[identity profile] tsutsumi.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Päckchen: Erste Male/Kindheitserinnerungen

Challenge: #1 Erster Kuss
Personen: Rei Ayanami, Kaoru Nagisa
Kommentar: Ein bisschen Eva-morbide ist das schon, weil es KaoShin und etwas anderes, nicht ganz so Appetitliches andeutet.
Wörter: 686

„Also...“
Kaoru ließ seine Hand an der Glasscheibe entlanggleiten und nahm vorsichtig das Gefühl von Kälte in sich auf. Hinter der Glasscheibe befand sich Eva00 in seinem Cage, riesengroß und blau und...elektrisierend.
Ja.. Eva 00 zog ihn an wie ein Magnet. Er schrie förmlich danach.

„Erzähl doch mal, Ayanami. Was würdest du gerne mal tun, was die Menschen um dich herum so treiben?“

Er brauchte eine Weile, ehe er den Blick abwenden konnte von der Eva-Einheit.
Rei Ayanami lehnte an der Wand und betrachtete ihn mit einem Ausdruck des Nichts.

„Du sprichst so, als wäre ich keiner.“, entgegnete sie. Gut genug, dass sie überhaupt etwas entgegnete. Sie schien Sprechen wahrscheinlich für genauso überflüssig und anstrengend zu finden wie er selbst.
Sie war angenehm. Weil sie aussah wie ein Mensch, sich bewegte und sprach wie einer und zugleich wie Eva 00 nach Kaoru rief. Etwas in ihr schien seine langen, dürren Finger auszustrecken, nach ihm zu geifern.
Oder war das nur sein Wunschdenken?

„Warum tust du das?“
„Ganz ehrlich?“
Kaoru lächelte hinreißend. Es war dasselbe hinreißende Lächeln, mit welchem er Shinji letzte Nacht eingewickelt, verschlungen und wieder ausgespien hatte. Nicht, dass Shinji sich beschwert hätte, ganz im Gegenteil. Der Junge hatte nach ihm verlangt wie er selbst nach Ayanami und Eva 00 verlangte, er hatte ihn umklammert und geweint während er in Kaorus Hand ejakuliert hatte. Sein Mund war voller Namen von Toten und Vermissten gewesen, von Leben und von Tod. Shinji Ikari bestand nur aus zuckenden, wühlenden, dunklen Emotionen.
Das war für Kaoru ein Mensch.
Sie waren doch alle mehr oder weniger genauso.

Ayanami nicht, auch wenn sie das wahrscheinlich lieber so gehabt hätte.

„Alleine deine Verhaltensweisen.“, setzte Kaoru an und trat auf sie zu.
„Nie sieht man dich lächeln oder weinen oder schimpfen. Man könnte sogar meinen, du müsstest nicht auf die Toilette gehen oder schlafen. Man könnte vielleicht sogar vermuten, dein Blut wäre nicht wie das Blut der anderen...“

Jetzt hatte sie ihre Augenbrauen etwas gesenkt. Oha, sie versuchte, ihm vom Gegenteil zu überzeugen.
„Ich lächle, wenn ich es will.“, sagte sie mit tonloser Stimme.
„Nicht wie du, der es wie eine Maske verwendet.“
Kaoru zuckte ansatzweise mit der Schulter.
„Tun Menschen das nicht auch?“

Jetzt konnte er sie riechen. Oh ja, dieser Urgeruch, den sie verströmte, der noch nicht von all den Unsinnigkeiten durchzogen war wie die Geruchsnote der anderen Menschen. Der Menschen. Natürlich war sie ein Lilim. Aber alle ihre Lebenszellen, sie sich gerade vermehrten, teilten oder abstarben, bargen das, wonach sich Kaoru instinktiv sehnte.
Er wollte sie insgeheim verschlingen und in ihr aufgehen, in seiner Mutter, in seinem Ursprung.

Er drängte sie langsam gegen die Wand und schmeckte ihre Lippen. Sie waren wärmer als er erwartet hatte, sie zuckten und zogen sich sogar zusammen.
Für einen Moment spürte er seine Sehnsucht sich aufbäumen, den dringenden Wunsch, sich mit ihr zu vereinigen, mit dem bisschen Übermutter, die er in ihr spürte.
„Gefällt dir das nicht?“, fragte er hungrig und grinste sie gutherzig an.
Ihr Atem ging tatsächlich eine Winzigkeit schneller.

