Team: Kobold
Challenge: Wetterphänomene - Sommergewitter - für mich
Fandom: Blind ermittelt
Charaktere: Alexander Haller, Udo Strasser
Wörter: 695
A/N: Nächster Teil vom Jugend-Verse
Trotz der sich türmenden, grauen Wolken sind sie losgeradelt, denn die Hitze hängt unter der undurchdringlichen Wolkendecke fest und lässt ihnen das T-Shirt am Rücken kleben, obwohl keine Sonne scheint.
Alex hangelt sich einen über den Fluss hängenden Ast entlang und lässt sich von dort mit einem Schrei in das kalte Wasser fallen, spritzt damit Udo nass und taucht lachend und prustend wieder auf. Er schwimmt ein paar Züge gegen die Strömung an, lässt sich wieder treiben, wiederholt das Spiel ein paar Mal, bis er sich neben Udo auf einen der großen, flachen Steine am Ufer zieht. Er packt seinen Freund beim Handgelenk, zieht ihn auf die Füße und mit sich ins Wasser und schnell rangeln sie miteinander, lassen sich von der Strömung wegziehen und klettern irgendwann verfroren ans Ufer.
Dort ist es immer noch so drückend warm, dass Alex nicht weiß, ob er sich noch Wasser oder schon wieder Schweiß abrubbelt und Udo beäugt mit kritischem Blick sein durchgeschwitztes T-Shirt. Sie lassen sich ins trockene Gras fallen, erzählen, wie sie es immer tun, reichen sich eine Zigarette und eine Flasche Bier hin und her.
Alex sieht hoch in den Himmel, der sich grauviolett über ihnen spannt und selbst die Schwalben, deren elegante Flugmanöver er sonst gerne beobachtet, drückt das nahende Gewitter an den Boden. Er muss weggedämmert sein, denn er wird vom Wind, der an den Baumkronen rüttelt und ihm kalt über die Haut fährt wach. Bisher stand die Luft zum Schneiden dich über der Wiese und kein Lufthauch hatte auch nur einen Halm bewegt und jetzt biegen sich die Wipfel der Birken von rechts nach links.
„Schnell! Wir müssen nach Hause!“ Alex rüttelt Udo wach, stopft sein Handtuch und die nasse Badehose in seinen Rucksack und zieht sein Fahrrad aus dem Gras. Neben ihm sucht Udo ebenso hektisch seine Sachen zusammen, wirft immer wieder einen schnellen Blick zum Himmel, über den jetzt die Wolken jagen und sie zucken beim ersten Donnerschlag beide zusammen.
Atemlos treffen sich ihre Blicke.
„Wie heißt das noch mal? Buchen suchen, vor Eichen weichen?“ Der Wind zerrt Udo die Worte aus dem Mund und Alex‘ Blick zuckt über die Bäume, die die Wiese einfassen.
„Keine Ahnung!“, ruft er und seine Stimme springt. Weiter kommt er auch nicht in seinen Überlegungen, wie das Sprichwort geht, denn der Himmel öffnet seine Schleusen. Der Regen klatscht geradezu auf sie hinab, peitscht ihnen um den Körper und sie lassen beide ihre Räder fallen, rennen durch die Wiese auf die Baumreihe zu. Das Gras schlägt ihnen nass gegen die nackten Waden, windet sich um ihre Füße und Alex fällt beinahe, aber Udo zieht ihn weiter, bis sie unter einem ausladenden Baum Schutz finden.
Keuchend blickt Alex hoch in die Baumkrone, die der Wind durchschüttelt, aber immerhin bleibt es unter dem dichten Blätterdach trocken. Udo lehnt ähnlich atemlos am Stamm, wringt den Saum seines T-Shirts aus, bevor er aufgibt und die Hände an seine Seiten fallen lässt.
Alex streicht sich die Haare aus der Stirn und bemerkt erst jetzt, als sich sein Atem langsam beruhigt, wie kalt ihm plötzlich ist. Gänsehaut überzieht seine Arme und er schlingt sie um seinen Oberkörper, versucht krampfhaft das Zittern, das ihn durchläuft, zu unterdrücken.
Wieder knallt erst ein Blitz, dann markerschütternder Donner.
„Das ist genau über uns!“, stellt Udo mit dünner Stimme fest, die so gar nicht zu ihm passen will, aber auch Alex ist gegenwärtig nicht nach Heldentaten zu mute. Alex rutscht am Stamm hinunter, zieht die Beine nah an seinen Körper und schlingt seine Arme darum. Sagt man doch, dass man sich klein machen soll, damit man nicht auskühlt. Er dreht den Kopf, als er eine Bewegung neben sich wahrnimmt und Udo dicht neben ihn rutscht. Auch er zittert.
„Einst lebte ein Kaiser, der hatte drei Töchter die er in großer Verborgenheit hielt, und nie ins Freie ließ. Als sie heiratsfähig waren, da erlaubte er ihnen zum ersten Male den Kolo zu tanzen. Doch so wie sie in den Kolo traten, brauste ein Sturm heran, und entführte sie alle Drei“, beginnt Udo zu erzählen, die Stimme kaum lauter als das Rauschen des Regens und Alex lässt mit einem Seufzen seinen Kopf auf die Schulter seines Freundes sinken.
