Das kann nicht gesund sein...
Mar. 15th, 2007 08:48 pmFandom: Original
Challenge: "Blut ist obligatorisch."
Warnungen: gesteigerte Geisteskrankheit
Wörter: 1.238
Charaktere: Eine... Autorin und ihr Ehemann. Sehr strange. ...Und fast hetero.
A/N: Das… sollte mir Angst machen. Besonders, weil ich hier einmal unbeabsichtigt (?) reale Vorlagen missbraucht habe... und genau weiß, wer wer ist. Und ich weiß nicht, ob das gut sein sollte... Aber, oh well, ich hab’s geschrieben, tut was dagegen.
Sie hatte nie an etwas geglaubt, außer an sich selbst und die Mathematik, und die meiste Zeit ihres Lebens war das schon weit mehr als genug gewesen. Oh, und da gab es noch ein anderes Credo: Blut. So simpel wie man es sich nur wünschen konnte. Blut war... wichtig. Quasi unumgänglich.
Ein Film, in dem kein Blut floss? – Langweilig.
Eine Liebeserklärung, bei der einem nicht das Blut in den Kopf schoss? – Lächerlich.
Ein IKEA-Regal aufbauen, ohne sich mehrere Quetschungen, Schnittwunden und Blutergüsse zu holen? – Unmöglich.
Manchmal freute sie sich über die Ironie darin, dass offensichtlich das einzige, was in ihrem Leben von gesteigerter Wichtigkeit war, ausgerechnet auch etwas war, ohne das sie ohnehin schon vom rein biologischen Standpunkt aus nicht leben konnte. – Manchmal halt. Die restliche Zeit, wenn sie sich darüber Gedanken machte, fragte sie sich, ob das eine Tendenz zum Vampirismus vermuten ließ.
Na ja... ehr nicht. Sie hatte schließlich nie das Bedürfnis verspürt, es zu trinken. Eigentlich widerte sie dieser Gedanke sogar an. – Aber so ganz normal war das alles nicht. ...Immerhin war sie die einzige gewesen, die sich damals bei dem Unfall angesichts dieses verschwenderischen Umgangs mit dem Lebenssaft nicht übergeben hatte. Was unglaublich praktisch gewesen war, zugegeben.
Das alles waren allerdings Dinge, die nur eine untergeordnete Rolle spielten, wenn sie in ihrem verknitterten Lieblingshemd auf ihrem Schreibtisch saß, Zigaretten auseinander pflückte – sie hatte es nie geschafft, mit dem Rauchen anzufangen – und versuchte, ihr Blut durch Jamaika-Rum zu ersetzen.
„Es funktioniert nicht“, stellte sie irgendwann fest, in der vagen Hoffnung, dass er immer noch auf dem Stuhl hinter ihr saß und ihr zuhörte, damit sie sich nicht selbst als verrückt klassifizieren musste.
Er war wirklich noch da. Und seufzte. „Was genau funktioniert denn nicht?“
„Das alles. Ich kann ihn nicht so umbringen. Das passt nicht.“
„Dann bring ihn anders um. Oder – Gott bewahre – lass ihn am Leben.“
Beinahe entsetzt drehte sie sich zu ihm um. Er saß immer noch auf dem Küchenstuhl, der mitten im Zimmer stand und blätterte sich durch einen Brecht-Band, ohne auch nur ein Wort zu lesen. „Das wäre lächerlich.“
Er zog eine Augenbraue hinter den blonden Ponysträhnen, die sich aus seinem Zopf gelöst hatten, hoch. „Du brauchst dringend mal ein Happy End.“
„Ich will kein verschissenes Happy End.“ Selbst ihr war klar, dass sie dabei klang wie ein bockiges Kind. Aber mit Mitte Dreißig durfte man so etwas.
