[identity profile] lux42y.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten

Team: Kobold
Challenge: Wetterphänomene — klirrender Frost — für mich
Fandom: Tatort Berlin
Charaktere: Felix Stark, Robert Karow
Wörter: 400
Zeit: ~70min



Felix schaute durch die großen Fenster auf ihren Balkon. Robert stand draußen, blickte auf das morgendliche Panorama Helsinkis und rauchte. Er rauchte, obwohl er wusste, dass Felix das nicht mochte. Überhaupt nicht mochte.


Doch Felix konnte wohl nicht einfach so von ihm verlangen, dass er für ihn mit dem Rauchen aufhörte. Nicht nach den wenigen Wochen, die sie erst zusammen waren. Aber irgendwann vielleicht. Hoffentlich.


Felix schälte sich aus den vielen Lagen Decken und hüpfte aus dem Bett. Er schnappte sich Roberts blauen Kapuzenpulli vom Sessel und trat rüber zur Balkontür. Langsam schob er diese auf und sofort stieß ihm der klirrende Frost entgegen und pflanzte sich eiskalt auf seine Haut. Felix zog schnell die große Kapuze über und stopfte die Hände in die warmen Taschen des Pullis.


Robert rauchte noch, als Felix neben ihn trat. Der Zigarettenrauch stieg Felix bitter in die Nase und er verzog das Gesicht, drehte sich so, dass er nicht alles abbekam. Robert machte keine Anstalten, seine Zigarette auszumachen. Irgendwann vielleicht, sagte Felix sich. Er würde warten.


„Wie überlebst du diese Kälte in einem T-Shirt?“, fragte er, statt das Rauchen anzusprechen. Robert zuckte bloß mit den Schultern, schwieg.


„Keine Lust zu reden?“, meinte Felix sanft. Robert nickte leicht, schenkte ihm ein gequältes Lächeln. Der Mond schien hell hinter ihm.


„Okay.“ In Felix’ Stimme lag so viel Verständnis, wie Robert es nicht gewohnt war. Und sein Lächeln war so sanft und weich, so empathisch, dass es Roberts Herzschlag beschleunigte (auch wenn er das nicht zugeben würde).


Roberts Lächeln wurde ehrlicher, weniger gequält. Es fühlte sich weniger wie ein Vormachen, wie eine Lüge an und Felix merkte das, sah das. Und er mochte das, mochte das sehr.


Robert nahm den letzten Zug von seiner Zigarette und trat sie aus. Worte waren nicht wirklich sein Freund—das waren sie vielleicht noch nie gewesen—und deshalb schwieg er auch weiterhin. Doch er wollte Felix nicht nichts geben, das verdiente er nicht. Er verdiente es, geliebt zu werden und Robert würde, auch wenn er dieses Gefühl vergessen hatte, alles tun, um es zu erinnern. Um es erneut zu finden.


Darum legte er einen Arm um Felix und zog ihn näher. Er hielt ihn fest bei sich, hier in der Dunkelheit, in der Kälte, und wartete. Wartete gemeinsam mit Felix.


Bis er Felix irgendwann so anschauen könnte, wie Felix ihn anschaute. Bis er Felix so lieben könnte, wie er ihn liebte.

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