkt die Flasche, schenkt ihnen routiniert ein und reicht Carl ein Glas. „Vita brevis, ars longa!“, spricht Gansmeir einen Toast, als sie anstoßen. Carl schmunzelt, gibt ein Das Leben ist zu kurz für schlechte Kunst. zurück, das Gansmeir anerkennend nicken lässt.

Gansmeir lehnt sich an seinen Schreibtisch, überschlägt locker die Füße und öffnet den obersten Knopf seines Hemdes. „Neben moderner Kunst habe ich mich im Übrigen k. u. k. Devotionalien verschrieben. Exklusiv, versteht sich. Kein Plunder. Ich habe gehört, Sie hätten … Verbindungen?“

Carl kann sich zwar ein Augenrollen, nicht aber den leicht konsternierten Gesichtsausdruck verkneifen, der ihn immer ereilt, wenn jemand in seinem Stammbaum wühlt. Nicht umsonst hat er seinen Nachnamen geändert, aber für jemanden mit Gansmeirs Wissen wird es ein leichtes gewesen sein, die Verwandtschaftsverhältnisse zu erkennen.

„Und jetzt wollen Sie, dass ich Ihnen eine Haarspange der Kaiserin besorge?“

„Können Sie?“ Gansmeir sieht ihn ehrlich interessiert an und Carl könnte seinen Eifer fast unterhaltsam finden. Aber vielleicht zeigt er den ja auch in anderen Situationen.

„Nein“, stellt er trocken fest und kurz verrutscht auch Gansmeirs professionelle Miene, aber er fängt sich schnell, präsentiert ihm wieder sein zugwandtestes Lächeln.

„Darf ich nach den genauen Verbindungen Ihrer Familie fragen?“

„Wenn ich Sie fragen darf, in wieweit Sie in den Verlust des Sisi-Fotos involviert waren?“ Was Gansmeir kann, kann er schon lange. Selbstverständlich hat er Gansmeirs Referenzen geprüft und war schnell über diese delikate Angelegenheit gestolpert, deren Existenz Gansmeir und dessen Anwälte wohl nur zu gern aus der Welt geschafft sehen wollen. „Dann sind wir ja schon zwei, die nicht über ihre Verbindung zur Kaiserin sprechen wollen“, beschließt Carl nachdrücklich, als Gansmeir nicht antwortet.

„Touché“, gibt Gansmeir mit einem kurzen Tippen seiner Fingerspitzen gegen seine Schläfe zu. „Worüber sprechen wir dann? Ich möchte Sie sicher nicht mit Details zur Lieferung langweilen.“

Carl mustert Gansmeir unverhohlen, denn jetzt sind sie keine Geschäftspartner mehr, sondern nur zwei Männer, die etwas zusammen trinken. Gansmeir fängt seinen Blick auf, streift mit den Fingern an seinem Glas entlang und jetzt ist sein Lächeln Gefahr und Herausforderung.

„Erlauben Sie mir heute Abend einen zweiten Versuch mit gekühlten Getränken?“

„Das trifft sich gut. Ich gehe gerne erst Essen, bevor ich mit jemandem schlafe.“ Carl leert sein Glas und genießt Gansmeirs überrumpelten Gesichtsausdruck. „Hat es Ihnen die Sprache verschlagen, mein Lieber? Bisher erschienen Sie mir ein Mann direkter Worte.“

„Nein“, haspelt Gansmeir und zu Carl Erstaunen legt sich Röte auf seine Wangen. „Ganz im Gegenteil, es kommt mir recht gelegen Sie demnach nur einmal einladen zu müssen.“

Carl schnalzt mit der Zunge. „Wollen Sie Ihre Provision nicht reinvestieren?“

Gansmeir schmunzelt amüsiert. „Ich trenne berufliches und privates gerne. Daher: Sollten wir uns nicht duzen?“

Carl blickt auf sein geleertes Glas. „Ich muss noch fahren, nutzen wir dafür lieber den Abend.“

„Ich kann es kaum erwarten.“ Carl spürt das Versprechen, das in den Worten liegt, knisternd in der Luft zwischen Ihnen und lässt ein vielsagendes Lächeln an seinen Lippen ziehen.

„Schicken Sie mir Adresse und Uhrzeit, ich werde da sein.“ Er streift Gansmeirs Taille, wendet sich zum Gehen, bleibt aber mit der Klinke in der Hand in der Tür stehen. „Und was die Kaiserin betrifft: Uns verbindet die Leidenschaft zum Reiten.“



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