Wieder seufzte er, tatsächlich, als unterhielte er sich mit einem Kind. „Wieso kannst du deinen Charakteren nicht einmal etwas gönnen, was du selbst noch nicht erlebt hast?“
Sie trank einen Schluck, ganz entgegen ihrer Gewohnheit direkt aus der Flasche. „Was meinst du?“
„Das Happy End.“
„Ich habe genug Happy Ends. Ich habe Rum. Und ich werde wahrscheinlich nicht an Lungenkrebs sterben. ...Auch wenn das schade ist. Und ich habe dich. Und ich verdiene Geld mit etwas, das ich gerne tue. Und...“
Er schüttelte den Kopf. „Gib auf. Weißt du, ich liebe dich dafür, dass du ein herrlich unemotionaler Mensch bist, aber nicht einmal solche sind davor gefeit, die Liebe ihres Lebens zu treffen. Glaub mir, ich spreche aus Erfahrung. – Nur du hast sie nicht gekriegt. Und deshalb gönnst du sie deinen Charakteren auch nicht.“
Sie zog eine Augenbraue hoch. „Was wird das jetzt? Seit wann analysierst du fröhlich an meinen Motiven rum?“
„Seit mehr Alkohol als Blut in deinen Adern fließt.“
„Das hätte ich bemerkt.“
Sie starrten einander an. – Zack, waren sie wieder auf Blut gekommen. Aber ihres interessierte sie wirklich kein bisschen. Sie zerlegte fachmännisch eine Zigarette in ihre Bestandteile und streute den Tabak auf dem Fußboden vor dem Schreibtisch aus.
„Aber ich habe Recht.“
„Ich weiß, Schatz, du hast immer recht. Außer mit dieser Sache. Ich habe sie gekriegt.“
„Und an eine clevere Mischung aus zuviel Alkohol, zuwenig Antidepressiva und eine unübersichtliche Kreuzung verloren.“
„Gut, ja, das auch.“
Wieder starrten sie einander an.
Das brachte doch alles nichts. Die Erinnerungen an dieses gottverdammte Mädel halfen ihr kein bisschen. An die ‚große Liebe’ erinnert zu werden, auch nicht. Sie glaubte nicht an Liebe. Das war das eigentliche Problem. Nein, halt, war es nicht. Das eigentliche Problem war, dass das Ende in seiner aktuellen Form nicht funktionierte.
Er war aufgestanden und ging von Brecht zu Shaw über. „Du musst ihnen doch wirklich mal ein glückliches Ende gönnen.“
„Muss ich? – Ich gönne es ja nicht einmal dir.“ Das war wahr. Klar, irgendwie waren sie verheiratet, irgendwie mochte sie ihn sogar, aber sie stellte es sich einfach nicht sonderlich angenehm vor, mit der Frau, die man liebte, zusammenzuleben und zu wissen, dass sie es nie schaffen würde, seine Gefühle zu erwidern.
Er zuckte mit den Achseln. „Das ist wahr. Aber es ist ja auch nicht so, als könntest du daran irgendwas ändern. Der Punkt ist doch: Den beiden kannst du diesen Gefallen tun. – Du schreibst doch nur, weil du so Dinge beherrschen kannst. Also sorg wenigstens da einmal dafür, dass die Liebe siegt.“
„Schatz, ich glaube nicht an Liebe.“
„Ich weiß.“
Sie legte den Kopf schief und Stapelte die ausgerollten Zigarettenpapiere sorgfältig. „Also, warum verlangst du das von mir?“
„Weil mir die beiden ans Herz gewachsen sind.“
Das glaubte sie ihm nicht... oder nur bedingt. Und das wusste er.
Irgendwann gab er sich ihrem amüsierten Grinsen geschlagen. „Okay. Weil ich genau weiß, dass du dich selbst da verewigst. Vielleicht ist es also therapeutisch, wenn du die beiden zusammenkommen lässt.“
„Aber ich will ihn umbringen.“ Schon wieder bockiges Kind. Toll.
„Nur weil sie auch gestorben ist?“
Es schien, als würde er verstehen. Das hieß, wahrscheinlich verstand er generell weitaus mehr als sie das tot, aber jetzt näherte er sich ihrem Level. Was eine Gelegenheit war, die sie nicht verstreichen lassen würde.
