Einen Engel verarzten
Sep. 22nd, 2008 10:15 amFandom: Tenkû no Escaflowne
Personen: Hitomi, Van
Challenges: #3 Blut, #1 Hug me, bitch
Nur was kurzes, Schnuffeliges. Ich konnte bei den Challenges einfach nicht widerstehen *_*
Im Grunde hatte Hitomi dafür gesorgt.
Nicht mit Absicht verstand sich, aber doch, durchaus, schon.
Sie hatte nicht gut genug hingesehen, war gestolpert und hatte sich somit in ihrer Gänze diesem Soldaten der Zaibacher präsentiert.
Also eigentlich hätte sie just in diesem Moment ein Schwert in ihrer Brust haben sollen.
Einen Moment wäre ihr das vielleicht auch ein wenig lieber gewesen als jetzt Vans Zickereien ertragen zu müssen.
Männer auf Gaia waren genauso wehleidig wie die in ihrer Welt.
„Du hast überhaupt keine Ahnung, was da tust, oder?“, kreischte er ungehalten. Passend zu seiner Laune färbte die Glut des Lagerfeuers sein Gesicht puterrot.
„Halt einfach still, ja?“, zickte Hitomi zurück und wedelte kurz mit dem Verband herum.
Natürlich war es kein Verband, sondern nur ein Stück Stoff, das genauso wenig desinfiziert war wie Van in diesem Moment Sanftmut zeigte.
Sie befanden sich mitten in der Pampa.
Hitomi war eigentlich gar nicht so ungeschickt darin, Leuten irgendwelche Wunden zu verbinden. Nun gut, ihre bisherigen Erfahrungen dahingehend beschränkten sich auf Pflaster aufkleben bei ihrem Bruder und einer wirklich dilettantischen Armschiene bei einer Freundin.
Aber hier hatte sie es mit einem völlig unnatürlichen Umstand zu tun.
Sie versuchte, vorsichtig ein paar der Deckfedern zur Seiten zu biegen, was nicht ganz gelang. Federn konnte man nur bis zu einem gewissen Grad wegbiegen, sie waren nun mal keine Haare. Darunter bröselte dunkelroter Schorf ab und dann entdeckte Hitomi die Stelle, an der das Blut noch immer zäh und dunkel hervorquoll.
Sie hatte eigentlich damit gerechnet, dass Van jetzt wieder schreien und nörgeln würde, aber diesmal blieb er still. Alles, was sie in ihren Händen spüren konnte, war das Beben des Flügels unter dem Schmerz.
Jetzt tat er ihr wirklich Leid.
Durch eine unglückliche Drehung hatte das Schwert diesen Flügel durchbohrt. Nur kurz zwar und zum Glück nicht allzu tief. Aber es war besser als wenn es seine Brust gewesen wäre. Oder ihre.
Während sie versuchte, diese Wunde irgendwie einzuwickeln und abzuschnüren, kamen ihr immer wieder metaphorische Bilder von gebrochenen Flügeln, die sie in theatralischen Mädchenmanga gesehen hatte, in den Sinn. Aber in Wirklichkeit hatte ein blutiger Flügel nichts Schönes, nichts Heroisches oder Anmutiges. Blut auf weißen Federn sah einfach nur ekelhaft aus. Sie konnte den Schmerz quasi riechen. Und so wie Van dasaß und diese seine Flügel auf dem Boden ausgebreitet hatte- und sie nicht wie sonst immer in seinem Inneren hatte verschwinden lassen können- wirkte er beinahe ungelenk. Wie ein Albatross an Land.
„Du.“, murmelte sie schließlich, als sie fertig war und strich geistesabwesend über den verletzten Flügel.
„Es tut mir Leid. Dass du wegen mir jetzt...“
Er sah halb über seine Schulter, schaute sie aber nicht an.
„Ach, nicht der Rede wert.“ , sagte er unwirsch.
„Es ist nicht gerade so, dass ich an daran hängen würde. Unwürdige Hinterlassenschaften des Drachenvolkes.“
Achja, die Schiene wieder.
Hitomi seufzte stimmlos und ging um die auf dem Boden ausgebreiteten Flügel herum.
„Na gut, dann sagen wir eben...“, murmelte sie versöhnlich,
„...dass ich daran hänge. Weil du mir ohne sie letztens nichts das Leben hättest retten können.“
Er schaute sie schweigend an und wirkte mit einem Mal sehr müde.
Der leise Singsang der Flammen, die sich in seinen Augen wiederspiegelten, verschwand plötzlich.
Vielleicht war er erschöpft?
Vielleicht würde er jetzt wieder zetern?
Nein, eigentlich nicht, dachte Hitomi.
Dieser junge König war ausgezehrt von seiner eigenen Wut, auf eine so grauenhafte Art und Weise, dass sie Angst um ihn hatte.
Sie wünschte sich schon seit längerem, dass vielleicht endlich wieder ein wenig mehr Weichheit Einzug in sein Wesen halten können würde.
Sie lehnte sich vor und umfasste ihn zärtlich.
Und spürte, wie in ihm etwas ein bisschen zu schmelzen begann und er anfing, sich ein wenig an sie zu schmiegen, auf seine scheue, distanziert-königliche Weise.
Wie das plötzlich im Bauch kribbelte...
