Waschtag [R/I - Alltägliches - für mich]
Jul. 3rd, 2025 09:56 pmFandom: Tatort Münster
Rating: P6
Team: Greif
Prompt: R/I - Alltägliches - für mich
Länge: 574 Wörter
Zeit: 30min
A/N: Mit der R/I-Tabelle anzufangen, obwohl es erst ganz am Anfang der Challenge ist und die Pairings alle noch nicht zusammen sind, war nicht der smarteste Move, aber jetzt bin ich schon committed, deshalb, naja. Intimität ist ja ein weites Feld.
Freitag nach der Arbeit war Waschtag. Schon immer. Die Woche war vorbei und man hatte das ganze Wochenende Zeit zum Entspannen und für den Haushalt, aber was weg war, war weg, und wenn man unter der Woche die Wäsche gut sammelte, ging das Maschine anschmeißen ganz schnell.
Schnaufend zog Thiel das T-Shirt von Montag unter dem Fußende seines Betts hervor.
Früher, als Kind, da hatten sie die Dreckwäsche immer gleich sauber getrennt in den richtigen Wäschekörben gelagert, aber diese Ordnung war ihm irgendwo zwischen dem Auszug zuhause und dem Einzug in Münster abhanden gekommen und jetzt ärgerte er sich regelmäßig darüber, Freitags nach der Arbeit erst mal noch das halbe Zimmer nach übrig gebliebenen Stoffstücken absuchen zu müssen, änderte dann aber doch nichts an der Situation. Aber auch heute füllte der Korb sich schnell, wie immer - er wusch inzwischen nur noch eine Wäsche für alles, und ab und an außer der Reihe vielleicht mal die Handtücher etwas heißer - und wie immer griff er blind nach dem Schlüssel auf der Ablage im Flur, zog die Schlappen an, die unter der Garderobe standen, wie immer, und trat auf den kühlen Altbauflur, den Korb einhändig gegen den Körper gestemmt. Totaler Quatsch eigentlich, man könnte ihn auch schnell abstellen, aber gelernt war eben gelernt.
Wie jeden Freitag zog er mit der anderen Hand die Tür hinter sich zu, hämmerte kurz und schmerzlos auf den Lichtschalter und wurde vom Surren der Zeitschaltuhr die neun Stufen in den noch kälteren Keller begleitet. Dort drehte er den ersten Lichtschalter - Altbau, nie erneuert - und dann im Wäscheraum den zweiten, bevor er endlich den Korb vor seiner Maschine abstellte und mit dem Einladen begann. Eine Handvoll Wäsche nach der anderen, für Außenstehende vermutlich etwas rabiat aussehend, aber das hatte alles System. Die Wäsche von einer Woche war exakt so viel, dass etwas mehr als eine Handbreit frei blieb und alles gut sauber wurde.
Türe zu, Waschmittelfach auf, eine halbe Einheit, kurz den Kopf schräg legen, noch einen kleinen Schuss mehr, beim Zumachen etwas mehr Kraft, denn die Maschine war nicht mehr die jüngste, dann den richtigen Waschgang einstellen, den fand er blind, und Start.
Mit dem beginnenden Brummen der Maschine machte er sich wieder auf den Rückweg nach oben, drehte erst den einen, dann den anderen Lichtschalter aus, stieg langsam die neun Stufen nach oben und klimperte mit dem Schlüssel, zählte kurz - einundzwanzig, zweiundzwanzig - da flog hinter ihm die Boern’sche Wohnungstür auf.
“Ach, Herr Thiel!”, sagte Boerne, wie jedes Mal nur mäßig überrascht, “Auch Waschtag heute?” Dann fuchtelte er mit der freien Hand, wie um Thiel den großen Wäschekorb zu zeigen, den nun er unter dem Arm klemmen hatte. Wie jedes Mal.
Thiel nickte stumm. Boerne ließ sich nicht beirren. “Wenn Sie mögen”, machte er weiter, “stelle ich nur eben meine Maschine an und dann können wir einen guten Wein öffnen?”
“Ham’ se auch Bier?”, grummelte Thiel, so als wüsste er nicht, dass selbiges schon längst in Boernes Kühlschrank lag.
Boerne lächelte triumphierend. “Gestern gekauft, damit es heute schön kühl ist.”
Donnerstag war Einkaufstag bei Boerne. Thiel ging lieber täglich, oder spätestens alle zwei Tage, aber Boerne hatte meist mittwochs schon seinen Einkaufszettel für die nächste Woche fertig und machte Donnerstags extra pünktlich Feierabend. Man kam ja dann doch irgendwann in eine gewisse Routine. Aber vielleicht war das auch gar nicht so schlimm.
“Na los”, Boerne trat zur Seite, “Kommen Sie schon mal rein.”
Und wie jedes Mal folgte Thiel der Einladung bereitwillig.
