Fantasy — Teamwesen (fürs Team)
Aug. 8th, 2025 07:30 amTeam: Kobold
Titel: Märchenprinz Teil 5 (Teil 4) (Teil 3) (Teil 2) (Teil 1)
Challenge: Fantasy — Teamwesen (fürs Team)
Fandom: Mord in Wien, Kohlrabenschwarz
Charaktere: Franziska Malzer, Carl-Albrecht Nassau, Franz Hartl, Susanne Schwab, Stefan Schwab, Altjoff Erdmann
„Ja. Kobolde. Absolute Biester. Aber das ist jetzt auch gar nicht wichtig. Wir hatten danach jedenfalls eine Zeit lang Ärger mit Artefakten, von denen wir ein bestimmtes Verhalten erwartet haben, die aber etwas ganz anderes gemacht haben. Zum Beispiel das Tuch mit den drei Blutstropfen ... also das ist jetzt auch gar nicht so wichtige“, endete sie nach einem warnenden Seitenblick von Schwab, „Und jetzt hatten wir eigentlich gedacht, dass wir alle Artefakte, die magisch verbogen waren, erwischt hätten, weil in den letzten Monaten nichts Merkwürdiges passiert ist. Aber jetzt sieht es so aus, als ob es doch noch etwas übrig ist.“
Carl traute sich nicht Susanne, die gerade die Worte magisch verbogen benutzt hatte, zu fragen, was für sie „nichts Merkwürdiges“ war. Deswegen versuchte er nur zusammenzufassen, was er gerade gehört - oder hoffentlich nur geträumt - hatte: „Also ein paar Kobolde sind Amok gelaufen und jetzt teleportieren diese Schuhe plötzlich Leute durch die Gegend? Wohin den bitteschön?“
„Das sind Sie tatsächlich noch auf eine Frage gestoßen, die wir uns auch stellen.“ Erdmann klang extrem überrascht von dieser Tatsache. „Kobolde können Magie durcheinanderbringen. Aber sie können sie nicht verstärken. Ein schwaches Artefakt bleibt schwach. Das heißt normalerweise, dass es aus einer weniger bekannten Geschichte stammt. Und es gibt zwar ein paar Märchen über magische Schuhe, aber keines davon ist so bekannt wie zum Beispiel Schneewittchen. Das heißt, die Schuhe sollte nicht in der Lage sein, einen Menschen so verschwinden zu lassen. Kobolde hin oder her.“
„Aber das Mädel ist verschwunden“, warf Malzer ein.
„Das haben Sie messerscharf erkannt. Deswegen muss noch zusätzlich irgendetwas die Magie der Schuhe verstärken.“ Natürlich. Logisch.
„Ein zweites Artefakt?“, fragte Malzer, und betrachtete jetzt interessiert den roten Lackschuh, den das Mädchen verloren hatte.
„Das wäre eine Möglichkeit.“ Erdmann wirkte ehrlich beeindruckt.
Carl seufzte. „Liegt hier noch Rapunzels Zopf rum?“
„Nein“, aber das. Sie zeigte auf den Schuh. „Ich bin an genug Postkartenläden vorbeigelaufen, um zu wissen, was das ist.“
Carl beugte sich nach vorne, um ihn näher zu betrachten. Ihm entfuhr ein Stöhnen. Was er bisher für eine silberne Schnalle gehalten hatte, war
„Ein Sisi Stern!“ Susanne quietschte beinahe.
„Und ich dachte, es wäre ein Schuh.“ Susanne verdrehte bei Schwabs Kommentar genervt ihre Augen, und wandte sich an Hartl, der aber auch nur verwirrt dreinblickte.
Sie stöhnte: „Ja. Aber da am Verschluss ist ein Sisi-Stern. Die hat sie im Haar auf diesem ganz berühmten Gemälde. Das müsst sogar ihr kennen.“
„Das, mit dem Schönbrunn zugepflastert ist?“
„Wie die Hofburg, das Sisi-Museum, und jede Sehenswürdigkeit, die auch nur im Entferntesten mit ihr zu tun hat“, bestätigte Carl. „Aber das sind ... Haarspangen. Sonst nichts. Es hat nie jemand behauptet, dass man hundert Jahre schläft, wenn man sich, an denen sticht, oder“, er starrte zur Tür, „sich tanzend in Luft auflöst.“
„Aber es gibt Geschichten darüber, dass Sisi verflucht worden ist, von ...“
Er unterbrach Susanne unwirsch, „Die allesamt Blödsinn sind. Die kamen erst Jahre nach ihrem Tod auf.“
„Das mag sein“, schaltete sich Erdmann ein, „Aber es sind nichtsdestotrotz Geschichten, die existieren. Und wenn eine Geschichte existiert, weiß man nie, was die Magie damit anstellt. Gerade jetzt, wo ...“
„Ja genau“, stöhnte Carl, „Die Kobolde.“ Er hoffte wirklich, dass er bald aufwachte.
„Können wir das jetzt vielleicht einmal nochmal zusammenfassen, für die Leute, die diese Schnulzen nur einmal und unter Protest geschaut haben?“
Susanne funkelte Schwab an, „Und dabei sowieso eingeschlafen sind.“ Der zuckte nur müde mit den Schultern, „Aber die kommen in den Filmen auch gar nicht vor. Und es gibt nicht besonders viel zu erzählen. Sie hatte einen ganzen Haufen dieser Sterne. Heute weiß man nur von vielleicht zehn, wo sie sind. Der Rest ist verschollen.“
„Und du meinst, die hat einer gefunden, sie an die Schuh geklebt, und deswegen sind die jetzt verflucht?“
„Sehr sehr sehr vereinfacht gesprochen wäre das immer noch falsch, aber Sie sind auf dem richtigen Weg. Die Sterne können durchaus magisch aufgeladen worden sein, wenn genug Leute glauben, dass sie was Besonderes sind. Und jetzt verwendet sie jemand quasi als Verstärker. Die Schuhe alleine haben wahrscheinlich kaum Macht. Schuhe Plus Sterne Plus Kobolde. Na ja, das haben wir ja alle gesehen.“
Carl seufzte. Unglücklicherweise hatten sie das.