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Team: Kobold
Challenge: Romantik/Intimität - Ein erstes Mal - Für mich
Fandom: Blind ermittelt
Charaktere: Alexander Haller, Udo Strasser
Wörter: 1420
A/N: Zweiter Teil zum Blind ermittelt Jugend-Verse und direkt ein doppeltes erstes Mal :D


Alex schwingt noch im Fahren ein Bein über den Gepäckträger und lässt sich die letzten Meter bis vor die Gründerzeitvilla nur auf dem linken stehend ausrollen. Er kettet sein Rad an den schmiedeeisernen Zaun und tritt durch das geöffnete Tor. Das Herz klopft ihm, als er die Stufen bis zur Haustür nimmt, denn normalerweise ist er nicht am Abend hier, wenn die Geräusche der Stadt schon ganz leise sind. Außerdem hat er sich rausgeschlichen, um hier zu sein und Udos Einladung zu folgen. Wenn Lorenz davon Wind bekäme, könnte er wahrscheinlich direkt seine Sachen packen und mit dem nächsten Zug zurück nach Salem fahren.

Alex wischt sich seine schwitzigen Hände an der Hose ab und greift nach dem schweren Türklopfer, lässt ihn zwei Mal gegen die Tür fallen und wartet, dass Udo ihm öffnet. Wenn er sonst vorbeikommt und Udo abholt, dann sitzt der schon draußen auf der Treppe und wartet auf ihn und sie schwingen sich auf ihre Räder und verschwinden. Manchmal hat Alex das Gefühl, dass Udo genauso ungern zu Hause ist, wie er.

Aber heute Abend hat Udo sturmfrei, denn seine Mutter verbringt das Wochenende bei Verwandten und Udo ist schließlich alt genug ein Wochenende alleine zu überleben. Es sind also perfekte Voraussetzungen für ihren Plan.

Gleich darauf hört er es hinter der Tür poltern, dann wird ein Schlüssel im Schloss gedreht und Udo steht grinsend vor ihm. „Na los, komm rein!“

„Hast du was bekommen?“, fragt Alex, die Stimme vorfreudig.

„Klar! Aber ich glaub, der hat mich abgezockt, so wie der gegrinst hat.“

„Du kriegst eh die Hälfte von mir, hatten wir doch gesagt, dann geht es sich aus, oder?“

„Ja eh!“ Udo dirigiert ihn durch das düstere Foyer und durch das Wohnzimmer bis auf die rückseitige Veranda, von der man in den in der Abenddämmerung liegenden Garten sehen kann. Das vermisst Alex manchmal, so sehr er das Hotel auch mag mit seinen Ecken und Winkeln und den vielen Menschen – ein eigener Garten wäre schon etwas.

„Los, hilf mir mal!“, fordert Udo und deutet auf die flache Metallschale, die sie zusammen unter Ächzen auf den Rasen tragen.

„Was wird das?“

„Na, ein Lagerfeuer, du Blitzmerker. Lernst du gar nichts in Deutschland?“

Udo beginnt routiniert Holzscheite und Äste in der Schale zu stapeln und Alex macht sich daran zwei der Liegestühle heranzuziehen, damit er sich nicht völlig unnütz fühlt. „Und wozu? Ich mein, es ist warm genug.“

„Dann riecht’s keiner“, raunt Udo verschwörerisch und zwinkert wissend und ja, das ist wahrscheinlich gar kein so schlechter Plan. Warum seine Kleidung nach Lagerfeuer riecht, kann er leicht erklären. Wahrscheinlich denkt Lorenz ohnehin, dass bei Udo noch über dem offenen Feuer gekocht wird.

Schnell prasselt ein gemütliches Feuer vor ihnen und erhellt ihre Gesichter mit orangenem Schein. Alex muss die Beine auf die Liege ziehen, so heiß sind die Flammen. Er trinkt von der Cola, die Udo geholt hat, während er Udo von seinen letzten Wochen in Wien erzählt und im Gegenzug von Udos Zeit in Belgrad hört.

Es könnte ein ganz normaler Abend sein, zwei etwas aufgekratzte Jugendliche, die ihre sturmfreie Nacht genießen, zu viel Zucker und zu wenig Schlaf, aber es liegt noch etwas in der Luft. Knisternd wie der verbrennende Reisig und Alex‘ Mund wird trocken, als Udo den kleinen Plastikbeutel aus der Hosentasche zieht.

„Zeig mal!“ Udo wirft ihm den Beutel rüber und direkt dringt das süßliche Aroma zu ihm, als er ihn nah an sein Gesicht hebt, um den Inhalt von allen Seiten zu betrachten.

Inzwischen hat Udo allerlei anderes Zubehör aus seinen Hosentaschen auf die Liege befördert und fordert mit einer Handbewegung den Beutel zurück. Alex befürchtet, dass er es schafft, dass der Beutel im Feuer landet, also macht er einen Schritt und drückt sich neben Udo auf dessen Liege. Noch geht das, dass sie zusammen auf eine passen, ohne sich zu sehr verknoten zu müssen, obwohl es ihm bei Udo nichts ausmacht.

Über Udos Schulter hinweg beobachtet er dessen Hände und wie er geschickt eine längliche, dünne Zigarette rollt, ehe er das Konstrukt an seine Lippen hebt und mit zwischen die Lippen geklemmter Zungenspitze das Papier benetzt und zusammenrollt. Wieder steigt ihm der eigentümliche Geruch in die Nase und sein Körper kribbelt so sehr vor Aufregung, dass er vergisst sich zu fragen, woher Udo das so gut kann.

