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Team: Kobold

Challenge: Romantik/Intimität – Loyalität (für mich)

Fandom: Tanz der Vampire, Elisabeth

Charaktere: Herbert, Rudolf, Alfred

Sprache: Deutsch

Wörter: 812

Teil 1
Teil 2
Teil 3/Outtake

Herbert lehnte sich mit geschlossenen Augen zurück und lauschte Rudolfs Klavierspiel. Es freut ihn, dass sein Freund sich so über die Noten freute, die er ihm mitgebracht hatte. „Klingt schon sehr gut.“, sagte er, als das Stück zu Ende war.

„Danke.“, erwiderte Rudolf. „Auch für die Noten.“

„Gern geschehen.“

„Möchtest du heute wieder zum Ball?“

Herbert grinste. „War doch nicht so schlimm die letzten zwei Tage?“, neckte er.

„Du weißt genau, dass es mir Spaß gemacht hat.“, sagte Rudolf lächelnd.

Herbert zuckte mit den Schultern. Natürlich war ihm aufgefallen, wie gelöst und entspannt er gewesen war. Und er war ehrlich erfreut darüber. Als er letztes Jahr der Klaviermusik gefolgt war, hatte er nicht erwartet, einen neuen Freund zu finden. Ihre Gespräche über Musik, Kunst und Literatur füllten für sie beide eine Lücke in ihrem Dasein, halfen gegen die Einsamkeit. Sein Lächeln wurde etwas melancholisch. Da waren auch genug Ähnlichkeiten zu denen, die ihre Herzen und Gedanken noch immer in Beschlag nahmen, dass es ein Leichtes wäre... Aber nein, sie hatten beide entschieden, dass das falsch wäre. Lieber arbeiteten sie an ihrer Freundschaft, statt eine Phantasie kurz auszuleben. „Lass uns noch etwas gehen und dann können wir noch tanzen.“ Sie konnten zwar auch beim Tanzen reden, aber einfacher war es außerhalb des Balls.

„Gern.“ Rudolf erhob sich vom Klavierstuhl. „Konntest du eine der Abhandlungen bekommen, von denen du an der Universität gehört hattest?“

Sie schlenderten weiter währen sie die neuesten Theorien an den Universitäten diskutierten.

„Herbert?“

Er blieb sehen, überrascht, angesprochen zu werden. Seine Bekannten hier hatte er schließlich schon begrüßt. Er drehte sich um und sah Alfred in einer der Türen des Ganges stehen. Hinter ihm stand der Professor zu beobachtete sie neugierig.

Er nickte ihm langsam zu. „Alfred. Ich sehe du hast auch den Zugang hierher gefunden.“

„Ich... habe erst vor kurzem davon erfahren.“ Alfreds Blick schwang von Herbert zu Rudolf und wieder zurück. Dann schaute er kurz über die Schulter zum Professor. „Herbert, können wir kurz sprechen?“

Herbert zögerte. Er hatte so lange gehofft, Alfred wiederzusehen und sich mit ihm auszusprechen. Aber die Zeit, die er direkt mit Rudolf verbringen konnte, ohne ein Medium, war begrenzt und daher umso wertvoller. „Wir können nächste Woche sprechen.“

Rudolf berührte seinen Arm. „Wir haben keine dringenden Pläne. Du kannst ruhig jetzt mit Alfred sprechen.“

Herbert schloss kurz die Augen. Natürlich hatte Rudolf verstanden, wem sie hier gerade gegenüberstanden. „Ich weißt, dass sie nicht dringend sind, aber das heißt nicht, dass du...“ Er brach ab. Er wollte vor den anderen nicht laut aussprechen, dass er nicht, wie die anderen, die Rudolf für seine Freunde gehalten hatte, Rudolf aus egoistischen Gründen im Stich gelassen hatten.

Rudolf lächelte ihn an. Er hatte auch so verstanden. „Danke. Aber einen Moment Zeit kannst du auch für dich nehmen.“

„Sicher?“ Er legte die Hand auf Rudolfs.

Rudolf drückte noch mal seinen Arm. „Sicher.“ Dann trat er an Alfred vorbei und nickte zur Begrüßung. „Professor Ambrosius? Ich bin Rudolf von Habsburg. Herbert hat mir von Ihnen erzählt.“ Er dirigierte ihn zurück in den Raum.

Alfred sah ihnen hinterher. „Von Habsburg? Wie der Prinz von Österreich-Ungarn?“

Herbert sah keinen Grund, warum er es nicht bestätigen sollte. „Ja.“

„Oh.“ Alfred verlagerte sein Gewicht von einem Fuß auf den anderen. Herbert war erleichtert zu sehen, dass die Jahre als Vampir Alfred nicht allzu sehr verändert hatten. Er hatte allzu oft gesehen, wie Vampire mit der Zeit kalt und brutal wurden.

„Ich hätte zurückkommen sollen.“, platzte Alfred plötzlich heraus.

Herbert blinzelte. Was sollte er dazu sagen?

Alfred machte eine ausschweifende Geste. „All das damals im Schloss... es hat mich erschreckt und... überfordert...“ Er schüttelte den Kopf. „Und als ich dann verstanden habe... ich wusste nicht, ob ich noch willkommen wäre.“ Leiser und mit gesenktem Kopf fügte er hinzu: „Und ich habe mich geschämt.“

Herbert konnte nicht anders als zu lächeln. Ihm wurde ganz warm ums Herz ihn so zu sehen. „Ich verstehe. Und du wärest willkommen gewesen. Bist du immer noch. Tut mir leid, dass wir das nicht klar gemacht haben.“

Alfred blickte zu ihm auf, ohne den Kopf ganz zu heben. „Wärst du... noch immer bereit mein Freund zu sein?“

Herbert war für einen Moment sprachlos, dann sagte er schnell: „Ja. Ja, bin ich.“

„Also könnten wir uns wirklich nächste Woche treffen?“

„Ja.“

Alfred lächelte jetzt. „Dann... bis dann? Oder später, falls wir uns vorher noch mal sehen?“

„Ja, bis dann.“

Alfred nickte ein paar Mal, dann ging er wieder zum Professor.

Rudolf kam kurz darauf zurück. „Na?“, fragte er neugierig.

Herbert lächelte. „Danke. Es war gut zu sprechen.“

„Und? Haben sie deine Pläne geändert?“

„Nein, nicht für heute und die nächsten Tage.“ Herbert sah die Überraschung in Rudolfs Augen. „Ich kann ihn nächste Woche wiedersehen, aber wir haben nur ein paar Tage, die wir zusammen verbringen können.“ Er tat so, als bemerke er die Tränen, die Rudolf wegblinzelte, nicht.

„Danke, mein Freund.“

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