Orte – Im Krankenhaus (fürs Team)
Sep. 1st, 2024 12:56 amChallenge: Orte – Im Krankenhaus (fürs Team)
Rating: gen
Fandom: Tatort Wien
Charaktere/Pairings: Moritz Eisner, Bibi Fellner
Notes: [Tatort aber es gibt Magie AU, Teil 5] Sie sind immer noch im Krankenhaus und weil mir die Zeit ausging, bleiben sie da auch erst mal. (und deswegen endet das Kapitel auch so abrupt)
Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4
Ich
– Er lebt.
– Noch nicht aufgewacht, aber er atmet allein. Der
Arzt sagt, am Abend können wir vielleicht zu ihm.
Einen Moment lang starrte sie auf ihr Handy, bevor sie es wegsteckte und über ihre Augen wischte.
Vor zwei Stunden hatte sie Moritz heimgeschickt, aber ob er wirklich versuchen würde, zu schlafen? Bibi seufzte. Zweifelhaft. Bestimmt würde er ihre Nachrichten sehen und in einer halben Stunde wieder hier sein, aber sie konnte ihm auch nicht nicht schreiben, schließlich ging es um Ernstl.
Tatsächlich, anderthalb Stunden später kam Moritz zurück. Wortlos fielen sie sich in die Arme und hielten sich aneinander fest.
"Was hat der Arzt noch gesagt?" fragte er nach einer Weile.
Sie ließ ihn los und sah ihn an. Verdammt müde sah er aus. Kein Wunder, er hatte letzte Nacht kein Auge zugetan und in den wenigen Stunden, die er weg war, vermutlich auch nicht. Um sich abzulenken, schaute sie erst einmal in die kleine Tasche, die Moritz für sie mitgebracht hatte. Es sah aus, als hätte er einfach die Sachen mitgenommen, die sie eh bei ihm verstaut hatte. Vernünftig.
"Bibi."
Sie schloss kurz die Augen, bevor sie ihn wieder ansah.
"Na ja, er konnte mir nicht viel mehr sagen. Es hängt jetzt davon ab, wann und wie er aufwacht." Und ob überhaupt. Aber das wollte sie nicht laut aussprechen. "Vorher wissen wir nicht… wie's ihm geht."
"Okay… Okay."
Der Monitor neben Ernstls Bett zeigte einen regelmäßigen Herzschlag, der zwar beruhigend, aber auch ein bisschen gespenstisch war. Abgesehen vom Tropf und der Herzmonitor-Klemme an einer Hand, dem Verband an seiner anderen Hand und einer Kanüle in seiner Nase, die ihm vielleicht Sauerstoff gab, deutete nichts auf das hin, was Ernstl durchgemacht hatte. Ihr kam es vor, als müsste man es ihm mehr ansehen.
Moritz hielt neben ihr inne und beobachtete Ernstl mit einem Blick, den sie nicht entziffern konnte.
Sie streckte die Hand aus und strich eine Strähne aus Ernstls Stirn.
"Hey, Ernstl." Moritz legte eine Hand auf seinen Arm.
"Ich kann immer noch kaum fassen, dass unser Ernstl ein Blutmagier ist," flüsterte sie.
"Einer von zwölf. Wie unwahrscheinlich ist das?"
"Du hast das ned gewusst, oder?"
Moritz schüttelte den Kopf. "Ich kenn den Ernstl jetzt fast vierzig Jahre. Sowas hätt ich nie geahnt."
Eine Weile standen sie so da, sahen ihren Chef an. Ihren Freund. Hingen einfach nur ihren Gedanken nach.
"Jetzt versteh ich auch, warum die sich so gegen die Aufhebung der Zwangsverplichtung gewehrt haben."
Er nickte. "Damals haben ja viele spekuliert, dass wir einen in Österreich haben, nachdem sie für Blutmagie unbedingt eine Ausnahme machen wollten."
"Aber der Ernstl is doch Jurist. Wie kann er–"
"Er hat seine Magie erst sehr spät entdeckt," unterbrach sie jemand.
Bibi wirbelte herum, genauso wie Moritz.
"Oberstleutnant Eisner." Die Frau nickte Moritz und ihr zu. "Major Fellner."
Er seufzte. "Major Bergmann. Könnten wir jetzt vielleicht ein paar Antworten haben?"
"Wie geht's ihm?" fragte sie stattdessen. Sie näherte sich dem Bett, ihr Blick hing an Ernstl.
"Er lebt," war Moritz' knappe Antwort und Bibi bekam das Gefühl, dass er nicht zu gut auf sie zu sprechen war.
Sie nickte und fuhr fort, "Sie können sich vielleicht vorstellen, dass bei der Seltenheit, mit der Blutmagie auftritt, das übliche Screening eine eher niedrige Trefferquote hat. Als Ernst seine Begabung entdeckt hat, war er bereits eine Weile im Sicherheitsbüro. Man hat ihn damals seine Arbeit dort fortsetzen lassen, während er seinen anderen Verpflichtungen in seiner Freizeit nachkommen musste."
Moritz warf einen Blick zurück auf Ernstl, der sich nicht rührte, während sie über ihn redeten. "Und wir haben ihn schon für einen Workaholic gehalten."
Major Bergmann lächelte. "Es ist nicht so schlimm, wie Sie es sich vielleicht vorstellen. Er hat an vielen Forschungsprojekten mitgewirkt, aber er ist kein… Seine Magie folgt nicht gern vorgegebenen Ritualen, sie ist spontan und… intuitiv. Dass Sie diese Affinität teilen, hat ihm gestern sehr geholfen."
"Warum erzählen Sie uns das alles?" Bibi wurde das inzwischen etwas unheimlich. "Ich dacht, das is alles streng geheim?"
"Ist es auch. Aber Sie beide sind in seinem Akt gelistet. Nach seinem Tod dürfen wir Sie zumindest grob über seine Arbeit bei uns informieren. Ich habe mir die Freiheit genommen, den Todesfall zu aktivieren, auch wenn es aussieht, als wäre das Ganze wohl nicht permanent. Es ist trotzdem ein bürokratischer Akt, der einiges in Gang setzt." Ihre Augen funkelten. "Unter anderem die Aufhebung seiner Verpflichtung."
So viele Gedanken schwirrten durch Bibis Kopf. Moritz griff nach ihrer Hand und umschloss sie fest. Er verstand ebenso, was das bedeutete. Ernstl wäre frei.
Aber etwas verwirrte sie. "Was soll das bedeuten, dass wir gelistet sind?"
"Oh. Als Familie, meinte ich. Er hat Sie beide als seine Familie angegeben, deshalb kann ich Ihnen gewisse Informationen geben."
"Aber… Wir sind ned…"
Major Bergmann zuckte die Schultern, aber ein leichtes Lächeln stand auf ihrem Gesicht. "In welchem Verhältnis Sie zu ihm stehen, geht mich nichts an. Ich gehe davon aus, dass seine Angabe schon ihre Richtigkeit hat. Er ist schließlich Jurist."
Sie und Moritz sahen sich an.
Familie?