Team: Kobold
Challenge: Romantik/Intimität — Hände
Fandom: Tatort München
Charaktere: Franz Leitmayr, Ivo Batic
Rating: General
Anmerkung: Sommer 2005. Franz und Ivo machen endlich zum ersten Mal gemeinsam Urlaub als Paar.
Wörter: ~592
Zeit: ~100 min
Ivo kam mit nassen Haaren aus dem Bad, ein Handtuch locker um die Hüften geschlungen.
"Ich wusste gar nicht, dass du kurze Hosen besitzt. Also, außer für Sport und Schwimmen, meine ich."
Er ließ seinen Blick ein Mal an Franz hinunter- und wieder hinaufwandern: Schwarze knielange Hosen, ein helles Hemd mit einem feinen blauen Muster, dessen Ärmel Franz bis zu den Ellenbogen hochgekrempelt hatte.
"Fesch schaust aus. Ist das Hemd neu?"
Franz legte den Kamm zur Seite, mit dem er sich gerade durch die noch feuchten Haare gefahren war.
"Relativ. Und Shorts zieh ich eben nur im Urlaub an. Los, beeil dich, ich hab inzwischen einen Bärenhunger."
Zehn Minuten später schlenderten sie nebeneinander die schmale Kopfsteinpflastergasse entlang, die zwischen weiß verputzten Wänden und Bougainvilleen-Ranken in Richtung des Ortszentrums führte.
Als Franz kurz anhielt und durch ein eisernes Tor in den dahinter liegenden Garten mit Zitronenbäumen schaute, griff Ivo nach seiner Hand und verschränkte ihre Finger miteinander. Hand in Hand liefen sie weiter die Gasse hinunter.
Franz fühlte seinen Herzschlag beschleunigen und verkrampfte sich unwillkürlich, als Ivo ihn kurz zur Seite zog, um einer großen Urlauberfamilie Platz zu machen. Dass die nächste Gruppe, der sie begegneten, ihnen neugierige Blicke zuwarf, ihre verschränkten Hände ansah, bildete er sich vielleicht nur ein. Franz war sich der Berührung ihrer Handflächen jedenfalls die ganze Zeit über bewusst.
"Sag mal, irgendwie bist du angespannt.", sagte Ivo leise.
Er löste seine Finger aus Franz', wollte seine Hand wegziehen, aber Franz griff stärker zu, hielt ihn fest.
"Entschuldige bitte."
Ivo drückte seine Hand. Franz suchte nach Worten, während sie sich langsam ihren Weg entlang der stetig geschäftiger werdenden Gasse bahnten. Natürlich fiel Ivo auf, dass er nervös war und nicht recht wusste, wie er sich verhalten sollte. Franz wollte erklären, woran das lag, aber dazu musste er es erst in seinem eigenen Kopf sortieren. Kurz fing er Ivos Blick auf, der selbst sein Pokerface aufgesetzt hatte.
"Ich bin nicht gewohnt, dass wir so offen aussehen wie ein schwules Paar.", murmelte Franz schließlich.
Ivo zog eine Augenbraue hoch.
"Nicht, dass das was Negatives wäre; ich bin's nur einfach nicht gewohnt.", setzte er hastig hinzu. "Ich weiß nicht, wie ich damit umgehen soll."
"Dabei haben uns Leute schon häufiger dafür gehalten, als wir noch nicht mal zusammen waren. Ganz ohne Händchen halten", sagte Ivo in leicht spöttischem Ton.
"Ja, hast ja Recht."
"Und da hast mir oft genug gesagt, dass es doch egal ist, was die Leute denken."
Franz drückte Ivos Hand zustimmend. Ivo fuhr in aufmunterndem Tonfall fort:
"Komm, Franz, sollte uns ernsthaft wer blöd kommen, zeigen wir denen, dass wir dafür die Falschen sind. Du warst doch beim Nahkampftraining letztes Jahr geradezu herausragend. Bei deinem rechten Haken sollte sich das jedes homophobe Arschloch zwei Mal überlegen."
Franz lachte.
"Lass uns versuchen, das zu vermeiden. Für eine Schlägerei find i den Urlaub zu kurz, ehrlich g'sagt. Aber eigentlich hab i a hier keine Bedenken, dass uns wer dumm anmacht."
Er fing noch einmal Ivos Blick auf.
"Kennst mich doch, manchmal mach i mir zu viele Gedanken."
Ivo lächelte ihn schief an.
"Ja, Franz, ich weiß."
In einer Seitengasse neben dem Hafen blieben sie stehen, ungefähr so dicht beieinander wie sonst auch. Während Ivo aufmerksam die Speisekarte des Restaurants las und die Terrasse mit Seeblick in Augenschein nahm, lehnte sich Franz von hinten leicht gegen ihn. Er legte Ivo, immer noch mit einem leichten nervösen Kribbeln im Bauch, eine Hand auf die Schulter und drückte ihm einen kurzen Kuss auf den Hinterkopf, bevor er die Finger ihrer rechten Hände wieder miteinander verschränkte.