„Du und ich... du weißt, was wir zusammen tun könnten. Wir gehören zusammen, wenn du so willst...“

Sie wollte nicht, dass er sie noch einmal küsste. Es war ein Widerstand, den man nur ganz, ganz leicht spürt, den man für Ziererei halten könnte. Doch es war keine. Sie wollte es nicht und genau deswegen tat er es. Seine Hände umfassten warm ihre Brüste, verströmten ein wenig Hitze in dieses kalte Gefüge aus Drüsen und Fettgewebe.

„Ist ein erster Kuss nicht schön?“, lächelte er.
„Jeder verdient doch so einen schönen, ersten Kuss...“

Sie machte sich von ihm los, tat aber nichts, um ihren Widerwillen zu signalisieren. Sie wischte sich nicht den Mund ab, fuhr sich nicht durch die Haare und rückte ihr Hemd nicht zurecht.

„Ich muss gehen.“, sagte sie leise.
„Der Kommandant erwartet mich.“

Kaoru stand alleine hinter der Scheibe.
Er betrachtete Eva 00 und schloss die Augen in Wohlgefallen.
Lilith.
Sie war dort unten im Central Dogma, sie wartete auf ihn.

„Wie dumm von mir.“, flüsterte er leise und musste an Kommandant Ikari denken.
„Es war gar nicht dein erster Kuss...oder?“

Challenge: #7 Erste Zigarette
Personen: Hikari Horaki, Kensuke Aida
Genre: Gen (Mit Ausnahme: Hikari-->Touji)
Wörter: 663
Kommentar: Ich bin heute so canon, es macht mir schon fast Angst.
*hust*

Dir ist klar, dass das so gar nicht zu dir passt?“

Hikari schrak so sehr zusammen, dass sie leise aufkreischte. Sie wand sich blitzschnell zur Seite, warf einen Reagenzglashalter von Tisch neben sich und zuckte nochmal zusammen, als das Klirren der Reagenzgläser die Luft erfüllte.
Sie wusste gar nicht, wohin sie zuerst sehen sollte, auf den Schaden, den sie angerichtet hatte, ihren Mitschüler, der sich hinterrücks leise reingeschlichen hatte oder die Zigarette zwischen ihren zitternden Fingern.

Aida sah sie lange und ernst an.
Wenn sich einer lautlos anschleichen konnte, dann doch wohl er, dieser Mini-Soldat.

„Ich...ich...“
Sie wandte sich schnell zum Tisch um, auf dem noch diverse andere Chemiematerialen standen und wollte die Zigarette auf der nächstbesten Petrischale ausdrücken.
Da stand der Junge aber schon neben ihr und wand ihr den Glimmstengel mit Leichtigkeit aus den Fingern. Wie gesagt, sie zitterten sowieso.

„Du bist doch die Klassensprecherin!“, sagte Kensuke tadelnd und drehte die Zigarette nachdenklich in den Fingern.
„Gerade du solltest doch mit gutem Beispiel vorangehen. Gerade du!“
Er tippte ihr mit Nachdruck auf den Kragen der Schuluniform.

„Rauchen, ausgerechnet im Chemieraum! Du bist ja eine ganz Abgebrühte!“

Müde sah er aus, wahrscheinlich so müde, wie Hikari sich fühlte. Oder genauso allein?
Er klemmte die Zigarette zwischen die Lippen und schien daran zu ziehen. Im nächsten Moment hustete er wie ein Erstickender los und wedelte mit der freien Hand den Rauch von seinem Mund weg.

„Du Dummkopf!“, sagte Hikari und nahm ihm die Zigarette weg. Jetzt musste die Petrischale doch daran glauben.
Hikari wedelte den Rest Rauch hin und her bis er langsam nicht mehr zu sehen war.
Aber der ekelhafte, alles durchdringende Geruch blieb an allem haften.

„Siehst du!“, hustete Aida und grinste schief.
„Mir steht´s ja auch nicht!“

Eigentlich hätte Hikari wissen müssen, dass sie selbst zu so später Stunde wie jetzt noch auf wen anderen in der Schule treffen würde. Seit ein paar Tagen hing die Stadt in einer Art stetiger Alarmbereitschaft. Niemand verhielt sich nunmehr noch normal. Nicht einmal sie selbst, da hatte Aida Recht.
Aber die Zeiten, in denen sie sich mit ihren Kochkünsten ablenken oder gar Hoffnungen machen konnte, waren doch nun vorbei...

