Der Unfall
Sep. 22nd, 2008 12:35 amTitel: Der Unfall
Autor: les_lenne
Fandom: TYOB + X/1999
Challenge: #1 – Hug me, bitch!, und außerdem noch #3 – Blut
Rating: PG-13
A/N: Kitsch. Zucker. Quasi "voll kawaii!!!" Regen, Kuscheleinheiten und billige Worträtsel.
Er war nass und er war schmutzig. Draußen stürmte es, der Regen peitschte gegen die Fenster und die wenigen Bäume, die man in Tokyo zu sehen bekam, wurden fast entwurzelt.
Subaru nahm ein Handtuch und legte es ihm um die Schultern. „Ich habe nichts, was dir passen könnte... aber du solltest ein heißes Bad nehmen. Oder dich wenigstens duschen.“ Er bezweifelte, dass sein nächtlicher Besucher ein großer Freund des Badens war. Subaru nickte zur Badezimmertür. „Wenn du irgendetwas brauchst, ruf mich.“ Subaru errötete – er würde natürlich nicht ins Bad gehen, wenn jemand anderes, nackt, drin war.
„Ja“, sagte Seishirou. Er öffnete die Tür und verschwand im Badezimmer.
Wenig später, Subaru stand in der Küche und kochte Tee, hörte er den Wasserstrahl der Dusche prasseln, erst lauter gegen die Fliesen, dann gedämpfter.
Er trat in den Flur und lauschte an der Tür. Wärme kam unter dem Spalt hervor. Er sah zu Boden – Bluttropfen vom Eingang bis zum Bad. Sie waren schon in den grauen Teppich eingetrocknet. Er kniete sich hin und überlegte, wem das Blut wohl gehört haben mochte. Die Person konnte nicht mehr am Leben sein. Außer sie hieß Seishirou, und das hätte er doch bemerkt. Wenn er verletzt gewesen wäre. Das hätte Subaru bemerkt.
Er legte die Hand flach an die Badtür. Richtig angesehen hatte er ihn nicht. Nur kurz den Blick über die regentropfende Person streifen lassen, während die Pentagramme seiner Hände flammten.
Seishirou trug einen langen weißen Bademantel. Subaru war er zu groß, Seishirou passte er wie angegossen.
„Tee.“ Subaru schob eine Tasse über den Tisch. Er wollte ihm nicht zu nahe kommen.
Seishirou hob den linken Arm und griff nach der Tasse. Er nippte daran. Sein rechter Arm hing schlaff an der Seite herunter.
Subaru ging zu ihm, tastete mit den Fingern seine Elle ab. Seishirou zuckte. Kaum merklich, aber die Finger, die Finger hatten sich verkrampft. Nerven und Muskeln taten das manchmal; verrieten einen.
Subaru schob den Ärmel des Bademantels hoch und betrachtete die Wund eingehend. Sie war tief, aber es floss nicht viel Blut. Ein großes Stück Metall durchstach die Knochen. Er schluckte schwer.
„Was ist passiert?“, fragte Subaru.
Vielleicht hat er mich nicht gehört, dachte Subaru, denn Seishirou antwortete ihm nicht.
„Was ist passiert?“, wiederholte er, etwas lauter dieses Mal.
„Ein Unfall“, sagte Seishirou.
Subaru nickte. „Ja.“ Er lief ins Badezimmer und holte Verbandsmaterial aus dem Schrank, in dem er seine Hausapotheke und andere Hygieneartikel aufbewahrte. Sein Blick fiel auf die Schmerztabletten. Er schloss den Schrank.
Seishirou saß am Esszimmertisch und trank Tee. Der Ärmel war wieder heruntergerutscht, doch langsam sickerte das Blut durch den dicken Stoff.
Subaru zog einen Stuhl heran und setzte sich neben ihn. Er legte Seishirou wortlos eine Tablette neben die Teetasse und verband ihm den Arm. Er war inzwischen gut darin, Verbände anzulegen. Er hatte sich oft genug selbst verarztet, um nicht ins Krankenhaus zu müssen.
