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Team: Kobold
Challenge: Krimi/Triller/Horror — “Was haben Sie gestern Abend zwischen zehn und zwölf gemacht?” — fürs Team
Fandom: Tatort München, Tatort Wien
Charaktere: Franz Leitmayr, Ivo Batic, Moritz Eisner, Bibi Fellner
Wörter: 534



Ivo und Bibi waren derweil losgezogen, zurück nach Norden nach St. Martin nördlich von Ried, wo laut Melderegister ein guter Freund von Schachl lebte – der damals auch mit Heftberger befreundet gewesen war.


Sie klingelten mehrmals an dessen Tür und wollten schon wieder gehen, als ihnen schließlich doch noch ein Mann Mitte vierzig mit Halbglatze und im Unterhemd die Tür öffnete.


„Wer stört?“, fragte er benommen – er schien gerade erst aufgewacht zu sein.


„Majorin Fellner vom BKA Wien.“


„Und KHK Batic von der Mordkommission München. Wenn wir Ihnen kurz ein paar Fragen stellen dürften, Herr Maier?“


„Aus Minga und Wean? Glei zwoa? Hätt’s eich den Aufwond oba a spoan kina? Steuergeld moi liaber in was G’scheits investiert. So a Großkrimineller bin i ned. Wos hob i denn verbrochen, dassd Gendamarie vor meina tür steht?... Na los jetzt, kemmt’s scho eina, sunst kemman wieder de gonzen Fliang eina und scheißn ma ois voi.“


Im Flur erklärte Ivo:
„Also, Herr Maier, wir müssen Ihnen leider mitteilen, dass Ihr Freund – Herr Schachl – heute Morgen tot im Inn aufgefunden wurde.“


„A geh – da Herbert? Den hod’s dawischt? Hod er wieder z’vui gsoffen und hod die Brück’n nimmer g’funden? Na geh weida…“


„Haben Sie vielleicht eine Idee, mit wem Herr Schachl in letzter Zeit Streit hatte?“


„A geh – und wegen sowos schickts eich aus Minga und aus Wean? Des glaub i ned… wegen’m Herbert? Se… se meinan da Herbert woas mim Günther? A geh, na.“


„Ich muss Ihnen die Frage trotzdem stellen: Wo waren Sie letzten Freitag Nacht?“, fragte Bibi.


„Ahh… deswegen waora ned beim Stammtisch am Mittwoch. Hob mi scho g’wundert, wora wieda is… Am Freitag? Do war i dahoam, hob a bissl ferng’schaut. Weil mim fuat geh is bei uns jo nix mehr – nur nu de Festl für de Junga. Oba sunst is ois scho long zua. Wos woits’n leicht nu wissn?“


„Und wann haben Sie Herrn Schachl das letzte Mal gesehen?“, hakte Ivo nach und ignorierte das Meiste, was Maier sonst gesagt hatte.


„Puh… do muaß i nochdenga. Am Donnerstag, moa i. Do is er vorbeikemma auf a Bier, weil er zufällig in da Gegend war. Homma über d’Loisi g’red – sei Ex, de erm mid de Kinder davo is – und dass da Herbert jetzt umadum lauft und wie er des ogstöht hod. Und donn is a wieder gfoan.“


„Okay, vielen Dank, Herr Maier. Sie haben uns sehr geholfen. Bitte halten Sie sich zu unserer Verfügung.“ Bibi drückte ihm noch eine Visitenkarte in die Hand.




„Willkommen im Innviertel“, meinte Bibi ironisch – und begann zu lachen.


„Also, wenn die hier alle so sind – na dann Servus“, meinte Ivo und lachte mit.


„Ich glaub, die meisten hier reden eher weniger – ned so viel wie der gerade.“


Sie lachten noch ein wenig weiter, bis das Ganze in eine Art Schweigen überging, das Ivo schließlich brach:
„Wie’s dem Franz und dem Moritz wohl grad geht?“


„Ich wette, die schweigen sich die ganze Zeit nur an und sind grantig aufeinander – zumindest, wenn’s nach dem Moritz geht.“ Bibi lachte wieder, bei dem Gedanken an ihren Partner, und Ivo stimmte ein.


„Naja, der Franz kann schon auch kooperativer sein… Aber mit dem Moritz – weiß ich ja nicht. Ich bin gespannt, was er mir später erzählt.“

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