Schreibaufgabe — Crossover (für mich)
Aug. 8th, 2025 07:26 amTeam: Kobold
Titel: Märchenprinz Teil 4 (Teil 3) (Teil 2) (Teil 1)
Challenge: Schreibaufgabe — Crossover
Fandom: Mord in Wien, Kohlrabenschwarz
Charaktere: Franziska Malzer, Carl-Albrecht Nassau, Franz Hartl, Susanne Schwab, Stefan Schwab, Altjoff Erdmann
Der Besitzer der Stimme trat hinter einem Regal hervor. Einem sehr kleinem Regal. Carl und Malzer starrten auf ihn.
„Guten Abend.“
Carl blinzelte und überlegte sich, ob er Malzer bitten sollte, ihn zu kneifen.
„Zwerg ist hier übrigens tatsächlich die politisch korrekte Bezeichnung. Wobei ihm Schwarzalb lieber ist.“ erklärte der, der dem Mädchen vorhin den Schuh abgenommen hatte. Stefan, hatten sie ihn genannt.
„Damit hat Herr Schwab wie so oft nur fast recht. Am liebsten wäre es mir, wenn sie mich bei meinem Namen nennen. Altjoff Erdmann. Sehr erfreut“, er deutete tatsächlich eine Verbeugung in ihre Richtung an, „Erdmann reicht aber völlig.“
„Habt ihrs gehört?“, wandte Stefan Schwab sich an den Raum, „Er hat gesagt, ich hätte oft fast recht. So ein schönes Kompliment hat er mir ja noch nie gemacht.“
„Bevor hier irgendjemand weiter Komplimente austauscht“, Malzer klang inzwischen sehr ungeduldig, „Haben Sie uns hier gerade Aufklärung versprochen.“
„Gerne. Könnte ihr Kollege dazu vielleicht die Waffe runternehmen? Da redet sichs doch viel gemütlicher.“ Schwab klang gar nicht so, als würde er irgendetwas an der Situation ungemütlich finden.
„Des find I aber auch.“ Dann warf er einen sehr langen Blick auf Carls Waffe. Der wechselte einen Blick mit Malzer und steckte sie dann seufzend ein.
„Ich sags ja. Spielzeugsoldaten.“
„Sie hätten ja Ihre auch mitbringen können“, murrte er.
„Wollen Sie weiterdiskutieren, oder doch wissen, was los ist?“, erkundigte sich Schwab interessiert, und ließ sich nicht von den bösen Blicken, die er dafür kassierte, stören.
Malzer verschränkte die Arme. „Reden Sie.“
„Es ist eigentlich ganz einfach“, erläuterte Erdmann, „In letzter Zeit sind hier mehrere verfluchte Tanzschuhe aufgetaucht. Die Trägerinnen sind dann alle verschwunden. Als wir die Vorfälle genauer untersucht haben, sind wir auf diesen Ort gestoßen, und waren gerade dabei ihn nach weiteren Hinweisen zu durchsuchen, als ... nun ja das passiert ist, was Sie auch gerade gesehen haben.“
Carl wandte sich an Malzer: „Haben Sie auch gerade verfluchte Tanzschuhe gehört?“
Sie nickte, „Ja. Und ich habe vorhin auch gesehen, wie ein schlafendes Mädchen durch die Gegend getanzt ist, und sich dann in Luft aufgelöst hat. Also bin ich jetzt geneigt, noch etwas zuzuhören.“
„Sie sollten auf Ihre kluge Kollegin hören.“
„Und Sie sollten vielleicht nicht die allerkürzeste Version erzählen, Erdmann“, schaltete sich jetzt Schwab ein. Erdmann warf ihm einen Blick zu, der wohl Dann machen Sie doch heißen sollte. Mit einem theatralischen Seufzen nahm er den Faden auf. „Vor etwa einem Jahr hat in Bremen ein Flohmarkthändler Spiegel verkauft. Die Käuferinnen haben dann angefangen, ihre Stieftöchter zu vergiften.“
„Wie in Schneewittchen?“, fragte Malzer, die mit dieser absolut wahnsinnigen Situation viel besser zurechtzukommen schien.
Schwab nickte anerkennend. „Genau. In Märchen und Legenden steckt oft ein Körnchen Wahrheit. Manchmal sogar mehr als das. Und unter gewissen Umständen können sie quasi wieder ... wiederauferstehen.“
„Unter gewissen Umständen“, wiederholte Carl.
„Genau. 3G“, warf Susanne erst wenig hilfreich ein, aber führte das beim Blick in ihre verwirrten Gesichter weiter aus: „Gene, Gegend, Gegenstand. Also: ist ein Nachfahre des ursprünglichen Protagonisten dabei? Passiert es am gleichen Ort? Besitzt jemand ein originales Artefakt der ursprünglichen Geschichte. Wie den Spiegel von Schneewittchen. Beziehungsweise einen Teil des Spiegels, weil der ist so mächtig ...“, wieder blickte sie zu ihnen, „na ja, so wichtig ist das gerade nicht.“
„Und in welchem Märchen geht es bitte um verfluchte Tanzschuhe?“, fragte Carl, der inzwischen fest davon überzeugt war, dass er träumte, und hoffte, dass er aufwachte, sobald er die ganze Absurdität dieses Traumes in Worte gefasst hatte. Allerdings wachte er nicht auf, sondern schaute nur in eine Reihe extrem betretener Gesichter.
„Tja, also ...“, und ähnlich klingendes kam von allen vieren. Hartl fasste sich als erstes: „Bei einem vergangenen Fall ist leider einiges schiefgelaufen. Und dabei sind ein paar Dinge ... durcheinandergekommen.“
Sie warteten darauf, dass jemand das weiter ausführte. Am Ende sagte Erdmann seelenruhig: „Ein sehr unfähiger Magier hat ein paar Kobolde beschworen, die ihm natürlich entkommen sind, und dann eine Unmenge chaotischer magischer Energie freigesetzt haben. Die hat einige Artefakte erwischt und die sind jetzt noch unberechenbarer als normale magische Artefakte.“
Carl fand, dass er nach diesem Satz wirklich aufwachen sollte.
Malzer wiederholte nur „Kobolde?“, weil der unfähige Magier, die chaotische magische Energie, und die unberechenbaren magischen Artefakte anscheinend vollkommen normal waren.