[identity profile] agadinmar.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Titel: Generationenkonflikt
Schreiberling: [livejournal.com profile] agadinmar
Fandom: Original
Rating: G
Warnungen: Fehler (denn es ist ungebetat - wie immer)
Wordcount: 820
Prompt: #2 Unterbrechung
A/N: Schlaflosigkeit hat mich schreiben lassen (und darum bedanke ich mich bei den genialen Mods für die Nachtschwärmeridee! Ihr seid grandios ♥)
Wichtig: Die Personen werden wohl mein diesjähriger NaNo-Cast. Dies ist quasi ein Prequel zum Warm-up. Jupp.
Summary: Als alleinerziehender Vater hat man es nicht leicht...




Solange er denken konnte – und das war zugegebenerweise eine lange Zeit – hatte es in seiner Familie Traditionen gegeben. Bräuche und Abkommen, Übereinkünfte, die dafür sorgten, dass sie stark blieben oder noch stärker wurden, zusammengeschweißt in dem Schutz ihres Clans. Diese Bräuche und Sitten waren älter noch als seine Familie selbst und niemals hätte er sich vorstellen mögen, dass sich daran etwas ändern konnte.

Jeder seiner Brüder behielt seinen Teil der Familie in fester Hand und alle sechs hatten wunderbare Kinder, die sämtliche Bekannte mit Neid erfüllten. Alle, nur er nicht.
Mit Grauen dachte er an das bevorstehende Treffen, das sie alle zusammenführen würde und das ihm inzwischen erschien, als wäre es nur da, um ihn zu demütigen.

Das Pochen hinter seinen Schläfen wurde mit jedem der aggressiven Misstöne lauter, die aus dem Zimmer seines Jüngsten kamen, der offenbar versuchte, diese haarsträubenden Textzeilen auch noch mitzusingen.

Wutschnaubend ließ er sich in den Sessel sinken und seine scharfen Fingernägel gruben schmale Halbmonde in das Lederpolster. „Wenn er dieses Lied noch einmal spielt…“

„Das ist die Pubertät, Vater. Jeder in dem Alter versucht sich selbst zu finden… seine Grenzen auszutesten. Rebelliert...“

Er sah von der Armlehne auf, in die er seine Hand gekrallt hatte und von der er fast erwartete kleine Rauchwolken aufsteigen zu sehen, so viel Kraft hatte er in diesen Griff gelegt.

Stattdessen ließ er seinen Blick zu seinem Ältesten wandern – einem Musterbeispiel für einen guten Sohn, wenn es so etwas gab. „Diese Musik ist krank! Ich habe mich noch nie für irgendjemanden so schämen müssen wie für deinen Bruder! Und wenn er sie nicht endlich leiser macht, gehe ich zu ihm und kassiere die Platte ein für allemal ein. Wenn jemand hört--“

Ein Windspiel ertönte als sich die Tür zu dem Zimmer des jüngsten Sohnes öffnete und sofort wurde die das Gejaule aus der alten Stereoanlage noch lauter.

„Mach endlich diese schreckliche Musik leiser!“

An der Laustärke änderte sich nichts, aber schon bald tauchte das blasse Gesicht seines jüngsten Sohnes im Türrahmen auf. „Kann ich bitte meine Poster zurück haben?“

„Was habe ich dir über diese Art der Musik gesagt? Ich dulde solches Schandwerk nicht unter meinem Dach!“ Langsam neigte er sich in seinem Sessel nach vorn und das Leder des Sessels ächzte, als seine Klauen sich noch tiefer hineingruben. Auch wenn er keinen Zweifel hatte, was da auf dem Shirt seines Sohnes prangte, zischte die Frage von seinen purpurnen Lippen: „Ist das…? DARLIK! Zieh sofort das T-Shirt aus oder ich vergesse mich!“

„Dad…“

Die Wut schlug heiße Wellen in Vels Bauch als er seinen Sohn anstarrte. Blue-Jeans. Ein frisch gekämmter Seitenscheitel. Die einstmals flammendroten Haare zu einem nichtssagenden Braun gefärbt. „Erst die Beatles und jetzt auch noch ein Hemd von Bob Dyl… ich mag diesen Namen nicht einmal in den Mund nehmen.“ Der Geschmack von Schwefel kroch über seine Zähne und er wusste, dass er durch all seine Wut längst jede Tarnung verloren hatte, die ihm sonst erlaubte menschlich zu erscheinen. Als er wieder auf seine Hand sah, war sie so schwarz wie verbranntes Holz. „Sylfar?“

Sofort blickten die schwarzen Augen seines Ältesten zu ihm und eine rabenschwarze Augenbraue wölbte sich fragend.