Personen: Hitomi, Van
Challenges: #3 Blut, #1 Hug me, bitch
Nur was kurzes, Schnuffeliges. Ich konnte bei den Challenges einfach nicht widerstehen *_*
Im Grunde hatte Hitomi dafür gesorgt.
Nicht mit Absicht verstand sich, aber doch, durchaus, schon.
Sie hatte nicht gut genug hingesehen, war gestolpert und hatte sich somit in ihrer Gänze diesem Soldaten der Zaibacher präsentiert.
Also eigentlich hätte sie just in diesem Moment ein Schwert in ihrer Brust haben sollen.
Einen Moment wäre ihr das vielleicht auch ein wenig lieber gewesen als jetzt Vans Zickereien ertragen zu müssen.
Männer auf Gaia waren genauso wehleidig wie die in ihrer Welt.
„Du hast überhaupt keine Ahnung, was da tust, oder?“, kreischte er ungehalten. Passend zu seiner Laune färbte die Glut des Lagerfeuers sein Gesicht puterrot.
„Halt einfach still, ja?“, zickte Hitomi zurück und wedelte kurz mit dem Verband herum.
Natürlich war es kein Verband, sondern nur ein Stück Stoff, das genauso wenig desinfiziert war wie Van in diesem Moment Sanftmut zeigte.
Sie befanden sich mitten in der Pampa.
Hitomi war eigentlich gar nicht so ungeschickt darin, Leuten irgendwelche Wunden zu verbinden. Nun gut, ihre bisherigen Erfahrungen dahingehend beschränkten sich auf Pflaster aufkleben bei ihrem Bruder und einer wirklich dilettantischen Armschiene bei einer Freundin.
Aber hier hatte sie es mit einem völlig unnatürlichen Umstand zu tun.
Sie versuchte, vorsichtig ein paar der Deckfedern zur Seiten zu biegen, was nicht ganz gelang. Federn konnte man nur bis zu einem gewissen Grad wegbiegen, sie waren nun mal keine Haare. Darunter bröselte dunkelroter Schorf ab und dann entdeckte Hitomi die Stelle, an der das Blut noch immer zäh und dunkel hervorquoll.
Sie hatte eigentlich damit gerechnet, dass Van jetzt wieder schreien und nörgeln würde, aber diesmal blieb er still. Alles, was sie in ihren Händen spüren konnte, war das Beben des Flügels unter dem Schmerz.
Jetzt tat er ihr wirklich Leid.
Durch eine unglückliche Drehung hatte das Schwert diesen Flügel durchbohrt. Nur kurz zwar und zum Glück nicht allzu tief. Aber es war besser als wenn es seine Brust gewesen wäre. Oder ihre.
Während sie versuchte, diese Wunde irgendwie einzuwickeln und abzuschnüren, kamen ihr immer wieder metaphorische Bilder von gebrochenen Flügeln, die sie in theatralischen Mädchenmanga gesehen hatte, in den Sinn. Aber in Wirklichkeit hatte ein blutiger Flügel nichts Schönes, nichts Heroisches oder Anmutiges. Blut auf weißen Federn sah einfach nur ekelhaft aus. Sie konnte den Schmerz quasi riechen. Und so wie Van dasaß und diese seine Flügel auf dem Boden ausgebreitet hatte- und sie nicht wie sonst immer in seinem Inneren hatte verschwinden lassen können- wirkte er beinahe ungelenk. Wie ein Albatross an Land.
„Du.“, murmelte sie schließlich, als sie fertig war und strich geistesabwesend über den verletzten Flügel.
„Es tut mir Leid. Dass du wegen mir jetzt...“
Er sah halb über seine Schulter, schaute sie aber nicht an.
„Ach, nicht der Rede wert.“ , sagte er unwirsch.
„Es ist nicht gerade so, dass ich an daran hängen würde. Unwürdige Hinterlassenschaften des Drachenvolkes.“
Achja, die Schiene wieder.
Hitomi seufzte stimmlos und ging um die auf dem Boden ausgebreiteten Flügel herum.
„Na gut, dann sagen wir eben...“, murmelte sie versöhnlich,
„...dass ich daran hänge. Weil du mir ohne sie letztens nichts das Leben hättest retten können.“
Er schaute sie schweigend an und wirkte mit einem Mal sehr müde.
Der leise Singsang der Flammen, die sich in seinen Augen wiederspiegelten, verschwand plötzlich.
Vielleicht war er erschöpft?
Vielleicht würde er jetzt wieder zetern?
Nein, eigentlich nicht, dachte Hitomi.
Dieser junge König war ausgezehrt von seiner eigenen Wut, auf eine so grauenhafte Art und Weise, dass sie Angst um ihn hatte.
Sie wünschte sich schon seit längerem, dass vielleicht endlich wieder ein wenig mehr Weichheit Einzug in sein Wesen halten können würde.
Sie lehnte sich vor und umfasste ihn zärtlich.
Und spürte, wie in ihm etwas ein bisschen zu schmelzen begann und er anfing, sich ein wenig an sie zu schmiegen, auf seine scheue, distanziert-königliche Weise.
Wie das plötzlich im Bauch kribbelte...
no subject
Date: 2008-09-25 07:42 pm (UTC)Trotz Faulheit im Kommentare schreiben lässt mich dieser Satz nicht mehr los.
Ich hab schlimmsten quietsch erwartet- und dann war es einfach schön!