„Genau.“
Er schlug das Buch zu und grinste. „Meinst du nicht, dass es dir dann gut tun würde, die beiden glücklich werden zu lassen?“
Sie goss sich ein neues Glas Rum ein. „Du verstehst nicht, Schatz. Ich bin glücklich. Zumindest, wenn ich nicht grade daran scheitere, etwas zu schreiben. Ich bin beinahe froh darüber, wie die Geschichte mit ihr ausgegangen ist. – Nicht, dass ich gewollt hätte, dass sie vor ein Auto rennt, aber... so habe ich sie nicht verlassen. Und das hätte ich. Es war nur eine Frage der Zeit. ...Und wie hätte ich mit dem Wissen, dass ich ihr das Herz gebrochen habe, glücklich werden sollen?“ Sie nippte an dem Getränk. „Das hätte nicht funktioniert, nicht wahr? – Weißt du, eine Komödie, die damit endet, dass die beiden einander kriegen, ist lediglich der Anfang einer Tragödie. – Also beende ich das ganze vorher und bleibe immerhin bei einer Tragikomödie.“
Er schüttelte bloß den Kopf.
„Wirklich, du bist verrückt.“
„Daran hat doch nie einer von uns beiden gezweifelt, oder?“
Sie lächelte. Irgendwann lächelte er zurück.
„Von mir aus. Was ist also genau das Problem mit dem Ende?“
Sie drehte eine Zigarette zwischen ihren Fingern. Das war nicht so leicht zu formulieren... „Er soll ja an einem Herzinfarkt sterben...“
Er nickte. „Klar, das ist ein ziemlich gutes Bild. Und ein bitterböses.“
Ein zufriedenes Grinsen machte sich auf ihrem Gesicht breit. Das war ihre Absicht gewesen. Und wenn so etwas funktionierte, dann war das fast besser als jamaikanischer Rum. „Danke. Aber leider ist das auch das Problem. Er muss so sterben. Aber es funktioniert nicht.“
Er hielt auf seinem Weg zum Regal inne und sah sie erstaunt an. „Und was genau funktioniert daran nicht?“
„Es ist zu unblutig.“
„Wie bitte?!“
„Hey, sieh mich nicht so an, Blut ist wichtig!“
---
...Der letzte Satz sollte eigentlich der Challenge entsprechen, aber das... klang doof. Soviel dazu.
Challenge: "Blut ist obligatorisch."
Warnungen: gesteigerte Geisteskrankheit
Wörter: 1.238
Charaktere: Eine... Autorin und ihr Ehemann. Sehr strange. ...Und fast hetero.
A/N: Das… sollte mir Angst machen. Besonders, weil ich hier einmal unbeabsichtigt (?) reale Vorlagen missbraucht habe... und genau weiß, wer wer ist. Und ich weiß nicht, ob das gut sein sollte... Aber, oh well, ich hab’s geschrieben, tut was dagegen.
Sie hatte nie an etwas geglaubt, außer an sich selbst und die Mathematik, und die meiste Zeit ihres Lebens war das schon weit mehr als genug gewesen. Oh, und da gab es noch ein anderes Credo: Blut. So simpel wie man es sich nur wünschen konnte. Blut war... wichtig. Quasi unumgänglich.
Ein Film, in dem kein Blut floss? – Langweilig.
Eine Liebeserklärung, bei der einem nicht das Blut in den Kopf schoss? – Lächerlich.
Ein IKEA-Regal aufbauen, ohne sich mehrere Quetschungen, Schnittwunden und Blutergüsse zu holen? – Unmöglich.
Manchmal freute sie sich über die Ironie darin, dass offensichtlich das einzige, was in ihrem Leben von gesteigerter Wichtigkeit war, ausgerechnet auch etwas war, ohne das sie ohnehin schon vom rein biologischen Standpunkt aus nicht leben konnte. – Manchmal halt. Die restliche Zeit, wenn sie sich darüber Gedanken machte, fragte sie sich, ob das eine Tendenz zum Vampirismus vermuten ließ.