Rating: P6
Team: Greif
Prompt: R/I - Alltägliches - für mich
Länge: 574 Wörter
Zeit: 30min
A/N: Mit der R/I-Tabelle anzufangen, obwohl es erst ganz am Anfang der Challenge ist und die Pairings alle noch nicht zusammen sind, war nicht der smarteste Move, aber jetzt bin ich schon committed, deshalb, naja. Intimität ist ja ein weites Feld.
Freitag nach der Arbeit war Waschtag. Schon immer. Die Woche war vorbei und man hatte das ganze Wochenende Zeit zum Entspannen und für den Haushalt, aber was weg war, war weg, und wenn man unter der Woche die Wäsche gut sammelte, ging das Maschine anschmeißen ganz schnell.
Schnaufend zog Thiel das T-Shirt von Montag unter dem Fußende seines Betts hervor.
Früher, als Kind, da hatten sie die Dreckwäsche immer gleich sauber getrennt in den richtigen Wäschekörben gelagert, aber diese Ordnung war ihm irgendwo zwischen dem Auszug zuhause und dem Einzug in Münster abhanden gekommen und jetzt ärgerte er sich regelmäßig darüber, Freitags nach der Arbeit erst mal noch das halbe Zimmer nach übrig gebliebenen Stoffstücken absuchen zu müssen, änderte dann aber doch nichts an der Situation. Aber auch heute füllte der Korb sich schnell, wie immer - er wusch inzwischen nur noch eine Wäsche für alles, und ab und an außer der Reihe vielleicht mal die Handtücher etwas heißer - und wie immer griff er blind nach dem Schlüssel auf der Ablage im Flur, zog die Schlappen an, die unter der Garderobe standen, wie immer, und trat auf den kühlen Altbauflur, den Korb einhändig gegen den Körper gestemmt. Totaler Quatsch eigentlich, man könnte ihn auch schnell abstellen, aber gelernt war eben gelernt.
Wie jeden Freitag zog er mit der anderen Hand die Tür hinter sich zu, hämmerte kurz und schmerzlos auf den Lichtschalter und wurde vom Surren der Zeitschaltuhr die neun Stufen in den noch kälteren Keller begleitet. Dort drehte er den ersten Lichtschalter - Altbau, nie erneuert - und dann im Wäscheraum den zweiten, bevor er endlich den Korb vor seiner Maschine abstellte und mit dem Einladen begann. Eine Handvoll Wäsche nach der anderen, für Außenstehende vermutlich etwas rabiat aussehend, aber das hatte alles System. Die Wäsche von einer Woche war exakt so viel, dass etwas mehr als eine Handbreit frei blieb und alles gut sauber wurde.
Türe zu, Waschmittelfach auf, eine halbe Einheit, kurz den Kopf schräg legen, noch einen kleinen Schuss mehr, beim Zumachen etwas mehr Kraft, denn die Maschine war nicht mehr die jüngste, dann den richtigen Waschgang einstellen, den fand er blind, und Start.
Mit dem beginnenden Brummen der Maschine machte er sich wieder auf den Rückweg nach oben, drehte erst den einen, dann den anderen Lichtschalter aus, stieg langsam die neun Stufen nach oben und klimperte mit dem Schlüssel, zählte kurz - einundzwanzig, zweiundzwanzig - da flog hinter ihm die Boern’sche Wohnungstür auf.
“Ach, Herr Thiel!”, sagte Boerne, wie jedes Mal nur mäßig überrascht, “Auch Waschtag heute?” Dann fuchtelte er mit der freien Hand, wie um Thiel den großen Wäschekorb zu zeigen, den nun er unter dem Arm klemmen hatte. Wie jedes Mal.
Thiel nickte stumm. Boerne ließ sich nicht beirren. “Wenn Sie mögen”, machte er weiter, “stelle ich nur eben meine Maschine an und dann können wir einen guten Wein öffnen?”
“Ham’ se auch Bier?”, grummelte Thiel, so als wüsste er nicht, dass selbiges schon längst in Boernes Kühlschrank lag.
Boerne lächelte triumphierend. “Gestern gekauft, damit es heute schön kühl ist.”
Donnerstag war Einkaufstag bei Boerne. Thiel ging lieber täglich, oder spätestens alle zwei Tage, aber Boerne hatte meist mittwochs schon seinen Einkaufszettel für die nächste Woche fertig und machte Donnerstags extra pünktlich Feierabend. Man kam ja dann doch irgendwann in eine gewisse Routine. Aber vielleicht war das auch gar nicht so schlimm.
“Na los”, Boerne trat zur Seite, “Kommen Sie schon mal rein.”
Und wie jedes Mal folgte Thiel der Einladung bereitwillig.
no subject
Date: 2025-07-03 08:10 pm (UTC)no subject
Date: 2025-07-05 04:06 pm (UTC)Ich schreibe solche kleinen Slices of Life total gerne, deshalb freut es mich immer, wenn sie auch richtig rüberkommen. :)
no subject
Date: 2025-07-16 09:05 pm (UTC)Liebster Satz: Man kam ja dann doch irgendwann in eine gewisse Routine.
Wie wahr, wie wahr ...
Und natürlich gehört auch der gemeinsame Freitagabend schon zur Routine ♥