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Team: Kobold
Challenge: Reverse Challenge — Lieblingslied
Fandom: Mord in Wien
Charaktere: Franziska Malzer, Mia Malzer



Mia hüpfte begeistert auf und ab, mehr oder weniger im Takt des Liedes. Franzi beobachtete sie und versuchte nicht an ein anderes Mädchen zu denken, das zu genau dem gleichen Lied genauso begeistert getanzt hatte. Es gelang ihr nicht.


„Was ist denn Oma?“


„Nichts.“


„Warum schaust du dann so komisch?“


(Sie ist ja schon sehr aufmerksam für ihr Alter, sagte ihre Schwester immer. Du warst früher genauso.)


„Das Lied war ein Lieblingslied von deiner Mama.“


„Ah.“ Mia legte den Kopf schief und schaute auf den Lautsprecher, aus dem wieder und wieder Come to an End dröhnte. Sie schaute dabei genauso, wie sie immer schaute, wenn ihr jemand etwas Neues erzählte. Egal ob es darum ging, dass ihre Oma jetzt mit einem Prinzen zusammenarbeitete, ihr jemand etwas Neues über ihr aktuelles Lieblingstier erzählte oder über ihre Mutter, die so früh gestorben war, dass Mia kaum Erinnerungen an sie hatte.


Vielleicht ist es ja besser so, war eine der hilflosen Kondolenzversuche, die Leute mit Blick auf Mia, die zu jung war um wirklich zu verstehen, was um sie herum geschah, gemacht hatten. Franzi hatte nichts gesagt. Weil sie damals nicht die Kraft dazu gehabt hatte, und weil ein Teil von ihr ihnen zustimmte. War es nicht besser, wenn sie es nicht so genau wusste?


„Hat sie den oft gehört?“, riss Mia sie aus ihren Gedanken.


„Ja.“


So that they could Die Die Die Der Text ließ sie zusammenzucken. Hatte sie sich je über den gewundert, als Nina das Lied in voller Lautstärke und in Dauerschleife gespielt hatte?


„Und dazu getanzt?“


Franzi nickte nur, weil sie ihrer Stimme nicht traute. Nina war schon ein Teenager gewesen, eigentlich viel zu cool für sowas, aber ab und zu hatte sie sich doch noch dazu hinreißen lassen, so euphorisch hin und her zu hüpfen, wie als Kind, und dabei in ein imaginäres Mikro zu singen.


Nein. Es ist nicht besser so wollte sie mit Verspätung den Kondolierenden entgegenschreien. Weil sie würde gerne diese Erinnerung mit Mia teilen, und dass Mia dabei anders reagiert, als wenn ihr jemand erzählt, dass Kolibris rückwärts fliegen können. Sie wollte, dass Mia ihre Mutter nicht nur von Fotos kannte. Sie wollte, dass Mia ihrer Mutter noch hatte. Und sie ihre Tochter.


„Was ist denn jetzt, Oma?“


„Ich ... ich muss jetzt anfangen, das Essen zu machen.“ Sie hoffte, Mia merkte nicht, dass sie aus ihrem Zimmer floh.


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