Team: Kobold
Titel: Märchenprinz Teil 8 und Ende (Teil 7) (Teil 6) (Teil 5) (Teil 4) (Teil 3) (Teil 2) (Teil 1)
Challenge: Sinneseindrücke — Reizüberflutung (fürs Team)
Fandom: Mord in Wien, Kohlrabenschwarz
Charaktere: Franziska Malzer, Carl-Albrecht Nassau, Franz Hartl, Susanne Schwab, Stefan Schwab, Altjoff Erdmann
Es war laut. Unglaublich laut. Irgendjemand packte ihn, und er versuchte sich loszureißen, aber er schaffte es nicht. Er schlug wild um sich, aber jetzt packte jemand seinen Arm, und er konnte sich überhaupt nicht mehr bewegen. Er öffnete die Augen, und schloss sie sofort wieder, weil alles viel zu hell war. Irgendjemand schrie. Er riss jetzt mit aller Kraft, und jetzt ließ man ihn los, aber er konnte nicht viel mehr tun, als sich erschöpft zurücksinken zu lassen, und auf dem Boden liegenzubleiben. Er wollte einfach, dass es aufhörte, aber alles wurde nur noch lauter.
„Carl!“, langsam ebbte der Lärm ab, und er begann wieder etwas zu hören.
„Carl!“
Er öffnete die Augen, und schloss sie gleich wieder, weil es immer noch zu hell war. Dann blinzelte er, und langsam, sehr langsam konnte er den Kopf von Malzer ausmachen, er wollte etwas sagen, aber sein Mund gehorchte ihm noch nicht wirklich, und er brachte nichts weiter als ein Stöhnen heraus. Er wartete noch ein paar Atemzüge, bis die Welt um ihn herum und die Erinnerungen an das, was gerade passiert war wieder klarer wurden.
„Hmmmm“, sagte er, und dann als er sich wieder ganz unter Kontrolle hatte: „Was ist? Die?“
Susanne, die ein paar Schritte hinter Malzer stand, trat zur Seite, und gab den Blick, auf drei liegende Gestalten frei. „Sie wirken alle unverletzt, aber sind bewusstlos. Oder schlafen zumindest sehr tief und fest. Wir haben jemanden informiert, der sich mit so etwas auskennt, und sie sollte gleich da sein.“
Er schaute zu Malzer, die nur mit den Schultern zuckte. „Ich habe nicht weiter gefragt.“
Stöhnend, und fast ohne Hilfe schaffte er es sich aufzurichten. Dann verbrachte er einige Zeit damit den Impuls zu unterdrücken, sich zu übergeben, sich wieder fallen zu lassen oder beides.
Er stöhnte noch einmal, und fühlte sich dann endlich halbwegs lebendig. Sein Blick schweifte über den Rest des Raumes, und vor allem Malzer und Schwab, die nicht so aussahen, als hätten sie gerade das gleiche durchgemacht, wie Carl.
„Warum sind Sie so“, er suchte nach dem richtigen Wort, „so gut drauf?“
Malzer wirkte wieder ratlos. „Keine Ahnung. Als wir zurückgekommen sind, sind nur Sie umgekippt.“
„Es ist durchaus möglich, dass das auch mit den Genen zusammenhängt.“
Carl hätte sehr gerne zumindest gelegentlich etwas anderes gemacht, als Leute entgeistert anzustarren, aber damit würde es heute wahrscheinlich nichts mehr werden.
„Heißt das, es wäre schlimmer gewesen, wenn sie tatsächlich seine Uroma gewesen wäre, oder weniger schlimm?“
Er funkelte Malzer böse an, aber die schaute ungerührt. „Was? Wäre doch interessant zu wissen.“
„Damit haben Sie recht, aber ich kann es Ihnen leider auch nicht beantworten. Was ich Ihnen aber sagen kann, ist, dass bald unsere Freundin da sein wird, die sich um die drei da kümmern wird, und dann werden wir die örtliche Polizei verständigen.“
„Und“, redete Schwab weiter, „wir haben inzwischen Erfahrung, mit denen so zu reden, dass sie nicht zu viele Fragen stellen.“
„Verstehe“, er schaute zu Malzer. „Wir sind schon weg, und“, er schaute zu den anderen, „nehmen Sie mir das nicht übel, aber ich hoffe, ich sehe Sie nie wieder.“ Zielstrebig ging er auf den Ausgang zu und ignorierte sämtliche Gesten zwischen Malzer und Susanne, die vermuten ließen, dass zumindest die beiden sich wiedersehen würden.
Am Auto schaute er Malzer lange an. Die schaute unbeeindruckt zurück.
„Franziska.“
„Ja?“
„Falls es irgendeinen Grund gibt, warum Sie diesen ganzen Wahnsinn wesentlich besser verkraftet haben als ich.“
„Ja?“
„Sagen Sie ihn mir bitte nicht.“
Grinsend öffnete sie die Autotür. „Glauben Sie nicht, dass ich meinen Ex einfach in einen Frosch verwandelt hätte, wenn ich eine Hexe wäre?“
„Das war kein nein.“
Sie stieg ein. „Sie haben ja nicht mal eine Frage gestellt.“