Als Subaru fertig war und den Kopf hob sah er direkt in Seishirous Augen. Er schielte auf den Tisch. Die Tablette war verschwunden.
„Du hast Schmerzen“, sagte Subaru. Eigentlich hatte er vorgehabt, es nur zu denken. Es war ihm herausgerutscht. Er wartete darauf, dass Seishirou ihn angrinste und in einem Blütenwirbel verschwand.
Das trat nicht ein. Seishirou fasste sich an den Verband. „Das hast du gut gemacht.“
„Danke.“ Subarus Herz pochte schwer und laut in seiner Brust, sprang nach oben in seinen Hals, spielte Pingpong zwischen seinen Rippen. Er ließ seine Hand auf Seishirous Unterarm ruhen, direkt unter der Verletzung.
„Hat dich jemand verletzt, oder etwas?“
Seishirou neigte den Kopf. Ein hauchdünnes Lächeln; vielleicht wirkte die Tablette schon. „Etwas?“
„Etwas.“ Subaru stand auf und räumte die leergetrunkene Tasse in die Spüle. „Du kannst in meinem Bett schlafen.“
„Ich bleibe über Nacht?“
Subaru drehte sich um. „Ja.“
„Oh“, sagte Seishirou. Er stand auf. „Ich möchte aber nicht, dass du wegen mir auf der Couch schlafen musst.“
Subaru begleitete ihn ins Schlafzimmer. Er schwieg. Es war nicht die Zeit für ein Wortgefecht, für fliegende Papierfetzen und wütende Schutzgötter. Es war auch nicht genug Platz in der kleinen Wohnung, die Subaru seit einigen Jahren sein Heim nannte.
Seishirou setzte sich aufs Bett. Er lehnte sich auf den falschen Arm, den verletzten Arm, und stöhnte.
Subaru setzte sich neben ihn, legte ihm eine Hand auf den Rücken und zog ihn in eine halbe Umarmung. Es fühlte sich merkwürdig an. Als hielte er eine Statue im Arm, steif und unbeweglich.
„Wir teilen uns das Bett“, sagte Subaru. Er half Seishirou, sich so hinzulegen, dass die Wunde kein Gewicht tragen musste.
„Danke“, sagte Seishirou und schloss die Augen.
Dass er das einfach so tut, vor mir zu schlafen, dachte Subaru. Er schob seinen rechten Arm unter Seishirous Kopf, legte die Hand auf Seishirous Schulter, lehnte die Stirn an Seishirous Schläfe und bald darauf fielen ihm die Augen zu.
Am nächsten Morgen lag eine Karte auf dem Nachttisch. Die Handschrift war sauber, ausladend aber grazil, die Unterschrift schwungvoll.
Gegen acht Uhr verließ ich deine Wohnung. Ich hoffe, du hattest noch einen geruhsamen Schlaf.
Es tut mir außerordentlich leid, dich gestört zu haben.
Wenn du in den Briefkasten schaust, wirst du dort 5,000 Yen finden. Ich hoffe, das reicht.
Ohne ein Geschenk für die gute Verpflegung wollte ich freilich nicht gehen.
Nicht dass ich nicht wüsste, du hättest mich auch so aufgenommen.
Nun will ich hoffen, dich in nächster Zeit nicht mehr belästigen zu müssen.
Es war eine Ausnahme.
Nicht mehr.
Danke, Subaru.
Hochachtungsvoll, der Sakurazukamori
P.S.: Du bist süß.
Subaru faltete die Karte. Auf der Rückseite konnte er kleine Schriftzeichen entdecken. Sie waren anders als das, was auf der Vorderseite stand. Gequetscht und krakelig.
Die Wette hast du...
Mehr war nicht geschrieben, aber ein langer Unterstrich folgte auf das letzte Wort. Subaru lächelte, nahm einen Stift aus der obersten Schublade des Nachtschränkchens und setzte darunter folgendes:
G-E-W-O-N-N-E-N
Autor: les_lenne
Fandom: TYOB + X/1999
Challenge: #1 – Hug me, bitch!, und außerdem noch #3 – Blut
Rating: PG-13
A/N: Kitsch. Zucker. Quasi "voll kawaii!!!" Regen, Kuscheleinheiten und billige Worträtsel.