„Du gehst runter in Darliks Zimmer. Ich will, dass du auch noch die anderen Poster holst.“ Langsam zog er die Klauen aus der Armlehne zurück, betrachtete die dunklen dreieckigen Klauen und wie sie in die noch finstereren Schuppen seiner Haut übergingen.

„Das ist mein Leben! Ich bin alt genug, um selbst zu entscheiden, was für Musik ich höre oder wie ich rum laufe.“ Für einen Moment flackerten die künstlich-menschlichen Augen, boten einen Schatten ihres eigentlichen Gelbs. Velverith schnaubte abfällig. Ja, schon immer war Darlik anders gewesen. Alle anderen Söhne seiner Linie hatten schwarze Augen.

Velverith erhob sich und streckte sich zu seiner vollen Größen, ließ das Hemd, das bis dahin die harten Schwingen verbarg, unter dem Spannen seiner Fledermausflügel bersten. „Wenn ich dich noch einmal erwische, wie du dir diesen Dreck ansiehst, dann kannst du beweisen wie gut du alleine zu recht kommst.“

Sylfar würde die CDs und Zeitschriften holen – auf ihn war immer Verlass, auch wenn Velverith wusste, wie sehr Syl seinen jüngeren Bruder schätzte. Wieder ließ sich Velverith in den Sessel fallen, fauchte wütend, als sich ein schwerer Flügel an der Lehne verfing. Heute war ein grausamer Tag.

Kehliges Lachen ertönte von seinem Ältesten und seine Lippen gaben den Blick auf eine Reihe messerscharfer Zähne frei, als er einen langen, spinnendünnen Arm um die Schultern von Darlik legte. „Wirklich, Darl. Was kommt als nächstes? Celine Di--“

„Nicht in meinem Haus, Sylfar!“ Velveriths zweispitzige Zunge huschte blitzschnell über die gebleckten Zähne. Alleine der Name dieser weiteren Unperson brachte ihm physische Schmerzen. „Und dreh das Kreuz wieder um!“

‚You can’t hurry love – No, you just have to wait‘

Velverith wurde speiübel. Von all den grausamen Dinge, die er in seinem langen Leben erdulden musste, war das die Spitze der Geschmacklosigkeit. Phil Collins, notierte er sich in Gedanken. Dann würde er es eben auf die altmodische Art regeln – bei Sylfar und Elvis hatte das schließlich auch wunderbar geklappt...


Für alle Mutigen, die wissen wollen, womit Velverith von seiner Dämonenbrut gequält wird ;)

***
2. A/N: Für Harry, der mich herausgefordert und behauptet hat, ich könnte nichts schreiben, was schlechte Musik und/oder Phil Collins beinhalten würde =D Me = Winner! Ha!
(deleted comment)

Date: 2008-10-11 10:08 am (UTC)
ext_63419: (write)
From: [identity profile] dooropener.livejournal.com
*hihihihi* ich find das Setting ja mal so geil, Das Klischee mal so herrlich umgedreht. Toll
Und ich hab Dich natürlich gleich als Buddy geadded (mein NaNo-Name ist "toki")

Date: 2008-10-11 10:25 am (UTC)
From: [identity profile] tristraine.livejournal.com
Genial! Das wird sicherlich ein tolles Nano-Projekt (hab dich auch mal geaddet.)

>Dann würde er es eben auf die altmodische Art regeln – bei Sylfar und Elvis hatte das schließlich >auch wunderbar geklappt...
Phil Collins zieht zu Elvis nach Hawaii und beide Essen gemeinsam Bananenbrot?

Date: 2008-10-12 12:53 pm (UTC)
From: [identity profile] tristraine.livejournal.com
Ich denke nicht, dass Phil etwas zustösst. Aber sicherheitshalber Kreuze ich auch mal meine Finger, doppelt hält besser!
Ich denke, ich hab riesige Lust dein Projekt zu lesen, wenn es dann fertig ist *dackelblick*

Ich werd sehr wahrscheinlich über meine kleine Steampunkcrew schreiben, Mara, die sich eine Roboterfreundin baut, die täglichen Streitereien mit Adelen und natürlich jede Menge Abenteuer. Was sollte man sonst mit einem Luftschiff tun *g*
Einen genauen Plan hab ich noch nicht, nur so einzelne Szenen, die mir gefallen würden...
Und wie läuft deine Planung?

Date: 2008-10-11 12:58 pm (UTC)
pax_athena: (mucha)
From: [personal profile] pax_athena
Oh, gefällt mir :) Witzige Idee, macht Lust darauf, mehr von den Figuren zu wissen!

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