Na ja... ehr nicht. Sie hatte schließlich nie das Bedürfnis verspürt, es zu trinken. Eigentlich widerte sie dieser Gedanke sogar an. – Aber so ganz normal war das alles nicht. ...Immerhin war sie die einzige gewesen, die sich damals bei dem Unfall angesichts dieses verschwenderischen Umgangs mit dem Lebenssaft nicht übergeben hatte. Was unglaublich praktisch gewesen war, zugegeben.
Das alles waren allerdings Dinge, die nur eine untergeordnete Rolle spielten, wenn sie in ihrem verknitterten Lieblingshemd auf ihrem Schreibtisch saß, Zigaretten auseinander pflückte – sie hatte es nie geschafft, mit dem Rauchen anzufangen – und versuchte, ihr Blut durch Jamaika-Rum zu ersetzen.
„Es funktioniert nicht“, stellte sie irgendwann fest, in der vagen Hoffnung, dass er immer noch auf dem Stuhl hinter ihr saß und ihr zuhörte, damit sie sich nicht selbst als verrückt klassifizieren musste.
Er war wirklich noch da. Und seufzte. „Was genau funktioniert denn nicht?“
„Das alles. Ich kann ihn nicht so umbringen. Das passt nicht.“
„Dann bring ihn anders um. Oder – Gott bewahre – lass ihn am Leben.“
Beinahe entsetzt drehte sie sich zu ihm um. Er saß immer noch auf dem Küchenstuhl, der mitten im Zimmer stand und blätterte sich durch einen Brecht-Band, ohne auch nur ein Wort zu lesen. „Das wäre lächerlich.“
Er zog eine Augenbraue hinter den blonden Ponysträhnen, die sich aus seinem Zopf gelöst hatten, hoch. „Du brauchst dringend mal ein Happy End.“
„Ich will kein verschissenes Happy End.“ Selbst ihr war klar, dass sie dabei klang wie ein bockiges Kind. Aber mit Mitte Dreißig durfte man so etwas.
Wieder seufzte er, tatsächlich, als unterhielte er sich mit einem Kind. „Wieso kannst du deinen Charakteren nicht einmal etwas gönnen, was du selbst noch nicht erlebt hast?“
Sie trank einen Schluck, ganz entgegen ihrer Gewohnheit direkt aus der Flasche. „Was meinst du?“
„Das Happy End.“
„Ich habe genug Happy Ends. Ich habe Rum. Und ich werde wahrscheinlich nicht an Lungenkrebs sterben. ...Auch wenn das schade ist. Und ich habe dich. Und ich verdiene Geld mit etwas, das ich gerne tue. Und...“
Er schüttelte den Kopf. „Gib auf. Weißt du, ich liebe dich dafür, dass du ein herrlich unemotionaler Mensch bist, aber nicht einmal solche sind davor gefeit, die Liebe ihres Lebens zu treffen. Glaub mir, ich spreche aus Erfahrung. – Nur du hast sie nicht gekriegt. Und deshalb gönnst du sie deinen Charakteren auch nicht.“
Sie zog eine Augenbraue hoch. „Was wird das jetzt? Seit wann analysierst du fröhlich an meinen Motiven rum?“
„Seit mehr Alkohol als Blut in deinen Adern fließt.“
„Das hätte ich bemerkt.“
Sie starrten einander an. – Zack, waren sie wieder auf Blut gekommen. Aber ihres interessierte sie wirklich kein bisschen. Sie zerlegte fachmännisch eine Zigarette in ihre Bestandteile und streute den Tabak auf dem Fußboden vor dem Schreibtisch aus.
„Aber ich habe Recht.“
„Ich weiß, Schatz, du hast immer recht. Außer mit dieser Sache. Ich habe sie gekriegt.“
„Und an eine clevere Mischung aus zuviel Alkohol, zuwenig Antidepressiva und eine unübersichtliche Kreuzung verloren.“
„Gut, ja, das auch.“
Wieder starrten sie einander an.