Er war nass und er war schmutzig. Draußen stürmte es, der Regen peitschte gegen die Fenster und die wenigen Bäume, die man in Tokyo zu sehen bekam, wurden fast entwurzelt.
Subaru nahm ein Handtuch und legte es ihm um die Schultern. „Ich habe nichts, was dir passen könnte... aber du solltest ein heißes Bad nehmen. Oder dich wenigstens duschen.“ Er bezweifelte, dass sein nächtlicher Besucher ein großer Freund des Badens war. Subaru nickte zur Badezimmertür. „Wenn du irgendetwas brauchst, ruf mich.“ Subaru errötete – er würde natürlich nicht ins Bad gehen, wenn jemand anderes, nackt, drin war.
„Ja“, sagte Seishirou. Er öffnete die Tür und verschwand im Badezimmer.
Wenig später, Subaru stand in der Küche und kochte Tee, hörte er den Wasserstrahl der Dusche prasseln, erst lauter gegen die Fliesen, dann gedämpfter.
Er trat in den Flur und lauschte an der Tür. Wärme kam unter dem Spalt hervor. Er sah zu Boden – Bluttropfen vom Eingang bis zum Bad. Sie waren schon in den grauen Teppich eingetrocknet. Er kniete sich hin und überlegte, wem das Blut wohl gehört haben mochte. Die Person konnte nicht mehr am Leben sein. Außer sie hieß Seishirou, und das hätte er doch bemerkt. Wenn er verletzt gewesen wäre. Das hätte Subaru bemerkt.
Er legte die Hand flach an die Badtür. Richtig angesehen hatte er ihn nicht. Nur kurz den Blick über die regentropfende Person streifen lassen, während die Pentagramme seiner Hände flammten.
Seishirou trug einen langen weißen Bademantel. Subaru war er zu groß, Seishirou passte er wie angegossen.
„Tee.“ Subaru schob eine Tasse über den Tisch. Er wollte ihm nicht zu nahe kommen.
Seishirou hob den linken Arm und griff nach der Tasse. Er nippte daran. Sein rechter Arm hing schlaff an der Seite herunter.
Subaru ging zu ihm, tastete mit den Fingern seine Elle ab. Seishirou zuckte. Kaum merklich, aber die Finger, die Finger hatten sich verkrampft. Nerven und Muskeln taten das manchmal; verrieten einen.
Subaru schob den Ärmel des Bademantels hoch und betrachtete die Wund eingehend. Sie war tief, aber es floss nicht viel Blut. Ein großes Stück Metall durchstach die Knochen. Er schluckte schwer.
„Was ist passiert?“, fragte Subaru.
Vielleicht hat er mich nicht gehört, dachte Subaru, denn Seishirou antwortete ihm nicht.
„Was ist passiert?“, wiederholte er, etwas lauter dieses Mal.
„Ein Unfall“, sagte Seishirou.
Subaru nickte. „Ja.“ Er lief ins Badezimmer und holte Verbandsmaterial aus dem Schrank, in dem er seine Hausapotheke und andere Hygieneartikel aufbewahrte. Sein Blick fiel auf die Schmerztabletten. Er schloss den Schrank.
Seishirou saß am Esszimmertisch und trank Tee. Der Ärmel war wieder heruntergerutscht, doch langsam sickerte das Blut durch den dicken Stoff.
Subaru zog einen Stuhl heran und setzte sich neben ihn. Er legte Seishirou wortlos eine Tablette neben die Teetasse und verband ihm den Arm. Er war inzwischen gut darin, Verbände anzulegen. Er hatte sich oft genug selbst verarztet, um nicht ins Krankenhaus zu müssen.
Als Subaru fertig war und den Kopf hob sah er direkt in Seishirous Augen. Er schielte auf den Tisch. Die Tablette war verschwunden.