Udo klemmt sich die Zigarette zwischen die Lippen und zieht ein Feuerzeug aus seiner Tasche. Das Papier knistert, als er es in die Flamme hält und am Filter zieht. Udo schließt genießerisch die Augen und Alex erlaubt sich einen Blick auf seine Lippen, die sich um den Filter legen. Als Udo eine große, weiße Wolke Rauch ausatmet, umgibt sie der süße Geruch, bis er vom leichten Wind davongetragen wird und sich mit dem Rauch des Lagerfeuers vermischt.

Udos Finger zwischen denen die Zigarette steckt, stoßen gegen seine und mit klopfendem Herzen und trockenem Mund, nimmt Alex sie ihm aus den Fingern. Seine Zunge zuckt über seine Lippen, bevor die dort liegen, wo grad noch Udos waren und den Filter umschließen.

Alex zieht vorsichtig, dann unter Udos drängendem Blick stärker und zieht den Rauch in seine Lunge. Natürlich muss er husten. Der Rauch kratzt und er lacht und hustet gleichzeitig, als er die Zigarette an Udo zurückreicht und von der Cola trinkt.

„Geht’s?“, fragt Udo, der gelassen erneut zieht, bevor er Alex die Zigarette zurückreicht. Erneut wiederholt sich das Spiel und Alex hustet, bis seine Lunge schmerzt. „Das kann man ja nicht mit ansehen“, lacht Udo. „Komm, wir machen das anders. Setz dich mal vor mich.“

Sie rutschen herum, bis sie sich im Schneidersitz gegenübersitzen und Udo nimmt einen langen Zug und winkt dann Alex zu sich heran, bis er ihm eine Hand in den Nacken legen kann. Alex schielt auf Udos Gesicht und im flackernden Licht des Lagerfeuers kann er so die Sommersprossen ganz genau sehen, genauso wie den dunklen Flaum über Udos Oberlippe. Auch so etwas neues in diesem Sommer.

Udo kommt ihm immer näher und intuitiv neigt er seinen Kopf, bis sich ihre Lippen fast berühren. Ein bisschen Rauch wabert aus Udos Nase, bevor er mit den Augenbrauen zuckt und Alex versteht. Er nickt beflissen und im selben Moment, in dem Udo ausatmet, nimmt er einen tiefen Atemzug, zieht den Rauch von Udos Lippen in seine Lunge. Und tatsächlich, jetzt kratzt es weniger und er atmet ihn langsam wieder aus.

„Besser, oder?“, fragt Udo. „Nochmal?“

Alex nickt und erneut nimmt Udo einen tiefen Zug und dieses Mal braucht Alex keine Aufforderung, um sich zu ihm zu lehnen, die Lippen schon leicht geöffnet. Udos Hand liegt warm und schwer in seinem Nacken und Alex spürt jeden Finger auf seiner Haut und Udos Nase, die gegen seine stößt. Alex kichert und er sieht, wie Udo ein Lachen unterdrücken muss und Rauch aus seiner Nase kommt. Reflexartig legt Alex ihm einen Finger auf die Lippen und beschwört ihn mit einem Psst. das Udo soweit beruhigt, dass er sich wieder zu ihm lehnt und der Rauch wieder von seinem in Alex‘ Mund wandert.

„Lass mal hinlegen“, sagt Udo, als er sich wieder zurücklehnt. „Ist unbequem so.“

Sie müssen beide auf der Seite liegen, damit sie auf der Liege nebeneinander passen, aber Alex findet es trotzdem gemütlich. Ohnehin fühlt sich sein ganzer Körper so an, als liege er nach einem langen, kalten Wintertag in der Badewanne. Seine Haut kribbelt und jede Bewegung fühlt sich an, als würde er sie Unterwasser ausführen. Zäh und mit ein bisschen Widerstand, aber irgendwie, so insgesamt auch ganz leicht.

Udos Gesicht ist ganz nah vor seinem, wird nur erhellt, wenn er an der Zigarette zieht und er lächelt ganz entspannt, die Pupillen ganz weit, mehr als von der Dunkelheit allein und Alex kann seinen Blick kaum abwenden, springt von einer Sommersprosse zur nächsten und Udo zieht nur kurz die Nase kraus, als Alex beginnt seinen Pfad mit dem Finger nachzuziehen.

„Willst du nochmal?“

„Ja. Aber so wie eben.“

Sie setzen sich nicht nochmal auf, bleiben liegen und Udo stemmt sich halb über ihn. Alex spürt seine lebendige Wärme, die sich mit der in seinem Inneren mischt und zum dritten Mal atmet Udo ihm mit einem zufriedenen Lächeln Rauch in den Mund.

Alex zieht den Rauch ein und es durchströmt ihn, wohlig kribbelnd bis in die Fingerspitzen, die in Udos Nacken liegen, die kurzen Haare stachlig unter seiner Haut.

„Und zurück“, flüstert Udo und seine Lippen streifen Alex‘ in einem schwankenden, schönen Moment. Sie halten beide Inne, bemerken es kaum, dass der Rauch aus Alex‘ Mund entweicht, sie beide einhüllt und verbirgt, dass sich ihre Lippen erneut treffen.

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