Das brachte doch alles nichts. Die Erinnerungen an dieses gottverdammte Mädel halfen ihr kein bisschen. An die ‚große Liebe’ erinnert zu werden, auch nicht. Sie glaubte nicht an Liebe. Das war das eigentliche Problem. Nein, halt, war es nicht. Das eigentliche Problem war, dass das Ende in seiner aktuellen Form nicht funktionierte.
Er war aufgestanden und ging von Brecht zu Shaw über. „Du musst ihnen doch wirklich mal ein glückliches Ende gönnen.“
„Muss ich? – Ich gönne es ja nicht einmal dir.“ Das war wahr. Klar, irgendwie waren sie verheiratet, irgendwie mochte sie ihn sogar, aber sie stellte es sich einfach nicht sonderlich angenehm vor, mit der Frau, die man liebte, zusammenzuleben und zu wissen, dass sie es nie schaffen würde, seine Gefühle zu erwidern.
Er zuckte mit den Achseln. „Das ist wahr. Aber es ist ja auch nicht so, als könntest du daran irgendwas ändern. Der Punkt ist doch: Den beiden kannst du diesen Gefallen tun. – Du schreibst doch nur, weil du so Dinge beherrschen kannst. Also sorg wenigstens da einmal dafür, dass die Liebe siegt.“
„Schatz, ich glaube nicht an Liebe.“
„Ich weiß.“
Sie legte den Kopf schief und Stapelte die ausgerollten Zigarettenpapiere sorgfältig. „Also, warum verlangst du das von mir?“
„Weil mir die beiden ans Herz gewachsen sind.“
Das glaubte sie ihm nicht... oder nur bedingt. Und das wusste er.
Irgendwann gab er sich ihrem amüsierten Grinsen geschlagen. „Okay. Weil ich genau weiß, dass du dich selbst da verewigst. Vielleicht ist es also therapeutisch, wenn du die beiden zusammenkommen lässt.“
„Aber ich will ihn umbringen.“ Schon wieder bockiges Kind. Toll.
„Nur weil sie auch gestorben ist?“
Es schien, als würde er verstehen. Das hieß, wahrscheinlich verstand er generell weitaus mehr als sie das tot, aber jetzt näherte er sich ihrem Level. Was eine Gelegenheit war, die sie nicht verstreichen lassen würde.
„Genau.“
Er schlug das Buch zu und grinste. „Meinst du nicht, dass es dir dann gut tun würde, die beiden glücklich werden zu lassen?“
Sie goss sich ein neues Glas Rum ein. „Du verstehst nicht, Schatz. Ich bin glücklich. Zumindest, wenn ich nicht grade daran scheitere, etwas zu schreiben. Ich bin beinahe froh darüber, wie die Geschichte mit ihr ausgegangen ist. – Nicht, dass ich gewollt hätte, dass sie vor ein Auto rennt, aber... so habe ich sie nicht verlassen. Und das hätte ich. Es war nur eine Frage der Zeit. ...Und wie hätte ich mit dem Wissen, dass ich ihr das Herz gebrochen habe, glücklich werden sollen?“ Sie nippte an dem Getränk. „Das hätte nicht funktioniert, nicht wahr? – Weißt du, eine Komödie, die damit endet, dass die beiden einander kriegen, ist lediglich der Anfang einer Tragödie. – Also beende ich das ganze vorher und bleibe immerhin bei einer Tragikomödie.“
Er schüttelte bloß den Kopf.
„Wirklich, du bist verrückt.“
„Daran hat doch nie einer von uns beiden gezweifelt, oder?“
Sie lächelte. Irgendwann lächelte er zurück.