(Auszug aus Stojscha und Mladen)
Challenge: Wetterphänomene - Sommergewitter - für mich
Fandom: Blind ermittelt
Charaktere: Alexander Haller, Udo Strasser
Wörter: 695
A/N: Nächster Teil vom Jugend-Verse
Trotz der sich türmenden, grauen Wolken sind sie losgeradelt, denn die Hitze hängt unter der undurchdringlichen Wolkendecke fest und lässt ihnen das T-Shirt am Rücken kleben, obwohl keine Sonne scheint.
Alex hangelt sich einen über den Fluss hängenden Ast entlang und lässt sich von dort mit einem Schrei in das kalte Wasser fallen, spritzt damit Udo nass und taucht lachend und prustend wieder auf. Er schwimmt ein paar Züge gegen die Strömung an, lässt sich wieder treiben, wiederholt das Spiel ein paar Mal, bis er sich neben Udo auf einen der großen, flachen Steine am Ufer zieht. Er packt seinen Freund beim Handgelenk, zieht ihn auf die Füße und mit sich ins Wasser und schnell rangeln sie miteinander, lassen sich von der Strömung wegziehen und klettern irgendwann verfroren ans Ufer.
Dort ist es immer noch so drückend warm, dass Alex nicht weiß, ob er sich noch Wasser oder schon wieder Schweiß abrubbelt und Udo beäugt mit kritischem Blick sein durchgeschwitztes T-Shirt. Sie lassen sich ins trockene Gras fallen, erzählen, wie sie es immer tun, reichen sich eine Zigarette und eine Flasche Bier hin und her.
Alex sieht hoch in den Himmel, der sich grauviolett über ihnen spannt und selbst die Schwalben, deren elegante Flugmanöver er sonst gerne beobachtet, drückt das nahende Gewitter an den Boden. Er muss weggedämmert sein, denn er wird vom Wind, der an den Baumkronen rüttelt und ihm kalt über die Haut fährt wach. Bisher stand die Luft zum Schneiden dich über der Wiese und kein Lufthauch hatte auch nur einen Halm bewegt und jetzt biegen sich die Wipfel der Birken von rechts nach links.
„Schnell! Wir müssen nach Hause!“ Alex rüttelt Udo wach, stopft sein Handtuch und die nasse Badehose in seinen Rucksack und zieht sein Fahrrad aus dem Gras. Neben ihm sucht Udo ebenso hektisch seine Sachen zusammen, wirft immer wieder einen schnellen Blick zum Himmel, über den jetzt die Wolken jagen und sie zucken beim ersten Donnerschlag beide zusammen.
Atemlos treffen sich ihre Blicke.
„Wie heißt das noch mal? Buchen suchen, vor Eichen weichen?“ Der Wind zerrt Udo die Worte aus dem Mund und Alex‘ Blick zuckt über die Bäume, die die Wiese einfassen.
„Keine Ahnung!“, ruft er und seine Stimme springt. Weiter kommt er auch nicht in seinen Überlegungen, wie das Sprichwort geht, denn der Himmel öffnet seine Schleusen. Der Regen klatscht geradezu auf sie hinab, peitscht ihnen um den Körper und sie lassen beide ihre Räder fallen, rennen durch die Wiese auf die Baumreihe zu. Das Gras schlägt ihnen nass gegen die nackten Waden, windet sich um ihre Füße und Alex fällt beinahe, aber Udo zieht ihn weiter, bis sie unter einem ausladenden Baum Schutz finden.
Keuchend blickt Alex hoch in die Baumkrone, die der Wind durchschüttelt, aber immerhin bleibt es unter dem dichten Blätterdach trocken. Udo lehnt ähnlich atemlos am Stamm, wringt den Saum seines T-Shirts aus, bevor er aufgibt und die Hände an seine Seiten fallen lässt.
Alex streicht sich die Haare aus der Stirn und bemerkt erst jetzt, als sich sein Atem langsam beruhigt, wie kalt ihm plötzlich ist. Gänsehaut überzieht seine Arme und er schlingt sie um seinen Oberkörper, versucht krampfhaft das Zittern, das ihn durchläuft, zu unterdrücken.
Wieder knallt erst ein Blitz, dann markerschütternder Donner.
„Das ist genau über uns!“, stellt Udo mit dünner Stimme fest, die so gar nicht zu ihm passen will, aber auch Alex ist gegenwärtig nicht nach Heldentaten zu mute. Alex rutscht am Stamm hinunter, zieht die Beine nah an seinen Körper und schlingt seine Arme darum. Sagt man doch, dass man sich klein machen soll, damit man nicht auskühlt. Er dreht den Kopf, als er eine Bewegung neben sich wahrnimmt und Udo dicht neben ihn rutscht. Auch er zittert.
„Einst lebte ein Kaiser, der hatte drei Töchter die er in großer Verborgenheit hielt, und nie ins Freie ließ. Als sie heiratsfähig waren, da erlaubte er ihnen zum ersten Male den Kolo zu tanzen. Doch so wie sie in den Kolo traten, brauste ein Sturm heran, und entführte sie alle Drei“, beginnt Udo zu erzählen, die Stimme kaum lauter als das Rauschen des Regens und Alex lässt mit einem Seufzen seinen Kopf auf die Schulter seines Freundes sinken.
(Auszug aus Stojscha und Mladen)