[identity profile] lux42y.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten

Team: Kobold
Challenge: Angst — hilflos — fürs Team
Fandom: Tatort Berlin
Charaktere: Felix Stark, Robert Karow
Wörter: 581
Zeit: ~50min





Das Blut rauschte in Felix’ Ohren—das Blut seines Herzens, das seit Stunden nur blutete und blutete und blutete. Und es schmerzte, es schmerzte so sehr. Felix’ Körper war verkrampft, schwach, klein. Er war klein, so unglaublich klein in dieser großen, leeren Wohnung. Und er war allein, so verdammt allein und schutzlos. Weil Robert nicht da war—wie immer.


Wie immer, wenn es Felix schlecht ging; wenn er schutzlos und hilflos war; wenn er Robert am dringendsten brauchte.


Es war nicht fair—wenn Robert ihn brauchte, dann war er immer da; dann stand er ihm immer bei; dann sorgte er sich so sehr um ihn, dass er alles andere ausblendete. Doch umgekehrt, wenn Felix Robert brauchte, dann… dann…


Dann war da nichts.


Niemand.


Nur Leere.


Endlose, herzlose Leere.


Und Felix konnte das nicht aushalten, weil es ihn innerlich zerriss. Es war ein ewiger Teufelskreis mit Robert. Er nahm und nahm, doch er gab nicht. Jeden Tag, jeden Tag hoffte Felix, dass es besser werden würde; dass Robert sich ändern würde; dass er weniger ein Arschloch sein würde.


Doch das passierte nicht. Robert änderte sich nicht. Und Felix verstand immer weniger, warum er ihn liebte. Ob Robert ihn überhaupt liebte.


Er war doch schon so lange geduldig gewesen mit ihm… Er hatte doch so lange nichts gesagt… Er hatte ihn doch immer so geliebt…


Reichte Robert das nicht? War er nicht genug für Robert? War seine Liebe nicht genug?


Tränen fielen auf den Parkettboden, so viele Tränen. Und die Luft wurde dünner, so dünn, dass er kaum atmen konnte. Und die Kälte kroch unter seine Haut, biss sich fest, so fest. Und Felix schrie. Er schrie.


Aber nur innerlich.




Das Schlüsselloch klickte, die Tür wurde geöffnet und schwere Schritte hallten in der Wohnung wider. Felix biss die Zähne zusammen. Die Tränen auf seinen Wangen waren lange trocken, seine Augen rot und verheult und sein Herz beinahe ausgeblutet.


„Felix?“ Roberts Stimme war rau und blockiert—so, als wüsste er, was ihn erwartete; was er getan hatte; was das hieß. Für ihn. Für sie beide.


Es dauerte nicht lange, da fand er Felix zusammengekauert auf dem Boden wieder. Felix mied seinen Blick und seine Augen, die wieder nur Lügen erzählen würden. Er konnte das nicht, er wollte das nicht. Doch Robert stand da, regungslos und verloren. Regungslos, als würde er Felix’ blutendes Herz nicht sehen. Verloren, als kannte er Felix nicht.


Es tat weh, so unglaublich weh. Scheiße, es zerriss sein Herz, zersplitterte es in tausende Scherben und ließ sie einzeln verblassen, sterben, bis da nichts mehr außer dem widerlichen Geruch von Schmerz und Tod war. Bis in Felix’ Brust einzig ein riesig großes, schwarzes Loch blieb, das sich wie Gift durch Felix’ Kreislauf schlang und in seinem Körper ausbreitete, bis nur noch Schwärze bleiben würde.


„Fuck.“ Das war alles, was Robert sagte. Felix hob seinen Blick, starrte direkt in Roberts kühle und doch gläserne Augen. Er war nicht gefühlskalt, nein, das war er nicht. Doch er war ein Arschloch, ein riesiges Arschloch.


„Felix?“ Seine Stimme zitterte, seine Hände zitterten, seine Beine zitterten—und dann gaben sie nach unter der schweren Last. Robert fiel, fiel nach vorne, fiel zu Boden. Er sank auf die Knie, doch selbst die konnten ihn nicht mehr tragen. Er fiel weiter, fiel vor, fiel auf Felix’ Brust. Dort, wo jetzt ein riesig großes, schwarzes Loch war. Die Luft war giftig, lebensfeindlich—doch nicht für Robert, nicht für ihn, denn...


Er hatte sie geschaffen. Und er würde mit ihr untergehen.

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