„Von mir aus. Was ist also genau das Problem mit dem Ende?“
Sie drehte eine Zigarette zwischen ihren Fingern. Das war nicht so leicht zu formulieren... „Er soll ja an einem Herzinfarkt sterben...“
Er nickte. „Klar, das ist ein ziemlich gutes Bild. Und ein bitterböses.“
Ein zufriedenes Grinsen machte sich auf ihrem Gesicht breit. Das war ihre Absicht gewesen. Und wenn so etwas funktionierte, dann war das fast besser als jamaikanischer Rum. „Danke. Aber leider ist das auch das Problem. Er muss so sterben. Aber es funktioniert nicht.“
Er hielt auf seinem Weg zum Regal inne und sah sie erstaunt an. „Und was genau funktioniert daran nicht?“
„Es ist zu unblutig.“
„Wie bitte?!“
„Hey, sieh mich nicht so an, Blut ist wichtig!“
---
...Der letzte Satz sollte eigentlich der Challenge entsprechen, aber das... klang doof. Soviel dazu.
no subject
Date: 2007-03-15 08:10 pm (UTC)Ich liebe solche Charas! Wenn ich heute nicht mein Pensum an Dreistigkeit ausgeschöpft hätte, dann würde ich mir glatt wünschen, dass du noch mehr zu ihnen schreibst, weil - OMK, ich kann das nicht zum Ausdruck bringen, aber solche Leute, allein solche UNterhaltungen.
Sie interessiert mich sehr. ô_ô Eine reizende Frau, was man weider auslegen kann, das 'reizend'. ^-^
Und er ist so- ... er wirkt wie ein netter, lieber Puschel. *seufz* *knuddel*
Mich würde die Vorgeschichte inetressieren, was mit ihr und ihrer großen Liebe war. ô_ô
Oh, unbewusst nach Realvorlagen? *hust* Ich kenne das Gefühl. ^^; Ein, zwei Mal hab ich auch sowas geleistet und danach fühlte ich mich so strange. >.<''
Tolle Lösung des Drabbles *_* Und ich finde auch, dass 'obligatorisch' da nich ganz so reingepasst hätte. ^_^
nyx
no subject
Date: 2007-03-16 02:17 pm (UTC)Und ich fürchte, die beiden (oder alle drei) werden mich nicht mehr loslassen, bis ich ihre Leben gänzlich verpfuscht habe, auch wenn das extrem... seltsam ist. Weil... Gott, es fühlt sich krank an, Menschen anzugucken und dann diese Idee davon zu haben, wie ihr Leben in 15 Jahren aussieht und das dann hinzuschreiben, ...obwohl man ihnen eigentlich was ganz anderes wünscht. - Sehr krank.^^"
Schaun mer mal, was das noch gibt. ;)
(In der Annahme, dass ich keine hellseherischen Fähigkeiten habe, und so einfach mal diese Option für die Zukunft verhindere, indem ich sie vorwegnehme. Oder so.)
Danke für die Challenge noch mal.^^
no subject
Date: 2007-03-16 02:39 pm (UTC)Hey, ihr alle habt mir den Abend damit gerettet, dass ihr das nicht schlimm fandet und mir quasi hinther den Segen für die Aktion gabt. ^^;;
Und ich bin echt beeindruckt, wie viele teilnahmen und wie viele tolle Sachen dabei wieder rausgekommen sind. ^_^
Sollte es sich irgendwann wieder ergeben, dass jeder die Challenge vergisst: ich ergreife wieder die Initiative. X'D *ist der Rettungsring* *lol*
Und ich fänd es wirklich total toll, wenn in Zukunft was zu ihnen kommen würde. *wimperkimper*
Nyx
no subject
Date: 2007-03-15 09:57 pm (UTC)Ich glaube ansatzweise zu wissen, wer wer ist (und das ist dreist). Es macht mir ein bisschen Angst. *ehh*
Ich kann mir diese Situation so gut vorstellen, liegt es nun an deinem Schreibstil oder anderem, und das zieht unglaublich mit.
Das ist tragisch. Und komisch, hinreißend, zum Heulen und Lächeln zugleich. Ich könnte dich echt schlagen. ><
Ich mag den Mann sehr (wer?), aber die Frau... ich habe mich Hals über Kopf in dieses Weib verliebt. oO In diesem Hemd, mit dem Rum und den Zigaretten, die sie nicht rauchen kann.