„Jetzt hör mal...“, setzte Kensuke an und sah mit einem Mal sehr ernst und erwachsen aus.
„Er ist nicht tot. Okay? Du warst doch selbst bei ihm. Immerhin konntest du das. Du weißt, dass er nicht sterben wird, also warum das ganze Leiden jetzt?“

Hikari fühlte sich erröten.
Wie hatte sie sich vormachen können, dass niemand davon Wind bekam, was sie für Suzuhara empfand. Schon so lange hegte sie diese Gefühle, pflege und besänftigte sie, immer in der Hoffnung, der richtige Zeitpunkt werde schon noch kommen.
Sie hatte von einer strahlenden, netten Zukunft geträumt, in der sie vielleicht an Suzuharas Seite leben und ihn glücklich machen konnte.
Und plötzlich... plötzlich war alles kaputt.
Da war sie verzweifelt. Nur ein bisschen, es hatte jedenfalls nur für eine geklaute Zigarette von ihrem Vater gereicht. Aber immerhin.
Sie hasste Rauchen.

Sie schaute hoch und spürte plötzlich Tränen auf ihren Wangen.
„Fühlst du dich nicht einsam, Aida?“, schluchzte sie und wische sofort umständlich an ihren roten Wangen herum.
„Sie gehen alle weg und wir werden zurückgelassen. Irgendwann wird gar niemand mehr da sein. Fühlst du dich nicht einsam?“

Sie konnte ihre Augen vor Scham nur bedecken und fing ein bisschen zu zittern an, als sie spürte, dass er sie behutsam von hinten umarmte. Vielleicht versuchte er damit, eine gewisse respektvolle Distanz zu wahren, aber sein Atem war so nahe an ihrem Hals, dass sie sich erschauern fühlte, sich dabei ertappte, sich vorzustellen, es wäre Suzuharas Atem und noch mehr weinen musste.

„Klar sind wir einsam.“, sagte er leise.
„Aber mit Verlaub, Klassensprecherin, Zigaretten machen dich nun wirklich nicht weniger einsam!“

„Das weiß ich doch, du Blödmann“
Sie schniefte.

„Woah, mach mal halblang. Du klingst fast wie Asuka...“

Er lächelte undurchsichtig.
Aber weder er noch irgendwer anders konnte die Sehnsucht nach einem bisschen Frieden und einem bisschen Suzuhara stillen.

Date: 2008-09-08 07:55 pm (UTC)
From: [identity profile] nebel-kraehe.livejournal.com
Das erste hat mir extrem gut gefallen. Ich liebe die Art wie Kaworu hier denkt und fühlt; seine Anziehung zu dem EVA und irgendwo auch zu Rei und seine Beschreibung von ihr. Die ganze Interaktion der Beiden fand ich toll <3
Die Ikari/Rei-Andeutung kam sehr überraschend, aber das gefiel mir (ich finde ihre Beziehung sowieso interessant. Leider wird sie in fics kaum angesprochen).

Date: 2008-09-08 08:55 pm (UTC)
ext_184151: (momo)
From: [identity profile] nyx-chan.livejournal.com
Retorten Pair:
*schmachtseufz* *~* Du machst kleine Nyxies glücklich. Und du stehst auf Kaoru/Reis Brüste! XDDD~~~ (It's Boob Magic! *lol*)
es ist zynisch-süß, es ist wie künstlicher Nebel bei Nachtschatten - schön, erscheckend und erstickend.
Mir gefällt der schmachtende Kauro, das ist wirklich irgendwie zynisch, und ich mag Rei, die unglaublich menschlich heir wirkt, ohne OoC zu werden. =)

Kensuke & Hikari:
*schmachtseufz* Du machst kleine Nyxies sentimental. T^T der süße Hint hat mich zum Lachen gebracht und es ist auch hier so ... bitter. Hikari tut mir einfach Leid. kensuke kommt mir ein wenig Plastik am Anfang vor, aber er wird dann weicher, griffiger, echter.
Sie werden zurück gelassen und können nicht einmal den Rücken decken. =/

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