„Du hast Schmerzen“, sagte Subaru. Eigentlich hatte er vorgehabt, es nur zu denken. Es war ihm herausgerutscht. Er wartete darauf, dass Seishirou ihn angrinste und in einem Blütenwirbel verschwand.
Das trat nicht ein. Seishirou fasste sich an den Verband. „Das hast du gut gemacht.“
„Danke.“ Subarus Herz pochte schwer und laut in seiner Brust, sprang nach oben in seinen Hals, spielte Pingpong zwischen seinen Rippen. Er ließ seine Hand auf Seishirous Unterarm ruhen, direkt unter der Verletzung.
„Hat dich jemand verletzt, oder etwas?“
Seishirou neigte den Kopf. Ein hauchdünnes Lächeln; vielleicht wirkte die Tablette schon. „Etwas?“
„Etwas.“ Subaru stand auf und räumte die leergetrunkene Tasse in die Spüle. „Du kannst in meinem Bett schlafen.“
„Ich bleibe über Nacht?“
Subaru drehte sich um. „Ja.“
„Oh“, sagte Seishirou. Er stand auf. „Ich möchte aber nicht, dass du wegen mir auf der Couch schlafen musst.“
Subaru begleitete ihn ins Schlafzimmer. Er schwieg. Es war nicht die Zeit für ein Wortgefecht, für fliegende Papierfetzen und wütende Schutzgötter. Es war auch nicht genug Platz in der kleinen Wohnung, die Subaru seit einigen Jahren sein Heim nannte.
Seishirou setzte sich aufs Bett. Er lehnte sich auf den falschen Arm, den verletzten Arm, und stöhnte.
Subaru setzte sich neben ihn, legte ihm eine Hand auf den Rücken und zog ihn in eine halbe Umarmung. Es fühlte sich merkwürdig an. Als hielte er eine Statue im Arm, steif und unbeweglich.
„Wir teilen uns das Bett“, sagte Subaru. Er half Seishirou, sich so hinzulegen, dass die Wunde kein Gewicht tragen musste.
„Danke“, sagte Seishirou und schloss die Augen.
Dass er das einfach so tut, vor mir zu schlafen, dachte Subaru. Er schob seinen rechten Arm unter Seishirous Kopf, legte die Hand auf Seishirous Schulter, lehnte die Stirn an Seishirous Schläfe und bald darauf fielen ihm die Augen zu.
Am nächsten Morgen lag eine Karte auf dem Nachttisch. Die Handschrift war sauber, ausladend aber grazil, die Unterschrift schwungvoll.
Gegen acht Uhr verließ ich deine Wohnung. Ich hoffe, du hattest noch einen geruhsamen Schlaf.
Es tut mir außerordentlich leid, dich gestört zu haben.
Wenn du in den Briefkasten schaust, wirst du dort 5,000 Yen finden. Ich hoffe, das reicht.
Ohne ein Geschenk für die gute Verpflegung wollte ich freilich nicht gehen.
Nicht dass ich nicht wüsste, du hättest mich auch so aufgenommen.
Nun will ich hoffen, dich in nächster Zeit nicht mehr belästigen zu müssen.
Es war eine Ausnahme.
Nicht mehr.
Danke, Subaru.
Hochachtungsvoll, der Sakurazukamori
P.S.: Du bist süß.
Subaru faltete die Karte. Auf der Rückseite konnte er kleine Schriftzeichen entdecken. Sie waren anders als das, was auf der Vorderseite stand. Gequetscht und krakelig.
Die Wette hast du...
Mehr war nicht geschrieben, aber ein langer Unterstrich folgte auf das letzte Wort. Subaru lächelte, nahm einen Stift aus der obersten Schublade des Nachtschränkchens und setzte darunter folgendes:
G-E-W-O-N-N-E-N
no subject
Date: 2008-09-22 07:07 am (UTC)Natürlich ein bißchen klebrig süß, aber gleichzeitig einfach schön♥
no subject
Date: 2008-09-22 08:36 am (UTC)Mission Accomplished!