Und 'bockiges Kind' trifft es ziemlich genau... XD Gute Beschreibung. Irgendwoher kenne ich dieses 'Ich will kein Happy End!' und 'Er muss aber sterben!' ziemlich gut. *pfft* XP
Ich mag die beiden sehr. Auch zusammen.
Gute Realität. Größtenteils.
(Aber wo sind die Kinder!? Die Kinder. *kuller*)
Gut gemacht. ;___;
*Star Wars-Melodie summ*
Schlaf gut.
no subject
Date: 2007-03-16 02:20 pm (UTC)Obwohl du gesagt hast, dass ich es schreiben soll... Aber ja, ich verstehe durchaus, was du meinst.
...Und, verzichte darauf, mich zu schlagen. Ich habe einfach viel zu bescheuerte Ideen und zu viel Stranger than Fiction gesehen... und Kinder gibt es nicht. Nicht in meiner Welt.
...Also doch. Aber die sind nicht anwesend, wenn sich ihre Patentante besäuft. ;)
Ach, erinnere mich dran, dass wir das mal im Detail auseinander nehmen. ;)
(Und das Icon ist tatsächlich hochgradig geil. *sich in es verliebt hat*)
no subject
Date: 2007-03-16 04:31 pm (UTC)Ich verzichte schweren Herzens. XP
Schön auch, dass wir das mit den Kinder richtig gestellt haben... *ehhe* Aber mach dir keine Sorgen, das mit dem Saufen werden sie schon bei ihrer Mutter mitkriegen... ("Ohhh, schon wieder ne Seeschlacht verloren, eure Tante bringt mich um..." - "Ach, Mami..." *Flasche hinstell*) Sie sind quasi selbst Schuld. ^^"
Im Detail... im Detail habe ich vor, dich heute anzurufen. Dann werde ich das mit dem Erinnern auch nicht versäumen.
BB
no subject
Date: 2007-03-15 09:58 pm (UTC)*blink*
no subject
Date: 2007-03-15 10:17 pm (UTC)Aber davon abgesehen - ich mag es richtig gern. Man liest im FF-Bereich so wenige Stories mit so erwachsenen Charakteren ... die sich zwar auch anzicken, aber auf einem ziemlich hohen Niveau.
So wie du es beschrieben hast - mit dem Brecht, dem Shaw, dem Rum und allem - hat man einen wirklich tollen Eindruck von so einer verkrachten Autorinnenexistenz gekriegt, inklusive des Mannes, der sich dem allem einfach mal aussetzt. *g*
Daß die Geschichte sich so witzig wegliest, obwohl die Story dahinter eigentlich scheinbar traurig ist (der Verlust der Freundin, unerwiderte Liebe zwischen dem Paar etc.), liegt wirklich an dieser realistischen, erdigen Stimmung und dem lustigen, schnippischen Dialog.
Finde ich wirklich beeindruckend, so eine komplexe Existenz in so nem kurzen Stück Text so lebendig einzufangen. Abgesehen davon, daß die Frau mit allem, was sie über Blut äußert, natürlich recht hat.
Ach, und übrigens: "sie hatte es nie geschafft, mit dem Rauchen anzufangen" *LOL*
no subject
Date: 2007-03-16 02:27 pm (UTC)Ich hoffe einfach mal für dich, dass du sie nicht kennst. XP
Danke für die ganzen Blumen jedenfalls.^^
Freut mich ungemein, dass es dir gefällt... und noch mehr freut mich, dass ich es wirklich geschafft haben könnte, diese ganze verkrachte Existenz so ungefähr darzustellen, wie ich sie mir vorstelle. =)
sie hatte es nie geschafft, mit dem Rauchen anzufangen"
Ich weiß nicht, ich glaube, das ist ab nem gewissen Zeitpunkt erschreckend schwer... Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, dass ich das noch mal schaffe... (obwohl es auf sehr theoretischer Basis ein sehr reizvoller Gedanke ist)... einfach weil mir dazu immer all die Predigten darüber, wie ungesund das ist, einfallen würden und wie teuer das im Endeffekt ist und... solche Sachen halt. ...Vielleicht bin ich auch komisch. XD