Sinneseindrücke — Nasser Hund
Aug. 20th, 2025 08:30 pmTeam: Kobold
Challenge: Sinneseindrücke — Nasser Hund (fürs Team)
Fandom: Blind Ermittelt
Charaktere: Sophie Haller, Alex Haller, Niko Falk Nino der Hund
Anmerkung: Ich habe da so eine Schnapsidee, die einzig und allein auf "Niko ist ein Gestaltwandler und kann sich in einen Hund verwandeln" basiert. Ein paar Teile davon existieren schon außerhalb dieser Community, diese Story spielt in diesem Universum.
Sophie könnte schwören, dass Alex etwas betreten schaute, als er erkannte, dass sie vor seiner Tür stand. Dann sagte er noch ziemlich laut: „Oh. Sophie.“
„Ja. Ich bins. Lässt du mich jetzt rein?“
Jetzt war sie überzeugt, dass er für den Bruchteil einer Sekunde panisch schaute, bevor er einen Schritt zur Seite machte, und ihr den Weg frei machte. Nicht ohne dabei noch einmal ziemlich laut „Komm rein“ zu sagen.
„Ich, äh, bin einfach noch nicht ganz wach.“
„Um halb drei?“
Er zuckte nur mit den Schultern, und zugegebenermaßen war der Schlafrhythmus ihres Bruders seit seiner Erblindung alles andere als regelmäßig.
„Was willst du eigentlich? Also, ich meine ... War irgendwas? Also“, endete er stottern.
Sie lachte. „Beruhig dich. Du hast nichts vergessen.“ Sie folgte ihm ins Wohnzimmer, wo sie ein Geruch empfing, der so gar nicht in Alex penibel saubere - und vor allem immer extrem geruchsneutrale - Wohnung passte. „Ich hatte nur einen Termin, der schneller vorbei war, als erwartet, und dann war ich eh in der Gegend, und dachte ich schau mal vorbei.“ Was war das für ein Geruch? Sie hatte das Gefühl, es zu kennen. Es roch nach ... Tier? Aber Alex würde doch nie ... Doch, Alex würde doch. Die Quelle des Geruchs lag sehr still in einer Ecke. Und wäre mit ihrem langen, hellen Fell sicher fast mit der hellen Wand verschmolzen, wenn sie nicht auf einem dunkelroten Handtuch liegen würde.
„Seit wann hast du einen Hund?“
„Ich habe keinen Hund.“
„Alex.“ Sie zeigte sinnloserweise in Richtung des nassen Fellhaufens in der Ecke.
„Ich meine, dass das nicht mein Hund ist.“
Sophie wartete.
„Er gehört meiner Nachbarin. Manchmal ist er bei mir.“
„Weil du Hunde so liebst.“ Sie erinnerte sich sehr genau, an viele Diskussionen zum Thema Blindenhund.
Er zuckte nur mit den Schultern. „Also, wenn sie länger nicht da ist. Sie lässt ihn nicht gerne lang allein.“
„Und dann badest du ihn auch gleich?“ Sie machte ein paar Schritte auf den Hund zu. Es war ein schönes Tier.
„Hm? Nein. Das war der Regenschauer vorhin. Da waren wir draußen.“
Sie schaute vom nassen Hund zu Alex. „Und dann hast du ihn wieder in die Wohnung gelassen? Wow. Dir muss ja einiges an deiner Nachbarin liegen.“
„Nein“, protestierte Alex so schnell und laut, dass Sophie starke Zweifel an dem Widerspruch hatte.
„Wie heißt er eigentlich?“
„Der Hund?“
Sie stöhnte. „Nein. Er deine Nachbarin. Natürlich der Hund.“
„Ni...no“
„Nino?“
„Ja. Sie ... ist ein großer Schlagerfan.“
Vielleicht war auch das der Grund für seinen vehementen Protest.
„Und weil Udo ein sehr alberner Name für einen Hund ist, hat sie ihn Nino genannt?“
Alex schaute verwirrt. „Also ...“
„Das war ein Witz.“ Amüsiert betrachtete sie ihn. „Du solltest vielleicht echt wieder ins Bett.“ Er nickte, ohne zu protestieren, was ein Zeichen dafür war, dass er wirklich müde sein musste.
Sophie beugte sich zu Nino, und streichelte ihn. Sein Fell war zwar immer noch nass, aber sie konnte nicht widerstehen. „Du bist wirklich ein Hübscher.“
Alex gab einen irritierten Laut von sich und murrte dann: „Achso. Ja. Ni ...no.“
Sophie fragte sich, ob sie sich Sorgen machen sollte. „Weißt du, welche Rasse das ist? Oder Rassen? Golden Retriever ist da sicher dabei, aber sonst?“
„Das hat er nicht gesagt.“
„Er? Ich dachte, der gehört deiner Nachbarin?“
„Stimmt. Sie. Hat sie nie gesagt.“
„Ihr habt doch gerade keinen neuen Fall?“
Alex schüttelte nur mit dem Kopf.
„Wo steckt Niko überhaupt?“ Sie glaubte nicht, dass der in irgendwelchen Schwierigkeiten steckte. Alex wirkte wirklich eher verirrt, als beunruhigt, aber dass er nicht da war, war trotzdem ungewöhnlich.
Alex panischer Blick, und seine Antwort ließ sie dann doch wieder zweifeln. „Beim Fußball.“
„Wer spielt denn am Dienstag?“
Er hob hilflos die Arme.
Sie machte ein paar Schritte auf ihn zu. „Ist alles in Ordnung?“
Er zuckte zusammen, nickte dann, und wirkte zumindest dabei überzeugender, als bisher. „Ich bin nur wirklich müde.“
„Dann will ich dich nicht länger vom Schlafen abhalten.“ Sie beugte sich noch einmal zu Nino. „Du passt auf, dass er sich auch wirklich ausruht.“
„Wuff!“
„Wenn Alex das nächste Mal immer noch so neben sich steht, mach ich dich dafür verantwortlich.“
„Wuff!“
Lachend ging sie zur Tür.