[identity profile] khalaris.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Team: Juliet
Challenge: Romantik/Intimität – "Wie, ihr seid gar nicht zusammen?" (fürs Team)
Rating: gen
Fandom: Tatort Wien
Charaktere/Pairings: Franz Pfurtscheller, Bibi Fellner, Moritz Eisner
Notes: So wie Moritz und Bibi sich verhalten, kann man es Pfurtschi wohl nicht verübeln, dass er da die falschen Schlüsse zieht.

***

Als Moritz vor ein paar Tagen grinsend in seine Dienststelle stolzierte, hatte Franz sich mit einem Schlag zwanzig Jahre zurückversetzt gefühlt.

"Servus, Pfurtschi!" hatte Moritz gerufen, im genau gleichen Tonfall wie früher, auch wenn seine Haare jetzt nicht mehr blond, sondern ganz weiß waren (im Gegensatz zu ihm hatte Moritz überhaupt noch welche) und er doch einige Kilos in der Zwischenzeit zugelegt hatte (immerhin nicht so viele wie Franz selbst).

Aber es war nicht wie früher. Moritz kam nicht allein, er hatte eine Kollegin dabei.

Die Bibi.

Schon in dem Moment, als sie sich vorstellte, bekam Franz das Gefühl, dass die beiden mehr als nur Kollegen waren und mit jedem Tag, den sie hier verbrachten, erhärtete sich seine Vermutung. Auf jeden Fall hatten die was miteinander.

Ja, der Hubert hatte ihm sogar erzählt, dass ihm die Giesela erzählt hatte, dass ihre Schwester überhört hatte, wie die beiden "Schatzi" zueinander gesagt hatten, als sie oben beim Zirbenwirt mit dem Ralf redeten.

Außerdem teilten sie sich ja ein Ferienapartment und Franz wusste von Ferdi, und der wiederum von Paula, die die Apartments vermietete, dass es in diesem tatsächlich nur ein Schlafzimmer gab.

'War sowas überhaupt erlaubt?' fragte er sich kurzzeitig, bevor er entschied, dass es Moritz eh wurscht wär. Der hatte ja schon immer gemacht, was er wollte. Vorschriften? An die mussten sich nur andere halten!

Oft wünschte sich Franz, er hätte ein ebenso unerschütterliches Selbstvertrauen.

Und die Bibi (was für eine liebe Seele!) war Franz sofort sympathisch gewesen. Würden die zwei nicht so wunderbar zusammenpassen, hätte er sich glatt darüber ärgern können, dass sie ausgerechnet dem alten Schwerenöter Moritz Eisner verfallen war. Aber wer war er schon, sich ein Urteil darüber zu erlauben, wo die Liebe hinfallen durfte und wo nicht?

Leider schafften sie es, ihren Fall schon nach wenigen Tagen zu lösen (er hätte Moritz und Bibi gern noch ein bisschen dabehalten) und so stand er nun mit ihnen auf dem Parkplatz vor dem großen Ferienhaus von der Paula und verabschiedete sich von den beiden Wiener Ermittlern.

Bibi umarmte ihn einmal kurz, was er sehr lieb fand, schließlich kannten sie sich ja noch gar nicht lang. Aber in der kurzen Zeit war sie ihm schon ans Herz gewachsen, er würde sie vermissen. Auch Moritz umarmte ihn (das hatte er früher nie gemacht).

"Gut, dass du jetzt in festen Händen bist, Moritz. Man merkt, dass dir das gut tut."

Moritz schaute ihn überrascht an. "Ich bin was?"

"Na du und die Bibi…"

"Pfft, nix ich und die Bibi. Du kommst ja auf Ideen." Er klopfte ihm so schwungvoll auf die Schulter, dass Franz fast umfiel. Moritz grinste breit, "Bist an fester Trottel, Pfurtschi. Bis zum nächsten Mal!" Dann stieg er ein und knallte er seine Autotür zu.

Bibi lachte nur und winkte ihm noch einmal zum Abschied zu, bevor auch sie einstieg. Wenig später war das Auto auch schon aus seinem Blickfeld verschwunden.

Franz stemmte empört die Hände in die Hüfte. Das konnte doch wohl nicht wahr sein!


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