Team: Kobold
Challenge: Wetterphänomene — Sommergewitter — fürs Team
Fandom: Tatort München, Tatort Wien
Charaktere: Franz Leitmayr, Ivo Batic, Moritz Eisner, Bibi Fellner
Wörter: 363
Zügig begaben sie sich – wieder in der ursprünglichen Konstellation – zu den Autos. Franz bekam die GPS-Daten, Bibi und Moritz würden einfach hinterherfahren. Mit Blaulicht sollte das kein Problem sein.
Keine zehn Minuten später pirschten sie mit gezückten Waffen durch den kleinen Wald am Stadtrand. Sie umzingelten den Jägerstand. Schon auf der Fahrt hatten sich dunkle Wolken zusammengezogen – jetzt brach das Wetter endgültig ein.
Ein Sommergewitter, wie aus dem Lehrbuch. Strömender Regen ergoss sich über ihnen und in der ferne immer näherkommend sah und hörte man Blitz und Donner.
Immerhin überdeckte das Wetter ihre Schritte. Der Jägerstand war alt, halb verfallen, fast unscheinbar. Niemand hätte vermutet, dass sich darin ein mutmaßlicher Mehrfachmörder versteckte.
Blicke wurden ausgetauscht, Franz war am nähesten an der Leiter, er würde hochsteigen um nachzuschaun.
Langsam stieg er die nassen Stufen hoch, die durch den Regen spiegelglatt waren. Zwei-, dreimal rutschte er fast ab.
Oben angekommen war er bereit zu schießen – oder zu springen.
Doch im Jägerstand war lediglich ein lebloser Körper. Heftbergers. Daneben: ein durchweichtes Stück Papier, offenbar ein Abschiedsbrief.
Franz fühlte nach dem Puls – nichts.
Er drehte sich um unten an der Leiter stand Ivo, sein Blick war besorgt und er war komplett durchnässt so wie alle anderen auch.
Schließlich rief Franz runter: „Alles okay, der is tot! Kommst du mir helfen, den runterzutragen, Ivo?“
Während Ivo hochkletterte, faltete Franz vorsichtig den nassen Zettel und steckte ihn in seine Jackentasche – in der Hoffnung, später noch etwas darauf entziffern zu können.
In dem Brief stand, Heftberger sei nie der Mörder gewesen – Schachl habe ihm alles in die Schuhe geschoben. Heftberger habe sich nur rächen wollen.
Ob das stimmte, würde man wohl nie wissen.
Beide waren tot – Schachl, erwürgt von Heftberger, und Heftberger hatte sich mit irgendwelchen Pillen das Leben genommen.
Am Ende standen sie ein letztes Mal zu viert in der Hotellobby. Gepackte Taschen.
Ivo war wieder der Erste, der etwas sagte:
„Hat mich gefreut. War 'ne gute Zusammenarbeit, wenn auch mit Startschwierigkeiten.“
„Ja, mich auch“, stimmte Franz zu. Auch Bibi und Moritz nickten.
„Vielleicht sieht man sich ja mal wieder.“ antwortete Bibi
Sie schüttelten Hände, dann ging jeder seines Weges –
die einen zurück nach Wien, die anderen Richtung München.