Team: Kobold
Challenge: Sinneseindrücke — Flimmern vor den Augen — fürs Team
Fandom: Tatort Düsseldorf
Charaktere: Max Ballauf, Bernd Flemming
Wörter: 605
Zeit: ~40min
Das Flimmern vor meinen Augen strahlt in allen möglichen Farben und doch ist es zu verschwommen als dass ich sie einzeln benennen könnte. Wenn ich sie schließe, dann werden es nur noch mehr Lichtflecken, die wild umher schwirren. Und mein Kopf erst—scheiße. Der schmerzt wie lang nicht mehr.
Die ganze Zeit: Dump. Dump. Dump.
Dauerhaft dieses elendige Pochen, das einfach nicht gehen will. Es tut so verdammt weh, dass ich kaum meine Augen noch offenhalten kann. Dabei muss ich noch einen ganzen scheiß Bericht schreiben. Verdammter Mist.
Was mach’ ich denn jetzt? Der Chef wird mich köpfen, wenn ich den morgen nicht fertig hab.
Ich lasse mich in den Stuhl zurückfallen. Die Uhr an der Wand zeigt 23 Uhr. Oder schon Mitternacht? Oder gar 1 Uhr? Ich kann es nicht richtig lesen. Zu verschwommen.
Mit der Hand fahre ich über mein Gesicht, reibe mir die Augen. Wär’ doch wenigstens die Müdigkeit nicht auch noch.
Draußen ist es dunkel—schon seit langem—doch hier drinnen strahlen die Deckenlampen so hell, als wären sie die Sonne. Das Licht blendet mich, es schmerzt, schmerzt so sehr in meinen Augen. Aber ich kann jetzt nicht weg. Nicht bevor ich diesen Bericht geschrieben habe.
„Max?“, höre ich Flemmings Stimme. Fuck, was will der denn jetzt?
„Mh?“, brumme ich.
„Was machst du denn noch hier? Es ist gleich Eins.“ Also doch schon Eins. Scheiße.
„Bericht schreiben.“
„Um diese Uhrzeit? Geh nach Hause, Ballauf“, fordert er völlig entgeistert.
„Danach.“
„Jetzt.“ Seine Stimme klingt so überzeugt, dass ich ihm gerne glauben würde. „Oder ich schmeiße dich mit meinen eigenen Händen raus.“ Ich verziehe das Gesicht.
„Nicht nötig, Chef. Ich bin eh gleich fertig.“ Stimmt nicht. Egal. Dann lässt er mich jetzt wenigstens in Ruhe.
„Max. Raus.“ Falsch gedacht.
„Chef, wirklich, ich-“
„Nein. Du fährst jetzt nach Hause. Was hast’n deiner Frau überhaupt gesagt? Und den Kindern? Die haben doch bestimmt gewartet“, sagt Flemming und klappt den Laptop vor mir einfach zu.
„Die warten nicht mehr“, rutscht es mir heraus—auf die Weise sollte Flemming nicht erfahren, dass meine Frau mich verlassen hat, aber jetzt es auch scheißegal. Ich will gerade den Laptop wieder aufmachen, da packt Flemming meine Arme. Ich runzle die Stirn. Warum zur Hölle-
„Komm“, flüstert er und es klingt so verboten sanft. Scheisse, denke ich, während mein Puls in die Höhe schießt und die Lichtflecken vor meinen Augen sich verdoppeln. Zu viel. Zu viel. Zu-
Ich kneife meine Augen zu. So fest, dass es wehtut. Aber wenigstens ist es ein anderer Schmerz. Wenigstens ist für einen Moment nicht das Pochen in meinem Kopf alles, was ich spüre.
„Komm, Max“, wiederholt Flemming und zieht mich aus dem Stuhl hoch. Ich lasse es einfach geschehen, lasse es passieren. Ich habe keine Ahnung, warum er das macht, aber er wird schon einen Grund haben.
Mein Kopf pocht noch immer etwas, als ich morgens aufwache. Und die Sonne ist viel zu grell. Ich drehe mich auf die andere Seite, kneife die Augen wieder zu. Scheisse.
Als ich irgendwann die Augen wieder öffne, steht die Sonne bereits höher. Und der Wecker zeigt 10:27 Uhr. Meine Augen weiten sich.
„Scheiße! Scheiße, scheiße, scheiße!“, fluche ich, während ich aus dem Bett springe. Keine gute Idee, denn dabei kippe ich fast um—der Schwindel holt mich zurück in die Realität meiner Migräne. Ich lasse mich aufs Bett plumpsen, um nicht gleich das Gleichgewicht zu verlieren.
Mein Blick schweift zurück zum Wecker. 10:28 Uhr.
Dann fällt er auf den Zettel, der daneben liegt. Ich runzle die Stirn, nehme den Zettel in die Hand.
Meld’ dich, wenn du wach bist.
- Flemming
Meine Augen werden wieder groß.
„Oh, scheiße.“
no subject
Date: 2025-07-26 09:46 pm (UTC)Max tut mir wirklich leid. Der Arme ...